Immenstadt im Allgäu

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Immenstadt im Allgäu. Eine ähnlich lautende Gemeinde heißt Immenstaad am Bodensee.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Immenstadt i. Allgäu
Immenstadt im Allgäu
Deutschlandkarte, Position der Stadt Immenstadt i. Allgäu hervorgehoben
47.56138888888910.221111111111729Koordinaten: 47° 34′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 729 m ü. NHN
Fläche: 81,41 km²
Einwohner: 13.903 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 87509, 87501 - 87506
Vorwahlen: 08323, 08320, 08325, 08379
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 124
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienplatz 3–4
87509, 87501 - 87506 Immenstadt i. Allgäu
Webpräsenz: www.stadt-immenstadt.de
Bürgermeister: Armin Schaupp (SPD/GRÜNE/die Aktiven)
Lage der Stadt Immenstadt i. Allgäu im Landkreis Oberallgäu
Österreich Baden-Württemberg Landkreis Lindau (Bodensee) Kempten (Allgäu) Landkreis Unterallgäu Landkreis Ostallgäu Kempter Wald Wildpoldsried Wiggensbach Wertach Weitnau Waltenhofen Sulzberg (Oberallgäu) Sonthofen Rettenberg Ofterschwang Oberstdorf Oberstaufen Obermaiselstein Oy-Mittelberg Missen-Wilhams Lauben (Oberallgäu) Immenstadt im Allgäu Bad Hindelang Haldenwang (Allgäu) Fischen im Allgäu Durach Dietmannsried Burgberg im Allgäu Buchenberg Bolsterlang Blaichach Betzigau Balderschwang AltusriedKarte
Über dieses Bild

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Karte: Bayern
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Immenstadt
Stadtpfarrkirche in Immenstadt im Allgäu

Immenstadt im Allgäu (amtlich seit 1949: Immenstadt i. Allgäu) ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Bis 1804 war Immenstadt Regierungssitz, Haupt- und Residenzstadt der Grafschaft Königsegg-Rothenfels.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Immenstadt liegt im Allgäu im südwestlichen Bayern zwischen Kempten im Norden und Sonthofen im Süd-Südosten. Die Stadt, deren Ortskern auf 729 m Höhe liegt, breitet sich am Ostufer des Großen Alpsees aus. Der Große Alpsee mit seinen 2,4 km² Wasserfläche mit anliegendem Naturschutzgebiet stellt für die umliegende Bevölkerung wie auch für Touristen ein gern genutztes Naherholungsziel dar.

Durch die Stadt fließt, vom Konstanzer Tal aus kommend, den Großen und Kleinen Alpsee durchquerend, in west-östlicher Richtung die Konstanzer Ach. Sie mündet am sogenannten Illerspitz kurz nach dem sie den vom Süden zufließenden Hochrainebach aufgenommen hat in die Iller. Ebenfalls aus südlicher Richtung kommend (Quellgebiet bei Alpe Gund, unterhalb des Stuiben in 1500 m) durchfließt der sog. Steigbach (teilweise untertunnelt) den Stadtkern in Richtung Norden, um dann, unterhalb des Kalvarienberges, in die Konstanzer Ach zu münden.

Südlich der Stadt ragen die Berge Mittagberg (1451 m ü. NN) und Immenstädter Horn (1490 m) auf. Immenstadt ist Mitglied des Projekts der EU Naturpark Nagelfluhkette.

Immenstädter Hausberge
  • Mittagberg: Südlich von Immenstadt gelegen, Gipfelhöhe 1.451 m, besteht aus Nagelfluh; östlichster Berg der Nagelfluhkette. Alpen: Alpe Hochried (Sennalpe, 900 m), Mittag-Alpe (1.210 m), Alpe Schwanden (1.240 m), Alpe Oberberg (Sennalpe, 1.305 m).
  • Immenstädter Horn: Südwestlich von Immenstadt gelegen, Gipfelhöhe 1.490 m, besteht aus Nagelfluh. Alpen: Alpe Wildegund (1.315 m), Alpe Alp (1.320 m), Alpe Kessel (1.243 m).
  • Steineberg: Südöstlich von Immenstadt gelegen, Gipfelhöhe 1.660 m, besteht aus Nagelfluh, mittlerer Gipfel der Route „Mittag-Steineberg-Stuiben“.
  • Stuiben: Südöstlich von Immenstadt gelegen, Gipfelhöhe 1.749 m, besteht aus Nagelfluh. Alpen: Alpe Mittelberg (Sennalpe, 1.369 m), Alpe Gund (1.502 m), höchster Immenstädter Hausberg.
  • Gschwender Horn: Westlich von Immenstadt gelegen, Gipfelhöhe 1.450 m.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn sind die Nachbargemeinden (Nachbarstädte) im Norden beginnend:

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Immenstadt Stadtteile

Durch die am 1. Januar 1972 in Kraft getretene Gemeindegebietsreform verloren die zwischen 1808 und 1818 gebildeten sogenannten politischen Gemeinden Akams, Bühl, Diepolz, Eckarts, Rauhenzell (1833) und Stein ihre Selbständigkeit und sind seitdem Stadtteile von Immenstadt. Die bisher zu diesen Gemeinden gehörenden Weiler und Einöden werden nunmehr als Ortsteile bezeichnet.

  • Akams (Akams, Adelharz, Freibrechts, Göhlenbühl, Luitharz)
  • Bühl a. Alpsee (Bühl, Alpseewies, Gschwend, Hintersee, Hochreute, Hub, Ratholz, Reuter, Rieder, Sange, See, Trieblings, Zaumberg)
  • Diepolz (Diepolz, Freundpolz, Knottenried, Reute)
  • Eckarts (Eckarts, Dietzen, Lachen, Thanners, Werdenstein, Zellers)
  • Rauhenzell (Rauhenzell, Egg, Oberau)
  • Stein im Allgäu (Stein, Bräunlings, Flecken, Gnadenberg, Obereinharz, Untereinharz, Seifen)

Klima[Bearbeiten]

Der extrem hohe Jahresniederschlag beträgt 1916 mm. Er gehört damit zu den höchsten von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werten. Über 99 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Oktober; am meisten regnet es im Juni. Im niederschlagreichsten Monat fällt etwa 1,7 mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Zehntel. In über 94 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Galerie[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Unter der Nummer: D-7-8427-0083 ist beim Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege eine Siedlung des Neolithikums im Raum Immenstadt als Bodendenkmal registriert. Die am Südufer des Alpsees vermutete steinzeitliche Pfahlbau-Siedlung konnte bis heute nicht nachgewiesen werden.[2]

Antike[Bearbeiten]

In Immenstadt wurde im neunzehnten Jahrhundert in etlichen Publikationen fälschlich das römische "Vemania" vermutet.[3] Von der Anwesenheit antiker Völker, wie Römer oder Kelten, im Immenstädter Gebiet zeugen lediglich Funde, wie der "Priap-Ring" von Rothenfels, ein Grabhügel und ein römischer goldener Ring bei Freundpolz, eine bronzene Fibel bei Göhlenbühl, antike Fundamente bei Eckarts und Werdenstein und auch die versunkene Holzstraße im nahen Goymoos.[4]

Mittelalter[Bearbeiten]

Ruine Rothenfels 1816

Über die Anfänge der Ortschaft ist nichts Erhaltenes bekannt. Der Name "Imendorf" wurde für die Siedlung 1275 erstmals in dem Liber decimationis nachgewiesen. Um 1332 erwarben die Grafen von Montfort das Schloss Rothenfels. Der bislang erste erwähnte Gewerbetreibende im Imendorf des Jahres 1345 ist "Hansem der Smid von Ymendorf".[5]

Am Marien-Magdalenen-Tag, dem 22. Juli 1360 wurde Immendorf mit Genehmigung Kaiser Karls IV. zur Stadt erhoben. Mit der Stadterhebung verbunden war das Befestigungsrecht, das Marktrecht sowie für Graf Heinrich von Montfort das sogenannte Geleitrecht auf der Straße zwischen Oberjoch und Bodensee. Die Bewohner Immendorfs waren fortan frei. Die junge Stadt musste sich 1407 bewähren. Die Belagerung durch die Appenzeller Bauern war jedoch vergeblich. Die nächste Aufwertung nach der Stadterhebung erfuhr die Gegend durch Kaiser Friedrich, der im Jahre 1471 die Montfortsche Herrschaft Rothenfels zur Grafschaft erhob. Dem erhöhten Verkehrsaufkommen am Ende des Hochmittelalters wurde auch hier Rechnung getragen und 1494 eine Straße und die obere Zollbrücke über die Iller nach Sonthofen gebaut.

Neuzeit[Bearbeiten]

Eine erneut erfolglose Belagerung aus dem Westen fand 20 Wochen lang durch den von Lindau kommenden sogenannten "Seehaufen" zu Beginn des Bauernkrieges im Jahre 1525 statt. Nach einem 1485 geschlossenen Vertrag wurden 1531 die Montforter Rechte in Tannheim, Tannberg, Lechtal und Walsertal an Österreich abgetreten und so der Einflussbereich Immenstadts auf die linke Illerseite verringert. Wirtschaftlicher Wohlstand erlangte Immenstadt durch den Salzstapel und Leinwandhandel. 1536 erfolgte die Verleihung einer „Kaiserlich gefreiten Leinwandschau“. Gelegen an der großen Salzstraße von Hall in Tirol an den Bodensee, war Immenstadt Zoll-, Stapel- und Umschlagplatz des „Weißen Goldes“. 1550 errichtete Graf Hugo von Montfort am Immenstädter Marktplatz (heute Marienplatz) ein schlichtes Stadtschloss.

1567 veräußert Ulrich von Montfort die Grafschaft Rothenfels und die Herrschaft Staufen für 150.000 Gulden trotz eines höheren Gebotes von Erzherzog Ferdinand an seinen Schwager Freiherren Johann Jakob von Königsegg. Nach gravierenden Änderungen in der Besteuerung überreichten die Rothenfelser und Staufer 1597 dem Kaiser Rudolf eine Denkschrift mit 134 verschiedenen Beschwerden gegen Georg von Königsegg-Rothenfels (auch Freiherr Jörg genannt), der seit 1588 alleiniger Besitzer des Gebietes war. 1599 folgte von und den Immenstädter, denen er wegen ihres Verhaltens im Bauernkriege das Bürgerrecht abspenstig machte, eine weitere Denkschrift mit 153 Klagepunkten. Vom Kaiser kam keine Reaktion, der Freiherr meinte nur: "Die Immenstädter sollten das verdampte Sauffen bleiben lassen, dann hätten sie Geld zum Steuerzahlen". Durch den Dreißigjährigen Krieg (16181648) und den Ausbruch der Pest verlor die Stadt fast 70 Prozent ihrer Bevölkerung. Freiherr Georg von Königsegg-Rothenfels fiel 1622 einem Attentat zum Opfer. Der Mörder wurde dafür lebendig durch vier angeschirrte Ochsen in vier Stücke zerrissen und sein Haus auf Befehl der Obrigkeit niedergebrannt.

