Herkules (Sternbild)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Sternbild
Herkules
Legende
Hercules constellation map.png
Karte des Sternbilds Herkules
Lateinischer Name Hercules
Lateinischer Genitiv Herculis
Kürzel Her
Rektaszension 15483015h 48m 30s bis 18575018h 57m 50s
Deklination 2034025+3° 40′ 25″ bis 2511927+51° 19′ 27″
Fläche 1225 deg²
Rang 5
Vollständig
sichtbar
90° Nord bis 39° Süd
Beobachtungszeit
für Mitteleuropa
Frühjahr,
Sommer
Anzahl der Sterne
heller als 3 mag
3
Hellster Stern
(Größe)
β Herculis (2,78)
Meteorströme

Tau-Herkuliden

Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)

Der Herkules (lateinisch Hercules) ist ein Sternbild des Nordhimmels.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Sternbild Herkules, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Der Herkules ist das fünftgrößte Sternbild am Himmel. Da nur drei seiner Sterne heller als die 3. Größenklasse sind, ist er allerdings nicht sehr auffällig. Man findet ihn zwischen dem Sternbild der Leier mit dem hellen Stern Wega und der einprägsamen Nördlichen Krone. Die beste Beobachtungszeit ist der Frühsommer, da er dann am höchsten am Himmel steht.

Der Herkules enthält zwei interessante Kugelsternhaufen, die bereits mit einem Fernglas beobachtet werden können.

In Richtung Herkules befindet sich der Apex unseres Sonnensystems. Die Sonne mit ihren Planeten bewegt sich, relativ zu ihren Nachbarsternen, mit 20 km/s auf diesen „Zielpunkt“ zu.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Konstellation gehört zu den klassischen 48 Sternbildern der Antike, die von Ptolemäus erwähnt werden. Bei den antiken Griechen hieß er jedoch einfach „Engonasin“ („der Kniende“). Später wurde das Sternbild mit verschiedenen mythischen Gestalten in Verbindung gebracht, wie Prometheus, Theseus, Orpheus oder Herakles (den die Römer Hercules nannten). Erhalten hat sich die Deutung als Herkules.

Um 1687 fasste Johannes Hevelius einige Sterne zwischen dem Herkules und dem Schwan zum Sternbild des Zerberus, dem dreiköpfigen Höllenhund, zusammen. Es setzte sich allerdings nicht durch.

Mythologie[Bearbeiten]

Der mythologische Ursprung des Sternbildes ist unklar. Erhalten hat sich die spätere Identifikation mit Herakles, dem mit Riesenkräften ausgestatteten Helden aus der griechischen Mythologie. Herakles war ein unehelicher Sohn des Zeus, dem zwölf eigentlich unüberwindbare Aufgaben übertragen wurden. Durch Kraft und Intelligenz konnte er die Aufgaben erfüllen, wobei er etliche Untiere zur Strecke brachte, die ebenfalls am Himmel verewigt sind, wie den Löwen, den Krebs, die Wasserschlange und den Drachen.

Himmelsobjekte[Bearbeiten]

Sterne [1][Bearbeiten]

B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
β 27 Kornephoros, Ruticulus 2,78m 148 G8 III
ζ 40 2,81m 35 G0 IV
α 64 Ras Algethi 3,1 bis 3,7m 384 M5 Ib
δ 65 Sarin 3,12m 79 A3 IV
π 67 3,16m 367 K2 III
μ 86 3,42m 27 G5 IV
η 44 3,48m 112 G8 III
ξ 92 3,70m 135 G9 III
γ 20 3,74m 193 A9 III
ι 85 3,82m 494 B3 IV
ο 103 3,84m 347 B9 V
θ 91 3,86m 759
τ 22 3,91m 314 B5 IV
ρ 75 4,1m 403 A0 + A0
110 4,19m
σ 35 4,20m 314 B9 V
φ 11 4,23m 204
95 4,3m 418 A5 + G8
g 30 4,3 bis 6,3m 355 Mb III
111 4,34m
102 4,37m
λ 76 Maasym, Misam 4,4m ca. 370 K4 III
ν 35 4,41m
ε 58 Cujam 4,57m 163
ω 24 Kajam, Cujam 4,57m ca. 250 B9
113 4,57m
χ 1 4,60m 52
e 69 4,64m
93 4,67m
κ 7 Marfik, Mirfak 4,7m 367 G8 + K1
u 68 4,7 bis 5,4m 666 B3 III
υ 6 4,72m
52 4,82m
h 29 4,84m
42 4,86m
60 4,89m
106 4,92m
A 104 4,96m
98 4,96m
51 5,03m
b 99 5,05m
87 5,09m
101 5,10m 330
t 107 5,12m
70 5,13m
i 43 5,15m
f 90 5,17m
l 45 5,22m
s 5,24m
96 5,25m
d 59 5,27m
105 5,30m
53 5,34m
y 82 5,35m
2 5,35m
54 5,35m
w 72 5,38m
c 5,41m
112 5,43m
9 5,46m
89 5,47m

β Herculis, der hellste Stern im Herkules, ist ein gelblich leuchtender Stern der Spektralklasse G8 in 148 Lichtjahren Entfernung.
Der altgriechische Name Kornephoros bedeutet „Keulenträger“. Der Stern wird auch Ruticulus genannt.

