Europäische Freie Allianz

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Europäische Freie Allianz
Logo der EFA
Partei­vorsitzender Eric Defoort
General­sekretär Jordi Solé
Gründung 1981
Gründungs­ort Brüssel
Haupt­sitz Boomkwekerijstraat 1,
1000 Brüssel, Belgien[1]
Jugend­organisation European Free Alliance Youth
Parteinahe Stiftung Center Maurits Coppieters
Aus­richtung Regionalismus
Separatismus
Farbe(n) Purpur
Parlamentssitze
11/751
Staatliche Zuschüsse 709.378 € (2015, vorläufig)
EP-Fraktion Grüne/EFA (7), EKR (4)
Website www.e-f-a.org

Die Europäische Freie Allianz (EFA) ist eine europäische politische Partei, die nationale, regionale und autonome Parteien der Europäischen Union umfasst. Heute sind 35 europäische Regionalparteien Mitglied der EFA. Die Mitglieder treten zur Europawahl an und waren nach der Europawahl 2009 mit sechs Abgeordneten im Europaparlament vertreten, wo sie eine gemeinsame Fraktion mit der Europäischen Grünen Partei bilden, die den Namen Die Grünen/Europäische Freie Allianz trägt. Vorsitzender der EFA ist Eric Defoort aus Flandern. Vorsitzende der Fraktion sind die Grünen Philippe Lamberts und Rebecca Harms, der Katalane Josep Maria Terricabras ist als EFA-Mitglied erster stellvertretender Fraktionsvorsitzende. Bei der Europawahl 2014 errang die EFA zwölf Sitze.[2]

Geschichte der Europäischen Freien Allianz[Bearbeiten]

Die EFA wurde 1981 in Brüssel als eine Vereinigung zur Kooperation von politischen Parteien, die sich von der traditionellen Politik unterscheiden und einen umfassenden Regionalismus sowie die Dezentralisierung in den Vordergrund stellen, gegründet. Im Jahre 1994 hat sich die EFA als Föderation von Parteien im Einklang mit den Bestimmungen des Artikels 138 A der Verträge der Europäischen Union konstituiert. Auf einem Kongress am 25. und 26. März 2004 in Barcelona wurde die EFA als politische Partei, gemäß den neuen EU-Vorschriften (EC 2004/2003; Entscheid des Rats und des Europäischen Parlaments vom 4. November 2003), gegründet. Am 13. Oktober 2004 wurde die Europäische Freie Allianz offiziell als politische Partei auf europäischer Ebene anerkannt.

Am 11. März 2006 feierte die EFA im Rahmen einer Vollversammlung in Brüssel ihr 25-jähriges Bestehen.

Mitglieder der EFA im Europaparlament
jeweils zu Beginn der Legislatur
Jahr Abgeordnete Fraktion
1979
1/410
CDI
1984
3/434
RBW
1989
8/518
RBW
1994
3/567
ERA
1999
7/626
G/EFA
2004
5/732
G/EFA
2009
7/736
G/EFA
2014
11/751
G/EFA & EKR

Mitgliedsparteien[Bearbeiten]

Die EFA hat (Stand 28. Mai 2015) 37 Mitgliedsparteien:[3]

