Wriezen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wriezen
Wriezen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wriezen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 43′ N, 14° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 95,15 km2
Einwohner: 7355 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16269
Vorwahl: 033456
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 512
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Freienwalder Straße 50
16269 Wriezen
Webpräsenz: www.wriezen.de
Bürgermeister: Uwe Siebert (parteilos)
Lage der Stadt Wriezen im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Wriezen [ˈvʀiːʦn̩] (im 19. Jahrhundert Wrietzen) ist eine Stadt im Landkreis Märkisch-Oderland im Bundesland Brandenburg in Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am westlichen Rand des Oderbruchs an der Alten Oder im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland. Das Stadtgebiet umfasst sowohl Teile des tief gelegenen flachen Oderbruchs als auch der hügeligen Hochfläche des Oberbarnim. Zwischen und auf den in das Oderbruch abfallenden Hängen befinden sich die Wriezener Terrassen[2] und der artenreiche Wriezener Trockenrasensaum, dessen Bedeutung für den Naturschutz in letzter Zeit zunehmende Beachtung findet.[3] Das Stadtzentrum, vor der Trockenlegung direkt am Oderstrom gelegen, liegt heute 11 km Luftlinie von der Oder und damit von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Trotz dieser Entfernung war Wriezen immer wieder von Hochwasserkatastrophen der Oder betroffen.

Nachbargemeinden sind im Norden Bad Freienwalde und Oderaue, im Osten Neulewin und Neutrebbin sowie im Süden Bliesdorf und Reichenow-Möglin. Westlich grenzen Prötzel, Höhenland und Falkenberg an das Wriezener Stadtgebiet.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung in die folgenden Orts- und Gemeindeteile:[4] [5] [6]

Wappen, Bild Wappen Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild
Stadtteil Wriezen (Kernstadt) Altwriezen/ Beauregard Biesdorf Eichwerder Frankenfelde Haselberg Lüdersdorf Rathsdorf Schulzendorf
Gemeinde- teile Wriezen, Altkietz, Altwriezener Loose, Frankfurter Vorstadt, Homburgshöhe, Kleine Mühle Altwriezen, Beauregard Biesdorf, Biesdorfer Siedlung, Franzenshof Eichwerder, Thöringswerder, Jäckelsbruch Frankenfelde Haselberg, Rädikow Lüdersdorf, Mariannenhof, Landhof Rathsdorf, Altgaul, Neugaul Schulzendorf, Marienberg
Einwohner (1910) 7.547[7] 696 226 499 215 207 296 471 310
Einwohner (1939) 7.746 613 -[8] 383 260 226 488[9] 431 431
Einwohner (1971) 6.286 526 155 478 252 298 398 380 404
Einwohner (1996) 6.484 332 -[10] 394 173 249 363[11] 300 363
Einwohner (2016) 5.415 278 139 287 160 261 219 265 331

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Oder und der Straße nach Stettin gelegen, entstand im 12. Jahrhundert eine mittelalterliche Kaufmannssiedlung. Im Mittelalter wurde Wriezen im Jahr 1247 erstmals als "oppidum wrecene" erwähnt. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass wrecene ‚im Fluss‘ bedeutet. In den meisten slawischen Sprachen bedeutet "reka" (was dann im Polnischen sich zu "rzeka" und im Slowakischen zu rieka verändert) Fluss. So lag Wriezen damals direkt an einem großen Fluss: an der Oder.

Die Stadtgründung ist nicht beurkundet, aber Kaiser Ludwig der Bayer, der seinerzeit Kurfürst von Brandenburg war, verlieh Wriezen 1337 das Stadtrecht. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zum Handelszentrum des Oderbruchs und östlichen Barnims. Schon 1730 legten die Juden des Ortes einen eigenen Begräbnisplatz am Siedlungsweg an, der in der NS-Zeit bemerkenswerterweise nicht zerstört wurde und bis heute gepflegt wird.

Auf Veranlassung Friedrichs II. wurden zwischen 1747 und 1762 der Verlauf der Oder und die Landschaft des Oderbruches völlig verändert und gleichzeitig die gewonnenen Flächen im Oderbruch urbar gemacht. Dadurch kam es in Wriezen zu großen Veränderungen der Wirtschaftsstruktur. Die Bedeutung von Fischfang (Hechtreißerei) und Schifffahrt gingen stark zurück. Landwirtschaft, die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte (Mühlen), Handwerk und Handel nahmen, gerade auch wegen des Bevölkerungszuwachses in der Region infolge der planmäßigen Aufsiedlung des Oderbruches, an Bedeutung zu.

