Allianz der Europäischen nationalen Bewegungen

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Allianz der Europäischen Nationalen Bewegungen

Alliance of European National Movements
Alliance européens des mouvements nationaux
Alleanza Europea dei Movimenti Nazionalisti
Európai Nemzeti Mozgalmak Szövetsége

Partei­vorsitzender UngarnUngarn Béla Kovács[1]
General­sekretär ItalienItalien Valerio Cignetti (Fiamma Tricolore)
Schatz­meister SlowenienSlowenien Zmago Jelinčič (SNS)[2]
Gründung 2009
Gründungs­ort Budapest
Haupt­sitz Straßburg
Aus­richtung nationalistisch, rechtsextrem
Parlamentssitze
3/751
Staatliche Zuschüsse (2018)
EP-Fraktion fraktionslos, EFDD
Website aemn.info

Die Allianz der Europäischen nationalen Bewegungen[3] (eng. Alliance of European National Movements, AENM, französisch Alliance européens des mouvements nationaux, AEMN) ist eine rechtsextreme Europäische politische Partei.[4] Die Parteinahe Stiftung der AENM trägt den Namen Identités & Traditions Européennes.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation wurde am 24. Oktober 2009 in Budapest gegründet.[6] Der französische Front National mit seinen beiden Vertretern Jean-Marie Le Pen und Bruno Gollnisch gehörte zu den treibenden Kräften bei der Gründung der Partei. Viele der weiteren Gründungsmitglieder gehörten wie Le Pen und Gollnisch zuvor der kurzlebigen Fraktion im Europaparlament Identität, Tradition, Souveränität an.

Im Februar 2012 wurde die Organisation als politische Partei auf europäischer Ebene anerkannt,[7] nachdem der Antrag ein Jahr zuvor noch abgelehnt worden war, da nicht Parlamentarier aus sieben Ländern der Partei angehörten.[8] Die Anerkennung durch das Europäische Parlament und die damit verbundene finanzielle Unterstützung der Partei war im Europaparlament stark umstritten. Verschiedene Parlamentarier forderten, die Voraussetzungen für die europäische Parteienfinanzierung zu verschärfen und rassistische und fremdenfeindliche Parteien davon auszuschließen.[9]

Nach der Wahl von Marine Le Pen zur neuen Parteivorsitzenden des Front National im Januar 2011 suchte diese die Zusammenarbeit mit gemäßigteren euroskeptischen und rechtspopulistischen Parteien im Rahmen der Europäischen Allianz für Freiheit. Auf Druck von Marine Le Pen beendeten Jean-Marie Le Pen und Gollnisch ihre Mitgliedschaft in der AEMN, für Gollnisch auch seine Zeit als Präsident der AEMN.[10] Als Nachfolger wurde am 17. Dezember 2013 Béla Kovács von der Jobbik gewählt.[1]

Die ab 2017 notwendige Registrierung der Partei bei der neu eingerichteten Behörde für europäische politische Parteien und europäische politische Stiftungen (APPF) beantragte die Partei nicht zeitig genug.[11] Ein Antrag der Parteistiftung ITE wurde von der APPF abgelehnt, da die AEMN zu diesem Zeitpunkt selbst nicht registriert war.[12] In der Folge wurde der Antrag der AEMN auf Finanzierung für das Jahr 2018 entsprechend abgelehnt.[13] Schließlich wurde die AEMN am 12. Januar 2018 als europäische politische Partei registriert.[14]

Grundsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gründungsversammlung der Partei wurden neun Forderungen aufgestellt. Diese enthalten unter anderem die Ablehnung eines „europäischen Superstaats“, stattdessen sollen die europäischen Länder als souveräne und unabhängige Nationen zusammenarbeiten. Außerdem wird die Einhaltung der Bürgerrechte eingefordert, Totalitarismus abgelehnt und ein „effektiver Schutz“ Europas gegen Terrorismus und „religiösen und finanziellen Imperialismus“ gefordert. Gefordert wird auch eine „Lösung des Einwanderungsproblems“ durch Förderung der Dritten Welt sowie ein gemeinsamer Kampf der europäischen Völker gegen Sozialdumping und „zerstörerische Effekte“ der Globalisierung.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand Ende 2017 hat die AEMN nur individuelle Mitglieder und keine Parteien als Mitglieder.[15][16]

Bekannte Mitglieder sind:

Ehemalige Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[19][20][1]