1629 erhob Kaiser Ferdinand II die Königsegger in den Grafenstand. Immenstadt wurde 1663 zur Residenzstadt der Grafschaft Königsegg-Rothenfels. Den großen Bränden in den Jahren 1625, 1679 und 1756 fielen zahlreiche Gebäude zum Opfer. Die einschneidendste Umgestaltung seines Altstadtbildes erfuhr Immenstadt aber nach den letzten großen Stadtbränden von 1805 und 1844, bei denen fast die Hälfte der Innenstadtbebauung vernichtet wurde.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach der Hochwasserkatastrophe 1873

Von 1804 bis 1805 gehörte die Stadt zu Österreich, mit den Verträgen von Brünn (10. bis 16. Dezember 1805) wurde Immenstadt schließlich bayerisch. Die militärische Besetzung der Stadt durch bayerische Truppen erfolgte schon am 28. Dezember 1805, die sogenannte Zivilbesitznahme ist auf den 10. März 1806 zu datieren. Im April und im Mai 1809 sprang der Vorarlberger und Tiroler Volksaufstand unter Andreas Hofer gegen die bayerisch-napoleonische Herrschaft auf das Oberallgäu über. In Immenstadt versammelten sich am 16. Mai mehrere tausend bewaffnete Bauern, um einen Anschluss an Österreich zu erzwingen. Bei einem Gefecht nahe der Ortschaft Stein schlugen die Aufständischen ihre aus Richtung Kempten anrückenden Gegner zurück. Dennoch konnte die Erhebung in der Region um Immenstadt keine Massenwirksamkeit entwickeln. Im August 1809 war der Volksaufstand im Allgäu endgültig gescheitert. Motiv des Aufstandes war wohl die Enttäuschung über die bayerischen Verwaltungsmaßnahmen, durch die sich ein großes Unmutspotenzial aufgebaut hatte.

Ein Schritt in die neue Zeit war die Eröffnung der Eisenbahnlinie Kempten-Lindau im Jahr 1853. Mit der Erbauung der Mechanischen Bindfadenfabrik 1855 hielt die Industrie in Immenstadt ihren Einzug. Die vormals gleichberechtigten Landgerichtsbezirke Immenstadt und Sonthofen wurden mit der Königlich Allerhöchsten Verordnung zur Einrichtung der Distrikts-Verwaltungsbehörden vom 24. Februar 1862 der Verwaltung des neugegründeten Bezirksamtes Sonthofen unterstellt. Damit reduzierte sich der politische Einfluss Immenstadts erstmals auf das Stadtgebiet. Dem hingegen erweiterte sich der Machtbereich der Marktgemeinde Sonthofen auch auf die Gebiete westlich der Iller.[6]

Eine verheerende Überschwemmung der Innenstadt ereignete sich am 28. Juli 1873, als sich an einem sehr heißen Nachmittag schwere Gewitter mit Wolkenbrüchen und Hagelschlag im Steigbachtal entluden. Die daraufhin folgende Sturzflut zerstörte in der Innenstadt 10 Gebäude und beschädigte Brücken und Straßen. 11 Menschen verloren dabei ihr Leben. 1881 wurde in Immenstadt die erste Telefonanlage in Betrieb genommen und ab dem 1. September 1898 stand ein öffentliches Telefonnetz zur Verfügung.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Hochwasser 1999

1915, ein Jahr nach Beginn des Ersten Weltkriegs, wurde Immenstadt Garnisonsstadt. Am 15. Juli zogen drei Kompanien des Bayerischen Schneeschuh-Bataillons Nr. 1 ein. Der in München und Augsburg 1919 proklamierten Räterepublik hatte sich auch Immenstadt angeschlossen.[7]

Am 22. Februar 1945 flogen die United States Army Air Forces einen gezielten Angriff auf Immenstadt, um den Eisenbahnverkehr auf längere Zeit zu unterbinden. Bei insgesamt zwei Bombardements innerhalb kurzer Zeit kamen sechs Menschen ums Leben, zerstört waren unter anderem das E-Werk, ein Nebengebäude des Bahnhofs, die Mälzerei der Kaiserbrauerei und weitere, angrenzende Gebäude. Die Nachkriegszeit war eine ruhige Zeit für Immenstadt, nur das Pfingsthochwasser 1999 störte den Frieden. Dabei führte die Iller ein etwa 300-jähriges Hochwasser. Das überstieg den vorhandenen Schutzgrad bei weitem und führte zu großen Schäden an Wohngebäuden, Gewerbe, öffentlicher Infrastruktur und Landwirtschaft. Die Schäden betrugen allein im Raum Immenstadt etwa 15 Mio. Euro.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Akams, Bühl am Alpsee, Diepolz, Eckarts, Rauhenzell und Stein im Allgäu eingegliedert.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung im Vergleich

Eine genaue Einwohnerentwicklung für Immenstadt zu erstellen leidet unter ungenügenden und lückenhaften Aufzeichnungen. Die ersten Schätzungen stammen aus dem Jahr 1353 und errechneten für das damalige Ymmendorff etwa 135 Einwohner. Genauere Aufzeichnungen, stammend aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, bezifferten die Bevölkerungszahl auf etwa 700 Einwohner. Der Dreißigjährige Krieg und die Pest 1628 forderten ihren Tribut unter den Bürgern. Im Jahr 1638 verzeichnete Immenstadt nur noch 254 Einwohner, ein Verlust gegenüber 1620 von fast 70 Prozent.

Kräftige Wachstumsschübe bescherten der Stadt der Ausbau des Eisenbahnnetzes um 1850 und der Bau der Mechanischen Bindfadenfabrik im Jahre 1855. Bedeutend waren dabei Anwerbungen von Arbeitskräften aus den strukturschwachen Gegenden Deutschlands und des benachbarten Auslands. Ein weiterer Punkt wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges erreicht, als Ausgebombte und Flüchtlinge in Immenstadt eine neue Heimat fanden. Vor allem die Ansiedlung der an ihrem Heimatstandort Varnsdorf ausgewiesenen Kunert-Werke 1946 bescherte Immenstadt ein weiteres und stetiges Wachstum. Im Jahr 1960 wurde zum ersten Mal die Marke von 10.000 Einwohner überschritten.

Ein weiteres Bevölkerungswachstum wurde im Jahr 1972 durch die Gemeindegebietsreform erzielt, durch die Eingemeindung von sechs Nachbarorten wurden Ende 1972 14.105 Einwohner registriert. Der letzte große Sprung ereignete sich durch die Ansiedlung eines Zweigwerkes der Robert-Bosch-GmbH sowie der Intensivierung des Miet- und Eigentumswohnbaus, welcher bis heute das vorrangige Ziel der Stadt darstellt, um bevorzugt junge Familie hier ansässig zu machen.[9]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1961 1970 2005 2007 2011
Einwohner 3.289 4.333 6.190 8.154 9.188 13.279 13.920 14.321 14.381 13.974

Quelle →[10][11][12]

Religion[Bearbeiten]

Glaubensgemeinschaften[Bearbeiten]

Katholisch Pfarrgemeinde[Bearbeiten]

Im Jahre 1275 wird die Pfarrei Imendorf im Zehntverzeichnis des Bistums Konstanz aufgeführt. Auch die Pfarreien der Stadt- und Ortsteile Akams, Diepolz, Eckarts, Knottenried und Stein werden in dieser Liste erwähnt. Das Konkordat von 1817 bewirkte den Wechsel zum Bistum Augsburg. Nach Auflösung des Dekanats Stiefenhofen im Jahre 1974 wurden die Pfarreien Immenstadts dem Dekanat Sonthofen zugeschrieben. Zum Pfarrverband Immenstadt, der 1989 gebildet wurde, gehören die Pfarreien Akams, Bühl, Diepolz, Eckarts, Immenstadt, Knottenried, Missen, Rauhenzell und Stein. Seit September 1998 bilden die Pfarreien Stein, Akams, Eckarts, Diepolz und Knottenried mit Missen eine Pfarreiengemeinschaft. Bühl, Rauhenzell und Immenstadt sind zusammen die andere Pfarreiengemeinschaft (PG).

Klöster[Bearbeiten]

Bruderschaften[Bearbeiten]

  • Die Mariä-Himmelfahrts-Bruderschaft wurde 1606 gegründet und zählte 1847 nicht weniger als 1.200 Mitglieder.
  • Die Rosenkranz-Bruderschaft von 1663 ging in der Mariä-Himmelfahrts-Bruderschaft auf. Sie bestand erneut von 1911 bis ca. 1945.
  • Auch die Angst-Christi-Bruderschaft, die 1697 ins Leben gerufen wurde verschmolz 1829 mit der Mariä-Himmelfahrts-Bruderschaft.
  • Die Bruderschaft vom hl. Skapulier vom Berg Karmel aus dem Jahre 1697 wurde von den Karmeliten aus Ravensburg betreut. Die letzte Neuaufnahme eines Mitgliedes ist von 1955 überliefert.
  • Die Franziskanische Gemeinschaft hieß vormals Dritter Orden und wurde 1848 im Sinne des hl. Franz von Assisi begonnen.
  • Die 1891 eingeführte Herz-Jesu-Bruderschaft zählte bis zu 5.000 Mitglieder und bestand bis Anfang der Fünfzigerjahre.

Evangelisch-lutherisch Pfarrgemeinde[Bearbeiten]

Am 22. Juni 1851 wurde in Immenstadt der erste evangelische Gottesdienst gefeiert. Ab 1864 bestand ein Vikariat und ab 1901 eine Pfarrei. Die Grundstein der Erlöserkirche wurde 1861 gelegt. Seit 1969 besteht in Blaichach eine zweite Pfarrstelle. Es werden die Bereiche Rettenberg, Vorderburg, Wertach und Jungholz in Österreich von der Pfarrei Immenstadt betreut. Die Pfarrei ist dem Dekanat Kempten zugehörig.

Neuapostolische Gemeinde[Bearbeiten]

In einem Nebenzimmer des Gesellschaftshauses im Hofgarten fand am 1. November 1925 der erste neuapostolische Gottesdienst statt. 1951 wurde eine Kirche in der Liststraße erbaut. Die Gemeinde gehört zum Bezirk Kempten.

Zeugen Jehovas[Bearbeiten]

Schon 1927 waren Mitglieder der Gemeinde der Zeugen Jehovas in Immenstadt. Der Königreichssaal wurde 1986 in der Bachreute fertiggestellt.

Moslemische Glaubensgemeinschaft[Bearbeiten]

Gebetsräume bestanden für Immenstädter Muslime bereits seit 1982. Die Gemeinschaft unterhielt auch eine Koran-Schule. 2010 wurde die Yunus Emre Mosche im Unteren Koloniehof erbaut. Dachverband der Gemeinschaft ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion.

