Wikipedia:Kurier/Ausgabe 1 2021

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Der gläserne Wikipedia-Autor

Am 4. Januar 2021 habe ich im Rahmen des Digitalen Themenstammtischs einen Vortrag mit dem Thema „Der gläserne Wikipediaautor – was nicht in den Artikeln steht!“ gehalten. Ich habe dabei aufgezeigt, dass viele Informationen über Autoren im Hintergrund gespeichert werden und wie einfach es mit bestehenden Mitteln ist, daraus eine statistische Auswertung durchzuführen. Dadurch ergeben sich ganz neue Informationen über Autoren, was vielen Benutzern in keinster Weise bewusst war und ist.

Das seit Jahren bestehende und immer stärker erweiterte Tool XTools (https://xtools.wmflabs.org/ec/de.wikipedia) zeigt über jeden Benutzer, in welchem Bereich (Artikel, Diskussion, Benutzer, Vorlagen, Wikipedia, …) jemand aktiv ist. Dieses wird auch, anschaulich als Balkendiagramm aufgearbeitet dargestellt, für jedes Jahr und zum Teil auch auf Monate herunter gebrochen. Für andere Auswertungen war bisher die Zustimmung des Autors notwendig, wobei sich auch dieses umgehen ließ. Mit dem Nachfolgeprogramm mit dem Namen DEep WiKi INspector, kurz DEWKIN (https://dewkin.toolforge.org/) ist die Auswertung noch einfacher und umfangreicher geworden. So kann für jeden Benutzer ausgewertet werden, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten jemand am liebsten in der Wikipedia mitarbeitet (Punch card) oder man bekommt eine Weltkarte, wo alle Bearbeitungen an Artikeln mit Geo-Koordinaten grafisch dargestellt werden (Map).

Macht man diese Auswertung nicht für Wikipedia, sondern für Commons so erhält man die geografische Verteilung aller Bilder eines Hochladenden, die mit Geokoordinaten versehen sind. Damit lässt sich häufig auch der Wohnort recht gut einschränken, oder man erfährt, wo jemand Urlaub gemacht hat (glücklicherweise ist es bei Wikipedia üblich, nur selbst erstellte Fotos mit genauer Angabe des Datums der Erstellung hochzuladen, was eine Auswertung viel einfacher macht). Hat jemand z. B. vergessen, die Geokoordinatenfunktion der Kamera oder des Handys zu deaktivieren, gibt es auch gleich die genaue Wohnungsadresse gratis, wenn jemand alltägliche Gegenstände (die eigentlich keine Geokoordinaten benötigen) zuhause fotografiert und die Geokoordinaten mitliefert.

Wem das nicht reicht, muss zurzeit noch selbst Arbeit in die Auswertung stecken, um herauszufinden, für welche Bereiche sich ein Autor interessiert (politische Themen, Biografien, Eisenbahn, Technik, …). Ein entsprechendes Auswertetool wird es sicher bald auch geben, wahrscheinlich mit übersichtlicher Bubble-Darstellung. Kombiniert man die Ergebnisse noch mit Daten außerhalb Wikipedia, so fängt der Spaß erst an. Neben diesen, für alle frei zugänglichen Programmen und Techniken, gibt es sicher viel versiertere Techniken der Datenauswertung.

Im Nachgang zu meinem Vortrag gab es ausgiebige Diskussionen zur Identifikation von Benutzernamen und IP-Adressen. Offiziell gibt es nur wenige mit Sonderrechten ausgestattete Benutzer (z. B. Checkuser), die eine Verbindung zwischen IP-Adresse und Benutzernamen herstellen können. Andererseits wird dieses sicher auch Geheimdiensten möglich sein, ob direkt aus Daten der Wikimedia oder durch andere Aktionen. Während es in Deutschland zunächst egal erscheint, könnte ein Autor, der sachlich über Oppositionsparteien in einem totalitären Regime schreibt, Probleme bei der Einreise oder erst Recht bei der Ausreise aus diesem Land bekommen. Dass diese Gefahr nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen auch die Überlegungen zur Möglichkeit der IP-Maskierung (https://meta.wikimedia.org/wiki/IP_Editing:_Privacy_Enhancement_and_Abuse_Mitigation).

Auf jeden Fall hat der Stammtisch gezeigt, dass es zu diesem Thema noch viel Diskussionsbedarf gibt und vielleicht auch Dinge zu überdenken sind.(Salino01) 31.1.21

Das Internet ist (k)ein rechtfreier Raum

Vor zwei Tagen hat der „Oversight Board“ von Facebook seine ersten Entscheidungen getroffen. Auch wenn der Name ähnlich klingen mag, es handelt sich nicht um Oversighter im Sinne der Wikipedia, sondern eher um sowas wie unser Schiedsgericht. Es scheint fast so, als hätte sich Facebook damit sowohl in der Struktur als auch der Namens- und Wortwahl, man will damit „Transparenz“ zeigen, an der Wikipedia orientiert. Deren Strukturen sind transparent und haben, zumindest was die Wahrnehmung des Autors betrifft, deutlich weniger Probleme mit rassistischen Beleidigungen und Falschinformationen.

Auch wenn man die Wikijuristerei nicht übertreiben sollte, muss eingestanden werden, dass in der Wikipedia eine Form von „Recht“ entwickelt wurde. Recht kann im positiven Sinne als gemeinsame Selbsteinschränkung verstanden werden. Und so schränken wir unseren Artikelbestand auf relevante Gegenstände ein oder garantieren eine allgemeine Bewegungsfreiheit der Autoren in der Wikipedia und ordenen diese in Form von inhaltlichen Richtlinien. Daneben gibt es auch noch Regeln, wie mit persönlichen Kloppereien umgegangen wird. Wir haben sogar sowas ähnliches wie ein kompliziertes „Bürgerrecht“, indem wir zwischen unangemeldeten IPs, angemeldeten Autoren, passiven Sichtern und aktiven Sichtern mit getrennter Stimmberechtigung für Meinungsbilder und dem Schiedsgericht unterscheiden (und bezüglich dessen wir sogar über Willkommenskultur diskutieren).

Wenn Facebook nun einen solchen Oversight Board etabliert, sieht es also ein, dass auch im Internet Regeln gebraucht werden. Es sollte aber auch gefragt werden, wer das ganze etabliert. Bei Facebook ist es der Eigentümer. Er ernennt seine Vertreter und schreibt Regeln. Hier wird das Internet ganz im Sinne des Absolutismus geregelt, der Eigentümer ist Facebook. Das wird von außen kritisch gesehen und manche möchten strengere Regeln von außen einführen (wobei die „Eigentum“sverhältnisse im virtuellen Raum selber lieber nicht angetastet werden). Anders ist es bei Wikipedia. Hier legitimieren sich die Regeln nicht nur mit sowas Ähnlichem wie Tradition, sondern häufig auch republikanisch. Wir regeln unsere internen Sachen größtenteils von innen (Beispielsweise gilt die Drohung eines Einbezuges von außen bei internen Streitigkeiten sogar als persönlicher Angriff). Dementsprechend werden Eingriffe vom „Eigentümer“, der Wikimedia Foundation, wie beispielsweise das Schreiben eines externen Universal Code of Conduct, häufig als illegitim wahrgenommen.

Der Autor dieses Artikels würde sogar so weit gehen, zu fragen, ob nicht Wikipedia als eine Form eines Staates im virtuellen Raum vorbildlich sein kann. Wenn wir anerkennen, dass das Internet als öffentlicher Raum angesehen werden kann, müsste es nach der Drei-Elemente-Lehre auch Platz für ein Staatsgebiet bieten. Dann fehlen nur noch User, die mit diesem in Verbindung stehen und als Schreib- und teilweise auch Stimmvolk sich in der Wikipedia beteiligen. Und schließlich hätten wir mit Administratoren, Oversightern, Checkusern und Bürokraten auch eine Form von Staatsgewalt. Natürlich sind wir nicht absolut unabhängig. Unsere Regeln sehen explizit vor, sich an verschiedenste äußere Regeln zu halten. Nur sollten und wie können auch andere Internet-Teile lernen, sich selbst in der Form einer Republik zu regeln?

