Europäische Freie Allianz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Europäische Freie Allianz
Logo der EFA
Partei­vorsitzende Lorena Lopez de Lacalle (EA)
General­sekretär Jordi Solé (ERC)
Schatz­meisterin Anke Spoorendonk (SSW)
Gründung 1981
Gründungs­ort Brüssel
Haupt­sitz Boomkwekerijstraat 1,
1000 Brüssel, Belgien[1]
Jugend­organisation European Free Alliance Youth
Parteinahe Stiftung Coppieters Foundation
Aus­richtung Regionalismus
Separatismus
Minderheitenschutz
Farbe(n) Purpur
Staatliche Zuschüsse 777.490 Euro (2016, vorläufig)
Europaabgeordnete
9/705
EP-Fraktion Grüne/EFA (5)
EKR (3)
GUE/NGL (1)
Website www.e-f-a.org

Die Europäische Freie Allianz (EFA) ist eine europäische politische Partei, die nationale, regionale und autonome Parteien der Europäischen Union umfasst. Heute sind 47 europäische Regionalparteien Mitglied der EFA. Parteivorsitzende ist Lorena Lopez de Lacalle von der Eusko Alkartasuna (Baskenland/Spanien).

Die Mitgliedsparteien treten zur Europawahl an. Derzeit ist die EFA mit 9 Abgeordneten im Europaparlament vertreten. Die EFA bildet seit 1999 eine Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen unter dem Namen Die Grünen/Europäische Freie Allianz. Der Vorsitzende der EFA-Gruppe ist gleichzeitig erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender; dies ist seit dem 7. Januar 2020 Oriol Junqueras von der Esquerra Republicana de Catalunya.[2] Davon abweichend schließen sich einzelne, meist spanische, EFA-Mitglieder der linken GUE/NGL an und die Abgeordneten der flämischen N-VA gehören seit 2014 der nationalkonservativen EKR an.[3]

Im Ausschuss der Regionen gehören die Mitglieder der EFA der Fraktion Europäische Allianz an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder der EFA im Europaparlament
jeweils zu Beginn der Legislatur
Jahr Abgeordnete Fraktion
1979
1/410
CDI
1984
3/434
RBW
1989
8/518
RBW
1994
3/567
ERA
1999
7/626
G/EFA
2004
5/732
G/EFA
2009
7/736
G/EFA
2014
11/751
G/EFA, EKR
2019
12/751
G/EFA, EKR

Die EFA wurde 1981 in Brüssel als eine Vereinigung zur Kooperation von politischen Parteien, die sich von der traditionellen Politik unterscheiden und einen umfassenden Regionalismus sowie die Dezentralisierung in den Vordergrund stellen, gegründet. Im Jahre 1994 hat sich die EFA als Föderation von Parteien im Einklang mit den Bestimmungen des Artikels 138 A der Verträge der Europäischen Union konstituiert. Auf einem Kongress am 25. und 26. März 2004 in Barcelona wurde die EFA als politische Partei, gemäß den neuen EU-Vorschriften (EC 2004/2003; Entscheid des Rats und des Europäischen Parlaments vom 4. November 2003), gegründet. Am 13. Oktober 2004 wurde die Europäische Freie Allianz offiziell als politische Partei auf europäischer Ebene anerkannt.

Am 11. März 2006 feierte die EFA im Rahmen einer Vollversammlung in Brüssel ihr 25-jähriges Bestehen.

Mitgliedsparteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EFA hat (Stand 16. November 2019) 47 Mitgliedsparteien:[4]