Buddhismus Stiftung Diamantweg[Bearbeiten]

Seit 2007 wird über dem Alpsee im Gut Hochreute das Europazentrum der Buddhistischen Stiftung Diamantweg errichtet. Der Diamantweg gehört zur Karma Kagyü Schule des tibetischen Buddhismus.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten]

römisch-katholisch 58 %
evangelisch-lutherisch 17 %
andere 25 %

Quelle →[13]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Vorläufiges Endergebnis der Kommunalwahl vom 16. März 2014[14]

Kommunalwahl 2014
Christlich-Soziale Union (CSU) 34,34 % −0,31 % 8 Sitze −1
Wählergemeinschaft die Aktiven (Aktive) 23,13 % +2,12 % 6 Sitze +1
Wählergemeinschaft Junge Alternative für Immenstadt (JA) 14,56 % +5,66 % 3 Sitze +1
Bündnis 90/ Die Grünen (Grüne) 12,89 % +1,47 % 3 Sitze ±0
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 12,35 % +0,50 % 3 Sitze ±0
Freie Demokratische Partei (FDP) 2,74 % +2,72 % 1 Sitz +1

Die im Stadtrat von 2008 vertretenen Freie Wähler e. V. (FW) sind 2014 nicht zur Wahl angetreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Die aktuellen Bürgermeister sind:

  • 1. Bürgermeister: Armin Schaupp (parteilos)
  • 2. Bürgermeister: Herbert Waibel (Aktive)
  • 3. Bürgermeister: Eberhard Fetzer (CSU)

Erster Bürgermeister der Stadt Immenstadt (ab 1900)[Bearbeiten]

  • Georg Burghardt (1900–1911)
  • Friedrich Kraus (1912–1914, hauptamtlich)
  • Dr. Hermann Stenger (1916–1935, hauptamtlich)
  • Matthäus Fehr (1935–1942, ehrenamtlich)
  • Otto Fäßler (1945, ehrenamtlich)
  • Georg Sigel (1945, ehrenamtlich)
  • Albert Wehr (1945–1946, ehrenamtlich)
  • Alfred Frey (1946, ehrenamtlich)
  • Dr. Karl Huber (1947–1952, ehren- bzw. hauptamtlich)
  • Karl Pfau (1952–1970, hauptamtlich)
  • Hubert Rabini (1970–1978, CSU, hauptamtlich)
  • Gerd Bischoff (1978–2008, CSU, hauptamtlich)
  • Armin Schaupp (ab 2008, parteilos, hauptamtlich)

vor 1900 siehe:

[Bearbeiten]

Offizielles Logo der Stadt Immenstadt
Wappendarstellung von 1841 mit Bienenkorb[15]

Wappenbeschreibung: „Gespalten von Grün und Silber, vorne ein aufrechter, gebogener silberner Fisch, hinten eine halbe bewurzelte grüne Linde am Spalt“.[16]

Das Wappen ist erstmals durch das Siegel der Bürgerschaft von Ymmendorf (Sigillum civitatis Ymmendorff) belegt.[17] Die in der hinteren Hälfte dargestellte halbe Linde wurde vom Lindauer Stadtwappen übernommen, da Immenstadt 1360 das Stadtrecht jener Reichsstadt erhielt. Der Fisch, dargestellt in der vorderen Hälfte, symbolisiert nach lokaler Deutung angeblichen Fischreichtum.

Im 19. Jahrhundert wurde in heraldisch nicht korrekter Weise dem Wappen ein Bienenkorb aufgesetzt, um hiermit die Herkunft des Ortsnamens Immenstadt von Immen (Bienen) zu suggerieren. Mit populären Wappensprüchen wie „Immen, Fisch und Linden werden Statt und Platz hier finden“ oder „Immen, Fisch und Linden sind allhier zu finden“ versuchte man, das Wappen volkstümlich zu interpretieren. Das Gesicht unter dem Bienenkorb in der Darstellung aus dem Jahre 1841 wird als das eines Fruchtbarkeit symbolisierienden Genius beschrieben,[15] aber auch als weibliches Antlitz der römisch-griechischen Bienen- und Fruchtbarkeitsgöttin Mellona gedeutet.

Die offiziellen Stadtfarben von Immenstadt sind Grün und Weiß.

Das offizielle Logo der Stadt Immenstadt besteht aus den Farben Grün (Schriftzug Allgäu und stilisierte Berge), Schwarz (Schriftzug Immenstadt), Blau (Schriftzug Alpsee und stilisierter Segler und See) und Rot (stilisierte Punkte). Die stilisierten Berge stehen für die Hausberge Mittagberg, Steineberg, Stuiben, der See steht für den Großen Alpsee und die drei roten Punkte stehen für die Mittag-Schwebebahn (nachts sind einzelne Stützen beleuchtet). Das Logo wurde Mitte der 1990er Jahre entworfen und wird von der Stadt Immenstadt auf offiziellen Schreiben und für Werbezwecke verwendet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Immenstadt im Allgäu unterhält folgende Städtepartnerschaften:[18]

  • seit 1960: FrankreichFrankreich Lillebonne, Frankreich
  • seit 1985: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Wellington, Großbritannien

Bedeutende politische Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Am 3. Oktober 1971 fand in der Immenstädter Hofgarten-Stadthalle ein Landesparteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands SPD statt. Der Bundeskanzler Willy Brandt und andere SPD-Granten waren zu Gast.[19]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum „Hofmühle“: Der Mühlenbetrieb wurde 1898 eingestellt, das Mühlengebäude erwarb 1983 an die Stadt Immenstadt. Nach einer kurz darauf erfolgten grundlegenden Sanierung stellte die Stadt die Räume im Ostteil des Hauses dem Heimatverein Immenstadt für das Museum zur Verfügung, im Westteil ist das Stadtarchiv untergebracht.
  • Allgäuer Bergbauernmuseum: Das Allgäuer Bergbauernmuseum, im Ortsteil Diepolz auf 1.037 m gelegen, wurde 2004 fertiggestellt. Es liegt am Fuße des Hauchenbergs. Das Museum zeigt die Arbeitsweise der Bergbauern gestern und heute.
  • AlpSeeHaus: Das AlpSeeHaus im Stadtteil Bühl eröffnete im Juni 2012 und ist als interaktive Naturkunde-Ausstellung im Bezug auf den Naturpark Nagelfluhkette gebaut worden.[20]

Bauwerke[Bearbeiten]

Gelistete Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Immenstadt im Allgäu

Burgruinen[Bearbeiten]

Gotteshäuser [Bearbeiten]

