Albrecht Daniel Thaer

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Albrecht Daniel Thaer, Porträt von Johann Jacob de Lose (1806)

Albrecht Daniel Thaer [tɛːɐ̯] (* 14. Mai 1752 in Celle; † 26. Oktober 1828 auf Gut Möglin bei Wriezen) war Polywissenschaftler und gilt als Begründer der Agrarwissenschaft.[1]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thaer war der Sohn eines Arztes. Ab 1765, mit 13 Jahren, besuchte er in Celle die Lateinschule, das spätere Ernestinum. Mit 18 Jahren begann er das Studium der Medizin an der Universität Göttingen.

Arzt in Celle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1774 kehrte er als Arzt nach Celle zurück. Aufgrund seines Erfolges wurde er Leibarzt von Georg III., dem Kurfürsten von Hannover.

Heirat und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Thaer 1786 erbautes Herrenhaus an den Dammaschwiesen in Celle

Im Jahr 1786 heiratete er Philippine von Willich, Tochter des Vizepräsidenten am Celler Oberappellationsgericht Georg Wilhelm von Willich. Von ihren elf Kindern starben in Celle drei Söhne bei oder wenige Tage nach der Geburt. Im März 1807 starb ihre jüngste Tochter Henriette Arthemisia im Alter von fünf Jahren, zwei Monate später ihr vierjähriger Sohn Ludwig Ernst. Mit 17 Jahren starb im Februar 1814 ihr Sohn August.

Die älteste Tochter Wilhelmine (1787–1865) wurde Chanoinesse im Kloster Wienhausen. Die um ein Jahr jüngere Tochter Caroline (1788–1845) heirate 1809 den Mögliner Professor Georg Ernst Wilhelm Crome (1781–1813) und 1815 Franz Körte (1782–1845), ebenfalls Professor in Möglin.

Die Söhne Georg (1789–1857), Ernst (1790–1837) und Albrecht Philipp (1794–1863) begründeten genealogisch den Pantener Stamm in Schlesien, den Berliner Stamm und den Mögliner Stamm. [2]

Wirken als Agronom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit als Arzt beschäftigte Thaer sich mit Blumenzucht und Landwirtschaft. Im Jahr 1780 wurde Thaer in die Königlich-Kurfürstliche Landwirtschaftsgesellschaft berufen.

Albrecht Thaer berichtete 1798 im ersten von drei Bänden über den beeindruckenden Stand der englischen Landwirtschaft: Einleitung zur Kenntniß der englischen Landwirthschaft und ihrer neueren praktischen und theoretischen Fortschritte, in Rücksicht auf Vervollkommnung deutscher Landwirthschaft für denkende Landwirthe und Cameralisten.

Thaers erste Kontaktaufnahme mit Preußen bestand darin, dass er noch im Frühjahr 1798 den ersten Band seiner „englischen Landwirtschaft“ an König Friedrich Wilhelm III. sandte. Der König bedankte sich umgehend und betonte angesichts der „geringen Stufe“ in seinen Staaten die „Wichtigkeit des Akkerbaues in Beziehung auf individuelle und gemeine Wohlfarth“ und in Verbindung mit „den Vorzügen der englischen Landwirthschaft“.[3]

Von 1799 bis 1804 gab er gemeinsam mit J. C. Beneke[4] die Annalen der Niedersächsischen Landwirthschaft heraus.[5]

Im Jahr 1802 gründete er in Celle in den Dammaschwiesen das erste deutsche Landwirtschaftliche Lehrinstitut (heute „Thaers Garten“).[6] Dort erzielte er unter anderem mit der Fruchtwechselwirtschaft große Ertragssteigerungen.

Umzug nach Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht Daniel Thaer, Porträt von Johann Jacob de Lose (1803) auf einer deutschen Briefmarke von 2002 zum 250. Geburtstag von Thaer[7]

Im Jahr 1804 wechselte Thaer in preußische Dienste.