Land Partei[4] Region bzw. Minderheit MdEP Nationale
Abgeordnete
Aserbaidschan Aserbaidschan Demokratische Partei Arzachs Arzach Arzach Nicht in der EU
7/33
Belgien Belgien Nieuw-Vlaamse Alliantie Flandern Flandern
3/12
25/150
Bulgarien Bulgarien OMO Ilinden PIRIN Slawische Mazedonier
Danemark Dänemark Schleswigsche Partei Deutsche in Nordschleswig
Deutschland Deutschland Bayernpartei Bayern Bayern
Südschleswigscher Wählerverband Dänen und Nordfriesen in Südschleswig
1/736
Lausitzer Allianz Flag of Sorbs.svg Lausitz und Sorben in Sachsen und Brandenburg - -
Finnland Finnland Ålands Framtid Åland Åland
Frankreich Frankreich Unvaniezh Demokratel Breizh Bretonen in der Bretagne Bretagne
1/577
Unitat Catalana[5] Katalonien KatalonienNordkatalonien (Languedoc-Roussillon)
Partit Occitan Okzitanien Okzitanien
Femu a Corsica Korsika Korsika
Partitu di a Nazione Corsa Korsika Korsika
Mouvement Région Savoie Savoyen Savoyen
Unser Land Elsass Elsass
Griechenland Griechenland Komma Isotitas, Irinis ke Filias[6] Westthrakientürken -
ESA-Vinozhito Slawische Mazedonier
Italien Italien Süd-Tiroler Freiheit Sudtirol Südtirol
Autonomie Liberté Participation Écologie[7]  Aostatal
Liga Veneta Repubblica[8]  Venetien
Patrie Furlane Bandiere dal Friûl.svg Friaul
Slovenska skupnost Slowenen in Friaul-Julisch Venetien Friaul-Julisch Venetien
Pro Lombardia Indipendenza Bandiera Lombardia.svg Lombardei
L’Altro Sud Süditalien
Kroatien Kroatien Lista per Fiume – Lista za Rijeku Flag of the Free State of Fiume.svg Fiume/Rijeka
Niederlande Niederlande Fryske Nasjonale Partij  Fryslân
Osterreich Österreich Enotna Lista Kärntner Slowenen
Polen Polen Kaszëbskô Jednota Kashubian flag.svg Kaschuben -
Ruch Autonomii Śląska Flagge Preußen - Provinz Oberschlesien.svg Schlesien
Rumänien Rumänien Erdélyi Magyar Néppárt Ungarn
Serbien Serbien Liga socijaldemokrata Vojvodine Vojvodina Vojvodina Nicht in der EU
4/250
Slowakei Slowakei Magyar Kereszténydemokrata Szövetség (MKDSZ-MKDA) Ungarn
Slowenien Slowenien Oljka – stranka slovenske Istre Coat of arms of Istria.svg Istrien
Spanien Spanien Eusko Alkartasuna Baskenland Baskenland und Navarra Navarra
Bloque Nacionalista Galego Galicien Galicien
1/350
Esquerra Republicana de Catalunya Katalonien Katalonien
2/59
13/350
PSM-Entesa Nacionalista Balearische Inseln Balearische Inseln
Nueva Canarias Kanarische Inseln Kanarische Inseln -
1/350
Bloc Nacionalista Valencià[6] Valencia Valencia
1/350
Tschechien Tschechien Moravské zemské hnutí Flag of Moravia with eagle.svg Mähren
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Scottish National Party Schottland Schottland Nicht in der EU
35/650
Plaid Cymru Wales Wales
4/650
Mebyon Kernow – The Party for Cornwall[9]  Cornwall
Yorkshire Party FlagOfYorkshire.svg Yorkshire

Suspendierte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Partei Region bzw. Minderheit MdEP Nationale
Abgeordnete
Italien Italien Partito Sardo d’Azione  Sardinien - -
Lettland Lettland Latvijas Krievu savienība[10] Russen
1/8
-

Individuelle Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land MdEP-Name Partei
Deutschland Deutschland Manuela Ripa Ökologisch-Demokratische Partei
Frankreich Frankreich François Alfonsi Régions et peuples solidaires
Italien Italien Piernicola Pedicini
Spanien Spanien Pernando Barrena* EH Bildu

