Yared Dibaba

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Yared Dibaba (2009)

Yared Terfa Dibaba (* 8. April 1969 in Aira, Region Oromia, Äthiopien, als Yared Terfa) ist ein deutscher Schauspieler, Moderator, Entertainer, Autor und Sänger.

Leben[Bearbeiten]

Yared Terfa wurde im Südwesten Äthiopiens im Volk der Oromo als Sohn des späteren Erziehungswissenschaftlers Terfa Dibaba geboren. Nach dem Namensrecht der Oromos erhielt er den Vornamen des Vaters als Nachnamen, während sein späterer Flüchtlingspass auf den Namen Yared Dibaba und somit auf den Nachnamen seines Vaters (und den Vornamen seines Großvaters) ausgestellt wurde. Bei seiner Einbürgerung in Deutschland 1993 entschied man sich für seinen heutigen Namen Yared Terfa Dibaba.[1]

Er wuchs in der äthiopischen Region Oromia auf und kam das erste Mal 1973 mit seiner Familie nach Deutschland, nachdem sein Vater dort als Ausländer einen Studienplatz für Erziehungswissenschaften an der Universität Osnabrück erhalten hatte. 1976 kehrte die Familie nach Äthiopien zurück und Yared Terfa (Dibaba) besuchte fortan in seiner Heimat eine deutsche Schule. Im Jahr 1979 flüchtete seine Familie mit ihm wegen des Bürgerkriegs aus Äthiopien und kam nach einer Odyssee wieder nach Deutschland, wo sie sich in dem zur niedersächsischen Gemeinde Ganderkesee gehörenden Ort Falkenburg im Oldenburger Land ansiedelte. Dort besuchte Dibaba die Schule und lernte auch Plattdeutsch. 1990 legte er sein Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst ab. Anschließend absolvierte er zunächst eine dreijährige Ausbildung als Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei einem Kaffee-Importunternehmen in Bremen und besuchte dann von 1993 bis 1996 die Schauspielschule im Bremer Kulturzentrum Schlachthof. Danach ging er nach Hamburg und studierte Musik am privaten Hamburger Konservatorium.[1][2]

Yared Dibaba ist verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder und lebt in Hamburg-Altona.[1]

Wirken[Bearbeiten]

Während seines Musikstudiums begann Dibaba, bei Veranstaltungen zu moderieren, und ging dann zu einem Privatfernsehsender. Seine erste große Rolle als Schauspieler hatte er im Jahr 1999, als er in einer Episoden-Hauptrolle zusammen mit Heidi Kabel am Hamburger Ohnsorg-Theater spielte.[1]

Von 2001 bis 2002 moderierte er beim Sender 9Live die Mittagssendung News nach 12. 2004 übernahm er beim Sender VOX die Moderation von Style Attack. 2006 moderierte er zusammen mit Julia Westlake die NDR-Fernsehreihe De Welt Op Platt, in der plattdeutsch Sprechende in aller Welt vorgestellt wurden; 2010 wurden neue Folgen produziert.

Von Oktober 2007 bis Dezember 2007 präsentierte er als Gastmoderator – neben Bettina Tietjen – die Talkshow Talk mit Tietjen im NDR Fernsehen. Im Dezember 2007 gab der NDR dann bekannt, dass Dibaba neuer Moderator der Sendung wird und somit Eva Hermans Nachfolge antreten werde, die zuvor vom NDR entlassen wurde. Die Sendung wurde seitdem unter dem Titel Die Tietjen und Dibaba produziert.[3] Am 18. September 2009 führte Dibaba zum letzten Mal durch die Sendung, ehe am 25. September Eckart von Hirschhausen die Moderation übernahm.[4]

Seit September 2009 moderiert Dibaba neue Folgen von Land & Liebe im NDR. Die Sendung wurde vorher von Ina Müller moderiert. Seit 2010 moderiert er außerdem die Sendung Mein Nachmittag. Ab der TV-Saison 2012/2013 präsentiert er an der Seite von Susan Sideropoulos eine Neuauflage der Traumhochzeit auf RTL.[5]

Seit 2012 präsentiert Dibaba gemeinsam mit Tobias Schlegl und Nils Holst das Unterhaltungsformat Ganz schön dreist im NDR Fernsehen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Bücher

Tonträger

  • Platt is mien Welt. Bei einer öffentlichen Veranstaltung im November 2009 in der Bücherhalle Hamburg aufgenommen (= Dat Hörbook). Quickborn-Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-87651-318-8 (1 CD).
  • Dat groote plattdüütsche Bibel-Hörbook. För lüttje un groote Kinner (= Plattdüütsch in de Kark). Musik: Matthias Hülsemann. LAGOline-Music, Hemmingen 2011 (Doppel-CD).
  • Mien Welt blifft Platt (= Dat Hörbook). Quickborn-Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-87651-365-2 (1 CD).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yared Dibaba – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Martin Märtens: An der Schlachte die Schiffe beobachtet. Interview mit Yared Dibaba, im: Bremen Magazin, Nr. 348, Ausgabe Mai 2013, S. 14–15.
  2. Antje Hildebrandt: Der Mann, der in Eva Hermans Fußstapfen tritt. Interview mit Yared Dibaba, auf: Welt Online vom 12. Oktober 2007; abgerufen am 11. Mai 2013.
  3. Bewährt: Dibaba bleibt Eva Hermans Nachfolger bei DWDL.de, 10. Dezember 2007
  4. Meldung auf Quotenmeter.de, abgerufen am 22. Juli 2009, 20:30 Uhr
  5. Meldung auf dwdl.de, abgerufen am 16. August 2012, 20:30 Uhr