Über eine Diskussion dazu wäre der Autor sehr erfreut, da es sicher viele gibt, die diesbezüglich mehr Sachverstand haben. 🌍 30.1.

Noch ein Jubiläum

Eigentlich wäre heute Abend Wikipedia-Stammtisch, in Salzburg, im Gablerbräu, zum fünfjährigen Jahrestag des WikiAlpenforums. Denn genau am 29. Januar 2016 kam dort die Idee auf, die gegenseitigen Stammtischbesuche im Alpenraum zu vernetzen. Die Anregung kam von zwei Münchner Wikipedianern, die seit längerem die Wikipedia-Stammtische in Innsbruck und Salzburg besuchten, von Didi und Flo, mit dabei waren Haeferl, Regiomontanus, Schmeissnerro und Pimpinellus. Ohne Corona wären wir heute Abend ein paar mehr, Gisela, die Frau unseres leider verstorbenen Freundes Didi hat sich über die Einladung gefreut, angemeldet waren der Kollege Orgelputzer und Freunde vom Salzburgwiki. Alles war reserviert, Schmeissnerro hatte ein spannendes Programm vorbereitet – doch nix is mit Mozartkugel, Gablerbier und Orgelspiel, stattdessen hier nun ein kleines Resümee über fünf Jahre WikiAlpenforum.

Dank an die Wikimedia-Chapter

Das Projekt stieß von Anfang an auf große Begeisterung. Stammtischtreffen mit Vor- und Nachprogramm, die sogenannten +WAFtreffs wechselten sich ab mit WAF-on-Tour-Exkursionen. Fast im Monatstakt gab es irgendwo ein WAF-Event. Die fünf eingebundenen Wikimedia-Chapter AT, CH, DE, IT, FR bemühten sich redlich um die Unterstützung des Projekts. Julian Fischer von WMDE und sein Team Ideenförderung empfahlen, das Projekt zu strukturieren und klare Ziele zu definieren. WAF-Aktive in AT, CH, DE, FR und IT erarbeiteten programmatische Texte, Julians Team strickte zusammen mit uns Poster und Flyer, in Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch. Pünktlich zur 20. Mitgliederversammlung von WMDE in Bamberg im Juni 2017 konnte Julian sie präsentieren. Dank der anfänglichen Förderung von WMDE und der späteren Unterstützung von WMAT und insbesondere von WMCH prosperierte das Projekt und fügt sich seither gut in die Wikipedia ein. Was in den fünf Jahren geschah, ist hier dokumentiert.

Die WAF-Themenprojekte

Ziemlich rasch fokussierte sich das WikiAlpenforum auf die klassischen Alpenthemen. Es fing an mit sakraler Kunst, dem Flügelaltar von Schloss Tirol. Der Kurator des Tiroler Landesmuseums hatte uns auf ein Forschungssprojekt zu dem Alter aufmerksam gemacht. Der Artikel über das Projekt entstand in deutsch-schweizerisch-österreichischer Kooperation, im August 2017 stand er unter „Schon gewusst“. Für die Einladung ins Volkskunstmuseum in Innsbruck bedankte sich die Kollegin Haeferl mit wunderschönen Bildern von der Krippensammlung. Ein weiteres WAF-Themenprojekt ist die Alpenküche. Das Thema Frauen in den Alpen betreut die WAF-Kollegin Sarita seitens der deutschen Wikipedia, Ansprechpartnerin in der französischen Wikipedia bei dem Thema ist Nattes à chat. Ein Schwerpunkt in WAF sind auch die Alpenflora im WAF und auch die Alpengärten.

Alpenvereine und Alpenhütten

Das jüngste und für die Wikipedia-Enzyklopädie wohl ergiebigste WAF-Projekt Alpenvereine und Alpenhütten, initiiert und geleitet vom Kollegen Seeler09, bearbeitet alle Themen in Wikipedia, die mit Alpenorganisationen zu tun haben, es umfasst im Bereich Alpenverein die Dachverbände, die Alpenvereins-Sektionen, kümmert sich um Artikel zu Alpinisten, über Vorstände von Alpenvereinen bis hin zu Einrichtungen wie Bergwege, Kletteranlagen, Klettersteige, und Wanderwege im alpinen Bereich.

WikiAlpenforum in den Medien

Alpenthemen sind von Natur aus attraktiv für die Medien. Radio, Fernsehen und Zeitngen berichten gerne über die Aktivitäten und die Themen des WikiAlpenforums, dokumentiert in unserem nicht ganz vollständigen Pressespiegel.

Kooperationen und Willkommenskultur

Basis des WikiAlpenforums ist eine ausgeprägte Willkommenskultur. Von Anfang an öffneten wir uns Menschen im Alpenraum, die an Wikipedia interessiert sind oder an Wikipedia mitarbeiten wollen. Eine der ersten, die auf uns zukam, war Susanne Renner. Als Direktorin des Botanischen Gartens in München und auch als Wikipedia-Autorin bat sie uns um Unterstützung beim Editieren in Wikipedia. Inzwischen arbeiten fünf ihrer Mitarbeiter|innen bei Wikipedia mit, zwei laden in Commons Bilder hoch. Ähnlich lief es mit dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv und der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB). Markus Lutz von der BSB überreichte uns zum Start des WikiAlpenforums Literatur zur Alpenüberquerung, wir lösten mit ihm einen länger schwelenden Editkonflikt im BSB-Artikel. Die Münchner Wikipedia trifft sich gerne in der BSB-Plaza, im Café der Staatsbibliothek oder an den PCs dort. Willkommenskultur in beide Richtungen pflegen wir auch mit Monika Frenzel in der Hofburg Innsbruck. Im Rahmen des WAF-Projekts Regionale Bibliotheken sind wir freundschaftlich verbunden mit Ute Kiessling von der Staatsbibliothek Ansbach, um nur einige Beispiel zu nennen.

Gut funktioniert auch die Kooperation mit den Mitarbeitern des im Münchner Alpinen Museum ansässigen gemeinsamen Archiv des DAV, des ÖAV und des Südtiroler Alpenvereins, ebenso mit Sabine Rinberger, der Leiterin des Valentin-Musäums in München, das direkt im Isartor beheimatet ist. Gegenüber in der Gaststätte am Isartor hat sich der Frühschoppen-Stammtisch der Münchner Wikipedia etabliert, jeweils am letzten Sonntag im Monat. Eine gute Gelegenheit die wegen Corona versagten +WAFtreffs wieder aufleben zu lassen, wenn die Zeiten besser werden. Pi, Ro, Xa, 29.01.

Klammerpaare im Wikitext hervorheben – Technische Wünsche

Befindet sich der Cursor neben einer Klammer, werden beide übereinstimmenden Klammern mit einem grauen Hintergrund hervorgehoben. Befindet sich der Cursor an einer beliebigen Position innerhalb zweier Klammern, werden die innersten der umgebenden Klammern hervorgehoben.

Wer Vorlagen entwickelt oder verschachtelte Vorlagen nutzt, kennt das Problem: Viele, viele Klammern – aber welche gehören zusammen? Dafür soll es in Kürze Abhilfe geben: Die Syntaxhervorhebung (verfügbar in der Quelltext-Bearbeitung) kann dann auch Klammerpaare erkennbar machen (s. GIF auf der rechten Seite). Die Neuerung hilft aber nicht nur bei der Arbeit mit Vorlagen. Alle, die mit Wikitext arbeiten, der runde, eckige oder geschweifte Klammern – (), [] und {} – enthält, bekommen hiermit eine neue Unterstützung.

Die Neuerung wurde als Teil der existierenden Syntaxhervorhebung (CodeMirror) umgesetzt. Die neue Funktion lässt sich gemeinsam mit der Syntaxhervorhebung (Syntaxhervorhebung) an- und abschalten. Mehr Infos zu diesem Projekt gibt es auf der Projektseite Zusammengehörige Klammerpaare hervorheben.