Ehemalige Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Partei Region bzw. Minderheit Bemerkung
Deutschland Deutschland Die Friesen Friesen in Ostfriesland Flagge mit Wappen.0.2.svg Ostfriesland im Jahr 2019 nicht mehr Mitglied
Belgien Belgien Partei der deutschsprachigen Belgier Deutschsprachige Gemeinschaft Deutschsprachige Gemeinschaft 2009 aufgelöst, die meisten Mitglieder sind in die ProDG eingetreten, welche de facto die Nachfolge-Organisation ist
ProDG Deutschsprachige Gemeinschaft Deutschsprachige Gemeinschaft
Volksunie Flandern Flandern 2001 Aktivitäten eingestellt
Sociaal-liberale Partij Flandern Flandern 2009 Aktivitäten eingestellt
Litauen Litauen Polska Partita Ludowa Polen
Ungarn Ungarn Megújult Magyarországi Roma Összefogás Párt Roma
Frankreich Frankreich Ligue Savoisienne Savoyen Savoyen
Italien Italien Lega Nord Padanien 1994 suspendiert, 1996 ausgetreten
Alleanza Libera Emiliana – Libertà Emiliana Emilia-Romagna Emilia-Romagna
Union Valdôtaine  Aostatal 2007 ausgeschlossen (aufgrund langjähriger Nichtbeteiligung an den EFA-Strukturen)
Union für Südtirol Sudtirol Südtirol 2008 ausgeschlossen (aufgrund ihrer Opposition zur Bilbao-Deklaration von 2007)
Movimento per l'Indipendenza della Sicilia  Sizilien
Rumänien Rumänien Erdély-Bánság Liga Siebenbürgen und Banat
Slowakei Slowakei Magyar Föderalista Párt Ungarn Aktivitäten eingestellt
Strana zivnostnikov Slovenska SzS Prešov und Košice
Spanien Spanien Eusko Alderdi Jeltzalea-Partido Nacionalista Vasco Baskenland Baskenland 2004 ausgetreten, nun Mitglied der EDP
Chunta Aragonesista Aragonien Aragonien im Jahr 2018 nicht mehr Mitglied
Partido Andalucista Andalusien Andalusien 2015 aufgelöst
Aralar Baskenland Baskenland und Navarra Navarra 2017 aufgelöst

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. November 2000 veröffentlichte die EFA eine programmatische Brüsseler Deklaration, in der die „staatenlosen Nationen“ Europas die Prinzipien ihres Regionalismus darlegen. Demnach ist die EFA Verfechterin einer Europäischen Union freier und untereinander solidarischer Völker, begründet auf dem Subsidiaritätsprinzip. Sie handelt im Sinne:

  • der Verteidigung der Menschen- und Völkerrechte,
  • des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung,
  • eines Aufbaus einer gerechten Gesellschaft mit einer politischen Solidarität, die Fortschritt, sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit fördert,
  • einer Neuorientierung der Europäischen Union, die zu sehr von ihren wirtschaftlichen Konzepten beeinflusst ist und die zu sehr zu einer Politik der Liberalisierung, des Wettbewerbs und des Zentralismus tendiert,
  • der Gewaltlosigkeit beim Verfolgen politischer Ziele,
  • der Abschaffung der Kernenergie und der Entwicklung alternativer Energien,
  • der Sicherstellung der Teilnahme der Regionen mit konstitutioneller Machtbefugnis an den Sitzungen des Ministerrats, wenn sich diese mit Angelegenheiten befassen, die in den Kompetenzbereich der Regionen fallen, zwecks Verbesserung der Anerkennung der historischen Nationen und Regionen,
  • des direkten Zugangs der historischen Nationen und Regionen zum Europäischen Gerichtshof,
  • der demokratischen Reformen der europäischen Institutionen und einer Stärkung des Ausschusses der Regionen und
  • der Verteidigung und des Schutzes der sprachlichen und kulturellen Unterschiede in der Europäischen Union.

2007 wurden die Grundsätze der EFA in der Bilbao-Deklaration erweitert. Diese enthält:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. contact address, at European Free Alliance
  2. Oriol Junqueras elected President of EFA Group in the European Parliament. In: e-f-a.org. 7. Januar 2020, abgerufen am 7. Februar 2020 (englisch).
  3. e-f-a.org
  4. a b Mitgliedsparteien der Europäischen Freien Allianz
  5. Unitat Catalana (Memento des Originals vom 23. Januar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unitatcatalana.blogspot.be
  6. a b nationalia.info
  7. ALPE (Autonomie – Liberté – Participation – Écologie)
  8. Liga Veneta Repubblica
  9. Mebyon Kernow – The Party for Cornwall
  10. https://e-f-a.org/2022/04/08/the-bureau-suspends-the-latvian-russian-union-as-a-member-party-of-efa/
  11. EFA parties win 12 seats at European Parliament elections. In: e-f-a.org. 27. Mai 2019, abgerufen am 2. Juni 2019 (englisch).