1806 eröffnete Albrecht Daniel Thaer bei Wriezen seine landwirtschaftliche Lehranstalt. Die jüdische Gemeinde errichtete 1821 in der Gartenstraße 48 ihre Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern niedergebrannt wurde. Die 1855 gegründete Freiwillige Feuerwehr des Ortes ist heute die älteste im Land Brandenburg.[12] 1861 wurde der Schifffahrtsverkehr eingerichtet, wovon die Stadt wirtschaftlich enorm profitierte. 1898 erhielt Wriezen Eisenbahnanschluss, als eine weitere Teilstrecke der Wriezener Bahn eröffnet wurde, die die Stadt später direkt mit Berlin und dem dortigen Wriezener Bahnhof verband. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wurde die nahe Hauptstadt Berlin von Wriezen aus mit Gemüse und Fisch versorgt.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1940 erhielt der NS-Staatsbildhauer Arno Breker zum 40. Geburtstag das im Ortsteil Eichwerder gelegene ehemalige Rittergut Jäckelsbruch von Adolf Hitler geschenkt. Die Schenkung umfasste nicht nur das Schloss mit Park, sondern auch die gesamte Ausstattung des Hauses sowie ein vom Architekten Friedrich Tamms neu erbautes Atelier. In Wriezen selbst befand sich seit Mitte 1941 ein großes Werksgelände mit Gleisanschluss und Kanalhafen – die Steinbildhauerwerkstätten Arno Breker GmbH. Bei den Steinbildhauerwerkstätten handelte es sich um eine Einrichtung des Generalbauinspektors für Berlin, Albert Speer. Aufgabe der Werkstätten war die Ausführung von Bildhauerarbeiten für die Neugestaltung Berlins sowie der Bauten auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Die Werkstätten wurden in den folgenden Jahren mit Millionenbeträgen kontinuierlich ausgebaut. Gegen Ende des Krieges wurden bis zu 50 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter für Arbeiten an den Figuren eingesetzt. Nach der Zerstörung des Berliner Hauptsitzes des Arbeitsstabes kriegszerstörter Städte im November 1943 bekam dieser auf dem Werksgelände in Form von Baracken seinen neuen Sitz.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges setzten sowjetische Truppen der Roten Armee Ende Januar 1945 im Rahmen der Weichsel-Oder-Operation nach einem schnellen Vorstoß mit Panzern über die gefrorene Oder. Die „100 Panzer von Wriezen“ erregten in Berlin großes Aufsehen, es kam teilweise zu panikartigen Zuständen, da die deutsche Verteidigung Berlins völlig überrascht war und keine Truppen zur Hand hatte. Die Panzer, über deren Möglichkeit zu einem Handstreich auf die Stadt viel diskutiert wurde, hatten jedoch zu wenig Treibstoff und wurden auch auf Grund der Gesamtlage wieder zurück beordert.[13]

Nach dem Großangriff der Roten Armee aus den Oder-Brückenköpfen am 16. April 1945, der zur Schlacht um Berlin führte, war Wriezen hart umkämpft.

Kirchenruine in Wriezen

Wriezen fiel am 19. April 1945 in sowjetische Hand. Der kommunistische Widerstandskämpfer Fritz Dornbusch wurde bei der Einnahme der Stadt von Soldaten der Roten Armee, die in sein Kellerversteck schossen, getötet. In der DDR-Zeit wurde Dornbusch im Ortsteil Haselberg ein Gedenkstein gewidmet und die Legende propagiert, Dornbusch habe eine kampflose Übergabe Wriezens beabsichtigt und sei deswegen von der SS gefasst und am 18. April 1945 durch Kopfschuss hingerichtet worden. Den Gedenkstein mit entsprechender Inschrift und falschem Todesdatum ließ die Gemeindevertretung nach 1990 abbauen.[14]

Die Stadt wurde bei den Kampfhandlungen fast vollständig zerstört und in den folgenden Jahrzehnten unter erheblicher Veränderung des Stadtbildes wieder aufgebaut. Zur Zerstörung trug anschließend das schwere Oderhochwasser vom März 1947 bei, von dem auch die tiefer gelegenen Teile des Wriezener Stadtzentrums um Markt und Bahnhof schwer betroffen waren.

Wriezen war von 1817 bis zu dessen Auflösung im Jahre 1952 Teil des Landkreises Oberbarnim, Regierungsbezirk Potsdam. Anschließend gehörte die Stadt bis 1990 zum neu gebildeten Kreis Bad Freienwalde im Bezirk Frankfurt (Oder) in der DDR. Von 1992 bis 1997 war die Stadt Sitz des Amtes Wriezen. In der Stadt befindet sich seit 1992 der Sitz der Amtsverwaltung des Wriezen fast umschließenden Amtes Barnim-Oderbruch (bis zur Umbenennung 1994 Amt Wriezen-Land).

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Wriezen wurde Ende 1997 um vier ehemalige Gemeinden vergrößert. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die neue Gemeinde Wriezener Höhe aus drei bisher selbstständigen Gemeinden gebildet.[15] Im Oktober 2003 wurde die Gemeinde Wriezener Höhe in die Stadt Wriezen eingegliedert.[16]

Vorherige Gemeindezusammenschlüsse fanden in den Jahren 1957, 1959 und 1974 statt.[17]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altwriezen 1. Januar 1957 Zusammenschluss mit Beauregard zu Altwriezen/Beauregard
Altwriezen/Beauregard 31. Dezember 1997
Beauregard 1. Januar 1957 Zusammenschluss mit Altwriezen zu Altwriezen/Beauregard
Biesdorf 1. Januar 1974 Zusammenschluss mit Lüdersdorf zu Lüdersdorf/Biesdorf
Eichwerder 31. Dezember 1997
Frankenfelde 31. Dezember 1997 Eingemeindung nach Wriezener Höhe
Haselberg 31. Dezember 1997 Eingemeindung nach Wriezener Höhe
Lüdersdorf 1. Januar 1974 Zusammenschluss mit Biesdorf zu Lüdersdorf/Biesdorf
Lüdersdorf/Biesdorf 31. Dezember 1997 Eingemeindung nach Wriezener Höhe
Neugaul 1. April 1959 Zusammenschluss mit Rathsdorf zu Rathsdorf/Neugaul
Rathsdorf 1. April 1959 Zusammenschluss mit Neugaul zu Rathsdorf/Neugaul
Rathsdorf/Neugaul 31. Dezember 1997
Schulzendorf 31. Dezember 1997
Wriezener Höhe 26. Oktober 2003

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 7 920
1890 7 132
1910 7 405
1925 7 271
1933 7 748
1939 7 746
1946 4 806
1950 5 360
1964 5 493
1971 6 286
Jahr Einwohner
1981 6 856
1985 7 264
1989 7 034
1990 7 026
1991 6 844
1992 6 719
1993 6 611
1994 6 545
1995 6 494
1996 6 484
Jahr Einwohner
1997 7 912
1998 7 763
1999 7 760
2000 7 652
2001 7 586
2002 7 462
2003 8 250
2004 8 206
2005 8 109
2006 8 105
Jahr Einwohner
2007 7 944
2008 7 809
2009 7 703
2010 7 679
2011 7 487
2012 7 425
2013 7 379
2014 7 328
2015 7 355

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[18][19], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überwiegende Teil der Bevölkerung Wriezens ist konfessionell ungebunden.

Daneben gibt es traditionell evangelische Gemeinden. Diese versammeln sich in der evangelischen Kirche St. Marien sowie in den verschiedenen Dorfkirchen der Ortsteile. Auch das Johanniter-Gymnasium ist evangelisch geprägt.

In der Stadt gibt es außerdem eine kleine katholische Gemeinde, die sich in der 1913 geweihten Kirche St. Laurentius versammelt.

Bis zur Zeit des Nationalsozialismus war Wriezen über 200 Jahre ein Ort jüdischen Lebens. An die zerstörte Synagoge erinnert ein Gedenkstein. Der 1730 angelegte jüdische Friedhof ist erhalten geblieben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung von Wriezen besteht aus 18 Mitgliedern und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

  • SPD 9 Sitze
  • FDP 4 Sitze
  • CDU 2 Sitze
  • Die Linke 2 Sitze
  • Unabhängige Wählergemeinschaft 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[20]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Siebert wurde in der Bürgermeisterwahl am 27. September 2009 mit 54,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[21]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 30. Juni 1992 genehmigt.

Blasonierung: „Geviert von Gold und Blau belegt mit silbernem Herzschild, darin ein roter Adler; oben vorn ein liegender schwarzer Schlüssel, oben hinten ein silberner Fisch; unten vorn eine silberne Feder; unten hinten schräglinks ein schwarzer Schraubenschlüssel.“[22]

Das historische Stadtwappen zeigte den roten Adler auf weißem Grund, ähnlich dem sich im inneren des gegenwärtigen Wappens befindenden. Dieses stellt eine Erweiterung des historischen Wappens dar, durch Hinzufügen der Stadtfarben Gelb und Blau belegt mit Symbolen wie z. B. dem Hecht, der für die frühere Hechtreißerei steht.