  • Kapuzinerkirche St. Josef: Die Grundsteinlegung der Kapuzinerkirche St. Josef fand im Jahr 1653 statt.
    Hauptartikel: St. Josef (Immenstadt)
  • Stadtpfarrkirche St. Nikolaus: Eine Immenstädter Pfarrkirche existierte vermutlich schon in romanischer Zeit, Quellen hierzu sind jedoch nicht vorhanden. Die gotische Kirche fiel 1484 und 1530 Bränden zum Opfer, nach einem weiteren Brand 1704 entstand jener Bau, der am 18. Oktober 1707 zu Ehren der Heiligen Nikolaus und Magnus konsekriert wurde und dessen Grundriss im Gotteshaus immer noch erkennbar ist. Damals wurde auch der für die Immenstädter Kirche charakteristische Zwiebelturm errichtet. Durch einen Um- und Erweiterungsbau der Stadtpfarrkirche in den Jahren 1907/08 in neubarockem Stil, der die Kirche zum größten Sakralbau des oberen Allgäus machte, erhielt das Bauwerk sein heutiges Bild. Die Pläne hierfür stammten vom Münchner Architekten Hans Schurr, der 1903 bereits die Westfassade der Kapuzinerkirche St. Joseph neu gestaltet hatte. Das große Fresko in der Vierungskuppel mit Szenen aus dem Leben des Hl. Nikolaus schuf Xaver Dietrich (1911/12), weitere Fresken fertigte 1957 Rudolf Lanzinger. Das Gemälde des Hochaltars Die Schlüsselübergabe an Petrus (1877) ist ein Werk des Immenstädter Malers Ludwig Glötzle, welcher ab 1888 zusätzlich die Brüstung des Musikchores und das linke Seitenschiff mit Bildern aus dem alten Testament ausschmückte. Die gründliche Innenrenovierung von 1989/90 schloss auch die Aufstellung eines neuen Volksaltars (Entwurf: Franz Hämmerle) mit ein. Die im Jahre 2004 eingeweihte neue Orgel erbaute Siegfried Schmid aus Knottenried. In einer Seitenkapelle, der sogenannten Josephskapelle, befindet sich ein reich ausgestatteter Glasschrein mit Reliquien des Hl. Julius, der nach 1751 als einer der Stadtpatrone verehrt wurde. Die Reliquien wurden 1751 vom Kapuzinerpater Laurentius von Wolfegg nach Immenstadt geschenkt. Das Patrozinium der Stadtpfarrkirche wird am 6. Dezember gefeiert (St. Nikolaus).
  • Kloster der Franziskanerinnen St. Maria Stern: 1909/ 10 errichtete das Mutterhaus des Ordens St. Maria Stern aus Augsburg das Gebäude an der Südseite des Kalvarienberges. Dieser Bau beherbergte eine Haushaltsschule und ein Schülerinnenheim. Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen wurden in den Jahren 1926/ 27 und 1934 vollzogen. 1939 wurde das Haus von den Nationalsozialisten beschlagnahmt, die Ordensschwestern kehrten nach Augsburg zurück. 1940 kaufte die Stadt Immenstadt das Gebäude (jetzt mit Oberschule und Landschulheim), veräußerte es jedoch nach Kriegsende 1946 wieder an den Orden zurück. Neben einem Wohngebäude für die Ordensschwestern östlich des Hauptbaus (1967) wurde in den 1990er Jahren auch noch eine neue Turn- und Mehrzweckhalle errichtet.
  • Ölbergkapelle: Zur Entstehungszeit der Ölbergkapelle in direkter Nachbarschaft zur Stadtpfarrkirche St. Nikolaus ist nichts überliefert. Die Kapelle wurde von der Angst-Christi-Bruderschaft erbaut, die Weihe erhielt die Kapelle 1760. Der Altar steht vor einer mit Grotten und Nischen gegliederten Felslandschaft, in die der leidende Christus mit den schlafenden Jüngern hineingestellt ist. Das ursprüngliche Erscheinungsbild hat die Kapelle 1909 verloren, als der südlich angefügte schmale Vorbau abgebrochen wurde. Teile der ursprünglichen Bemalung kamen bei der Renovierung 1992/ 93 zum Vorschein, das barocke Gitter stammt noch aus der Erbauungszeit.
  • Kalvarienbergkapelle: Die Kalvarienbergkapelle fand ihre Anfänge zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die damalige „Kapelle“ diente zunächst nur als Andachtsstätte und war eine halbkreisförmige Mauer, welche 1858 durch einen Erweiterungsbau aus Holz geschlossen wurde. Die ehemals hölzernen Bildsäulen entlang der Stufen wurden 1848 gegen Bildstöcke aus Stein ersetzt, die Kastanienallee neben den Treppe 1877 gepflanzt. Die Kapelle erhielt 1890 eine Glocke (gestiftet von einem Bürger) im neu errichteten Türmchen und schließlich sind 1926 die vierzehn Stationen, welche seit 1857 Bilder von Caspar Ludwig Weiß enthielten, durch Reliefs in Majolika ersetzt worden. Das Patrozinium der Kalvarienbergkapelle wird am 14. September gefeiert (Kreuzerhöhung).
  • Gottesackerkapelle St. Georg: Die von Freiherr zu Königsegg erbaute Kapelle wurde am 15. Dezember 1619 zu Ehren der hl. Jungfrau Marie, der Heiligen Georg, Sebastian und Rochus geweiht. Während der Pestjahre 1628–1635 fanden auf dem damaligen, in der Nähe liegenden Begräbnisplatz verstorbene Immenstädter ihre letzte Ruhestätte. Ab 1805 mussten Verstorbene ausschließlich hier begraben werden. 1802 wurde die Kapelle abgebrochen und von Grund auf neu errichtet. Das Altarbild „Auferstehung Christi“ (1883) und weitere Bilder im Inneren der Kapelle schuf der Immenstädter Maler Ludwig Glötzle.
  • Hölzerne Kapelle: Die Hölzerne Kapelle, im Steigbachtal gelegen und über die Oberer resp. Untere Steig zu erreichen, ist in der heutigen Form im 19. Jahrhundert erbaut worden. Der Vorgängerbau wurde erstmals 1745 erwähnt. Er geht auf eine zu Ehren des Elternpaares der Gottesmutter Maria, Joachim und Anna, errichteten Steinkapelle zurück. Zur Ausstattung gehörten die spätgotischen Figuren der Heiligen Sebastian und Rochus, die sich jetzt in der Stadtpfarrkirche befinden.
  • Maxensruh-Kapelle: Der 1831 verstorbene Graf Maximilian von Königsegg-Rothenfels ließ auf seinem Altersruhesitz Maxensruh vor seinem Tod eine hölzerne Kapelle errichten, das neugotische Bauwerk wurde 1855 umgestaltet. Die kirchliche Weihe erfolgte 1856 zu Ehren des Hl. Antonius von Padua und Hl. Hubertus. Das sakrale Bauwerk wurde 1984 grundlegend renoviert.
  • Maria-Loreto-Wallfahrtskapelle: Die Maria-Loreto Wallfahrtskapelle, ebenfalls in Bühl am Alpsee, wurde 1666 auf den Grundmauern der alten St.-Stephan-Kirche errichtet. Sie ist der „Casa Santa“, dem angeblichen Geburtshaus Marias in Nazaret, nachempfunden. Bis zu 30.000 Gläubige sollen Ende des 17. Jahrhunderts jährlich hierher gepilgert sein.
  • Pfarrkirche St. Stephanus: In den Jahren 1667 bis 1669 wurden in Bühl von Baumeister Michael Kaufmann, der schon die Arbeiten an der Loreto-Kapelle geleitet hatte, die Heilig-Grab-Kapelle als Unterkirche und darüber die neue Stephanus-Kirche erbaut. Die feierliche Konsekration der drei Kirchen erfolgte schließlich am 9. Mai 1670 durch Weihbischof Franz Sigmund aus Konstanz. Ein wichtiger Markstein in der Geschichte der Kirche waren schließlich die Jahre 1952/1953 mit der kompletten Modernisierung der St.-Stephanus-Kirche durch Kurat Wilhelm Igel, der als Anhänger der Liturgiereform das Barockkirchlein in einen schlichten, um sieben Meter nach Westen verlängerten Sakralbau umgestaltete. Seit 1957 ist das Gotteshaus Pfarrkirche der Pfarrei St. Stephanus.
  • Evangelische Pfarrkirche („Erlöserkirche“): Die Grundsteinlegung zur Evangelischen Pfarrkirche (auch „Erlöserkirche“ genannt) erfolgte 1861, der Bau wurde im August des darauffolgenden Jahres eingeweiht. Schon 1883/85 wurde das Gotteshaus umgebaut, es erfolgte eine Erweiterung desselben. Im Kriegsjahr 1945 erlitt das Kirchengebäude erhebliche Kriegsschäden durch Bombenabwurf, welche bis 1946 wieder beseitigt wurden. Eine bauliche Umgestaltung 1964/65 vergrößerte die Kirche, der Turm erhielt nach einem Umbau vier Zifferblätter und neben der Kirche wurde ein neues Pfarrhaus errichtet. Im Zuge der vorläufig letzten Baumaßnahme 1991/94 wurde ein Gemeindehaus gebaut, zudem entstand ein neuer, süd-nord-orientierter, fast quadratischer Kirchenraum. Im Jahr 1969 erhielt Immenstadt auf Grund der steigenden Zahl der Gemeindemitglieder eine zweite Vikarstelle, welche ihren Sitz in Blaichach hat. Von dort werden Rettenberg, Vorderburg, Wertach und Jungholz (Österreich) versorgt.
  • Neuapostolische Kirche: Die Neuapostolische Kirche wurde 1951 am jetzigen Standort in der Liststraße errichtet und 1989/90 umgebaut.
  • Jehovas Zeugen: Die Gemeinde der Zeugen Jehovas wurde 1956 in Immenstadt gegründet. 1985 wurde die ehemalige Stadtsäge in der Bachreute erworben, abgebrochen und auf diesem Grundstück 1986 der neue „Königsreichsaal“ als Versammlungsstätte erbaut.
  • Yunus-Emre-Moschee: Die Moschee (türk. Yunus Emre Camii) in der Immenstädter Südstadt wurde 2001 erbaut. Dachverband ist der DITIB.

Historische Stadthäuser[Bearbeiten]

  • Das Rathaus (Marienplatz 16) auf der Südseite des Marienplatzes wurde 1640 erbaut, es war aufgrund seines Erkers zunächst wohl ein herrschaftliches Gebäude. 1753 wurde es von der Stadt erworben und zum Rathaus umgebaut. Im 1. Stock fanden von 1753 bis 1820 die bedeutenden Immenstädter Leinwandschauen statt, zu denen Kaiser Karl V. 1536 die Erlaubnis erteilt hatte, während sich im Erdgeschoss die sogenannte Schrannenhalle befand. Bei einer umfassenden Sanierung im Jahre 1866 wurde der Erkertum in neogotischem Stil gestaltet. Nachdem bei einem verheerenden Dachstuhlbrand in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember 1912 dieses Türmchen eingestürzt war, stellte der Kemptener Architekt Leonhard Heydecker das ursprüngliche Barocktürmchen wieder her. 1992 bis 1995 erfolgte ein weiterer Umbau. Im zweiten Stock befindet sich heute der modern gestaltete „Große Sitzungssaal“, in dem regelmäßig der Immenstädter Stadtrat tagt.
  • Das Alte Schulhaus (Marienplatz 17) hinter dem Rathaus war nach 1811 das erste städtische Schulhaus. Schon nach einem halben Jahr erwies es sich aber als zu klein. Nach 1916 wurde darin die Bayerische Lebensmittelstelle (Bayerische Landesstelle zur Zwangsbewirtschaftung), zeitweise das Arbeitsamt und später auch die Räumlichkeiten des Einwohnermeldeamtes untergebracht.
  • Das ehemalige gräfliche Amtshaus (Marienplatz 3) an der Ostseite des Marienplatzes wurde 1646/48 durch Hugo Graf zu Königsegg-Rothenfels errichtet. Bis 1804 war es Dienst- und Wohngebäude des Oberamtmanns der Grafschaft Rothenfels. Durch einen holzgedeckten Gang war das Amtshaus im 1. Stock mit der Empore der gegenüberliegenden Stadtpfarrkirche verbunden. Im Zuge der Mediatisierung fiel das Gebäude an das Königreich Bayern, das es 1806 an die vermögende Braumeisterswitwe Antonia Kirchmann veräußerte. Seit 1908 ist das Haus im Besitz der Stadt Immenstadt, seit 1929 dient es als Verwaltungsgebäude und beherbergt heute unter anderem das Büro des Bürgermeisters. Das ehemalige gräfliche Amtshaus steht unter Denkmalschutz.
  • Das Stadtschloss (Marienplatz 12) wurde 1550 wohl als Amtshaus durch Graf Hugo XVI. von Montfort-Rothenfels erbaut (Jahreszahl über Türsturz im Eingangsbereich) und zwischen 1595 und 1620 durch Georg Freiherr zu Königsegg zum Schloss erweitert. Hierzu mussten einige Bürgerhäuser zerlegt und vor das östliche Stadttor gesetzt werden. Der Südflügel wurde Ende des 17. Jahrhunderts, der Westflügel 1746 errichtet. Noch Anfang der siebziger Jahre präsentierte sich das Stadtschloss mit einem Innenhof, der an allen vier Seiten von Gebäuden umschlossen war. 1973 wurde schließlich der Westflügel abgebrochen. Sehenswert ist vor allem der ehemalige Festsaal mit reizvollen Stuckarbeiten aus der Zeit um 1720. Das Stadtschloss befindet sich heute im Eigentum eines privaten Investors.
  • Der sogenannte Alte Hof (Marienplatz 13) zählt zu den ältesten Gebäuden Immenstadts, es wurde schon im Gütertauschvertrag von 1360 zwischen Heinrich Graf von Montfort und Ritter Walther von Laubenberg erwähnt. Bis zur Fertigstellung des Stadtschlosses diente es als Stadtwohnung der Herrscherfamilien, nach deren Umzug ins Schloss bürgerte sich die Bezeichnung „Alter Hof“ ein. Lange Zeit handelte es sich um das einzige Wohngebäude der Stadt aus Stein. Aus dem Jahre 1805 liegt eine detaillierte Beschreibung des massiven Bauwerks mit vier Stockwerken und mehreren Anbauten vor. Demnach konnte es zwölf beheizbare Zimmer, Nebenzimmer und Kammern, eine Stallung für neun Pferde, eine Remise und gewölbte Keller aufweisen. Eine gepflasterte Einfahrt führte in einen geräumigen Innenhof mit Brunnen.
  • Das Gebäude Bräuhausstraße 1 war ehemals das gräfliche Brauhaus, das nach dem Brand des Vorgängerbaus 1766 durch Franz Hugo Graf zu Königsegg-Rothenfels mit dem Schanklokal „Zum Löwen“ errichtet worden war. 1807 wurde das Haus von Franz Anton Höß ersteigert, 1894 erfolgte die Veräußerung an August Kaiser und 1908 schließlich die Erweiterung zur „Villa Kaiser“. Seit dem Umbau 1996/97 wird das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.
  • Der ehemalige gräfliche Marstall (Bräuhausstraße 6) wurde vermutlich im 17. oder 18. Jahrhundert erbaut. Es handelt sich um ein langgestrecktes Gebäude, das früher für die Schlossbewirtschaftung genutzt wurde. Später waren Stall- und Lagerräume der Brauerei Höß bzw. der Kaiserbrauerei untergebracht. Nach einer umfassenden Sanierung (1996) befinden sich heute in dem Bauwerk Wohnungen und Geschäfte. An der Südseite ist in die Wand ein Königsegger Wappenschild eingelassen.
  • An der Stelle des jetzigen Literaturhauses Allgäu stand früher das ehemalige gräfliche Brauhaus. Es brannte 1765 ab. 1774 errichtete Christian Moriz zu Königsegg-Rothenfels, ein vorübergehend in Immenstadt wohnender Verwandter des regierenden Grafen Franz Fidelis zu Königsegg-Rothenfels, über den noch vorhandenen Bierkellern eine Reitschule. Mit dem Ende der Grafschaft Königsegg-Rothenfels gelangte das Gebäude zunächst in österreichischen, dann in bayerischen Staatsbesitz. 1807 wurde es durch Franz Anton Höß erworben, der es viele Jahre den Immenstädter Laienschauspielern als Theater überließ. Es erfolgte 1895 ein Verkauf an die Familie Kaiser (Kaiserbräu) und wurde 1990 durch die Stadt Immenstadt erworben. In den Jahren 2006 – 2008 wurde das Gebäude aufwändig saniert, es beherbergt heute die Stadtbücherei.
  • In der Bahnhofstraße findet man die ehemalige gräfliche Kanzlei (Bahnhofstraße 11), die 1597 und 1660 in den Quellen erwähnt wird. Das ursprüngliche Gebäude brannte 1679 ab. Wenige Jahre später errichtete man direkt am Lindauer Tor (abgebrochen 1806) das Haus neu. Es diente als Zollstätte und beherbergte Diensträume, das herrschaftliche Archiv sowie die Wohnung des Kanzleiverwalters. 1805 gelangte es in bayerischen Staatsbesitz, ein Jahr später wurde es an den Kaufmann Fidel Hagenauer veräußert. Bis 1819 wohnte hier auch Maximilian Graf zu Königsegg-Rothenfels, ein Bruder des letzten regierenden Grafen Franz Fidelis.
  • Das Hofjägerhaus in der Bahnhofstraße 7 wurde von Graf Hugo von Königsegg-Rothenfels 1646 als Wohnhaus des Hofjägers errichtet. Um 1675 war in dem Haus die Münze untergebracht. Nach 1804 war Österreich und ab 1806 der Bayerischen Staat Inhaber des Gebäudes. Bis es 1827 in private Hand überging diente das Anwesen als Wohnhaus für den staatlichen Revierförster.
  • Das Hörmannhaus am Klosterplatz wurde 1757 erbaut und 1905 an das Kapuziner-Kloster verschenkt. Das Gebäude diente als Bäckerei. Von 1957 bis 1990 war dort das Heimatmuseum untergebracht. Das Haus wurde 1992 saniert und umgebaut und steht seitdem unter Denkmalschutz. Seit dem Jahr 1993 ist dort die Hörmannhaus-Töpferei untergebracht.
  • Die Villa Edelweiß (Adolph-Probst-Str. 6) ist die repräsentative Gründerzeitvilla des Unternehmers und Miteigentümer der ehemaligen Mechanischen Bindfadenfabrik Immenstadt, Edmund Probst. Sie wurde 1882–1884 durch den Augsburger Architekten Jean Keller erbaut. Sie stellt eine der qualitätsvollsten Villenbauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Allgäu dar. Sie wurde Ende der 1980er Jahre von der Stadt erworben und 1988–1992 saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude ist heute Sitz der Städtischen Musikschule.