Mitte Februar 1804 schrieb Minister Karl August von Hardenberg an Thaer, dass er ihn „dem preußischen Staate erwerben“ möchte und ob er bereit wäre, seine Celler „Verhältnisse aufzugeben und sich ganz der landwirthschaftlichen Wissenschaft zu widmen.“ Dazu versprach ihm Hardenberg „eine große Landökonomie“, um auf ihr „Musterwirthschaften und eine Lehranstalt“ einzurichten.[8]

Thaer reiste umgehend nach Berlin, um Verhandlungen mit den preußischen Behörden aufzunehmen. Für die Bereitschaft, sein „Lehr Institut und sein landwirthschaftliches Journal“ in Preußen fortzusetzen, erhielt Thaer Mitte März 1804 vom König folgende Zugeständisse: Ordentliche Mitgliedschaft in der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften; „Drey bis Vier Hundert Morgen“ des Amtes Wollup mit der Erlaubnis, diese zu veräußern und ein besser geeignetes „anderes freyes Guth dafür zu kaufen“; „Schutz und Begünstigung des landwirthschaftlichen Lehr-Instituts“; „Censurfreyheit“ für sein „landwirthschaftliches Journal“; „Begünstigungen beym Brief-Porto“; „Ausübung der Medizinischen Praxis“; schließlich Verleihung des Titels „Geheimen Rath“.[9] Bei der teilweisen Übertragung des Amtes Wollup legte man exakt 400 Morgen zugrunde, eine etwa 100 Hektaren große Fläche. Im Juni 1804 erwarb Thaer das Rittergut Möglin bei Wriezen.[10] Erst 1806 verkaufte er Wollup.[11]

Mit Beginn des Umzugs traten ihm „manche Schwierigkeiten“ entgegen. Er hatte seine „Besitzungen bei Celle zu einem Spottpreise und gegen nicht realisirbare landschaftliche Obligationen verkaufen müssen“ [12] und „erlitt unmittelbar nach dem Ankaufe von Moegelin“ und vor seiner „Ankunft hierselbst den beinah totalen Verlust der hiesigen halb veredelten Schäferei an den Pocken.“ [13] Auf „den größten Theil der Schriften, Hefte, Auszüge, Briefe, und die ausgewählten Bücher“ aus Celle musste Thaer in Möglin verzichten, da sie beim Transport „entweder vertauscht, entwendet worden, oder sonst verloren gegangen“ sind. Durch den „Verlust der Manuscripte“ hatte er „das bereits Gesammelte von neuem zusammensuchen, das bereits geordnet Niedergeschriebene von neuem verfassen“ müssen. [14]

Im Gegenzug für genannte Grundstücksübertragung hatte Thaer vor allem sein landwirtschaftliches Lehrinstitut von Celle nach Preußen zu verlegen. Im Juni 1806 schrieb er an König Friedrich Wilhelm III., „daß der Eröfnung dieses Instituts auf nächsten Michaelis nichts weiter entgegensteht“, und erinnerte ihn an das zwei Jahre zuvor gegebene Versprechen „Schutz und Begünstigung des landwirthschaftlichen Lehr-Instituts“ zu erhalten.[15] Umgehend erging die Aufforderung des Königs an die zuständigen Behörden, dieses Institut, von dem „sich sowohl für die Landwirthschaft als für den öffentlichen Dienst in diesem Fache ein großer Nutzen erwarten läßt“, in „besondern Schutz“ zu nehmen.[16]

Mitte Oktober 1806 erlitt Preußen bei Jena und Auerstedt die entscheidende Niederlage gegen Frankreich. Im November begann im Mögliner Institut der erste Kurs mit wenigen Teilnehmern: Es „kamen, der Kriegsunruhen wegen, statt einundzwanzig, anfangs nur drei, nach und nach fünf bis sechs.“[17]

„Annalen des Ackerbaues“ und „Grundsätze der rationellen Landwirthschaft“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entsprechend der Verpflichtung zur Fortsetzung seines Journals gab Thaer seit Anfang 1805 monatlich ein Heft der Annalen des Ackerbaues heraus, wovon sechs Hefte einen Band bildeten. Der letzte der zwölf Bände erschien 1810.[18] Schon im Juni 1804 kündigte Thaer die erweiterte Thematik seiner Annalen an: „Das Journal soll eigentlich alles das begreifen, was auf Ackerbau, Viehzucht und Betrieb des wirthschaftlichen Gewerbes nahen Bezug hat.“ [19]

Im Herbst 1809 erschien der erste Band seiner schon in Celle vorbereiteten Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Als „systematisches, nicht fragmentarisches Werk in einem Fache, welches noch nicht wissenschaftlich behandelt war“ [20], wurde es zu einem der Hauptwerke der Agrarwissenschaft. 1810 erschienen der zweite und dritte Band, 1812 der vierte Band.