Hierzuwiki sowie in einigen weiteren Wikis soll die Funktion am 27. Januar aktiviert werden. Weitere Wikis folgen voraussichtlich im Laufe des Jahres. Herzlichen Dank an alle, die durch Kommentare, Interviews und mehr an der Umsetzung dieses Projekts mitgewirkt haben. Feedback ist weiterhin, auf der zum Projekt gehörigen Diskussionsseite, willkommen.

Diese Änderung wurde vom Team Technische Wünsche umgesetzt, das sich zzt. mit mehreren Projekten im Themenschwerpunkt „Leichter mit Vorlagen arbeiten“ beschäftigt. Das Team arbeitet an weiteren Vorhaben, die die Arbeit mit Vorlagen verbessern sollen, auch an solchen für den Visual Editor.

PS: Wer Neuigkeiten aus dem Projekt Technische frisch auf die eigene Diskussionsseite erhalten möchte, kann hier den Newsletter abonnieren. js (wmde), 25.01.

Gabriele Frehse und Joeline Möbius

Kennen Sie Gabriele Frehse? Klar, über die liest man fast jede Woche irgendwelche Enthüllungen. Kennen Sie Joeline Möbius? Selbst mit Google findet man zu der 28-Jährigen kaum Informationen, die weniger als zehn Jahre alt sind. In ihrem Wikipedia-Artikel steht bis heute, sie sei Schülerin und lebe in Limbach-Oberfrohna. (Letzteres stimmt möglicherweise, man weiß es nicht. Ersteres wäre doch sehr ungewöhnlich.)

Wer von den beiden hat einen Blaulink in der Wikipedia? Okay, das habe ich oben schon beantwortet.

Auf Sächsische.de erschien 2016 ein rührseliger Artikel über Gabriele Frehse. (Erwähnt wird auch Joeline Möbius, die 2008 als 14-Jährige von Gabriele Frehse als “ihre erste Athletin zu den Spielen gebracht” wurde.) Fazit im letzten Absatz: “Sie hat die Sportlerinnen jahrelang vorbereitet, doch beim Höhepunkt werden sie von der Bundestrainerin betreut. Gabi Frehse hat daran zu knabbern.”

Inzwischen hat Frau Frehse die Medienresonanz, die sie sich immer wünschte, doch in der Wikipedia kommt sie weiterhin nicht vor. 14-jährige Sportler bekommen bei uns Artikel, in denen vermutlich auch in 50 Jahren noch stehen wird, dass sie auf die Realschule gehen und 40 Kilogramm wiegen. Gleichzeitig wird ernsthaft über einen Löschantrag zum Artikel Mark Schmidt diskutiert und wir haben einen Artikel Kinder- und Jugendsportschule, in dem kein einziges Mal das Wort “Doping” vorkommt. Something is rotten in the state of Wikipedia. Hoegiro, 22. Jan. 2021 (CET)

Kleine Freuden (41): Bilanz nach fünf Jahren und ein Beispiel

Auch Dein Beitrag in der Fortsetzungs-Reihe Kleine Freuden ist willkommen! Mehr dazu im Kurierartikel in Ausgabe 11/2015Jetzt die bisherigen Ausgaben lesen und selber mitmachen!
Welche Freude: Fünf Jahre kleine Freuden!

Am 24. November 2015 habe ich einen Text von J. P. Fischer aufgegriffen und die Reihe der „Kleinen Freuden“ im Kurier begonnen. Der Ausgang war ungewiss: Finden die Mit-Wikipedianerinnen und -Wikipedianer die Idee gut? Wie kommen diese bewusst guten Nachrichten an? Lassen sich noch mehr davon begeistern, ihre positiven Erlebnisse mit anderen zu teilen?
Die Antwort ist ein klares Ja! 25 Autorinnen und Autoren haben die vergangenen 40 freudigen Beiträge erstellt. Die Bandbreite reichte von der Freude über erreichte Meilensteine über die Freude über technische Errungenschaften, die Freude über die Entdeckungen von bestimmten Menschen bis zur Freude über die Bebilderung von Artikeln zu Sportarten, Schiffen, Gebäuden, Pferden und Gräbern. Es waren lustige Freuden dabei, aber auch traurige, das Archiv findet Ihr hier.
Mein Dank gebührt – wie immer in der Wikipedia – allen Beitragenden – die meisten Freuden kamen übrigens von Iva, dicht gefolgt von JPF und Nicola.

Diese Bilanz endet mit einer eigenen kleinen Freude, eigentlich sind es sogar zwei: Am 28. Juni 2013 entdeckte der Autor bei der Ergänzung von Normdaten im Artikel Otto Stückrath, dass die verliehene Goethe-Plakette auf eine Begriffsklärungsseite (BKL) zielt. Das soll natürlich nicht sein. Ich habe auf die Schnelle keine Lösung gefunden und das Problem deshalb auf der Diskussionsseite beschrieben. Und danach sofort vergessen.
2680 Tage später, am 29. Oktober 2020 schrieb Benutzer:Janjonas auf Diskussion:Otto Stückrath, dass er einen Nachweis für die Goethe-Plakette des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gefunden habe und korrigierte auch gleich den Wikilink im Artikel. Klasse, doch das ist noch nicht das Ende der Geschichte…
Den Artikel habe ich nicht auf meiner Beobachtungsliste. Ich hätte also niemals von der Änderung erfahren. Wenn es nicht das Tool sectionWatch von FNDE geben würde. Völlig automatisch erschien auf meiner personalisierten Beobachtungsliste ein Link auf die Antwort von Janjonas. Auf diese Weise konnte ich ihm für die Korrektur des Wikilinks auch gleich danken.

Ich freue mich auch nach sechzehneinhalb Jahren in der Wikipedia auf viele weitere kleine Freuden von und mit Euch. Jede und jeder kann täglich dazu beitragen! mh, 20.1.

Unternehmen, Verbände, Lobbyisten

„Unternehmen, Verbände oder Lobbyisten können sich das Prinzip aber auch listig zunutze machen, indem sie selbst im eigenen Interesse Änderungen vornehmen oder Experten dafür teuer beauftragen – wie im Fall Curtius geschehen und lange unerkannt geblieben“ – so endet der Artikel Grobes Foul des DFB an Wikipedia von Jan Christian Müller in der Frankfurter Rundschau vom 18. Januar 2021. Gemeint ist nichts anderes als unser Wikipedia-Prinzip. 15.000 Euro für sieben Änderungen, 1.200 Euro für die monatliche Kontrolle – das ist die Realität unseres Kasino-Kapitalismus. Dieser eine Fall kam nur durch Zu-Fall an den Tag. In der Regel werden die enormen Geldströme völlig unbemerkt fließen. Die vielen Freiwilligen hier dienen nur noch als Feigenblatt, als die nützlichen Idioten, als die Au-Toren. Der Lobbyismus ist auf dem Vormarsch und Durchmarsch, wie derzeit die Pandemie-Gesetzgebung beweist und die Bankenrettung etc. bewiesen haben. Auch in anderen Fällen haben sich die Lobbyisten die Gesetze selbst geschrieben, zum Beispiel beim Cum/Ex-Skandal: Wie sich die Bankenlobby ein Gesetz zum großangelegten Steuerraub schrieb. Der Europarat kritisiert Deutschlands Umgang mit Lobbyismus: Bis April 2022 soll Deutschland den Korruptionswächtern berichten, wie weit die Umsetzung der Maßnahmen vorangekommen ist. Allerdings hat Deutschland in der Vergangenheit diesbezüglich regelmäßig versagt, so daß ein Erfolg in Zukunft sehr zweifelhaft ist: In Deutschland mangelt es an Transparenz und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung. Zu diesem Schluss ist die Staatengruppe gegen Korruption des Europarates (GRECO) in ihrem am 15. Dezember 2020 veröffentlichten Bericht gekommen. Und das nicht zum ersten Mal: Zuletzt hatten die Korruptionswächter Deutschland gerügt, weil es die Empfehlungen zum Umgang des Parlaments mit Interessenvertreter:innen nicht ausreichend berücksichtigt hatte. Der Lobbyismus greift derzeit noch eher um sich. Und für diesen hat Wikimedia Foundation (WMF) nicht nur Tür und Tor, sondern gar ein ganzes Scheunentor geöffnet. Das Versagen von WMF als Informationsquelle hier ist so gravierend, daß es eines eigenes Wikis für diesen Bereich bedarf: Lobbypedia. Wenn in Wikipedia Weichspülung und Verschweigen bei Personen und Vorgängen bezüglich der DDR die Regel ist, muß man sich aber erst recht nicht wundern, daß WMF auch gegenüber den aktuellen Lobbyisten einknickt. Google und WMF können gar nicht so dumm sein, das nicht zu wissen. Aber beide Unternehmen setzen offenbar nur noch auf möglichst viel Masse statt Klasse. Willkommen im globalisierten Spätkapitalismus. me., 19.1.