Skulpturen und Brunnenanlagen[Bearbeiten]

  • Die Mariensäule, welche den Mittelpunkt des Marienplatzes darstellt, wurde aus Dankbarkeit für das Erlöschen der Pest, die von 1628 bis 1635 wütete, von Hugo Graf zu Königsegg-Rothenfels gestiftet. Errichtet wurde die Säule allerdings erst 1773 auf Veranlassung von Franz Fidelis Graf zu Königsegg-Rothenfels, dem Enkel des Stifters. Die schon damals geplante Einfassung durch eine Brunnenanlage wurde aufgrund Geldmangels rund 200 Jahre lang immer wieder aufgeschoben, so dass sich die Mariensäule erst seit 1988 über ein achteckiges Brunnenbecken erhebt. Die vier bronzenen Figuren rund um den Brunnen (Hirtenjunge – Landwirtschaft, Zimmermann – Handwerk, Weberin – Handel und Strumpfformerin – Industrie) symbolisieren traditionelle Erwerbszweige der Stadt, die an den anderen vier Ecken angebrachten Plastiken dokumentieren die Verbundenheit der Stadt mit der Natur (Schilf und Rohrkolben, Bergahorn, Linde und Apfelbaum). Geschaffen wurden sie von dem Aachener Künstler Bonifatius Stirnberg.
  • Eine von Willi Tannheimer stammende Figurengruppe an der Westfassade der Kapuzinerkirche, einen Kapuzinermönch mit zwei Kindern darstellend, erinnert an die von den Kapuzinern früher wöchentliche Verteilung des Klosterbrotes und der Klostersuppe an Arme und Bedürftige.
  • Der Geißenbrunnen am Klosterplatz stellt eine Referenz an die Kuh des kleinen Mannes und an das ehemalige Immenstädter Geißrecht dar. Er wurde 1996 ebenfalls vom Hintersteiner Bildhauer Willi Tannheimer gestaltet.
  • Die Skulpturengruppe Alpzug am Landwehrplatz, aus drei bronzenen Kühen bestehend, erinnert an den jährlichen Auf- und Abtrieb der Viehherden durch das Steigbachtal zu und von den Immenstädter Hochweiden. Das Essemble schuf im Auftrag der Stadt der Bildhauer Bonifatius Stirnberg aus Aachen. Sie wurden im April 2000 aufgestellt.
  • Die Skulpturen auf dem Bräuhausplatz, ein detailgetreues, bierfassbeladenes Brauereigespann und den Biertrinker auf der Ruhebank, schuf 1997 der Bildhauer Andreas Teuchert aus Büchenbach. Sie erinnern an den einst hier arbeitenden Betrieb der Kaiser-Brauerei.
  • Die Brunnenanlage vor dem Marstallgebäude, aus schwedischem Granit und Bronze bestehend, wurde 1997 vom örtlichen Steinmetzmeister Herbert Baldauf geschaffen.
  • Eine der ältesten Skulpturen im öffentlichen Raum ist ein Kapuzinerbruder, welcher sich unter der Last eines Balkons am Haus Klosterplatz 9 krümmt. Die Figur wurde vom Holzschnitzer Xaver Rasch aus Bühl im Jahre 1936 gefertigt.
  • Ein gusseiserner Brunnen vor dem Museum Hofmühle erinnert an die Wasserversorgung der Bürger bis teilweise in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Becken des Brunnens wurde 1990 restauriert und mit einer nachgegossenen Säule vor dem Museum aufgestellt.
  • Das Bronzekunstwerk Reigen auf dem St.–Nikolaus–Platz wurde von Ursula Gondermann aus Oberstdorf geschaffen und 1992 aufgestellt.
  • Ein weiteres Werk Willi Tannheimers ist der Erzengel Michael auf dem Platz zwischen Klostergarten und Raiffeisenbank.
  • Am Nordeingang der Stadtpfarrkirche befindet sich der Heiligenbaum. Der Bronzebaum zeigt die Patrone der Kirchen der Immenstädter Ortsteile Akams, Bühl, Diepolz, Eckarts, Rauhenzell und Stein, welche 1972 ihre Selbständigkeit aufgaben und sich an Immenstadt angliederten. Die Skulptur wurde 2006–2007 von Bonifatius Stirnberg aus Aachen geschaffen.
  • Sebastian Kulisch schuf die Skulptur Milchmusik in der Nähe der Hauptschule. Die Skulptur wurde 1997 im Rahmen des Euregio-Skulturenparks gefertigt und im Jahr 2000 von der Stadt Immenstadt gekauft.
  • Die Steinstele Schöpfungsgeschichte an der Achbrücke in der Missener Straße wurde 1974 von Heinrich Faltermeier[21] geschaffen. Sie stellt das erste Menschenpaar dar.

Kalvarienberg[Bearbeiten]

Direkt von der Altstadt führt eine steile Treppe an einem Südhang zur Kalvarienkapelle, vorbei an vierzehn Bildstöcken. In der Kapelle befindet sich eine mächtige, überlebensgroße Darstellung der Golgotha-Szene. Die Gestalten, geschaffen von Michel Beisch,[22] sind in der dargestellten Szene wild bewegt in barockhafter Manier.

Öffentliche Grünanlagen[Bearbeiten]

  • Der Klostergarten diente von 1655 bis 1980 als Kräuter- und Gemüsegarten für das Kapuzinerkloster St. Joseph. Er wurde in den Jahren 1986–1988 zu einer öffentlichen Grünanlage umgestaltet und mit einer Tiefgarage unterbaut. Den zentral gelegenen Brunnen sowie das Entenbrünnlein aus Bronzeguss schuf 1988 der Aachener Künstler Bonifatius Stirnberg.
  • Die Hofgartenanlagen sind die letzten Reste des ehemaligen gräflichen Hofgartens, den Georg zu Königsegg-Rothenfels 1590 als Lustgarten anlegen ließ. Der Garten präsentierte sich damals als 6000 m² große, von Mauern umgebene Anlage, in die man durch vier Gittertüren gelangen konnte. Im Zentrum befand sich ein Springbrunnen.
  • Der Edelweiss-Park an der Villa Edelweiss, mit über 4000 m² entwickelt sich zum Kunstpark und beherbergt Skulpturen von Sebastian Kulisch, Hannes Tuba und Jaromir Gargulák.
  • Der Auwald-Park, das "Wäldle", wie man früher sagte, zwischen Klinik, Iller und dem Schulzentrum ist mit über zehn Hektar der größte Park in der Stadt. In seiner Mitte findet man den künstlich geschaffenen 7000 m² großen Auwaldsee, im Westteil des Parkes hat der Immenstädter Kneippverein 1978 eine Wassertretanlage eröffnet. Nördlich des Kneippbeckens wurde ein Hain mit historischen Apfel-, Birnen-, Pflaumen und Aprikosenkulturen angelegt.

Sportstätten[Bearbeiten]

Stadion, Hallen[Bearbeiten]

  • Für das Auwald-Sportzentrum erfolgte im August 1974 der erste Spatenstich, 1976 konnten die Freisportanlagen eingeweiht werden. Sie umfassen zwei Rasenplätze, ein Kleinspielfeld mit Kunststoffbelag, eine sechsbahnige 400-Meter-Strecke sowie Leichtathletikanlagen. Das Sportzentrum wurde Ende der siebziger Jahre durch den Bau einer Dreifachturnhalle mit Kraftsporthalle und Innentribüne ergänzt. An deren Ostseite errichtete man für den großen Rasenplatz und die Leichtathletikanlagen eine überdachte Außentribüne. Seit 1990 trägt der Bau die Bezeichnung Julius-Kunert-Halle, benannt nach dem Immenstädter Unternehmer und Sportmäzen Julius Kunert.
  • Im Jahre 1926 wurde in der Klosterschule Maria Stern eine Turnhalle mit Bühne ihrer Bestimmung übergeben. Die Mädchenrealschule Maria Stern verfügt seit 1994 über eine weitere Sporthalle.
  • Es existieren weitere Turnhallen, welche jeweils an Schulen angegliedert sind.

Tennis[Bearbeiten]

  • Der Tennis-Club Immenstadt betreibt in Immenstadt zwei Anlagen. 5 Freiplätze für Turniertennis am kleine Alpsee mit Clubhaus und die Tennisanlage mit 8 Freiplätzen und Sandbodenhalle am Illerspitz. Angegliedert sind am Illerspitz auch Sommer-Eisstock-Asphaltbahnen.