Die Fortsetzung der Annalen des Ackerbaues gab Thaer 1811 und 1812 unter dem geänderten Titel Annalen der Fortschritte der Landwirthschaft in Theorie und Praxis in zwölf Stücken heraus.

Staatsrat im Innenministerium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem im Dezember 1808 Gottlob Johann Christian Kunth und Johann Gottfried Hoffmann zu Staatsräten für Fabriken bzw. Staatswirtschaft in der Sektion Gewerbepolizei des preußischen Innenministeriums ernannt wurden, erhielt Thaer im Februar 1809 auf Vorschlag des Sektionsleiters Theodor von Schön die Staatsratsstelle für Landwirtschaft in dieser Sektion für Gewerbepolizei.

Innenminister Friedrich Ferdinand Alexander zu Dohna-Schlobitten schrieb schon Ende Dezember 1808 an Theodor von Schön, dass Thaer als Staatsrat „nur von Zeit zu Zeit“ den Sitzungen in Berlin beiwohnen, aber „zu jeder Zeit schriftliche Gutachten“ abgeben müsste, „gegen eine Besoldung von 800 rt järlich“.[21] Theodor von Schön fragte umgehend in Möglin an, ob Thaer mit dieser Staatsratsstelle und den Vorgaben des Ministers einverstanden wäre. Allerdings überließ er es Thaer, zu bestimmen, „in welchen Monathen und wie oft“ er an den Sitzungen in Berlin teilnehmen möchte und erhöhte das Gehalt auf „800 bis 1000 Thl“.[22] Thaer antwortete Anfang Januar 1809, dass ihm „Ostern, Michaelis und Weihnachten die passendsten zu einem längeren und regulairen Aufenthalt“ in Berlin wären, doch stünde er „freilich zu jeder Zeit auf einige Tage zu Diensten.“ Als Gehalt schienen ihm 1000 Taler angemessen. Schließlich wünschte er sich „einen geschickten concipirenden Secretair“, da ihm „wegen einer veralteten vertagten Gicht am rechten Arme das Führen der Feder ungemein sauer wird.“ [23]

Mit Schreiben vom April 1809, dessen Entwurf von Hoffmann stammte, bekam Thaer von Theodor von Schön gleich zwei größere Aufträge. Er bat ihn, die dem Schreiben beigefügten „Grundlagen einer neuen Gemeinheitstheilungsordnung“ seiner „Prüfung zu unterwerfen“ und „sodann den Entwurf zu einer vollständigen neuen Gemeinheitstheilungsordnung auszuarbeiten.“ Für diejenigen, die bei Teilungen „künftig als Schiedsrichter auftreten werden“, sollte Thaer eine Schrift „in der Sprache des gemeinen Mannes“ verfassen und „einen solchen Leitfaden (Guide) für die Marken und Pommern gefälligst publiciren“, damit „ähnliche Werke nach diesem Muster für Preußen einer- und Schlesien andrerseits bearbeitet“ werden könnten.[24]

Das Ergebnis seiner Prüfung der „Grundlagen“ legte Thaer bereits Anfang Mai 1809 mit einigen Kritikpunkten und ausführlichen Begründungen vor. Er begrüßte, dass „das schiedsrichterliche Ermessen vorgezogen“ wurde, betonte aber, dass „die Justiz-Commissarien, welche an ähnliche Geschäfte gewohnt sind, mit gutem Grunde ausgeschlossen werden“ sollten. Er bemängelte, „daß die Schiedsrichter das ganze Geschäfft“ der Gemeinheitsteilungen „selbst betreiben“ sollten. Dagegen schlug er vor, hauptsächlich besoldete „gute Oekonomiecommissarien“ einzustellen, die aber auch „durch Rath und Belehrung die Landeskultur verbreiten“ müssten. Die Schiedsrichter wären dann Thaer zufolge „gewissermaaßen eine zweite Instanz“, von denen man eher eine „unpartheyische Prüfung der Widersprüche, die dagegen gemacht werden,“ erwarten würde.[25]