Land Partei[4] Region bzw. Minderheit MdEP Nationale
Abgeordnete
BelgienBelgien Belgien Nieuw-Vlaamse Alliantie Flämische RegionFlämische Region Flämische Region
4/12
27/150
BulgarienBulgarien Bulgarien OMO Ilinden PIRIN Slawische Mazedonier - -
DanemarkDänemark Dänemark Schleswigsche Partei Deutsche in Nordschleswig - -
DeutschlandDeutschland Deutschland Bayernpartei BayernBayern Bayern - -
Die Friesen Friesen in Ost-Friesland - -
Südschleswigscher Wählerverband Dänen und Nordfriesen in Südschleswig - -
Lausitzer Allianz Lausitz und Sorben in Sachsen und Brandenburg - -
FinnlandFinnland Finnland Ålands Framtid AlandÅland Åland - -
FrankreichFrankreich Frankreich Unvaniezh Demokratel Breizh Bretonen in BretagneBretagne Bretagne -
1/577
Unitat Catalana[5] KatalonienKatalonien Katalonien - Nordkatalonien (Languedoc-Roussillon) - -
Partit Occitan OkzitanienOkzitanien Okzitanien - -
Partitu di a Nazione Corsa KorsikaKorsika Korsika - -
Mouvement Région Savoie SavoyenSavoyen Savoyen - -
Unser Land ElsassElsass Elsass - -
GriechenlandGriechenland Griechenland ESA-Vinozhito Slawische Mazedonier - -
ItalienItalien Italien Partito Sardo d'Azione Sardinien Sardinien - -
Süd-Tiroler Freiheit SudtirolSüdtirol Südtirol - -
ALPE (Autonomie - Liberté - Participation - Écologie)[6] Aostatal Aostatal - -
Liga Veneta Repubblica[7] Venetien Venetien - -
Slovenska Skupnost Slowenen - -
KroatienKroatien Kroatien Lista per Fiume - Lista za Rijeku Fiume/Rijeka - -
NiederlandeNiederlande Niederlande Fryske Nasjonale Partij Friesland Friesland - -
OsterreichÖsterreich Österreich Enotna Lista Slowenen in Kärnten - -
PolenPolen Polen Ruch Autonomii Śląska Schlesien - -
SlowakeiSlowakei Slowakei Magyar Kereszténydemokrata Szövetség (MKDSZ-MKDA) Ungarn
SpanienSpanien Spanien Aralar BaskenlandBaskenland Baskenland -
1/350
Eusko Alkartasuna -
1/350
Bloque Nacionalista Galego GalicienGalicien Galicien -
2/350
Partido Andalucista AndalusienAndalusien Andalusien - -
Esquerra Republicana de Catalunya KatalonienKatalonien Katalonien
2/54
*
3/350
Chunta Aragonesista AragonienAragonien Aragonien - -
PSM-Entesa Nacionalista Balearische InselnBalearische Inseln Balearische Inseln - -
Bloc Nacionalista Valencià[8] ValenciaValencia Valencia
1/54
1/350
TschechienTschechien Tschechien Moravané Mähren - -
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Scottish National Party SchottlandSchottland Schottland
2/6
56/650
Plaid Cymru WalesWales Wales
1/4
3/650
Mebyon Kernow - The Party for Cornwall [9] Cornwall Cornwall - -
* Einer der beiden Sitze ging an die Nova Esquerra Catalana (NECat) mit der die ERC zur Europawahl 2014 das Wahlbündnis L'Esquerra pel Dret a Decidir geschlossen hat.

Beobachtende Mitglieder[Bearbeiten]

Land Partei Region bzw. Minderheit MdEP Nationale
Abgeordnete


GriechenlandGriechenland Griechenland Dostluk-Eşitlik-Barış Partisi[8] Westthrakientürken - -
ItalienItalien Italien L'Altro Sud Sizilien Sizilien - -
LettlandLettland Lettland Latvijas Krievu savienība Russen
1/8
-
RumänienRumänien Rumänien Erdélyi Magyar Néppárt[8] Ungarn - -
SpanienSpanien Spanien Nueva Canarias Kanarische InselnKanarische Inseln Kanarische Inseln -
1/350
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Yorkshire First [8] Yorkshire - -

Assoziierte Mitglieder[Bearbeiten]

Parteien außerhalb Europas können seit April 2015 assoziierte Mitglieder werden.[8]

Land Partei Region bzw. Minderheit Nationale
Abgeordnete
AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan Demokratische Partei Arzachs Bergkarabach RepublikBergkarabach Bergkarabach
7/33

Ehemalige Mitglieder[Bearbeiten]