Wintersport[Bearbeiten]

  • Von 1909 bis 1965 betrieb der Ski-Club Immenstadt mehrere Sprungschanzen auf denen eine Deutsche Meisterschaft (1912) und auch internationale Wettkämpfe stattfanden.[23]
  • Eislauf ist in Immenstadt bei entsprechender Witterung auf dem Natureisplatz Viehmarktplatz sowie am großen Alpsee möglich. Auch im Schlosshof wird im Winter 2012/2013 eine kleine Eislauffläche angeboten, bewirtet und beleuchtet.

Wassersport[Bearbeiten]

  • Im Bereich des Auwald-Sportzentrums befindet sich auch ein Hallenbad. Der Badebetrieb wurde am 4. Februar 1978 aufgenommen. Ein Jahr später, am 18. Mai 1979, war die feierliche Übergabe des seit November 1973 im Bau befindlichen und neuerrichteten Freibads Kleiner Alpsee.
  • Zwischen Immenstadt und Blaichach liegt der Inselsee Allgäu, ein Wasserski- & Wakeboardpark.

Andere Anlagen[Bearbeiten]

  • In der Anlage der Allgäuer Bergwelt im Ortsteil Ratholz befindet sich der Kletterwald Bärenfalle, Bayerns größter Hochseilgarten und der Alpsee Coaster, Deutschlands längste Ganzjahres-Rodelbahn.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

  • Auf dem Viehmarktplatz findet jährlich am dritten Samstag im September der Viehscheid statt. Es werden etwa 1.000 Rinder nach der Sömmerung von den Alpen ins Tal hinunter abgetrieben (Alpabtrieb) und an ihre Besitzer zurückgegeben. Hervorzuheben ist hierbei, dass Immenstadt die einzige Stadt in der gesamten Bundesrepublik mit einem eigenen, regelmäßigen Viehscheid ist.
  • Der Immenstädter Sommer ist eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe. Konzerte, Kabarett und Open-Air-Kino locken jedes Jahr viele Einheimische und Touristen in die Altstadt. Bekannte Künstler präsentieren sich auf mehreren Bühnen im Kern der Stadt.
  • Vom 4. bis zum 6. Dezember wird alljährlich auf dem Marien- und Klosterplatz das Klausentreiben veranstaltet. Auch kommt um diese Zeit der Stadtnikolaus zu Besuch.
  • Freunde der Blasmusik kommen bei zahlreichen Standkonzerten der Stadtkapellen Immenstadt (Pavillon in der Hofgartenanlage) und Bühl (Seebühne) in den Sommermonaten auf ihre Kosten.
  • In den Sommermonaten finden unter dem Motto "Horch, Orgelmusik" wöchentlich halbstündige Matineen auf der Siegfried-Schmid-Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus statt.
  • Auf der für das südliche Oberallgäu relevanten Kunstausstellung Die Südliche, welche turnusgemäß alle 3 Jahre neben Sonthofen und Oberstdorf in Immenstadt stattfindet, präsentieren einheimische und abgewanderte Künstler einen kleinen Querschnitt ihrer Werke. Es werden 3 Preise ausgelobt (Johann-Georg-Grimm-Preis des Kunstfördervereins, Der erste Ankauf der Sparkasse Allgäu, Das kleine Format der Privat-Brauerei Zötler).

Sport[Bearbeiten]

  • Auf dem Großen Alpsee finden jedes Jahr verschiedene Segelregatten statt.
  • Auch ambitionierte Breitensportler kommen in der „Sportstadt“ Immenstadt auf ihre Kosten: Der Allgäu Triathlon lockt jedes Jahr im Juli etwa 1.000 Sportler. Auch bei verschiedenen Laufveranstaltungen, wie z. B. dem Lauf um den Großen Alpsee (August), dem Iller-Marathon (Juni) oder dem Nikolauslauf (Dezember) kommen zahlreiche Hobbyathleten zum Zug.

Weitere Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Dreimal jährlich werden in der Innenstadt Fieranten-Märkte abgehalten (Maimarkt (Mai), Michaelimarkt (September) und Gregorimarkt (November)), auf welchen fahrende Händler ihre Waren anbieten.
  • Am Samstag vor Aschermittwoch findet in Immenstadt ein Faschingsumzug der Vereine mit Kostümen und dekorierten Wagen statt.
  • Am Sonntag nach Aschermittwoch, dem Funkensonntag wird in Immenstadt, wie auch in anderen Allgäuer Orten an erhöhter Stelle und gastronomisch betreut ein großes, weithin sichtbares Funkenfeuer entzündet.
  • Ende Juli wird in der Fußgängerzone das Stadtfest abgehalten. Eineinhalb Tage lang wird dieser Bereich in eine Party-Zone für jung und alt verwandelt.
  • Ebenfalls im Juli findet im Stadtteil Bühl direkt am Alpsee jährlich das Seenachtsfest statt. Das Fest wird von einem halbstündlich verkehrendem Shuttlebus befahren (ZOB – Marienplatz – Hofgarten – Bühl Gästeamt / Hafen). Höhepunkt des Festes ist ein großes Brillantfeuerwerk.
  • Zweimal jährlich laden die Immenstädter Einzelhändler zum Einkaufen zu einem Verkaufsoffenen Sonntag (April) resp. Verkaufsoffenen Feiertag (Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober) ein.
  • Auf einem Käse- und Bauernmarkt präsentieren sich zahlreiche Aussteller zu Ende des Sommers auf dem Marienplatz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Beschäftigten- und Betriebestruktur[Bearbeiten]

nach Betriebsgrößen (Anzahl der SV-Beschäftigten) sortiert[Bearbeiten]

Quelle: Bundesagentur für Arbeit; Ladestand: 31. März 2013

SV-Beschäftigte = Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (ohne Beamte, Geringverdiener und Freiberufler)

Gruppe Betriebe SV-Beschäftigte Anteil
alle Betriebe mit SV-Beschäftigten 436 7.931 100 %
zwischen 1 und 5 SV-Beschäftigte 280 642 8 %
zwischen 6 und 49 SV-Beschäftigte 136 1.913 24 %
zwischen 50 und 99 SV-Beschäftigte 10 672 8 %
zwischen 100 und 499 SV-Beschäftigte 9 1.800 23 %
mehr als 500 SV-Beschäftigte 1 2.904 37 %

Geringfügige Beschäftigung[Bearbeiten]

2013 gab es in Immenstadt 986 geringfügig Beschäftigte in 365 Betriebsstätten. Das sind 11 % von allen 8.917 gemeldeten Beschäftigten (ohne Beamte). In 128 Betrieben gab es ausschließlich geringfügig Beschäftigte. Bei 39 dieser Arbeitgeber handelte es sich um private Haushalte. In 34 Betrieben gab es beides, aber mehr Geringverdiener als Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Beschäftigtenanteile nach Wirtschaftsabteilungen (WZ 08) sortiert[Bearbeiten]

Die letzte Spalte zeigt die Differenz 2013 zu 2011 bei allen Beschäftigten

Bst. Hauptwirtschaftszweig Betriebe SV-Beschäftigte Geringverdiener Anteil an allen Beschäftigten Δ 2011
alle Abteilungen 564 7.931 986 100,0 % + 513
A Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 14 37 28 0,5 % + 12
C Verarbeitendes Gewerbe 38 3.998 108 50,4 % + 47
D Energieversorgung 1 18 0 0,2 % + 1
E Wasserversorgung, Abfallwirtschaft 3 23 2 0,3 % + 3
F Baugewerbe 37 190 23 2,4 % + 4
G Handel 106 778 151 9,8 % + 162
H Verkehr und Lagerei 9 151 76 1,9 % + 101
I Gastgewerbe 52 172 94 2,2 % - 61
J Information und Kommunikation 10 338 145 4,3 % - 12
K Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 17 121 9 1,5 % + 10
L Grundstücks- und Wohnungswesen 38 25 41 0,3 % + 22
M Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen 28 242 26 3,0 % + 12
N Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen 25 216 42 2,7 % - 1
O Öffentliche Verwaltung, Sozialversicherung 8 151 16 1,9 % - 1
P Erziehung und Unterricht 17 256 18 3,2 % + 27
Q Gesundheit und Sozialwesen 64 1.062 103 13,4 % + 141
R Kunst, Unterhaltung und Erholung 13 52 28 0,7 % + 40
S Sonstige Dienstleistungen 36 93 36 1,2 % - 5
T Private Haushalte mit Hauspersonal 47 8 40 0,1 % + 11

Wirtschaft in Zahlen[Bearbeiten]

→ Zahlen, falls nicht anders beschrieben, für 2010[24]

Landwirtschaft
Anzahl Betriebe 107
Betriebe mit mehr als 50 Hektar 17
Viehbestand 4.918 Rinder, 270 Schafe, 155 Hühner, 104 Pferde
Verarbeitendes Gewerbe
Anzahl Betriebe mit im Allgemeinen 20 oder mehr Beschäftigten 10
Bruttoentgelte 154 Mio. EUR
Bauhauptgewerbe
Anzahl Betriebe 2011 8
Beschäftigte Ende Juni 2011 50
Gesamtumsatz 3 Mio. EUR
Fremdenverkehr
Geöffnete Beherbergungsbetriebe im Juni 2011 mit neun oder mehr Gästebetten 58
Gästeankünfte 86.181
Gästeübernachtungen 267.541

Medien[Bearbeiten]

  • Seit 2. April 1859 werden in Immenstadt Zeitungen produziert. Begonnen wurde mit dem Wochenblatt für das Landgericht Immenstadt u. Sonthofen. Heute befindet sich in der Jahnstraße die Lokalredaktion des Allgäuer Anzeigeblattes.
  • Der Redaktionssitz der Metallfachzeitschrift Hephaistos ist im Ortsteil Werdenstein.
  • In Immenstadt ist der Verwaltungssitz von Radio Horeb, einem privaten christlichen Radiosender.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Behörden[Bearbeiten]

  • Polizeiinspektion Immenstadt im Allgäu
  • Staatliches Schulamt im Landkreis Oberallgäu
  • Vermessungsamt Immenstadt
  • Bayerisches Forstamt Immenstadt
  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten, Außenstelle Immenstadt
  • Finanzamt Kempten, Außenstelle Immenstadt

Einrichtungen Kunst und Kultur[Bearbeiten]

  • Unter städtischer Führung werden vor Ort eine Stadtbibliothek (Bestandteil des Literaturhauses), die Hofgarten-Stadthalle und verschiedene andere Kultureinrichtungen betrieben.
Jugendzentrum Rainbow
  • Bereits seit 1970 gibt es in der Stadt ein Jugendzentrum, welches zuerst selbstverwaltet (Aktion Freies Jugendheim) in der ehemaligen Schießstätte auf dem Kalvarienberg betrieben wurde und ab 1983 als Nachmieter in das AOK-Gebäude in der Mittagstraße einzog. Träger war ab 1976 der Kreisjugendring Oberallgäu und ist seit 1983 die Stadt Immenstadt. Seit 1979 trägt die Einrichtung den Namen: "Rainbow". Es gibt die Hauszeitung: "Bow", zahlreiche Werkstatt- und Interessengruppen, Live-Musik und andere Kulturveranstaltungen. Legendär ist der alljährliche 68iger-Ball, der thematisch und personell eine Reminiszenz an die Gründungszeit darstellt.