Professor an der Berliner Universität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Leiter der Sektion für Kultus und öffentlichen Unterricht richtete Wilhelm von Humboldt im Juni 1810 an Thaer die Bitte, „die Professur des Ackerbaus“ an der Universität Berlin zu übernehmen und „wenigstens den Winter“ hindurch „ordentliche Vorlesungen zu halten“.[26] Thaer machte die Annahme dieses Angebotes davon abhängig, dass „die Kosten des Stadtlebens im Winter“ ersetzt werden, und gab zugleich den Hinweis, „blos für Gelehrte“ nicht arbeiten zu wollen.[27]

Thaer sollte „den hiesigen Studirenden mit seinen schätzbaren oekonomischen und kameralistischen Kenntnißen nützlich“ werden,[28] erklärte der vortragende Rat für öffentlichen Unterricht Georg Heinrich Ludwig Nicolovius, der im Juli 1810 beim König ohne Nennung des Faches und unter Verzicht auf das Ordinariat den Antrag stellte, „den Staatrath Thaer als Profeßor extraordinarius bei der hiesigen Universität“ anzustellen.[28] Der König erteilte noch im selben Monat seine Zustimmung.

Bereits nach zwei Semestern schrieb Thaer ans Innenministerium, dass er sich „noch mehr überzeugt habe, daß aus den Vorlesungen über Landwirthschaft auf einer Universität wenig Nutzen hervorgehe.“[29] Trotzdem behielt er seine Professur bis 1819.

Merino-Zucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1816 wurde Thaer „die obere Aufsicht“[30] über die beiden in Brandenburg und Schlesien zu errichtenden staatlichen Merino-Stammschäfereien übertragen, die dem preußischen Innenministerium direkt unterstellt werden sollten. Für Brandenburg schlug Thaer umgehend das Möglin benachbarte Gut Frankenfelde und als Administrator Lezius vor und für Schlesien wenige Monate später das Gut Panten, dessen Administration sein ältester Sohn Georg innehatte.

Lebensabend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Verordnung vom Februar 1817 „wegen der den Civilbeamten beizulegenden Amtstitel und der Rang-Ordnung“ [31] erfolgte im November 1817 mit wenigen Ausnahmen eine allgemeine Umbenennung der Titel der vortragenden Räte und Abteilungsdirektoren. Thaer erhielt damit statt des bisherigen Titels „Staatsrath“ den künftigen Titel „Geheimer Ober-Regierungsrath“.[32]

Aufgrund der jahrelangen schwierigen Existenz seines landwirtschaftlichen Lehrinstituts bat Thaer im Feb. 1819 den preußischen König Friedrich Wilhelm III., „daß das Institut das Prädicat einer Königlich privilegirten Academie des Landbaues“ erhalte, weil es „nirgends weniger als in dieser Provinz gewürdigt und gewissermaaßen nur als Winkelschule betrachtet“ werde. Erst nach einem umfangreichen Schriftwechsel wurde dem Institut im Juli 1819 das Prädikat einer „akademischen Lehr-Anstalt des Landbaues“ erteilt.[33]

Anfang 1819 fasste Thaer den „Entschluß, die Professur bei der hiesigen Universität und mit derselben eine bedeutende Einnahme aufzugeben.“ Als Grund nannte er „nächst dem Institute“ in Möglin „die vielen, aber nützlichen Geschäfte,“ welche ihm „die Stamm-Schäfereien zuziehen.“[34] Thaers Professur endete im Herbst 1819. Wegen seiner Oberaufsicht über die Stammschäfereien[35] behielt Thaer auch nach seinem Verzicht auf die Berliner Professur seine Stelle im Innenministerium. Im Handbuch über den Königlich-Preussischen Hof und Staat wurde er bis zu seinem Todesjahr 1828 als vortragender Rat (bzw. Mitglied der 2. Abteilung) in diesem Ministerium geführt.[36]

Im Rahmen der Karlsbader Beschlüsse wurde im Oktober 1819 die preußische Zensurverordnung erlassen und die der Akademie der Wissenschaften und den Universitäten verliehene Zensurfreiheit aufgehoben. Dem Minister des Innern und der Polizei zufolge hatte daher „auch Thaer, in Ansehung der von ihm herausgegebenen Mögelinschen Annalen der Landwirthschaft sich der Censur unterwerfen“ müssen. [37]

Mitte September 1827 sprach Thaer im Schreiben an Innenminister Friedrich von Schuckmann erstmals von seiner, durch eine „schmerzhafte, seit drei Monathen anhaltende Krankheit, vermehrten Altersschwäche.“ Um die Fortsetzung des Mögliner Lehrinstituts zu sichern, bat er um Genehmigung, seinen Sohn Albrecht Philipp „als Lehrer bei diesem Institute eintreten“ zu lassen, damit er seinen Vater „im Fache der eigentlichen Landwirthschaft“ künftig „unterstützen und ersetzen“ könnte. Gleichzeitig bat er darum, Albrecht Philipp „die Expectanz eines angemessenen Gehalts“ nach Thaers „Ableben zu sichern.“ Bei einem „schwachen Besatze von 10 bis 12 Schülern, wovon mehrere nur ein halb Jahr bleiben“, könnte „die Anstalt ohne jenen Königl. Zuschuß“ nicht existieren.[38] Laut Thaers Schreiben von Silvester 1827 an den preußischen König übernahm wegen „der langwierigen und schmerzhaften Gichtkrankheit“ der Sohn den „Lehrvortrag schon in diesem Semester“. Thaer hoffte, „nach der jetzt eingetretenden Besserung“ den Lehrvortrag, „wenigstens zum Theil, nach einigen Wochen wieder übernehmen zu können,“ wobei ihm Albrecht Philipps „Hülfe nothwendig sein“ dürfte.[39]

Grabstätte im Mögliner Gutspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht Daniel Thaer starb 1828 auf dem Rittergut Möglin. Seine Grabstätte sowie eine Thaer-Büste und ein Gedenkstein befinden sich im Mögliner Gutspark.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1811 wurde Albrecht Daniel Thaer Ehrenmitglied der Leipziger Ökonomischen Societät.[40]

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmale für Albrecht Daniel Thaer befinden sich an mehreren Orten:

Albrecht-Thaer-Denkmal in Leipzig, geschaffen von Ernst Rietschel, 1850
Albrecht-Thaer-Denkmal in Celle, geschaffen von Ferdinand Hartzer, 1873

Thaer-Gesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1952 besteht eine Albrecht-Thaer-Gesellschaft, die die agrarwissenschaftliche Erforschung des Raumes Niedersachsen zum Ziel hat.[45]

1991 wurde aus der Arbeitsgruppe Thaer beim Kulturbund der DDR die Fördergesellschaft Albrecht-Daniel-Thaer Möglin e. V. gegründet. Sie betreibt eine Gedenkstätte in Reichenow-Möglin.[46]

Geldschein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reichsbank druckte das Porträt von Albrecht Daniel Thaer auf den 10-Reichsmark-Scheinen von 1929 ab. Diese Banknote war auch noch 1948 in den drei Westzonen (Trizone) gültig, bis zur Einführung der Deutschen Mark durch die Währungsreform im Juni 1948.

Briefmarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 225. Geburtstag von Albrecht Daniel Thaer gab die Post der DDR 1977 im Rahmen ihrer Ausgabenreihe Bedeutende Persönlichkeiten eine ihm gewidmete Briefmarke heraus. Im Jahr 2002 erschien eine Briefmarke der Deutschen Post anlässlich seines 250. Geburtstages.

Thaer als Namensgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin verleiht seit 1998 die Thaermedaille.[41] Die Fakultät wurde am 31. März 2014 in das „Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften“ umgewandelt.[47]

In Halle (Saale) ist ein Stadtteil als Thaerviertel benannt. In Göttingen sind eine Straße und ein Studentenwohnheim nach Thaer benannt, in Münster, in den Berliner Ortsteilen Friedrichshain und Prenzlauer Berg, in Blumberg, Hildesheim, Kleinburgwedel, Leipzig, Görlitz, Remscheid-Lennep, Uelzen, Walsrode, Soltau und Gießen je eine Straße. Die heutige ul. Karolewska im polnischen Łódź hieß von 1939 bis 1945 ebenfalls Albrecht-Thaer-Straße.