μ Herculis ist 27 Lichtjahre entfernt. Er hat etwa die 1,1fache Masse unserer Sonne und leuchtet ebenfalls gelblich.

Doppelsterne[Bearbeiten]

System Größen Abstand
α 3,4m/5,4m 4,6"
κ 5,0m/6,3m 27,5"
95 5,0m/5,2m 6,3"
100 5,9m/5,9m 14,2"
ρ 4,5m/5,5m 4,2"

α Herculis, der dritthellste Stern im Herkules, ist ein Doppelsternsystem in 430 Lichtjahren Entfernung. Der Hauptstern ist ein Roter Riese der Spektralklasse M5, mit dem 500fachen Durchmesser und der 830fachen Leuchtkraft unserer Sonne. Seine Oberflächentemperatur ist mit etwa 3.000 Kelvin relativ niedrig. Einen Großteil seiner Strahlung gibt er im Infraroten ab. Der Begleitstern gehört der Klasse G5 an. Das System kann bereits im kleineren Teleskop in Einzelsterne getrennt werden und zeigt einen sehr schönen Farbkontrast. Der Hauptstern leuchtet orangerot, der Begleitstern erscheint grünlich.
Der Name Ras Algethi ist arabischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „der Kopf des Knienden“.

Veränderliche Sterne[Bearbeiten]

Stern Größe Periode Typ
α 3,0 bis 4,0m 90 bis 100 Tage Halbregelmäßig
30 4,3 bis 6,3m 70 bis 90 Tage Halbregelmäßig
68 4,7 bis 5,4m 2,05 Tage Beta-Lyrae-Stern

Der Hauptstern des Systems Ras Algethi ist ein halbregelmäßig veränderlicher Stern dessen Helligkeit über Zeiträume von 90 bis 100 Tagen schwankt.

68 (u) Herculis ist ein veränderlicher Stern vom Typ Beta-Lyrae. Es handelt sich um einen äußerst leuchtkräftigen Stern in 1200 Lichtjahren Entfernung.

Messier- und NGC-Objekte[Bearbeiten]

Messier (M) NGC sonstige Größe Typ Name
13 6205 6,5m Kugelsternhaufen
92 6341 9,5m Kugelsternhaufen
6210 8,8m Planetarischer Nebel

M13 gilt als der beeindruckendste Kugelsternhaufen des Nordhimmels. Er befindet sich in etwa 25.000 Lichtjahren Entfernung und besteht aus ca. 300.000 Sternen. Bereits in einem Prismenfernglas erscheint er als nebliges Fleckchen. Im Teleskop kann er in Einzelsterne aufgelöst werden. Er ist einfach zu finden, da er im oberen Drittel der Verbindungslinie zwischen den Sternen η und ζ (den rechten „Kastensternen“ des Herkules) steht.

M92 ist ein Kugelsternhaufen in etwa 30.000 Lichtjahren Entfernung. Er erscheint im Teleskop nicht ganz so ausgedehnt wie M13, ist aber ebenfalls ein sehr lohnendes Beobachtungsobjekt.

NGC 6210 ist ein planetarischer Nebel in 3.000 Lichtjahren Entfernung. Mit einem Durchmesser von 0,3 Bogenminuten ist er wenig ausgedehnt. Im Fernglas erscheint er nur als schwacher Stern. In einem Teleskop ab 12 cm Öffnung werden ein unregelmäßiges Scheibchen und der Zentralstern sichtbar.

Exoplaneten[Bearbeiten]

Der Exoplanet HD 149026 b im Herkules ist mit einer Temperatur auf der Tagseite von über 2000 K einer der heißesten bekannten Exoplaneten. Er umkreist den Stern HD 149026 (8,15 mag, Spektralklasse G0, 1,3 Sonnenmassen) in 2,87 Tagen in 0,042 AE Abstand und vollführt von uns aus gesehen einen Transit. Der Exoplanet weist eine Masse von etwa 0,4 Jupitermassen und einen Radius von etwa 0,7 Jupiterradien auf. Das System ist etwa 260 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Cartes du Ciel. ap-i.net. Abgerufen am 26. September 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sternbild Herkules – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien