Alexander Finkenwirth

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Alexander Finkenwirth, Berlin 2018

Alexander Finkenwirth (* 1986 in Wiesbaden[1]) ist ein deutscher Theater- und Filmschauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finkenwirth wuchs in Frankfurt am Main auf. Seine Mutter stammt aus Brasilien, sein Vater aus Deutschland. Des Weiteren hat er auch russischstämmige Vorfahren, weswegen er unter anderem fließend Russisch spricht.[2]

Nach dem Abitur begann er zunächst ein Jura-Studium, das er jedoch nach zwei Semestern abbrach.[1] Durch eine Freundin kam er in Frankfurt in Kontakt zu einer Theatergruppe.[1] Er absolvierte von 2009 bis 2013 eine Schauspielausbildung an der Filmhochschule Babelsberg Konrad Wolf (HFF).[3]

Ab der Spielzeit 2012/13 war er als festes Ensemblemitglied am Hans Otto Theater in Potsdam engagiert. Zu seinen Bühnenrollen dort gehörten u. a. Franz/Karl Moor in Die Räuber (2012; in der Abschlussinszenierung der Studierenden der HFF), die Hauptrolle des Wiggo Ritter in der Uraufführung des Theaterstücks Der Eisvogel von Uwe Tellkamp (2013; Regie jeweils Stefan Otteni), Höfling und Schäfer in Das Wintermärchen (2013; Regie: Tobias Wellemeyer), die Titelrolle in Torquato Tasso (2013; Regie: Tina Engel), Sebastian in Was ihr wollt (2014; Regie: Michael Talke), Sascha in der Uraufführung von Der Kirschgarten – Die Rückkehr von John von Düffel (2014), Erich in Geschichten aus dem Wiener Wald (2015; Regie: Alexander Nerlich) sowie die Titelrolle in der Uraufführung des Stückes Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe von Christian Fascella (2014). In der Spielzeit 2014/15 übernahm er am Hans Otto Theater die Titelrolle in Hamlet (2015; Regie: Alexander Nerlich).[4] In der Spielzeit 2015/16 trat er am Hans Otto Theater in Neuinszenierungen von Peer Gynt (als junger Peer Gynt; Regie: Alexander Nerlich, Premiere: April 2016) und Ein Sommernachtstraum (als Lysander; Regie: Kerstin Kusch, Premiere: Juni 2016) auf. Zum Ende der Spielzeit 2015/16 schied er aus dem festen Ensemble des Hans Otto Theaters aus, um sich zukünftig verstärkt auch weiteren Filmaufgaben zu widmen.[5] Als Gast war Finkenwirth u. a. für die Rollen Peer Gynt und Lysander auch in der Spielzeit 2016/17 weiterhin engagiert.

Finkenwirth arbeitet seit 2011 regelmäßig auch für Film und Fernsehen. Im Tatort: Borowski und der Himmel über Kiel (Erstausstrahlung: Januar 2015) war er in der Rolle des Harald Wagner zu sehen; er spielte einen drogenabhängigen Tatverdächtigen.[6] Im Polizeiruf 110: Der Preis der Freiheit (Erstausstrahlung: April 2016) spielte er den Ukrainer Anton Shevshenko, der für einen Autoschieberring arbeitet. In dem Psychothriller Neben der Spur – Todeswunsch (Erstausstrahlung: November 2016), mit Ulrich Noethen und Juergen Maurer in den Hauptrollen, spielte er in einer größeren Nebenrolle den gerade aus der Haft entlassenen Sexualstraftäter Leo Barreis.