Die Albrecht-Thaer-Schule in Celle, eine berufsbildende Schule für Agrarwirtschaft,[48] ehrt den Agrarwissenschaftler ebenso wie die von ihr betriebenen Einrichtungen Café KräuThaer und KräuThaer-Laden im Heilpflanzengarten Celle.[49] (Das Albrecht-Thaer-Gymnasium in Hamburg-Stellingen wurde nicht nach Albrecht Daniel Thaer benannt, sondern nach seinem Urenkel Albrecht Wilhelm Thaer.)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl LeisewitzThaer, Albrecht Daniel. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 636–641.
  • Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer (Hrsg.): Auf den Spuren Albrecht Daniel Thaers. Möglin und seine Umgebung. Möglin 1994, ISBN 3-9803835-1-2
  • Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer (Hrsg.): Albrecht Daniel Thaer, Ausstellung. Möglin 2002
  • Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer, Martin Frielinghaus: Albrecht Daniel Thaer in Brandenburg und Berlin, Agrarhistorischer und kulturhistorischer Reiseführer. Findling, Neuenhagen 2004, ISBN 3-933603-28-5
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Zweiter Theil: Das Oderland. Berlin, Verlag von Wilhelm Hertz, 1868, S. 229
  • Guenther Franz, Heinz Haushofer: Grosse Landwirte. DLG, Frankfurt/M 1970, S. 59–78
  • Martin Frielinghaus, Claus Dalchow (Hrsg.): Albrecht Daniel Thaer. Ein Leben für die Landwirtschaft. DLG Verlag, Frankfurt 2006, ISBN 3-7690-0671-2
  • Volker Klemm, Guenther Meyer: Albrecht Daniel Thaer. Pionier der Landwirtschaftswissenschaften in Deutschland. Halle (Saale) 1968
  • Königliche Landwirtschafts-Gesellschaft (Hrsg.): Albrecht Thaer. Sein Leben und seine Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart. Zum Gedächtnis der Wiederkehr des 100. Todestages am 26. Oktober 1928. Landwirtschaftskammer für die Provinz Hannover, Hannover 1928
  • Wilhelm Körte: Albrecht Thaer. Sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth. F. A. Brockhaus, Leipzig 1839
  • Kathrin Panne (Hrsg.): Albrecht Daniel Thaer – Der Mann gehört der Welt. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung im Bomann-Museum Celle zum 250. Geburtstag von Albrecht Daniel Thaer. Bomann-Museum Celle, Celle 2002, ISBN 3-925902-44-9
  • Karl Robert Schütze (Hrsg.): Denkmal Albrecht Thaers (zu Berlin). In: Dahlemer Materialien. Berlin 1992 (= Schriftenreihe der Domäne Dahlem 3), ISBN 3-9802192-2-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albrecht Thaer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage der Albrecht Thaer Gesellschaft
  2. Vgl. Brandenburgisches Geschlechterbuch, 3. Band, Limburg an der Lahn 1872, s.v. Thaer, S. 419 f.
  3. HUB UA NL Thaer II 3, fol. 1 r
  4. Johann Conrad Beneke, siehe Beneke, Johann Conrad (1755-1808) , Jurist, aus Hameln, Pronaotarius am Oberappellationsgericht in Celle; „Benecke oder Beneke (Joahnn Conrad)“ in: Das gelehrte Hannover ... Band 1, Bremen 1823, S.133f.
  5. Annalen der Niedersächsischen Landwirthschaft. online@sammlungen.ulb.uni-muenster.de
  6. Thaers Garten und Herrenhaus in Celle celle-tourismus.de
  7. Ölporträts in der Kunstsammlung der Humboldt-Universität zu Berlin www.ub.hu-berlin.de
  8. Zitiert nach Wilhelm Körte: Albrecht Thaer. Sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth, Wiesbaden 1839, S. 167 f.
  9. Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK) II. HA Gen.Dir.-Gen.Dep. Tit. 93 Nr. 5, fol. 1 r/v
