Bänz Friedli

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Bänz Friedli (2015)

Bänz Friedli (* 1965 in Bern als Bendicht Friedli) ist ein Schweizer Autor, Kabarettist und Sprachkünstler. Er schreibt Kolumnen und Bücher, gestaltet satirische Radiobeiträge und tritt in der Deutschschweiz als Bühnenkünstler in berndeutscher Mundart auf, so unter anderem 2013, 2014 und 2016 am Arosa Humor-Festival. Er ist bekannt für seinen Sprachwitz, seine parodistischen Beobachtungen und dafür, dass er die politische Aktualität stets miteinbezieht.

Er war langjähriger Journalist und Radiomoderator; noch immer publiziert er Essays und Reportagen zur Popmusik. Friedli hat an Drehbuch und Regie von bisher zwei Dokumentarfilmen mitgearbeitet und ist künstlerischer Leiter des seit 2017 stattfindenden Mundartfestivals Arosa. Im selben Jahr erschien sein erstes Kinderbuch.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedli wuchs in einer Lehrerfamilie in Uettligen bei Bern auf und besuchte in Bern das Gymnasium Neufeld. 1985 wurde Friedli als damals jüngster Politiker der Schweiz für die grüne Bürgerinitiative «Offene Liste» in den Gemeinderat von Wohlen BE gewählt, wo er während einer vierjährigen Amtsperiode in der Exekutive das Ressort Jugend und Kultur leitete.[1][2]

Von 1983 bis 2005 arbeitete er für Presse, Radio und TV in den Bereichen Sport und Populärkultur. 1984 bis 1992 war er für Radio Förderband in Bern tätig, wo er die wöchentliche Sendung «Capitan Uncino» über italienische Musik gestaltete, Nachrichtensendungen moderierte und als Sportreporter im Einsatz war. Ab 1986 war er stellvertretender Sendeleiter und betreute insbesondere das kulturelle Abendprogramm des Senders. 1990 war Friedli Mitgründer des puncto Pressebüros Bern sowie des TV-Nachrichtenmagazins 10 vor 10.[3] Seine Musik- und Sportreportagen erschienen in Magazinen und Zeitungen wie Das Magazin, Rolling Stone, Süddeutsche Zeitung Magazin, La Repubblica, Sportmagazin und Die Welt. Von der Gründung 1995 bis 2005 war er Redaktor beim Schweizer Nachrichtenmagazin Facts. Einen Namen machte er sich insbesondere als Kolumnist. Von 1985 bis 1993 schrieb Friedli den «Berner Alltag» in der Tageszeitung Der Bund. Seine «Pendlerregeln» in 20 Minuten fanden von 2000 bis 2004 eine grosse Leserschaft[3], seit 2005 ist er jede Woche im Migros-Magazin zu lesen.[4] Zehn Jahre lang behandelte seine Rubrik «Der Hausmann» Familienthemen, seither erscheint sie mit freiem Themenspektrum unter dem Titel «Bänz Friedli». Friedli ist ebenfalls Kolumnist der «gazette», des Kundenmagazins der BLS AG. Seit 2001 trug er seine Kolumnen in Lesungen vor, unter anderem in der «Nacht der Kolumnisten» mit Viktor Giacobbo, Linus Reichlin, Michèle Roten, Gisela Widmer und anderen, später solo. Aus dieser Tätigkeit entwickelte sich 2011 erstmals ein kabarettistisches Programm. Daneben schreibt er Essays und Beiträge für die NZZ am Sonntag und spricht regelmässig in der Samstagssatire Zytlupe von Radio SRF 1. Für denselben Sender moderiert er seit 2016 zweimal jährlich die Live-Show «Ohrfeigen» aus dem Kleintheater Luzern. 2006 war Friedli Kokurator der Ausstellung «Small number, big impact – Swiss immigration to the US» auf Ellis Island, New York City.[5]

2008 bis 2011 arbeitete Friedli mit dem Regisseur Bernhard Giger am Buch und Dokumentarfilm Herz im Emmental und 2016 zusammen mit der TV-Journalistin Barbara Frauchiger am Film Werner Aeschbacher bricht auf – ein Emmentaler Örgeler in Louisiana. Seit 1994 ist er Jurymitglied des italienischen Musikpreises Premio Tenco und von 2004 bis 2016 gehörte er der Jury Schweizer Wort des Jahres an. 2017 erschien sein erstes Kinderbuch Machs wie Abby, Sascha!.

Bekannt ist Friedli für seine Wortspiele, seinen Sprachwitz und seine Parodien. Die Jury des Salzburger Stiers würdigte ihn als «kritisch heimatverbunden, sympathisch philosophisch und stets verlässlich witzig».[6] Kabarett-Doyen Emil Steinberger nannte Friedli «eine Blutauffrischung fürs Schweizer Kabarett» und «eine kulturelle Wohltat».[7]

Friedli ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Zürich.[3][8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bühnenprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sy no Frage?, 2011–2014, 250 Vorstellungen
  • Gömmer Starbucks? Bänz Friedli macht sich einen Reim auf die Jugend, 2013–2016, 220 Vorstellungen
  • Ke Witz! Bänz Friedli gewinnt Zeit, 2016–2018, rund 230 Vorstellungen

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitarbeit an Büchern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Bernhard Giger: Herz im Emmental. Dokumentarfilm, 95 Minuten, Carac/Frenetic Films, Bern und Zürich 2011.
  • mit Barbara Frauchiger: Werner Aeschbacher bricht auf – ein Emmentaler Örgeler in Louisiana. Dokumentarfilm, 64 Minuten, SRF, Zürich 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ly Vuong: Da hilft nur noch ein Psychotherapeut: Bänz Friedli zurück in Schlieren. Limmattaler Zeitung, 6. Dezember 2017, abgerufen am 14. Februar 2018.
  2. Markus Dütschler: Dossier: Von wo ich komme – «Läck, isch das schön», sagt Friedli heute. Der Bund, 8. Oktober 2009, abgerufen am 14. Februar 2018.
  3. a b c Thomas Widmer: Der Bänz ist überall. In: Tages-Anzeiger. 5. Dezember 2014, S. 25.
  4. Bänz Friedli. Migros-Magazin, abgerufen am 14. Februar 2018.
  5. "Small Number - Big Impact". swissinfo, 30. Juli 2006, abgerufen am 15. Februar 2018.
  6. Bänz Friedli erhält den Kabarettpreis Salzburger Stier. SRF, 4. Dezember 2014, abgerufen am 14. Februar 2018.
  7. Markus Schneider: Die Komik des Lebens. In: Schweizer Familie. Band 38, 2016, S. 16.
  8. Bänz Friedli. Bänz Friedli, abgerufen am 14. Februar 2018.
  9. Preisträger 2015. Salzburger Stier, abgerufen am 14. Februar 2018.
  10. «Stimmt, genau so ist es!» Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV, abgerufen am 14. Februar 2018.