Er hatte außerdem Episodenrollen in den Serien Die Pfefferkörner (2013; als Rechtsradikaler Richie), Großstadtrevier (2014; als Student Gregor Sander) und SOKO Wismar (2015; als wegen fahrlässiger Tötung und Fahrerflucht vorbestrafter Tatverdächtiger Mike Reichelt). Im September 2016 war er in der ZDF-Krimireihe Ein starkes Team in einer Nebenrolle als Alexander Krischka zu sehen; er spielte einen Drogensüchtigen, der in ein Verbrechen verwickelt ist. Im September 2016 war er auch in der ZDF-Krimiserie SOKO Leipzig in einer Episodenhauptrolle als Hacker und Whistleblower David Bartz zu sehen. Im Januar 2018 war Finkenwirth in der ZDF-Serie Der Staatsanwalt ebenfalls in einer Episodenrolle zu sehen, als Andreas Bender, der geistig behinderte Sohn einer ermordeten Bäuerin aus dem Taunus. Im „ZDF-Samstagskrimi“ Ein starkes Team – Tödlicher Seitensprung (Erstausstrahlung: Oktober 2018), seinem zweiten Gastauftritt in der Sendereihe, übernahm Finkenwirth die Rolle des Nachtportiers Tobias Kimmlinger, dessen Beteiligung an dem Verbrechen am Ende aufgedeckt wird. In der 17. Staffel der ZDF-Serie SOKO Köln (2019) übernahm er eine der Episodenrollen als Elias Anschütz, der seinen älteren, früher psychotischen Bruder im Machtkampf um die Firmennachfolge ausschalten will. In dem ZDF-Thriller Getrieben, der in der TV-Reihe „Fernsehfilm der Woche“ im Februar 2019 erstausgestrahlt wurde, verkörperte Finkenwirth den Kriminalbeamten Henk Meyer, den Assistenten der ermittelnden LKA-Kommissarin Sibylle Deininger (Ulrike C. Tscharre).[7] In der auf arte ausgestrahlten sechsteiligen TV-Serie Die Neue Zeit (2019) über die Gründerjahre des Staatlichen Bauhauses in Weimar verkörperte er in einer Serienrolle den Bildhauer und Maler Johannes Auerbach, den Kommilitonen der im Mittelpunkt der Serie stehenden Malerin und Grafikerin Dörte Helm.[8] In der 2. Staffel der ZDF-Krimiserie SOKO Hamburg (2019) übernahm er eine der Episodenhauptrollen als Juniorchef einer eleganten Hamburger Maßschneiderei.[9] In der ZDF-Serie SOKO Leipzig (2020) hatte er eine weitere Episodenhauptrolle als Barinhaber Jurij Petrow und tatverdächtiger Ex-Liebhaber einer getöteten Profi-Kletterin.[10] Im 7. Film der TV-Krimireihe Wolfsland mit dem Titel Kein Entkommen (Erstausstrahlung. Dezember 2020) spielte er Nico Klockzien, den Freund einer ermordeten jungen Frau aus der GörlitzerEscape Games“-Szene.[11][12]

2014 war er für seine Rolle als Stefan in dem Kinofilm Totale Stille als bester Nachwuchsdarsteller für den Max-Ophüls-Preis nominiert.

2016 wurde Finkenwirth für seine Leistung als Peer Gynt in der Fachzeitschrift Theater heute bei der Wahl zum „Nachwuchsschauspieler des Jahres“ nominiert.[13]

Finkenwirth lebt in Berlin.

Theaterrollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: 35. Max Ophüls Preis – Nominierung als Bester Nachwuchsschauspieler für die Rolle Stefan in Totale Stille
  • 2016: Theater heute – Nominierung Nachwuchsschauspieler des Jahres für die Rolle Peer Gynt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Die Kraft der Zerrissenheit; Porträt Alexander Finkenwerth in: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 10. Januar 2013. Abgerufen am 13. September 2015
  2. Lena Schneider: "Schwarzgrau mit Zwischenrufen". Theater der Zeit, abgerufen am 3. Oktober 2016.
  3. Alexander Finkenwerth (Memento des Originals vom 24. September 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.filmuniversitaet.de Vita. Offizielle Internetpräsenz der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Abgerufen am 13. September 2015
  4. "Hamlet" -Premiere in Potsdam Spiegelsäulen, aber nichts dahinter; Aufführungskritik bei Spiegel Online vom 2. Februar 2015. Abgerufen am 27. September 2016
  5. Alexander Finkenwirth verlässt das HOT; in: Märkische Allgemeine Zeitung vom 24. Mai 2016. Abgerufen am 27. September 2016
  6. Ein Tatort ganz im Crystal-Rausch in: Mitteldeutsche Zeitung vom 25. Januar 2015. Abgerufen am 4. Juni 2021
  7. "Getrieben": Psychothriller der Extreme. Internetpräsenz Goldene Kamera. Abgerufen am 25. Februar 2019.
  8. Serie „Die Neue Zeit“. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 9. September 2019.
  9. SOKO Hamburg: Mord nach Maß. Handlung und Besetzung. Offizielle Internetpräsenz des ZDF. Abgerufen am 18. Oktober 2019.
  10. SOKO Leipzig: Tiefer Fall. Handlung und Besetzung. Offizielle Internetpräsenz des ZDF. Abgerufen am 11. Januar 2020.
  11. Wolfsland: Kein Entkommen. Handlung, Besetzung und Bildergalerie. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 3. Dezember 2020.
  12. Reihe „Wolfsland – Kein Entkommen + Das Kind vom Finstertor“. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 3. Dezember 2020.
  13. Aktuell - Alexander Finkenwirth. In: alexanderfinkenwirth.com. Abgerufen am 3. Oktober 2016.