Blaichach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Blaichach
Blaichach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Blaichach hervorgehoben
47.54361111111110.258611111111729Koordinaten: 47° 33′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 729 m ü. NHN
Fläche: 50,19 km²
Einwohner: 5684 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87544
Vorwahlen: 08321, 08323
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 115
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 3
87544 Blaichach
Webpräsenz: www.blaichach.de
Bürgermeister: Christof Endreß (PW / FW)
Lage der Gemeinde Blaichach im Landkreis Oberallgäu
Österreich Baden-Württemberg Landkreis Lindau (Bodensee) Kempten (Allgäu) Landkreis Unterallgäu Landkreis Ostallgäu Kempter Wald Wildpoldsried Wiggensbach Wertach Weitnau Waltenhofen Sulzberg (Oberallgäu) Sonthofen Rettenberg Ofterschwang Oberstdorf Oberstaufen Obermaiselstein Oy-Mittelberg Missen-Wilhams Lauben (Oberallgäu) Immenstadt im Allgäu Bad Hindelang Haldenwang (Allgäu) Fischen im Allgäu Durach Dietmannsried Burgberg im Allgäu Buchenberg Bolsterlang Blaichach Betzigau Balderschwang AltusriedKarte
Über dieses Bild
Kirche
Offizielles Logo von Blaichach

Blaichach ist eine bayerische Gemeinde im Landkreis Oberallgäu in Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Blaichach liegt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Es grenzt im Osten an Burgberg, die Kreisstadt Sonthofen, Ofterschwang und Bolsterlang, im Südwesten an Balderschwang, im Westen an Oberstaufen sowie im Norden an Immenstadt.

Im nordöstlichen Gemeindegebiet wird Blaichach von der Iller durchflossen.

Blaichach ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftprojekts Naturpark Nagelfluhkette.

Ortsteile[Bearbeiten]

Es existieren folgende Gemarkungen: Blaichach, Gunzesried. Zur Gemeinde Blaichach gehören die 13 Ortsteile Altmummen, Bihlerdorf, Ettensberg, Gunzesried, Gunzesrieder Säge, Halden, Hofen, Kapf, Kühberg, Reute, Schwanden, Seifriedsberg und Tanne.

Geschichte[Bearbeiten]

Blaichach wurde 1275 erstmals als Bilaicha erwähnt. Die Grafen von Montfort-Rothenfels bauten 1494 eine Zollbrücke über die Iller, womit die wichtige Salzstraße von Oberjoch nach Lindau direkt an Blaichach vorbeiführte. Blaichach war Bestandteil der Grafschaft Königsegg-Rothenfels, die 1804 an Österreich vertauscht wurde und im Frieden von Preßburg (1805) an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Zweiten Weltkrieg bestand vom Juli 1944 bis Mai 1945 im Bereich des heutigen Bosch-Werks westlich der Sonthofener Straße ein Außenlager des KZ Dachau, in dem 730 Männer inhaftiert waren, die für die Bayerischen Motorenwerke (BMW) in der Rüstungsproduktion Zwangsarbeit verrichten mussten. Über den Gräbern von vier sowjetischen und einem niederländischen KZ-Opfer auf dem Friedhof erinnert ein Gedenkstein an das Geschehen.[2]

Am 1. Juli 1972 wurde die Nachbargemeinde Gunzesried mit über 1.000 Einwohnern in die Gemeinde Blaichach eingegliedert.[3] 1978 kam es zur Bildung der aus den Gemeinden Blaichach und Burgberg im Allgäu bestehenden Verwaltungsgemeinschaft Blaichach, die aber 1980 wieder aufgelöst wurde. 1990 bis 1996 wurde der Ortskern saniert, so erfolgte die Umgestaltung des Kirchplatzes, die Integration des alten Friedhofs in den Neuen Friedhof sowie der Bau einer Ortsumfahrung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2008 wuchs Blaichach um 599 Einwohner bzw. um 12%.

Jahr 1939 1950 1961 1970 1987 1996 2000 2006 2010 2011
Einwohner 2.898 4.010 3.803 4.828 4.970 5.280 5.572 5.713 5.569 5.604

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Christof Endreß (PW/FW).

Weitere Sitzverteilung[4] im Rathaus:

  • CSU: 6 Sitze
  • Parteifreie Wählerschaft: 5 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Freie Wählerschaft Bihlerdorf-Gunzesried: 3 Sitze
  • Grüne: 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Das seit 1966 geführte Wappen der Gemeinde Blaichach zeigt in Silber über zwei schräg gekreuzten grünen Eichenblättern eine dreilatzige rote Fahne, der nebeneinander drei schräg gestellte goldene Quadrate aufgelegt sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Alpenglühen, Blick vom Allgäuer Berghof (Gemeinde Blaichach) über das Sonthofener Tal

Es gab 1998 insgesamt 2.028 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zehn, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 66 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.808 Hektar.

Das Wirtschaftsforum Blaichach ist ein Zusammenschluss von Blaichacher Unternehmen. Es verfolgt verschiedene Ziele, um die Attraktivität der Gemeinde Blaichach zu steigern.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Blaichach liegt an der Bahnstrecke Immenstadt–Oberstdorf. Die 1901 erbaute Hohe Brücke über die Gunzesrieder Ach westlich des Ortsteils Gunzesried war eine der ältesten Stahlbetonbrücken Deutschlands. Sie wurde gegen den Widerstand der Denkmalpflege durch einen Neubau ersetzt.

Bildung[Bearbeiten]

Neben einem Kindergarten unterhält die Gemeinde Blaichach eine Volksschule mit integrierter Grundschule und Mittelschule. Die Schüler der Mittelschule kommen hauptsächlich aus Blaichach und Gunzesried, aber auch aus der anliegenden Gemeinde Burgberg und teilweise aus Sonthofen.

Galerie[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ossi Reichert (* 1925; † 2006), Skirennläuferin und Olympiasiegerin
  • Karl Läufle (* 1. August 1929; † 20. August 2009), Altbürgermeister, Gemeindearchivar und Träger des Bundesverdienstkreuzes[5]
  • Claire Beyer (* 13. Juli 1947), Schriftstellerin
  • Florian Beck (* 7. Januar 1958), Skirennläufer
  • Thomas Gehring (* 27. Juli 1958), bayerischer Landtagsabgeordneter

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blaichach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 120
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  4. Ergebnis der Kommunalwahl 2008
  5. Trauer um Altbürgermeister - Karl Läufle stirbt im Alter von 80 Jahren. RSA, 22. August 2009, abgerufen am 22. März 2014.