Bergfest bei 100womendays

Seit 50 Tagen läuft nun die Initiative 100womendays, der edit-a-thon zu den 100 Tagen zum Internationalen Frauentag. Dieser wurde am 29. November 2020 gestartet mit dem Ziel, im Team jeden Tag mindestens eine neue Frauenbiografie in die Wikipedia zu bringen. Die Initiator*innen vom Lokal K rechneten zwar damit, dass in der zweiten Auflage nach dem erfolgreichen Start 2019/2020 mehr Leute mitmachen werden – mit der massiven Beteiligung hat jedoch niemand so richtig gerechnet: Schon am ersten Tag steuerten Autor*innen bereits 23 neue Biografien bei und die 100er-Grenze wurde am sechsten Tag erreicht und überschritten. Kein Grund zu stoppen: Bis heute wurden von allen Beteiligten über 560 neue Artikel beigetragen.

Der Blick in die vor allem von Atamari akribisch dokumentierte Statistik ist entsprechend beeindruckend: Insgesamt haben bis jetzt 47 Autor*innen zu der hohen Zahl an neuen Artikeln beigetragen, einzelne wie Nicola (79 Artikel), CaroFraTyskland (53 Artikel) und Matzematik (51 Artikel) mit im Schnitt mehr als einem Artikel täglich. Obwohl Biografien zu deutschen Frauen mit 96 Beiträgen die Statistik anführen, gibt es Biografien zu Frauen aus 77 Nationen (und 12 ohne Nationalität im modernen Sinn). Wenig überraschend sind die meisten der beschriebenen Frauen in den 1970er bis 1990er Jahren geboren, es geht jedoch zurück bis in das Altertum. Aktuell führen Wissenschaftlerinnenbiografien (128) knapp vor Sportlerinnen (125) und Künstlerinnen (116), das Spektrum der verschiedenen Tätigkeitsbereiche ist jedoch sehr breit. Auch der Blick in die Hall of Femmes offenbart eine entsprechend diverse Galerie beschriebener Frauen; insgesamt sind bis jetzt 251 und damit fast 50 % der Biografien bebildert.

Das Event wird noch 50 Tage weitergehen und damit wohl die 1000-Biografien-Grenze in diesem Jahr deutlich überschreiten. Diese Aktion sollte damit wohl zu den effektivsten Initiativen zur Füllung bestehender Lücken im Bereich der Frauenbiografien gehören. Als Mit-Initiator bedanke ich mich bei allen Teilnehmer*innen für das Durchhaltevermögen und wünsche allen weiterhin viel Freude beim Schreiben. Für das Team, AR 17. Januar 2021

18 Jahre

Nachdem ja gestern die Wikipedia dran war, ist heute mein Tag: Ich werde nämlich heute volljährig. Nein, nicht im Reallife, sondern in der WP: Denn heute bin ich 18 Jahre dabei.
Zur Feier des Tages wollte ich einmal die Chance ergreifen ein Wenig von damals™ zu erzählen (alles durch die unscharfe rosa Brille und aus meiner Sicht). 2003 war die WP anders. Einmal natürlich vom Technischen: Wir hatten noch keine gesichtete Versionen, keine Kategorien, keine Vorlagen, keine Einzelnachweise, keine Tabellen und noch nicht mal Unicode. Zum Ausgleich mussten wir noch nicht den VisualEditor ertragen 😉. So viele Posten wie heute gab es auch noch nicht: Es gab Admins und das war’s. Keine Bürokraten, keine Checkuser und keine SGler. Dafür war es einfacher Admin zu werden: Das Misstrauen war noch nicht so groß und quasi jeder (der keinen Unsinn machte) konnte Admin werden. Admin zu bleiben war auch einfacher: Es gab noch keine Wiederwahlseiten. Generell war man froher, wenn jemand mitarbeitete. Natürlich war auch damals nicht Alles eitel Sonnenschein. Wir hatten z.B. auch noch keine RKs, weshalb Löschdiskussionen nerviger waren und wir Artikel hatten, bei denen die Löschdiskussion quasi Stammgast war; je nachdem ob ein ähnlicher Artikel gerade gelöscht oder nicht gelöscht worden war („wenn XYZ (nicht) gelöscht wurde, dann muss auch ABC gelöscht/wiederhergestellt werden.“).
Externe Orga gab es noch keine. Weder die WMF noch die Vereine existierten schon (die WMF existierte auch noch nach ihrer Gründung über Jahre gefühlt nur auf dem Papier). Wollte man etwas haben oder wollte man wo hin, so musste man das immer selbst bezahlen (und auch Alles selbst organisieren). Es gab auch noch keine Schwesterprojekte; noch nicht mal Commons. Brauchte man ein Bild aus der enWP hier, musste man es dort downladen und hier uploaden. Und das bei den damaligen Bandbreiten; ich hatte noch ein 56k-Modem. Und für die Jüngeren: Man musste das Internet nach Minuten bezahlen; auch die Wikipedia-Bearbeitungen (bei längeren Edits wählte ich mich daher zwischendrin aus).
Wir hatten andere Hobbys als heute: Wir verfolgten zum Beispiel, auf welcher Google-Seite ein Wikipedia-Artikel auftauchte, wenn man nach einem Stichwort suchte. Damals standen wir nämlich nicht automatisch auf Seite 1 ganz oben; in den Top 5 der Seiten zu sein, war schon gut. Wurden wir mal in der Presse erwähnt, wurde gefeiert. Als der BGH (oder war es das BverG?) uns zum ersten Mal in einem Urteil zitierte – das war ein cooler Moment. Gut, die WP war auch deutlich kleiner als heute: Als ich kam zwischen 10.000 und 20.000 Artikelbestand. (2004 gab es aber schon den 100.000sten). Zum Ausgleich hatten wir zwei Artikel über Theodor Adorno (einer war eine lange Textspende, die parallel da stand bis beide zusammengeführt worden waren).
Wer wegen Corona Treffen mit anderen Wikipedianern vermisst (tue ich auch 🙁): Das war damals normal. Andere Wikipedianer traf man nur digital. Die ersten Wikipedianer in Fleisch und Blut sah ich z.B. erst 2004 in Berlin zur Vereinsgründung. Stammtische kamen auch erst um die Zeit auf (an Lokale Räume war gar nicht zu denken). Die Community damals war auf jeden Fall nerdiger. Gefühlt arbeitete man auch mehr zusammen; Streit gab es aber nicht wirklich weniger als heute (allerdings gab es damals IMHO weniger Lagerdenken).
Um zu einem Fazit zu kommen: Es war eine lange Reise. Ich hätte mir nie träumen können, wie gut sich die Wikipedia entwickeln würde. Wir sind vermutlich das wichtigste Projekt, das das Internet hervorgebracht hat (noch vor Linux). Ich habe SO viele Benutzer kommen und gehen sehen (manche leider auch für immer). So Viele davon haben die Wikipedia geprägt. Es hat sich so viel verändert (sowohl positiv als auch negativ – zumeist aber positiv), und trotzdem sind manche Dinge immer noch gleich wie vor 18 Jahren. Noch immer lerne ich neue Dinge, wenn ich Artikel lese. Noch immer bemerke ich wie Artikel besser werden, wenn ich sie nach einer Weile erneut lese. Noch immer lerne ich interessante Menschen kennen. Ich habe keinen Zweifel, dass die Wikipedia noch lange bestehen wird. Auf die nächsten 18 Jahre! Auf die ehemaligen Wikipedianer! Auf uns! 🙂 DaB.

