Wildpoldsried

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wildpoldsried
Wildpoldsried
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wildpoldsried hervorgehoben
47.76666666666710.4724Koordinaten: 47° 46′ N, 10° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 724 m ü. NHN
Fläche: 21,35 km²
Einwohner: 2500 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87499
Vorwahl: 08304
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 147
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kemptener Str. 2
87499 Wildpoldsried
Webpräsenz: www.wildpoldsried.de
Bürgermeister: Arno Zengerle (CSU/Freie Bürger/FW)
Lage der Gemeinde Wildpoldsried im Landkreis Oberallgäu
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Über dieses Bild
Wildpoldsried
Windräderdorf Wildpoldsried
Oy Weiher bei Wildpoldsried

Wildpoldsried ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Bundesweit und auch international bekannt wurde die kleine Gemeinde als Energiedorf, das mittels erneuerbarer Energien fünfmal soviel Energie erzeugt, wie es selbst verbraucht.[2] Für diese Leistung wurde die Gemeinde vielfach mit deutschen (z.B. deutscher Solarpreis 2009[3]) und internationalen Preisen geehrt.

Geographie[Bearbeiten]

Wildpoldsried liegt im Oberallgäu im Leubasbecken. Durch den Ort verläuft der Allgäu-Radweg.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Wildpoldsried.

Zu Wildpoldsried gehören unter anderem die Orte Einöde, Ellenberg, Eufnach, Frohnschwenden, Hutoi, Obereiberg, Meggenried, Trampoi, Trogoi und Unteregg.

Geschichte[Bearbeiten]

Wildpoldsried wurde erstmals urkundlich im Jahr 1392 (durch einen Verkauf der Burg Wolkenberg) erwähnt und war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts des Fürststifts Kempten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1970 1987 2001 2005 2010
Einwohner 743 932 1.170 1.813 1.668 1.917 2.410 2.545 2.531

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören 14 Gemeinderäte (3 Frauen und 11 Männer) an, die zuletzt am 16. März 2014 neu gewählt worden waren. Weiteres Mitglied ist der Bürgermeister; dies ist Arno Zengerle (CSU/Freie Bürger/Freie Wähler).

Gemeindefinanzen[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.522.000 Euro, davon waren 312.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Schild gespalten; vorne geteilt von Rot und Blau, hinten in Silber zwei gekreuzte schwarze Pfeile.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wildpoldsried besiegelte im Jahr 1986 die Partnerschaftsurkunde mit den Gemeinden Civray und Saint-Ambroix in der französischen Landschaft Berry.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Wildpoldsried

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 2010 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 63, im produzierenden Gewerbe 46 und im Bereich Handel und Verkehr 80 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 152 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 829. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen Betrieb, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden 59 landwirtschaftliche Betriebe, eine Fläche von 1529 ha bewirtschafteten. Davon waren 4 ha Ackerfläche und 1491 ha Dauergrünfläche.

Energiedorf Wildpoldsried[Bearbeiten]

Seit Mitte der 1990er-Jahre wurden rund 24 Millionen Euro in den ökologischen Umbau der Gemeinde investiert. Dabei wurden neun Windkraftanlagen errichtet, 26.400 Quadratmeter Photovoltaikanlagen installiert und eine Biogasanlage errichtet, welche Wärme für die Haushalte liefert. Das Dorf produziert fünfmal soviel Strom[2], wie es verbraucht.[4] 2012 sind zwei weitere Windräder im Bau.

Netzintegration[Bearbeiten]

Um die Einspeisung der je nach Wind- und Sonnenverhältnissen stark schwankenden Erzeugungsmengen von Strom zu optimieren, arbeitet das Dorf mit den Allgäuer Überlandwerken, Siemens, der Hochschule Kempten und der RWTH Aachen zusammen. Seit April 2011 läuft das Pilotprojekt „Irene“ zur Integration von regenerativer Energie und Elektromobilität[5].

Bildung[Bearbeiten]

Im Bildungsbereich gab es 2011 folgende Einrichtungen:

  • Einen Kindergarten mit 100 Kindergartenplätze, in dem 100 Kinder von elf Erzieherinnen betreut wurden
  • Eine Volksschule, in der 104 Schülerinnen und Schüler von sechs Lehrkräften unterrichtet wurden (Schuljahr 2010/11)

Literatur[Bearbeiten]

Gregor Dolak: Im grünen Zweistromland In: Focus Magazin Ausgabe Nr. 28, 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wildpoldsried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Videos[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Rainer W. During: Unser Dorf soll grüner werden in: Der Tagesspiegel vom 24. Juni 2012; Abgerufen am 25. August 2012
  3. http://www.youtube.com/watch?v=yW77EIOmYco&feature=player_embedded Video zum Deutschen Solarpreis 2009
  4. Timon Singh: German Village Produces 321% More Energy Than It Needs! in: inhabitat.com, design will save the world, Energy, 21. August 2011 (2. November 2011)
  5. projekt-irene.de: Für das Stromnetz der Zukunft (Integration regenerativer Energie und Elektromobilität) (2. November 2011)