Land Partei Region bzw. Minderheit Bemerkung
BelgienBelgien Belgien Partei der deutschsprachigen Belgier Deutschsprachige GemeinschaftDeutschsprachige Gemeinschaft Deutschsprachige Gemeinschaft 2009 aufgelöst, die meisten Mitglieder sind in die ProDG eingetreten, welche de facto die Nachfolge-Organisation ist
ProDG Deutschsprachige GemeinschaftDeutschsprachige Gemeinschaft Deutschsprachige Gemeinschaft -
Volksunie Flämische RegionFlämische Region Flämische Region 2001 Aktivitäten beendet
Sociaal-liberale Partij Flämische RegionFlämische Region Flämische Region 2009 Aktivitäten beendet
LitauenLitauen Litauen Polska Partita Ludowa Polen -
UngarnUngarn Ungarn Megújult Magyarországi Roma Összefogás Párt Roma
FrankreichFrankreich Frankreich Ligue Savoisienne SavoyenSavoyen Savoyen -
ItalienItalien Italien Lega Nord Padanien 1994 suspendiert, 1996 ausgetreten
Alleanza Libera Emiliana - Libertà Emiliana Emilia-Romagna Emilia-Romagna
Union Valdôtaine Aostatal Aostatal 2007 ausgeschlossen (aufgrund langjähriger Nichtbeteiligung an den EFA-Strukturen)
Union für Südtirol SudtirolSüdtirol Südtirol 2008 ausgeschlossen (aufgrund ihrer Opposition zur Bilbao-Deklaration von 2007)
Movimento per l'Indipendenza della Sicilia Sizilien Sizilien -
RumänienRumänien Rumänien Erdély-Bánság Liga Siebenbürgen und Banat -
SlowakeiSlowakei Slowakei Magyar Föderalista Párt Ungarn Aktivitäten beendet
Strana zivnostnikov Slovenska SzS Prešov und Košice
SpanienSpanien Spanien Eusko Alderdi Jeltzalea-Partido Nacionalista Vasco BaskenlandBaskenland Baskenland 2004 ausgetreten, nun Mitglied der EDP

Ziele[Bearbeiten]

Am 9. November 2000 veröffentlichte die EFA eine programmatische Brüsseler Deklaration, in der die „staatenlosen Nationen“ Europas die Prinzipien ihres Regionalismus darlegen. Demnach ist die EFA Verfechterin einer Europäische Union freier und untereinander solidarischer Völker, begründet auf dem Subsidiaritätsprinzip. Sie handelt im Sinne:

  • der Verteidigung der Menschen- und Völkerrechte,
  • des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung,
  • eines Aufbaus einer gerechten Gesellschaft mit einer politischen Solidarität, die Fortschritt, sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit fördert,
  • einer Neuorientierung der Europäischen Union, die zu sehr von ihren wirtschaftlichen Konzepten beeinflusst ist und die zu sehr zu einer Politik der Liberalisierung, des Wettbewerbs und des Zentralismus tendiert,
  • der Gewaltlosigkeit beim Verfolgen politischer Ziele,
  • der Abschaffung der Kernenergie und der Entwicklung alternativer Energien,
  • der Sicherstellung der Teilnahme der Regionen mit konstitutioneller Machtbefugnis an den Sitzungen des Ministerrats, wenn sich diese mit Angelegenheiten befassen, die in den Kompetenzbereich der Regionen fallen, zwecks Verbesserung der Anerkennung der historischen Nationen und Regionen,
  • des direkten Zugangs der historischen Nationen und Regionen zum Europäischen Gerichtshof,
  • der demokratischen Reformen der europäischen Institutionen und einer Stärkung des Ausschuss der Regionen und
  • der Verteidigung und des Schutzes der sprachlichen und kulturellen Unterschiede in der Europäischen Union.

2007 wurden die Grundsätze der EFA in der Bilbao-Deklaration erweitert. Diese enthält:

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. contact address, at European Free Alliance
  2. http://www.e-f-a.org/news/news/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=761
  3. http://www.e-f-a.org/whos-who/member-parties/
  4. Mitgliedsparteien der Europäischen Freien Allianz
  5. Unitat Catalana
  6. ALPE (Autonomie - Liberté - Participation - Écologie)
  7. Liga Veneta Repubblica
  8. a b c d e http://www.nationalia.info/en/news/2126
  9. Mebyon Kernow - The Party for Cornwall

Weblinks[Bearbeiten]