Land Partei/Mitglied Anmerkung
BelgienBelgien Belgien Démocratie Nationale (DN)
Christian Verougstraete (VB)[19], Regionalparlament
Jan Penris (VB)[21] Regionalparlament
BulgarienBulgarien Bulgarien Nationaldemokratische Partei Bulgariens
Dimitar Kinow Stojanow
FrankreichFrankreich Frankreich Jean-Marie Le Pen (FN) bis 2013
Bruno Gollnisch (FN) bis 2013
Aline Bertrand (FN)[21] Regionalrat Provence-Alpes-Côte d'Azure
GriechenlandGriechenland Griechenland Graikos Fotios (XA)[21] Regionalparlament
ItalienItalien Italien Maurizio Lupi (AP) Nationales Parlament
Maurizio Marrone (FdI) Regionalparlament Piemont
Fiamma Tricolore
LitauenLitauen Litauen Dailis Alfonsas Barakauskas (TT) ehemaliger Innenminister Litauens
Kestutis Bartkevicius (TT)[21] Nationales Parlament
PolenPolen Polen Samoobrona
Jozef Bartosz Kownacki (PiS) bis 2012
Sylwester Chruszcz (K'15)[21] Nationalparlament
PortugalPortugal Portugal Partido Nacional Renovador (PNR)
SchwedenSchweden Schweden Nationaldemokraterna 2014 aufgelöst
SlowenienSlowenien Slowenien Slovenska Nacionalna Stranka (SNS)
SpanienSpanien Spanien Movimiento Social Republicano (MSR)
UngarnUngarn Ungarn Jobbik bis Februar 2016[22]
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Nick Griffin (British National Party) bis 2014
British National Party (BNP)

Die Allukrainische Vereinigung „Swoboda“ erklärte 2014 ihre bisherige assoziierte Mitgliedschaft in der AENM für beendet, nachdem das AENM-Mitglied Jobbik während der Krimkrise die Haltung der russischen Regierung unterstützte.[23][24]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c JOBBIK, nueva presidencia de la AEMN en su Asamblea General (Memento vom 8. Januar 2014 im Internet Archive)
  2. http://aemn.info/2017/08/10/congress-and-general-assembly-in-slovenia/
  3. http://www.europarl.europa.eu/politicalparties/index_de.xml
  4. Bernhard Schmid: Neue Allianzen | Bnr.de – Blick nach Rechts. Bnr.de. 29. Oktober 2009. Abgerufen am 19. Juni 2010.
  5. http://www.europarl.europa.eu/pdf/grants/Grant_amounts_foundations%2003-2015_new%20logo.pdf
  6. Far-right European parties forge alliance — EUbusiness – European Union business news search and analysis. Eubusiness.com. 25. Oktober 2009. Abgerufen am 19. Juni 2010.
  7. Creation of new far-right group sparks outrage. (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) Auf: theparliament.com.
  8. http://www.europarl.europa.eu/RegData/publications/notes/2011/0003/EP-PE_NT%282011%290003_XL.pdf
  9. Simon Taylor: MEPs want to stop EU funds reaching far-right parties. Auf: europeanvoice.com. 4. April 2012, abgerufen am 7. Mai 2014.
  10. FN: Jean-Marie Le Pen „obéit“ à sa fille et quitte le parti pan-européen. Auf: rtl.fr. 7. November 2013, abgerufen am 7. Mai 2014.
  11. https://euobserver.com/institutional/139342
  12. http://www.epgencms.europarl.europa.eu/cmsdata/upload/bf210dc2-b8d3-4d70-bc26-786a5cd0706b/00_Decision_2017_11_13_ITE.pdf
  13. http://www.europarl.europa.eu/RegData/organes/bureau/proces_verbal/2017/12-13/BUR_PV(2017)12-13_DE.pdf
  14. http://www.epgencms.europarl.europa.eu/cmsdata/upload/1e942f25-bbfc-44e1-a156-cc6d54f354b6/00_Decision_2018_01_12_AEMN.pdf
  15. http://www.epgencms.europarl.europa.eu/cmsdata/upload/1051a8fc-7963-4217-b250-e47dc61c1d8e/08a_Declaration_Member_parties_AEMN.pdf
  16. http://www.epgencms.europarl.europa.eu/cmsdata/upload/81740593-75fe-4ff0-ac93-2e8fe9c9f8b2/050_Representation_in_7_Member_States_AEMN.pdf
  17. https://euobserver.com/institutional/140987
  18. http://aemn.info/2017/08/10/congress-and-general-assembly-in-slovenia/
  19. a b [1]
  20. Alliance of European National Movements Expands to 9 Parties (Memento des Originals vom 19. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bnp.org.uk
  21. a b c d e https://www.asktheeu.org/en/request/3950/response/12541/attach/html/5/MPs%20MRPs%20in%20European%20Parties%20Financial%20Exercise%202017.pdf.html
  22. https://www.jobbik.com/statement_of_jobbik_on_aenm
  23. BBC Ukraine: „Свобода“ і європейські націоналісти: конфлікти є, війни нема. Auf: bbc.co.uk. 24. Januar 2013, abgerufen am 7. Mai 2014.
  24. Oleg Tiahnybok withdraws Svoboda's membership within the Alliance of European National Movements. Auf: svoboda.org.ua. 20. März 2014, abgerufen am 7. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]