Digitale Partys zum 20.

10 Tage vor dem 20. Geburtstag der Wikipedia ist es offiziell: Der 15. Januar 2021, der Tag des 20. Wikipedia-Geburtstags, findet in Deutschland im Lockdown statt. Da das eher weniger überraschend kommt, wurde rechtzeitig dafür gesorgt, dass die Party trotzdem coronakonform stattfinden kann: Am 15. Januar finden aufgrund der COVID-19-Pandemie eine ganze Reihe virtueller Feiern statt:

  • Um 17.00 Uhr lädt die Wikimedia Foundation zur virtuellen weltweiten Geburtstagsfeier, für die vorab Anekdoten eingereicht und live Schnappschüsse der heimischen Feierlichkeiten geteilt werden können.

Wi & G, 5.1.

Zum Public Domain Day 2021 – mit Schlaglicht auf Island

Ein Foto der Hallgrímskirkja – auf Commons im März 2020 gelöscht und am 1. Januar 2021 wiederhergestellt

Auch am 1. Januar 2021 wurden in den meisten Ländern der Welt wieder zahlreiche urheberrechtlich geschützte Werke durch den Ablauf der Schutzfrist gemeinfrei. Aus sattsam bekannten Gründen werden in diesem Jahr wohl keine grossen Veranstaltungen zum Public Domain Day stattgefunden haben, aber der praktischen Liste – die wir Sebastian Wallroth und der Pflege durch Magnus Manskes ListeriaBot zu verdanken haben – sind wieder zahlreiche KünstlerInnen, AutorInnen und andere geistige Schöpfer zu entnehmen, deren Werke wir nun frei verwenden dürfen. Prominente Namen sind beispielsweise George Orwell, George Bernard Shaw oder Edna St. Vincent Millay – in diesen Fällen ist allerdings zu beachten, dass deutsche Übersetzungen noch geschützt sein können. Aber auch Heinrich Mann ist dabei (auf Wikisource gibt es bereits eine Übersichtsseite); wir sehen in der Liste Komponisten wie Kurt Weill, den Maler Max Beckmann – die Commons-Kategorie ist schon gut gefüllt – oder... nun... ich gebe zu, dass ich noch nie von Gerald Tyrwhitt-Wilson, 14. Baron Berners gehört habe, aber der vielseitige Mann war offenbar zugleich Komponist, Schriftsteller und Maler. Da ich zu den Mitarbeitern des Portals Island gehöre, freut mich besonders, dass jetzt auch Abbildungen der Werke des isländischen Staatsarchitekten Guðjón Samúelsson auf Wikimedia Commons hochgeladen werden können. Dieser hat einige der bekanntesten architektonischen Sehenswürdigkeiten Islands geschaffen, das reich an Naturwundern, aber eher arm an bemerkenswerten Bauwerken ist, darunter die ikonische Hallgrímskirkja. Und Island kennt keine Panoramafreiheit, die eine kommerzielle Weiternutzung der Abbildungen zulässt – somit konnte Commons nach den dortigen Richtlinien bis jetzt keine Abbildungen von Bauwerken Guðjón Samúelssons akzeptieren. Das hat zu einer unschön zersplitterten Verteilung von Abbildungen über diverse Projekte geführt, so haben wir hier eine ganze lokale Kategorie:Datei:Hallgrímskirkja mit Bildern, die jetzt alle nach Commons können – selbst Aufnahmen des Innenraums dieser Kirche, da sie ja nun komplett gemeinfrei ist. Auf Commons selber wurden zahlreiche in den letzten Jahren gelöschte Bilder wiederhergestellt. Freuen wir uns also wieder mal darüber, dass das Urheberrecht nicht ewig dauert – wenn auch wahrlich lange genug... Gestumblindi, 3.1.

In den News: Ende des Weges?

Kommentar: Wikipedia ist nicht allein, heißt es immer. Es ist ein „Ökosystem“. Es gibt Wikipedia, in unserem Fall in deutscher Sprache, es gibt Gemeinschaftsprojekte wie Commons, Wikidata und Meta und die „Schwesterprojekte“. Hier wird zum Teil grandioses geleistet, bedenkt man etwa die in diesem Jahr abgeschlossene Bearbeitung der ADB, früher der Gartenlaube oder des fortlaufenden Projektes zu Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft auf Wikisource. Wiktionary verzeichnet seit Jahren stark steigende Nutzungszahlen und vermutlich 2021 wird die deutschsprachige Variante eine Million Einträge erreichen. Wikibooks ist sicher etwas für Spezialisten, aber die gibt es, das Projekt ist ständig anwachsend. Wikiquote hat nicht zuletzt wegen der Urheberrechtsproblematik in unserer Sprachversion im Vergleich zu anderen Sprachen, wo man es nicht so genau nimmt, eher ein Nischendasein, aber auch hier gibt es stetiges Wachstum, stetige Bewegung. Auch Wikiversity ist sicher eher ein Spezialistenprojekt, aber dort wird beständig gearbeitet. Und auch wenn Wikivoyage sicher nicht in dem Maße vom Wechsel zu Wikimedia profitiert hat, wie alle gehofft hatten, ist auch hier ein stetiges, tägliches Wachstum klar erkennbar.

Not so News

Tja – was fehlt in der Aufzählung? Genau. Wikinews. Diskussionen zu diesem Projekt gab es schon häufig. Und immer wurde es mit viel Herzblut verteidigt. Dennoch muss man mittlerweile die Frage stellen dürfen, wem nutzt dieses Projekt noch? Der komplette Dezember blieb ohne jeden neuen Artikel. Der letzte neue Artikel stammt vom 13. November. Damit haben wir jetzt eineinhalb Monate keine neue Meldung im Projekt, das sich „Wikinews“ nennt. Das ist mittlerweile auch nicht mehr mit Herzblut aufzuwiegen. Man kann natürlich auf dem Standpunkt stehen, dass auch ein totes Wikinews Niemandem schadet und man es in der Hoffnung auf Besserung im 15. Jahr der Existenz (gefühlt) weiter laufen lassen könnte. Man könnte sagen, das geht uns hier nichts an. Ich sehe indes nicht, dass dieses Projekt in der aktuellen Form kein Problem für seine Schwesterprojekte darstellt. Denn was dort passiert – oder besser, was dort nicht passiert – fällt am Ende auf alle internationalen Wikinews- und alle deutschsprachigen Wikimedia-Projekte zurück. Oder würde es, wenn Jemand vom Projekt wüsste. Wahrscheinlich ist es beim aktuellen Zustand des deutschsprachigen Wikinews ganz gut, dass es fast Niemand kennt. Wenn nicht einmal die Pandemie-Zeit dazu geführt hat, dass hier regelmäßig Artikel entstehen, erst recht, wo das wirklich dazu einlädt, auch eigene Recherchen zu Artikeln zu machen und man durchaus zumindest lokal ein Player sein könnte – ja was soll denn dann noch passieren? Man kann das Projekt eigentlich nur noch als dysfunktional bezeichnen. Wikinews wurde nie das, was einmal angedacht war. Wikipedia übernimmt – ob es nun gefällt oder nicht – diese Rolle. Und wie wir wissen, macht Wikipedia das durchaus gut (Fukushima, Corona-Pandemie) und ist mittlerweile sogar ein weltweiter Indikator für die Früherkennung von Krankheitsausbrüchen und Pandemien. Heiratet man bei Königs, gibt es einen neuen Papst oder so ziemlich jedes andere bedeutende Ereignis, wird hier in Wikipedia sofort bearbeitet. Wikinews hätte so vieles sein können. Ein Organ der Film-, Musik-, Literatur- und Kulturkritik etwa. Der Sportberichterstattung. Ort der Berichterstattung zu regionalen und lokalen Neuigkeiten. Nur funktioniert das alles nicht, wenn man sich bei der Erstellung doch an Wikipedia orientiert. NPOV bei Journalismus ist nicht möglich. Journalismus bedeutet eben auch Original Research mit unter Umständen eigenen Urteilen. Und erst hier kommt der Mehrwert. Der kann nicht im Abschreiben bei Anderen liegen.