Flagge von Wriezen

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Stadt besteht aus den Farben Gelb - Blau, zu je 2 Vierteln farblich versetzt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mieszkowice (deutsch: Bärwalde in der Neumark), Polen

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienkirche

Zur Erinnerung an die so genannte Oderflut wird jährlich das Deichfest gefeiert.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine der Marienkirche, davor der Marktbrunnen

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Wriezen mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmalen.

  • Die St.-Marienkirche, eine spätgotische Backsteinhallenkirche mit einem Anbau an der Südseite und niedrigem polygonalen Chorschluss aus der 2. Hälfte des 15. und dem 1. Viertel des 16. Jahrhunderts, wurde unter Verwendung von Teilen eines Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Der Turm wurde im 18. Jahrhundert barockisiert und mit einer welschen Haube versehen. Die Kirche wurde im April 1945 schwer beschädigt und ist seitdem Ruine. Das Südschiff wurde 1951 zum Teil wieder aufgebaut und wird seitdem gottesdienstlich genutzt. Der Turm wurde in den 1990er Jahren restauriert und mit einem flachen Notdach versehen, die vorbereitenden Arbeiten für den Wiederaufbau der Kirche unter Federführung durch einen Förderverein haben begonnen.
  • Die katholische St.-Laurentius-Kirche wurde 1912/1913 im neuromanischen Stil mit Jugendstilelementen erbaut und am 21. September 1913 eingeweiht.
  • Galerie „Zur alten Malzfabrik“: Das Gebäude wurde 1858 als Malzfabrik gebaut und beherbergt seit 1997 das Wriezener Stadtmuseum, den Humpensaal und die Galerie.
  • Gebäude der Stadtsparkasse: Das imposante Gebäude wurde 1781 von dem Königlichen Kammerrat Friedrich Wilhelm Noeldechen ursprünglich als Seidenbauhaus im Barockstil errichtet und später zum Wohnhaus umgebaut. Es beherbergte den Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. auf der Flucht nach der verlorenen Schlacht bei Jena und Auerstedt und wurde während der französischen Besetzung als Kommandantur, später Militärmusikschule und seit Anfang Mai 1922 als Kreisbankgebäude genutzt. Heute befindet sich in diesem Gebäude eine Zweigstelle der Sparkasse Märkisch-Oderland.
  • Ehemalige Taubstummenanstalt, in der sich heute das Rathaus der Stadt befindet
  • Alter Hafen Wriezen: Der Wriezener Hafen wurde 1902 an der Alten Oder errichtet. Mit einem 300 Meter langen Kai bot er Anlegeplätze für Lastkähne nach Finowmaß. Transportiert wurden Baustoffe, Petroleum, Düngemittel und Getreide sowie Steinkohle und Kalk. Der Hafenbetrieb wurde 1969 eingestellt, das Hafenbecken teilweise zugeschüttet. Seit 2006 bemüht sich eine Interessengemeinschaft Hafen Wriezen, das historische Ensemble zu sanieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die historischen Kalköfen auf dem Hafengelände aus den Jahren 1860 (Setzofen) und 1889 (Hochofen) werden zurzeit mit Spenden und ehrenamtlicher Arbeit denkmalgerecht saniert.[23]
  • Marktbrunnen: vom Bildhauer Horst Engelhardt aus dem Ortsteil Eichwerder geschaffen. Mit seinen vielen provozierenden Details hat der Brunnen überörtlich für Aufsehen gesorgt.
  • Denkmal für Albert Mahler (1819–1894): Das Denkmal auf dem Schützenplatz wurde 1895 für den Bürgermeister und Begründer der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Brandenburg errichtet.
  • Jüdischer Friedhof: Der unter Denkmalschutz stehende jüdische Friedhof wurde im Jahre 1730 weit außerhalb der Stadt angelegt. Er ist mit 1630 Quadratmetern die größte noch erhaltene jüdische Grabstätte im Oderraum mit 132 Grabsteinen. Im Rahmen des Projektes Jüdische Friedhöfe in Brandenburg (Jüdische Studien, Universität Potsdam) wurde der jüdische Friedhof Wriezen in einer frei zugänglichen Online-Datenbank dokumentarisiert.[24]
  • Bergfriedhof mit Grabdenkmälern und Grabsteinen aus dem 18./19. Jahrhundert. Sehenswert ist das monumentale Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
  • Gedenkstein aus dem Jahre 1949 von dem Bildhauer Bibach auf dem Friedhof links neben der Kapelle für die drei antifaschistischen Widerstandskämpfer Wilhelm Hirchert, Fritz Dornbusch und Bruno Moses, die im KZ Sachsenhausen bzw. im KZ Auschwitz ermordet wurden
  • Gedenktafel für Fritz Dornbusch in der Vorhalle der zu DDR-Zeiten nach ihm benannten Schule in der Freienwalder Straße 1, die nach 1991 beseitigt wurde wie der Gedenkstein im nahegelegenen Haselberg
  • Wildgehege: Auf einer 10 Hektar großen Fläche am nordwestlichen Stadtrand wird seit 1989 Reh-, Dam-, Muffel- und Schwarzwild in Gattern gehalten. Die geringe Stückzahl in den großräumigen Gehegen garantiert einen ungestörten Ablauf der Aktivzeiten des Wildes im natürlichen Umfeld.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtmuseum Wriezen