  10. Vgl. Volker Klemm/Günther Meyer: Albrecht Daniel Thaer. Pionier der Landwirtschaftswissenschaften in Deutschland. Halle 1968, S. 70 f.
  11. Vgl. Martin Frielinghaus: Die Bewirtschaftung Möglins in Thaers Schriften. In: Albrecht Daniel Thaer. Ein Leben für die Landwirtschaft, hrg. von Martin Frielinghaus/Claus Dalchow, Frankfurt am Main 2006, S. 18.
  12. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12125, fol. 9a r
  13. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12125, fol. 15 r
  14. Wilhelm Körte: Albrecht Thaer. Sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth, Wiesbaden 1839, S. 175
  15. GStA PK II. HA Gen. Dir. Gen. Dep. Tit. 93 Nr. 5, fol. 44 v, fol. 44 r
  16. GStA PK II. HA Gen. Dir. Gen. Dep. Tit. 93 Nr. 5, fol. 43 r
  17. Thaer: Nachricht von dem Institut zu Mögelin. In: Annalen des Ackerbaues. hrsg. von Albrecht Thaer, 5. Band, Berlin 1807, S. 698
  18. Annalen des Ackerbaues. online@uni-bielefeld.de, Digitale Sammlungen der Universitätsbibliothek
  19. GStA PK II. HA Gen. Dir. Gen. Dep. Tit. 55 Nr. 7, fol, 2 v
  20. A. Thaer: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Erster Band. Berlin 1809. Vorrede, S. VI.
  21. GStA PK I. HA Rep. 120 A I 3 Nr. 1, fol. 1 v
  22. GStA PK I. HA Rep. 120 A I 3 Nr. 1, fol. 6 v
  23. GStA PK I. HA Rep. 120 A I 3 Nr. 1, fol. 9 f.
  24. GStA PK VI. HA Nl Thaer Nr. 5 Fasc. 1, fol. 1 r / v
  25. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 17158, fol. 174 r ff.
  26. GStA PK I. HA Rep. 76 V a Sekt. 2 Tit. 1 Nr. 2 Bd. 3, fol. 152 r
  27. GStA PK I. HA Rep. 76 V a Sekt. 2 Tit. 1 Nr. 2 Bd. 3, fol. 164 r, fol. 164 v
  28. a b GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 21479, fol. 42 r
  29. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 10688, fol. 1 r
  30. GStA PK I. HA Rep. 74 K VI Nr. 3, Bd. 1, fol. 100 r
  31. Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 1817. S. 61 f.
  32. GStA PK I. HA Rep. 77 Tit. 597 Nr. 2, fol. 2 v / 3 r
  33. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12125, fol. 117 v, fol. 117 r, fol. 161 r
  34. GStA PK I. HA Rep. 74 K II Nr. 15 fol 1r
  35. Handbuch über den Königl. Preussischen Hof und Staat: für das Jahr 1824. S. 234
  36. z.B. Handbuch über den Königlich-Preussischen Hof und Staat: für das Jahr 1821. S. 117; ... für das Jahr 1824. S. 87
  37. GStA PK I. HA Rep. 77 Tit. 2 Spez. Lit. M Nr. 4, fol. 5 r
  38. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12125, fol. 197 ff.
  39. GStA PK I. HA Rep. 76 V c Sekt. 3 Tit. 23 Nr. 4, fol. 81 v
  40. Erdmann Röhlig: Die sechs Standorte des Leipziger Thaer – Denkmals. In: Veröffentlichungen der Leipziger Ökonomischen Societät e.V., Heft 11-2 (PDF), S. 20.
  41. a b Verleihung der Thaermedaille der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät Albrecht Daniel Thaer - Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften
  42. Berlin, Invalidenstraße 42, siehe Fotografie des Denkmals im Lichthof.
  43. Inschrift am Denkmal, gesichtet und notiert am 11. Juli 2011
  44. Das Albrecht-Thaer-Denkmal in Celle celle-tourismus.de
  45. Albrecht-Thaer-Gesellschaft
  46. Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer
  47. Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät wird zum „Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften“ Pressemitteilung der Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, 31. März 2014
  48. Albrecht-Thaer-Schule in Celle
  49. „Café KräuThaer“ und „KräuThaer Laden“