Im gesamten Jahr 2020 weist das Artikelarchiv ganze 32 neue Beiträge aus. Exakt die Hälfte davon fällt auf den Januar, als allein zehn Artikel zur Handball-WM entstanden sind. Danach waren es nie mehr als drei Artikel im Monat und selbst dieser Wert wurde nur einmal erreicht: Februar: 2, März: 1, April: 2, Mai: 2, Juni: 1, Juli: 1, August: 2, September: 0, Oktober: 2, November: 3. Zwei Artikel im Januar, einer im April und einer im November haben COVID-19-Bezug. Einer im Januar und einer im Februar behandeln Wiki-interne Themen. Die beiden Artikel im Mai haben Mathematik-Bezug, stammen vom selben Autor und vom selben Tag, die beiden Artikel Oktober sind zu den Nobelpreisen. Aber abgesehen von der Handball-WM ist kein Thema von einem Autor einmal etwas länger verfolgt worden. Bis sie auf Wikinews publiziert wurden, waren es im Allgemeinen schon wieder keine News mehr. Schon in der Anlage ist dieses Projekt durch und durch verkorkst. Wer will Nachrichten sehen, die erst anderswo abgeschrieben werden und dann so lange eine Redaktion durchlaufen, bis sie keinen Nachrichtenwert mehr haben? Auch qualitativ haben Artikel meist keinen echten Wert, sie sind im Schnitt weitaus kürzer als andere Presseartikel und lassen nicht etwa Unnötiges weg, sondern gehen einfach nicht in die Tiefe, bleiben an der Oberfläche. Selbst der größte Verfechter von Wikinews publiziert seine Analysen lieber hier im Kurier, statt auf dem eigentlich dazu durchaus geeigneten Medium (siehe Artikel unter diesem).

Ich sehe keinen Hoffnungsschimmer mehr. Nirgends. Ich sehe ein letztlich totes Projekt. Die letzten Änderungen der letzten Tage zeigen fast nur noch Logbucheinträge und Vandalismusbekämpfung. Und deshalb halte ich es für geboten ernsthaft darüber nachzudenken, ob es nicht angebracht wäre, dieses dauersiechende Projekt von seinen Leiden zu erlösen. MC 2.1.

[WERBUNG]: „Wikis und die Wikipedia verstehen. Eine Einführung“

Laut Verlag erscheint mein Buch über Wikis Ende Februar 2021. Es richtet sich an Menschen, die Wikis bearbeiten, verbessern, fördern, gründen oder erforschen. Auf YouTube gibt es eine kleine Reihe von Videos, in denen ich das Buch näher vorstelle.

Außerdem waren die Menschen vom Digitalen Themenstammtisch so freundlich, mich für den 17. Februar 2021 einzuladen.

Sorry für die Reklame. :-) Danke allen, die mich in den vergangenen Jahren unterstützt haben! Ziko, 29.01.

Ein netter Leserbrief

In der Badischen Zeitung – das erste Mal, dass ich die in die Hand genommen habe – fand ich einen netten Leserbrief. Unter der Überschrift „WIKIPEDIA-JUBILÄUM – Zivilgesellschaftliches Engagement“ schließt Meinolf Wewel aus Denzlingen: Mir macht es seit Jahren viel Freude, aus diesem Ozean des Wissens (55,6 Millionen Artikel in fast 300 Sprachen in Mehrautorenschaft verfasst) zu nehmen und ihm etwas zu geben. Für mich ist die Mitarbeit bei Wikipedia ein zivilgesellschaftliches Engagement. Recht hat er! syr, 29.01.

WMF – Call for Feedback ab 1. Februar

Liebe alle: Wie bereits vor einer knappen Woche angekündigt, startet die Wikimedia Foundation in den nächsten Tagen einen Call for Feedback (=Aufruf zu Rückmeldungen) zum neuen Auswahlverfahren für die jetzt insgesamt sechs Communitysitze im Board, hier noch mal mehr zum Hintergrund. Dieser Call for Feedback wird am Montag, dem 1. Februar beginnen und bis zum 14. März laufen.

Alle Informationen dazu werden am Montag auf dieser Seite veröffentlicht, zeitnah auch in übersetzter Form. Ihr könnt die Seite dazu bereits auf Eure Beobachtungsliste nehmen oder einfach meinen Post am Montag abwarten. Falls ihr euch per Telegram beteiligen möchtet, könnt ihr entweder passiv reine Updates dazu in dieser Telegram-Gruppe erhalten oder mitdiskutieren in dieser Telegram-Gruppe. Außerdem veranstalten wir am Dienstag, den 2. Februar eine globale ‘’office hour’’ (in dreifacher Ausführung um 13:00, 19:00 und 0:00 Uhr) als Sprechstunde, in der wir diesen Aufruf zum Feedback vorstellen und für Fragen und Kommentare zur Verfügung stehen. Ich würde mich freuen, möglichst viele von Euch dort zu sehen. DB (WMF), 27.01.

WMF löscht Artikel per Office Action

Kurzer Hinweis: Die Wikimedia Foundation hat heute Abend per Office Action den Artikel Reinhard Baumhögger der deutschsprachigen Wikipedia gelöscht (siehe auch Eintrag auf Wikipedia:Office Action). DCB, 26.01.

In eigener Sache

Liebe Community: ich möchte euch heute persönlich informieren, dass ich entschieden habe, meinen bis Januar 2022 laufenden Vertrag bei Wikimedia Deutschland nicht zu verlängern. Nach neun Jahren bei Wikimedia habe ich nach gründlichem in-mich-hineinhorchen gespürt, dass es Zeit für etwas Neues ist. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich möchte hier noch keine großen Abschiedsworte verlieren: Mit dem Präsidium werde ich in den nächsten Monaten die Suche einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers organisieren und für eine gute Übergabe sorgen. Bis dahin werde ich weiter voll als Vorstand von WMDE arbeiten und auch mit euch. Mehr Informationen und eine Stellenanzeige für die Nachfolgesuche werden heute im Laufe des Tages im WMDE-Blog veröffentlicht. Für die Koordination der Suche hat das Präsidium einen Vorstandsausschuss gegründet, dem u.a. Gnom und Lyzzy angehören. Wir geben hier ein Update, sobald der Blogbeitrag öffentlich ist. Ich freue mich auf die verbleibende Zeit mit euch. Bleibt gesund. AT (WMDE), 26.1.

Update: Der genannte Blogbeitrag ist jetzt veröffentlicht. MR (WMDE), 26.1.

WikiCon 2021

WikiCon
WikiCon

Eine WikiCon in Pandemiezeiten? „Kein Problem“, dachte sich eine kleine Gruppe Engagierter, traf sich zum virtuellen Sonntagshappening und diskutierte Möglichkeiten, wie eine WikiCon im Herbst 2021 durchgeführt werden kann, am liebsten offline, gerne auch hybrid oder aber im Zweifelsfall vollständig online. Welche Probleme bringt eine solche hybride WikiCon mit sich und welche Chancen liegen in einer derartigen Veranstaltung? Wir haben erste Aufgaben gesichtet und verteilt und den Zeitplan für ambitioniert, aber machbar befunden. Wir suchen aber auch noch weitere Freiwillige, die uns bei der Orga unterstützen wollen, insbesondere bei der Koordination der Helfer*innen vor Ort und der Umsetzung und Moderation von online-Sessions wünschen wir uns weitere Menschen, die im Lauf des nächsten halben Jahres bzw. auf der WikiCon im September selbst kleine oder größere Aufgaben übernehmen und so das Orgateam ergänzen können. Meldet Euch, wenn Ihr mitmachen wollt! H. 24.1.