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wriezen zählen neben der JVA das Bauunternehmen Märkische Ingenieur Bau GmbH und die Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH zu den größten Arbeitgebern.[25]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist Amtssitz der Amtsverwaltung des Amtes Barnim-Oderbruch und Standort einer Justizvollzugsanstalt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt gibt es die Grund- und Oberschule „Salvador Allende“.

Mit dem Schuljahr 2007/08 wurde das Evangelische Johanniter-Gymnasium eröffnet.[27] Am gleichen Ort gab es bis dahin das Oderbruch-Gymnasium „Leonhard Euler“, das wiederum vor der Wende in der DDR nach dem 1945 ermordeten Kommunisten Fritz Dornbusch benannt war.[28]

Wriezen besitzt außerdem eine kleine Stadtbibliothek.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wriezen verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VI – Barnim. Bearbeitet von Lieselott Enders unter Mitarbeit von Margot Beck. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 16. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-83-9, S. 639 ff.
  • Jörg Kritzler: Geschichte der Stadt Wriezen – eine chronologische Übersicht. Findling-Verlag, Kunersdorf 2008, ISBN 978-3-933603-44-9.
  • Wriezen – Tor zum Oderbruch. Bildband. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1994, ISBN 3-89264-920-0.
  • Carl Wulff: Wriezen an der Oder in alten Ansichten. Europäische Bibliothek. Zalthommel/Niederlande 1992, ISBN 90-288-2054-X.
  • Brigitte Heidenhain: Juden in Wriezen. Ihr Leben in der Stadt von 1677 bis 1940 und ihr Friedhof. Universitätsverlag, Potsdam 2007, ISBN 978-3-939469-39-1 (Volltext)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wriezen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Thaer heute. (PDF) Band 6, Möglin 2009, S. 121
  3. Trockenrasen Wriezen. Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, 2012
  4. Oderbruchhauptstadt Wriezen, Ortsteile
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland (PDF) S. 34–37
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014 (PDF)
  7. Inklusive des damals noch selbstständigen Alt Kietz.
  8. Keine Einzeldaten, Biesdorf war damals Teil der Gemeinde Lüdersdorf.
  9. Keine Einzeldaten, damals zählte Biesdorf zur Gemeinde Lüdersdorf.
  10. Keine Einzeldaten, Biesdorf war damals Teil der Gemeinde Lüdersdorf/Biesdorf
  11. Keine Einzeldaten, Lüdersdorf war damals Teil der Gemeinde Lüdersdorf/Biesdorf
  12. Märkische Oderzeitung, 19. September 2005, S. 10
  13. Ausführlich in: Peter Gosztony (Hrsg.): Der Kampf um Berlin in Augenzeugenberichten. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1985, ISBN 3-423-02718-5, S. 49 ff.
  14. Annette Leo: Unscharfe Konturen – scharfe Konkurrenzen. In: Gedenkstättenrundbrief, 131, S. 27–33
  15. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997 StBA
  16. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003 StBA
  17. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  18. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 34-37
  19. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  20. Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  21. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 27. September 2009
  22. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  23. Alter Hafen. Interessengemeinschaft Hafen Wriezen e. V.
  24. Jüdischer Friedhof in Wriezen Online-Datenbank der Universität Potsdam
  25. Krankenhaus Märkisch-Oderland
  26. Museumseisenbahn Sternebeck.
  27. Ev. Johanniter-Gymnasium Wriezen
  28. Schulen in MOL, abgerufen am 25. Juni 2011