Für Künstlerinnen und Künstler der bildenden Kunst stellt die Stadt Immenstadt mehrere Räumlichkeiten für Werkschauen und Einzel-/ Gruppenausstellungen zur Verfügung:

  • Schlosssaal im Schloss am Marienplatz (2. Stockwerk, ehemalige Stadtbücherei)
  • Schrannenhalle im Rathaus am Marienplatz (Foyer)
  • Heimatmuseum Hofmühle an der Ach (bei großen Ausstellungen das gesamte Gebäude, ansonsten im Dachgeschoss)
  • alpseeGalerie im Ortsteil Bühl am Alpsee (privater Träger)[25]
  • Kunstausstellung im Foyer und Treppenhaus des GZI – Gesundheitszentrum Immenstadt[26]

Theater, Kabarett und Konzerte finden im Hofgarten, dem Stadtschloss, in der Hofmühle, dem Rainbow und im Sommer auch im Klostergarten statt.

Gesellschaften mit städtischer Beteiligung[Bearbeiten]

  • Allgäuer Überlandwerk GmbH, Kempten (AÜW)
  • Sozial-Wirtschaftswerk des Landkreises Oberallgäu Wohnungsbau GmbH, Sonthofen (SWW)
  • Telezentrum Allgäu GmbH & Co.KG, Rettenberg
  • Sozialbau Kempten Wohnungsbau GmbH
  • Oberallgäu Tourismus-Service GmbH (OATS)
  • Mittag-Schwebebahn
  • Alpsee Bergwelt GmbH & Co. KG

Stiftungen[Bearbeiten]

  • Julius und Gertraud Kunert-Stiftung: 1976 errichtet durch Julius Kunert, zur Förderung von Sportvereinen und -vereinigungen. 1990 erfolgte eine Erweiterung zur Gertraud- und Julius und Gertraud Kunert-Stiftung zur Förderung von Sport, Schule und Berufsausbildung.
  • Kaiser-Sigwart-Stiftung: 1990 errichtet durch Gertrud Sigwart, zur Förderung von kulturellen und sportlichen Anliegen, unmittelbar gemeinnützig und mildtätig sozialen Maßnahmen und zur Unterstützung und Förderung von Umwelt- und Naturschutz.
  • Otto Luitpold Spies Sozialstiftung: 1995 errichtet durch Otto Luitpold Spies, zur Förderung gemeinnütziger und mildtätiger sozialer Maßnahmen, zur Unterstützung der Blindenhilfe und des Tierschutzes.
  • Dr.-Rudolf-Vogel-Stiftung: 2006 errichtet durch die Stadt Immenstadt, aus den Mitteln der Stiftung wird der Betrieb des Stadtarchivs sichergestellt.
  • Gräflich-Königsegg’sche-Waisenhausstiftung: 1716 errichtet durch den Grafen Albert Eusebius von Königsegg-Rothenfels, Finanzierung des Betriebs des Kinderhorts.
  • Gräflich-Rothenfels’sche Spitalstiftung: errichtet vor über 500 Jahren, am 17. März 1495, durch den Brixener Domherrn Konrad Wenger, einen Vetter des damaligen Immenstädter Stadtamtmanns Wenger, durch Stiftung des Spitals. Das Spital sollte als Pilgerhaus und Altersheim dienen. Das jetzige Altenwohn- und Pflegeheim an der Kemptener Straße ist wesentlicher Bestandteil der ältesten Immenstädter Stiftung.
  • Ilona-Reinig-Stiftung: errichtet 2007.

Förderprojekte durch die EU[Bearbeiten]

  • Renaturierung des Skigebietes Gschwender Horn: Bedingt durch schneearme Winter entschloss sich die Stadt in den Jahren 1994–1998 zur Renaturierung des ehemaligen Skigebietes. Nachuntersuchungen in den Jahren 2003–2004 zeigten, dass die angestrebten Projektziele erreicht werden konnten.[27]
  • Allgäuer Bergbauernmuseum Diepolz: Das Museum sowie das Projekt Zeitreise und der Wiederaufbau von zwei Berghütten auf dem Museumsgelände wurden bezuschusst.[28]
  • Bau und Betrieb eines Biomasse-Heizwerkes: Durch den Betrieb einer Hackschnitzelfeuerungsanlage werden ein Hallenbad, ein Schul- und Sportzentrum, ein Kindergarten, eine Grundschule, ein Krankenhaus und 3 Wohnblöcke mit Wärme versorgt. Schwachholz aus dem Stadtwald und dem bäuerlichen Privatwald kann zu wirtschaftlich angemessenen Bedingungen eingesetzt werden.[29]
  • Initiative Alpsee 2000: Projekt zur ganzheitlichen und nachhaltigen Entwicklung der Alpseeregion in deren Lebensbereichen, u. a. im Bereich Fremdenverkehr, Landwirtschaft, Natur- und Landschaftspflege.[30]

Vereinsleben[Bearbeiten]

  • Es existieren neben der Stadtkapelle Immenstadt fünf Dorfmusikkapellen in den Ortsteilen Akams, Bühl, Diepolz, Eckarts und Stein.
  • Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche Schützenvereine (SV): Königlich privilegierte Schützengesellschaft Immenstadt 1593, Schützenverein Rauhenzell e. V, SV Akams, SV Bühl a. Alpsee, SV Diepolz Bergstätte, SV Eckarts 1924 e. V., SY Stein D`Laubenberger, SV Zaumberg 1909 e. V. und SV Seifen 1904.
  • Der mitgliedsmäßig größte Sportverein der Stadt ist der Turnverein 1860 Immenstadt e. V. mit seinen 15 Unterabteilungen.
  • Aufgrund der Nähe des Großen Alpsees und der Iller ist Immenstadt Sitz zahlreicher Wassersportvereine. Zu erwähnen sind der Alpsee-Surfclub e. V., die Bühler Segelfreunde e. V., der Faltboot-Club Allgäu e. V., der Kanuclub Allgäu e. V., der Segelclub Alpsee-Immenstadt e. V. (Abkürzung: SCAI), der Segelclub Trieblings-Immenstadt e. V., der Segelverein Alpseewies und der ATCI Allgäuer Tauch Club Immenstadt e. V..
  • Ältester Fußballverein ist der Fußball-Club Immenstadt 07 e. V. (Abkürzung: FCI), der am 18. Mai 1907 gegründet wurde. Fußballsport wird darüber hinaus auch betrieben bei der Spielvereinigung 77 Immenstadt e. V. (gegründet am 13. Juni 1977) und beim Fußball-Club Türk Gücü Immenstadt/Allgäu e. V. (gegründet am 15. Mai 1980).
  • Immenstädter Tennisvereine: ESV Immenstadt (Tennisclub Bühl am Alpsee) (gegründet 1976), Tennisclub Grün-Weiss Immenstadt e. V. und TC Immenstadt e. V.
  • als weitere Vereine sind zu benennen: Klausen und Bärbele Verein Immenstadt e. V. (Brauchtumsverein 2004), D' Stoinebergler Immenstadt Trachtenverein (gegründet 1905), DAV – Deutscher Alpenverein – Sektion Allgäu-Immenstadt e. V (gegründet 1874), Schachclub Immenstadt 09 (gegründet 1909), Ski-Club Immenstadt 1908 e. V., Kneipp-Verein Immenstadt (gegründet 1927), KLICK-Kleinkunstverein Immenstadt e. V., Gleitschirmflieger Immenstadt-Sonthofen e. V. und Drachenflugverein Mittag Team e. V.

Bildung[Bearbeiten]

Ein Schulmeister wurde in Immenstadt bereits in einer Urkunde von 1568 erwähnt. Als Schulstadt bietet die Gemeinde die nachfolgenden Schul- und Bildungseinrichtungen:

  • Allgäuer Alpwirtschafts Akademie
  • Königsegg-Grundschule
  • Grundschule Stein
  • Mittelschule Immenstadt
  • Mädchenrealschule Maria Stern
  • Staatliche Knabenrealschule
  • Gymnasium Immenstadt (sprachliches und naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium)
  • Berufsschule mit Berufsaufbauschule
  • Berufsfachschule für Hauswirtschaft und gastgewerbliche Berufe
  • Landwirtschafts- und Alpwirtschaftsschule
  • Private Wirtschaftsschule Merkur
  • Fachschule für Altenpflege
  • Musikschule Oberallgäu Süd e. V.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Diverse Radstrecken die durch Immenstadt führen.

Busverkehr[Bearbeiten]

  • Stadtbus: In Immenstadt verkehren sechs Stadtbuslinien. Die Linien 1 (Welzereute), 2 (Südstadt), 3 (Schwarzer Gund) und 4 (Klinik Immenstadt) werden von der Firma Jörg 'Der Immenstädter' und die Linien 5 (Bräunlings) und 6 (Rauhenzell) von der Regionalverkehr Allgäu (RVA) betrieben.
  • Regionalverkehr: Das Stadtgebiet wird zudem von der Jörg-Linie (Akams, Gopprechts), den RBA-Linien 39 (Oberstaufen), 41 (Sonthofen) und 64 (Kempten) und den RVA-Linien 9740 (Lindau / Oberstdorf), 9781 (Oberjoch), 9782 (Seltmanns), 9783 (Niedersonthofen) und 9784 (Wolfis) befahren.
  • Fernverkehr: In der Jahnstraße befindet sich eine Haltestelle der Linie 045 MFB MeinFernbus mit den Zielen: Aalen, Berlin, Heidenheim, Nürnberg und Ulm.
  • Busbahnhöfe: Westlich neben dem Eisenbahnhof befindet sich der Zentrale Omnibusbahnhof mit Haltestellen für alle 15 Stadt- und Regionalbus-Linien, südlich der Klinik Immenstadt liegt der Schulbusbahnhof, der von fünf Linien angefahren wird. Die Schüler der Königseggschule, Mittelschule, Knabenrealschule und des Gymnasiums brauchen keine Straße überqueren, um den Schulbusbahnhof zu erreichen.
  • Bushaltestellen: Im Innenstadtbereich gibt es 60, im Aussenbereich 55 Bushaltestellen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der örtliche Bahnhof ist Verkehrsknoten für das Oberallgäu. Hier zweigt die Bahnstrecke nach Oberstdorf von der Allgäubahn ab. Dadurch gibt es Anbindung Richtung Lindau, Oberstdorf, Ulm, Augsburg, München und Nürnberg.

Alle zwei Stunden verkehrt von Oberstdorf bzw. Lindau nach München der alex (bis 8. Dezember 2007: Allgäu-Express), der aus Eurorunner-Lokomotiven bzw. Ex-ÖBB 2043 sowie modernisierten Abteil- und Speisewagen gebildet wird. Im Fernverkehr wird Immenstadt täglich von zwei IC-Zugpaaren bedient: IC 2084/2085 'Nebelhorn' Hamburg-Oberstdorf sowie IC 2012/2013 'Allgäu' ((Leipzig-)Magdeburg-)Hannover-Dortmund-Oberstdorf.