WikiProjekt Bildbeschreibung

Du möchtest Wikipedia für Menschen mit Sehbehinderung verbessern, speziell Bilder im Kontext der Artikel beschreiben oder an der Umsetzung mitwirken? Bitte finde ein neues WikiProjekt und teile deine Gedanken/Kritiken/Wünsche mit! con 22.1.

Statutenänderung WMF – Größer, diverser

Im Oktober hat das Board der Wikimedia Foundation auf Meta seine Vorschläge zu bevorstehenden Änderungen seiner Bylaws (=Statuten) vorgestellt. Im Zentrum stand dabei die Frage nach einer Vergrößerung des Boards, um die anfallende Arbeit besser aufteilen zu können und mehr Diversität zu ermöglichen.

Beim damit einhergehenden Call for Feedback hat das Board auch um Rückmeldungen zu den Vorschlägen gebeten. Diese sind eingeflossen in den heute veröffentlichten Beschluss, den ihr hier im Original und hier in deutscher Übersetzung finden könnt. Eine wichtige Ergänzung war eine Regelung, die gesicherte Mehrheitsverhältnisse zugunsten der Community-Sitze betrifft, aber auch einige zweifelhaft wirkende Begriffe wurden präziser gefasst.

Offen ist nun die Frage, wie der zukünftige Prozess zur Auswahl der Boardmitglieder aus der Community gestaltet wird. Dazu wird das Board am 1. Februar Vorschläge unterbreiten, die in einem weiteren Call for Feedback gemeinsam erörtert werden sollen. Damit die Wortmeldungen das Board adäquat erreichen, ist bei der WMF ein eigenes Team eingerichtet worden. Als dessen Ansprechpartner dort (auch) für die deutschsprachige Community freut sich fürderhin wirken zu können: DB (WMF), 21.01.

Die AdminCon ruft!

Liebe Admins und alle an der AdminCon Interessierten: Am 20. und 21. Februar (Sa–So) soll die AdminCon 2021 in digitaler Form stattfinden. Pandemiebedingt musste das Real-Life-Treffen in Bremen abgesagt werden, weshalb nun zusammen mit WMDE eine Online-Konferenz geplant wurde und die Veranstaltung nicht komplett abgesagt werden musste. Es wird eine externe Moderation geben, die auch für die technische Durchführung zuständig ist. Was nun noch fehlt, sind weitere Themen und Vorträge, die sich dazu eignen, digital vom eigenen Wohnzimmer (meinetwegen auch einem anderen Raum) durchgeführt zu werden. Wer Interesse hat, trägt sich mit dem Thema bitte auf Wikipedia:AdminConvention 2021/Themen ein. Möglich sind natürlich auch Diskussionsrunden und am Samstagabend ein lockeres Programm (Quiz, Spielchen). X3, 21.1.

Eine Wikipedia weniger

Das dürfte wohl schon jetzt das Fake des Jahres 2021 sein: Eine ganze Wikipedia-Sprachversion in einer Sprache, die es nicht gibt! Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die nordlurische Wikipedia (lrc.wikipedia.org) nicht wirklich auf Nordlurisch, sondern in einer Kunstsprache verfasst wurde, die die Erfindung eines einzelnen Benutzers ist. Dieser versuchte damit, ein «reines» Nordlurisch zu konstruieren, das ohne persische und arabische Lehnwörter auskommt. Das Sprachkomitee von Wikimedia kam in seiner Auswertung eines Antrags auf Schliessung des Projekts zum Schluss, dass das Ergebnis eine unverständliche Mischung aus (nördlichem) Luri, Leki und Kurdisch sei. Das Projekt wurde daher am 14. Januar geschlossen und seine Inhalte wurden gelöscht. Benutzer, die daran interessiert sind, nordlurische Inhalte zu verfassen, die für Sprecher des Nordlurischen verständlich sind, wurden auf den Incubator verwiesen. – Erst vor wenigen Monaten wurde hier darüber berichtet, dass die halbe schottische Wikipedia nicht auf Schottisch war – aber offenbar geht es immer noch schlimmer. Es stellt sich die Frage, wie viele Erfindungen und sonstiger Unsinn sich in kleinen Wikipedia-Sprachversionen, denen es an einer kritischen Benutzer-Masse und einem wirksamen «Tausend-Augen-Prinzip» fehlt, noch verbergen mögen … Gestumblindi, 17.1.

Wikimedia 2030 und was daraus wird

Die globalen Gespräche zur Umsetzung der Strategie Wikimedia 2030 beginnen jetzt

Die globalen Gespräche beginnen in den nächsten Wochen mit der konkreten Frage zur Umsetzung der acht priorisierten Initiativen. Die erste Reihe findet bereits am 23. und 24. Januar zum Thema globaler Interimsrat (Anmeldung) statt. Der Rat wird kein Parlament, sondern ein Funktionsgremium. Trotzdem können aus Sicht der Community die Fragen nach Wahl oder Auswahl und Balance zwischen Funktionalität und Repräsentation entscheidend sein. Danach folgen eine ganze Reihe weiterer Gespräche, unter anderem zu regionalen und thematischen Knotenpunkten, inhaltlichen Lücken und ökologischer Nachhaltigkeit. All diese Diskussionen können von der Teilnahme von Communitymitgliedern nur profitieren – sei es durch Teilnahme und inhaltliche Bereicherung, durch Teilen von Erfahrungen oder durch den Wunsch am Vorantreiben und aktiven Umsetzen in einer weltumspannenden Gruppe. Was aus den Wünschen wird und wie die Initiativen konkret umgesetzt werden, ist noch offen und liegt auch an denjenigen, die dabei mitmachen wollen. Die Gespräche dauern zwischen ein und vier Stunden und finden auf Zoom statt. CJ (WMDE), 17.01.

Entscheidung fix: Wikipedia Foundation gewinnt!

Und zwar die Wahl zum Unwort des Jahres 2020. Ob sich dieser Name auch als neue Bezeichnung der momentan als Wikimedia Foundation firmierenden Stiftung durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Bei der schon neunten Unwort-Wahl in der Geschichte der deutschsprachigen Wikipedia votierten 32,3 % der Teilnehmenden für den letztlich siegreichen Vorschlag, gefolgt von langjähriger, verdienter Mitarbeiter (16,9 %) und Weißer Alter Mann (15,4 %). Einmal mehr reflektiert sich in dem Ergebnis, wo es im Vorjahr ausufernde Meta-Diskussionen gegeben hat. Die Wikipedia Foundation ist somit gewissermaßen Nachfolgerin der geschlechtergerechten Sprache, ihr Nachfolger wird in knapp einem Jahr feststehen. Dann weiß man vielleicht auch schon, wie „unsere“ Foundation in Zukunft heißen wird. m77, 16.01.

Die Welt vor 20 Jahren

Allein schon die allseits bekannte erste Version des Artikels über die Nordsee vom 17. Mai 2001 läßt heute jeden hartgesottenen Wikipedianer erschauern. Man will ja gar nicht daran denken, wie andere Wikipediaartikel aus der Gründerzeit ausgesehen haben. Überraschend, dass Länderartikel erst später erschienen. Norwegens erster Artikel vom 23. Januar 2002 … Naja, heuer ein Fall für die Löschhölle. Eine Weiterentwicklung in der Qualität vermeint man dann in der ersten Version Osttimors vom 2. Oktober 2002 erkennen zu können. Wow! Fließtext! Wie hätte es aber ausgesehen, wenn schon damals die Leute etwa so geschrieben hätten, wie heute. Was war der Stand der Dinge in diesen Ländern, in dem Jahr als die Wikipedia aus dem Ei schlüpfte? Nun, in der Redaktion Kleine Länder haben wir uns diese Frage gestellt. So entstanden zwei nostalgische Artikel im BNR über Norwegen 2001 und Osttimor 2001. Ein kleiner Blick in die Vergangenheit. Kleiner Spoiler: Osttimor ist jünger als die Wikipedia. JPF, 15.01.

FemNetz 2021

Wir laden ein zum online durchgeführten, D-A-CH-weiten Netzwerk- und Fachtreffen zu feministischen Anliegen in Wikipedia – FemNetz 2021 – vom 29. bis 31. Januar 2021. Das Treffen soll den Austausch, die Vernetzung sowie die gegenseitige Unterstützung aktiver Frauen*-Gruppen und Einzelpersonen in der deutschsprachigen Wikipedia fördern. Ziel ist es, dass sich Frauen* gegenseitig in ihren Anliegen stärken und voneinander lernen. In Vorträgen, Diskussionen und Arbeitsgruppen werden gemeinsame Projekte entwickelt, Fragen zum Gender Gap auf Wikipedia erörtert und Netzwerkstrukturen aufgebaut. Das Treffen findet auf Zoom statt und ist kostenlos. Zur Teilnahme bitte rechtzeitig anmelden wie auf der Projektseite erläutert. Med, 6.1.

Redaktionstreffen der Kleinen Länder

Osttimor, Grönland, Gambia, … Viele kleine Länder blühen bei Wikipedia durch Einzelkämpfer auf. Um sich besser austauschen zu können, plant die Redaktion Kleine Länder ein Online-Redaktionstreffen. Dabei möchten wir gerne offen sein und deswegen auch Leute dabeihaben, die bisher noch kein Land betreuen, sich das aber gut vorstellen können.

Diese kleine Karibikinsel mit den schönen Palmen? Vielleicht doch mehr (schönes) zu berichten als Krieg und Hungersnot über dieses Land in Afrika? Und was zeichnet nochmal faszinierendes diesen asiatischen Bergstaat aus? Mal drüber nachgedacht?

Aber wie kümmert man sich um ein ganzes Land bei Wikipedia? Wenn du diese Frage geklärt haben wolltest oder aber auch schon ein alter Redaktionshase bist, dann schalt dich dazu! Kenny, 4.1.

Einfacher Unterstützung bei Wikimedia Deutschland anfragen

Förderangebote von Wikimedia Deutschland
Förderangebote von Wikimedia Deutschland

Du benötigst Zugang zu Fachliteratur, möchtest eine Projekt-E-Mailadresse bzw. Wikipedia-Visitenkarten erhalten oder die Übernahme von Gebühren, die im Rahmen einer Behördenanfrage entstehen, erstattet bekommen? – Die Freiwilligenförderung von Wikimedia Deutschland ist genau dafür dein richtiger Anlaufpunkt.

Seit vielen Jahren unterstützt Wikimedia Deutschland, wie auch die Chapter Wikimedia Österreich und Wikimedia CH, die Aktiven der Wikimedia-Projekten bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. Um die Förderangebote noch einfacher nutzbar zu machen, hat Wikimedia Deutschland mit dem Portal foerderung.wikimedia.de nun eine neue Möglichkeit geschaffen, Unterstützung anzufragen. Das neue Portal dient der einfachen Anfrage von Unterstützungen im Rahmen der verschiedenen Förderangebote. Es wurde von Wikimedia Deutschland selbst entwickelt, der Sourcecode ist öffentlich einsehbar. – Alle Informationen zur Förderung gibt es natürlich weiterhin auf der Projektseite Wikipedia:Förderung.

Für alle Fragen sowie die weiteren Förderangebote Projektplanungen, Reisekostenerstattungen, Ehrenamtsbescheinigungen sowie Akkreditierungen und Redaktionsbestätigungen steht das Team Ideenförderung auch weiterhin gern unter community@ – at-Zeichen für E-Mailwikimedia.de zur Verfügung. sandro (wmde), 04.01.

Das Wikipedia-Versprechen

Ein Hinweis: Seit heute ist in der Mediathek von ARTE der etwa 50-minütige Dokumentarfilm Das Wikipedia-Versprechen – 20 Jahre Wissen für alle? verfügbar – ausgestrahlt wird er am Dienstag, 5. Januar, um 23:50 Uhr. Als Beteiligter im Film (mit erschreckend viel Redezeit) kann ich ihn natürlich nur bedingt neutral bewerten, ich finde ihn allerdings sehr gelungen und ausgewogen. Das Team hat das Thema Wikipedia in meinen Augen sehr gut erfasst und sensibel für aktuelle Fragestellungen aufbereitet.

Überzeugt euch am besten selber vom Ergebnis … AR, 3.1.

Verlockung

Fühlen Sie sich auch so eingesperrt? Gehen Ihnen die Weihnachtskekse auf den Keks? Möchten Sie diese Zeiten am liebsten totschlagen? Da habe ich etwas für Sie. Dafür gibt es jetzt dieses Mittel: Artikelmarathon! Der Artikelmarathon aus dem Hause Wikipedia. Die heilsame Wirkung des Artikelschreibens gemischt mit der motivierenden Kraft eines Wettbewerbs. Seit vielen Generationen greifen überzeugte Anwender zu dieser Therapie und kurieren Langeweile und Antriebslosigkeit. Und die 25. Ausgabe ist besonders wirkungsvoll: Solange die klaustrophobischen Zustände andauern, kann sie beliebig oft angewandt werden. Can I lock you out? Kann ich Sie herauslocken aus dem Heimbüro ins pralle Wikileben? Schauen Sie vorbei, greifen Sie zu, solange der Vorrat reicht. Bekannte Risiken und Nebenwirkungen: Sie schlagen Ihre Konkurrenten oder Gegner. HvW, 2.1.

Im Zeichen der Drei (mal Zwei) – Rennen um den letzten und ersten Artikel des Jahres

Um kurz vor Mitternacht den letzten Wikipedia-Artikel im Jahr 2020 bläuen und entspannt anstoßen? Oder 2021 mit dem ersten Artikel begrüßen und verspätet zum Glas greifen? Jeweils drei Autoren wetteiferten dieses Jahr um diese Titel (trotz oder gerade wegen Kontaktbeschränkung und ausgefallenem Silvesterfeuerwerk?). Als letzte Artikel des zurückliegenden Jahres wurde um 23:59 Uhr „Hedwig Drabik“ von Geolina163 erstellt. Obwohl uns auf der betreffenden Benutzerseite eine schwarze Katze mit einem „Pause...“ in ebenso tief schwarzen Lettern begrüßt, bewahrheitete sich der gesetzte Vermerk in der Zusammenfassungszeile zum Artikel für die Architektin und Denkmalpflegerin. Willkommen zurück! Ebenfalls kurz zuvor waren um 23:59 „Friedrich Jahn (Orgelbauer)“ (PaulT) und „Rolf Kutschera (Zeichner)“ (N.-K. Seele, gegenwärtig noch ein QS-Fall) in den Artikelnamensraum entlassen worden.

Das Rennen um den ersten Artikel im neuen Jahr (und das definitiv originellste Lemma!) entschied Gripweed mit „African Kung-Fu Nazis“ für sich. Um exakt 0:00 Uhr ging der Filmartikel online. Knapp dahinter landete Armin P. mit gleich zwei Artikeln zu Hochschullehrern („Nina Gallion“, „Dirk Heirbaut“). Ob das Jahr 2021 ebenso erfolgreich für Frauen wird und das Kino bzw. die Kultur wieder Fuß fassen kann? Wir hoffen es einfach mal! Ein frohes neues Jahr und bleibt gesund! Csr, 1.1.

Fünfjahreshoch bei den ausgezeichneten Artikeln

An dieser Stelle ein Dank an alle Autoren, Bewerter und Auswerter, die auf den Kanadidaturseiten ein Fünfjahreshoch an ausgezeichneten Artikeln hervorbrachten. Die Statistik zeigt einen zarten kontinuierlichen Aufwärtstrend, zwar jenseits der Zahlen aus den Anfangszeiten, aber doch deutlich über einstigen Tiefstständen. Ein für mich positives Signal aus 2020, dass der Reiz an qualitativ hochwertigen Artikeln und Listen nicht verlorengegangen scheint.

Eine weitere Statistik offenbarte mir den überraschend großen Beitrag des Schreibwettbewerbes, der über die Jahre alleine 20 % aller exzellenten Artikel hervorbrachte und auch hier ein Dank an alle Organisatoren und Juroren sowie natürlich an die Autoren. Ein gesundes neues Jahr wünscht Krib, 1.1.