Eine Besonderheit in Immenstadt ist, dass von Richtung Kempten kommende Züge mit Fahrtziel Oberstdorf hier die Fahrtrichtung wechseln müssen.

Bahnhöfe und Haltestellen

Der Betrieb der Immenstädter Bahnhöfe, bzw. Haltestellen in Seifen (Schwab.), Bühl am Alpsee und Ratholz wurde bis 1983 eingestellt. 1973 hielten an Werktagen 24 bis 26 Züge in diesen Ortsteilen. Am nördlichen Stadtrand beim Werdensteiner Moos war im 19. Jahrhundert ein Abzweiggleis zu einem Torfmagazin mit Verladestation eingezeichnet. Im Bahnhof Immenstadt wurden die Gleisanlagen in den letzten fünfzig Jahren von zwölf auf fünf parallele Gleise reduziert. Von einst 22 Prellböcken ist nur einer geblieben. 1985 zählte das Immenstädter Personal der Deutschen Bundesbahn noch 20 Beschäftigte, darunter vier Schranken- und zwei Weichenwärter. Heute ist die Deutsche Bahn hier kein nennenswerter Arbeitgeber mehr.

Gleisplan Bahnhof Immenstadt
Nicht verwirklichte Eisenbahn-Projekte im 19. Jahrhundert

Um 1853 wollte man eine Alpen überquerende Eisenbahn durch Immenstadt die Schrofenpass-Bahn als Alternative zu der damals geplanten Bahn über den Lukmanierpass bauen. "Es sollte nemlich von Immenstadt über Oberstdorf in's Lechthal an den Arlberg und dann in die Finstermünz und in's Vintschgau eine Bahn gebaut werden. Damit wär' der passendste und leichteste Übergangspunkt in der ganzen Alpenkette gegeben..." Beide Varianten wurden zugunsten der Gotthardbahn aufgegeben.[31][32]

Die 'Berg' Gattung D IV

Im Jahre 1865 wurde beschlossen Aktien für eine Pferdebahn zwischen Immenstadt und Sonthofen auszugeben. Auch dieses Projekt wurde nicht verwirklicht. Stattdessen wurde die Dampf-Eisenbahn 1873 auf dieser Strecke eröffnet.[33]

Immenstadt als Namensgeber für zwei Lokomotiven, einen Zug und eine Modelleisenbahn-Anlage

1851 war das Baujahr der 'Immenstadt', einer Lok der Gattung B II vom Hersteller J.A.Maffei (München), ausgemustert bis 1881. "Die 'Immenstadt' fährt sämmtliche Züge einer Zweigbahn, welche als gemischte Personen- und Güterzüge bezeichnet werden."[34] Im Jahre 1883 entstand eine weitere Lok, diesmal der Gattung D VI, ebenfalls von Maffei und dem Namen 'Immenstadt' mit der Fabriknummer: 1298, ausgemustert am 10. Juni 1938. (Nebenbahntenderlokomotive) Deutsche Reichsbahn DRG 98.7512. Ein Neigetechnik-Nahverkehrstriebwagen (Br 612 074-5) des Allgäu-Franken-Express ziert sich mit Wappen und Namen der Stadt Immenstadt. Auch der Anlagenbausatz 61900 der Firma Noch trägt den Namen: Immenstadt.

Zugunglücke im Stadtgebiet

In Immenstadt sind drei Zugunglücke bekannt. Am Sonntag, den 16. Juli 1854 entgleiste am Alpsee ein Personenzug. Ein Heizer starb, der Lokführer und ein weiterer Heizer wurden lebensgefährlich verletzt, Passagiere kamen nicht zu Schaden. [35] Am 1. Juli 1975 war eine Hilfs-Lok wiederum am Alpsee mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs und auf den stehen gebliebenen Zug geprallt, dem sie eigentlich Hilfe leisten sollte. Es gab 28 Verletzte. Am 18. Februar 1999 sprangen Waggons des Intercity Oberstdorf-Dortmund in der Nähe des Krankenhauses aus den Gleisen. Ein entgegenkommender Zug konnte nicht rechtzeitig bremsen. Zwei Frauen starben, 34 Menschen wurden verletzt.[36]

Bergbahnen[Bearbeiten]

  • Mittag-Schwebebahn: Talstation Südstadt 750 m, Mittelstation 1060 m (Umstieg), Bergstation Mittaggipfel 1420 m. Der Bau der Bahn wurde 1949 abgeschlossen.
  • Alpsee Bergwelt: Talstation Ratholz 760 m, Bergstation Bärenfallenalpe 1090 m.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Heliport Klinik

Verkehr zu Wasser[Bearbeiten]

  • Der in der Zeitschrift: "Deutsches Museum" von 1778 und in dem Buch: "Eine Wasserstraße von München nach Tyrol und an den Bodensee" von Nicola von Portia aus dem Jahre 1807 geforderte Kanal vom Rhein über den Alpsee und Immenstadt zur Donau wurde nie realisiert.
  • Auf dem Alpsee verkehrt in den Sommermonaten die Santa Maria Loreto, ein Passagier-Segler vom Bootstyp Lädine.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sebastian Geiger: Physisch-medizinische Topographie des K. Baier. Landgerichts-Bezirkes Immenstadt im Ober-Donaukreise. Kempten 1819.
  • Adalbert Waibel: Die Reichsgrafschaft Königsegg-Rothenfels und die Herrschaft Staufen.... Kempten 1851.
  • F. Pentner: Führer durch Immenstadt und Umgebung. Immenstadt 1889.
  • J. M. Kennerknecht: Geschichte des Kapuzinerklosters Immenstadt: 1645- 1903. Kempten 1903.
  • Ludwig Graehl: Führer durch Immenstadt und Umgebung. Immenstadt 1932.
  • Erich Günther: Führer durch Immenstadt (Allgäu) Bühl am Alpsee und Umgebung. Oberjoch 1949.
  • Hans Birling: Umgarnter Alltag – 100 Jahre Hanfwerke Füssen – Immenstadt AG. Darmstadt 1957.
  • Stadt Immenstadt i. Allgäu (Hrsg.): Heimatbuch der Stadt Immenstadt i. Allgäu 1360–1960. Immenstadt 1960.
  • Max Flad: Kunstführer Immenstadt. Hrsg. v. Stadt Immenstadt i. Allgäu, Kempten 1986. ISBN 3-88019-012-7.
  • Rudolf Vogel (Hrsg.): Immenstadt im Allgäu. Landschaft, Geschichte, Gesellschaft, Wirtschaft, kulturelles und religiöses Leben im Lauf der Jahrhunderte. Immenstadt im Allgäu 1996. ISBN 3-920269-00-4.
  • Klaus Fischer, Manfred Miller: Immenstadt im Allgäu. Leipzig 1998. ISBN 3-931554-79-1.
  • Stadt Immenstadt i. Allgäu und Büro Janner (Hrsg.): Immenstädter AltstadtSpaziergang. Immenstadt 2001.
  • Siegbert Eckel: Immenstadt im Wandel. Eine Zeitreise zu Häusern, Gassen und Plätzen im „Städtle“. Immenstadt im Allgäu 2007. ISBN 978-3-920269-36-8.
  • Siegbert Eckel: Immenstädter Miniaturen. Geschichten und Geschichtle aus dem Städtle. Immenstadt 2009.
  • Werner Matthäus Schnell: Kirchen und Kapellen der Pfarrei Immenstadt. Lindenberg 2009. ISBN 978-3-89870-534-9.
  • Helmut Ott: 200 Jahre Immenstädter Postgeschichte. erschienen in der EDITION ALLGÄU, Immenstadt 2010. ISBN 978-3-931951-43-6.
  • Alois Schmid: Immenstadt und seine Bürger: eine Stadtgeschichte zur 650-Jahr-Feier. erschienen beim Ursus Verlag, Bad Hindelang 2010. ISBN 978-3-941414-09-9 .

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Immenstadt im Allgäu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Dr. Moriz Wagner: Über das Vorkommen von Pfahlbauten in Bayern. F. Straub, München 1867, S. 17.
  3.  : Deutsch-Lateinisches vergleichendes Wörterbuch. Hahn'sche Verlags-Buchhandlung, Leipzig 1835, S. 138.
  4.  Denkwuerdigkeiten des Ober-Donau-Kreises. Karl Rösel'sche Buchdruckerey, Augsburg 1830, S. 37, 60.
  5.  Monumenta Boica. München 1815, S. 137.
  6.  Handbibliothek des bayerischen Staatsbürgers: Oder Sammlung ..., Band 6. Karl Kollman'sche Buchhandlung, Augsburg 1862, S. 275 bis 286.
  7.  Dr. Wolfgang Benz: Süddeutschland in der Weimarer Republik: Ein Beitr. z. dt. Innenpolitik 1918 .... Duncker & Humblot, Berlin 1970, S. 146.
  8.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  9. Daten und Infos über Immenstadt
  10. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, Statistik kommunal 2011 Immenstadt (PDF; 1272 kB)
  11. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, Statistik kommunal 2011 Sonthofen (PDF; 1272 kB)
  12. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, Statistik kommunal 2011 Oberstdorf (PDF; 1272 kB)
  13. Zahlen über Immenstadt (Stand 2006) (PDF; 79,2 kB)
  14. [1]
  15. a b Friedrich Kramer: Topographisch-Historisches Handbuch für den Regierungs-Bezirk von Schwaben und Neuburg, Selbstverlag des Verfassers, Augsburg 1841, S. 107
  16. Klemens Stadler, Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland, Band 4: Die Gemeindewappen des Freistaates Bayern, I. Teil A–L, Bremen 1965, S. 79.
  17. Bericht im Allgäuer Anzeigeblatt vom 8. Januar 2010: 'Ein Siegel aus dem Jahr der Stadterhebung'
  18. Datenbank der Städtepartnerschaften
  19. Mitteilung für die Presse in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
  20. Das AlpSeeHaus
  21. Der Bildhauer Heinrich Faltermeier
  22. kultur-oa.de
  23. Skisprungschanzen-Archiv
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, Statistik kommunal 2011 (PDF; 1272 kB)
  25. Die alpseeGalerie in Bühl am Alpsee
  26. Kunstausstellungen im GZI in Immenstadt
  27. Renaturierung des Skigebiets Geschwender Horn
  28. Projekt Zeitreise im Bergbauernmuseum
  29. Bau und Betrieb eines Biomasse-Heizwerkes
  30. Initiative Alpsee 2000
  31.  Der Volksbote für den Bürger und Landmann. 1853, S. 579.
  32.  Neue Münchener Zeitung - Jahresband. 1856, S. 50.
  33.  Volks- und Schützenzeitung: Politisches Volksblatt. 1865, S. 117.
  34.  Der Civilingenieur: Zeitschrift für das Ingenieurwesen, Band 13. Arthur Felix, Leipzig 1867, S. 292ff.
  35.  Würzburger Anzeiger. 1855.
  36.  Allgäuer Anzeigeblatt. 19. Februar 1999.