Bahnhof Saalfeld (Saale)

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Saalfeld (Saale)
Blick auf den Bahnhof
Blick auf den Bahnhof
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung US
IBNR 8010309
Kategorie 3
Eröffnung 1871
Profil auf Bahnhof.de Saalfeld__Saale_
Lage
Stadt/Gemeinde Saalfeld/Saale
Land Thüringen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 39′ 3″ N, 11° 22′ 29″ OKoordinaten: 50° 39′ 3″ N, 11° 22′ 29″ O
Höhe (SO) 211 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken

Bahnhöfe in Thüringen
i16

Der Bahnhof Saalfeld (Saale) (von der Deutschen Bahn als Saalfeld(Saale) oder Saalfeld(S) bezeichnet) ist der Bahnhof der Stadt Saalfeld im Südosten Thüringens. Er war bis Dezember 2017 ICE-Halt der Linie BerlinMünchen und gehört der Bahnhofskategorie 3 an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbahn erreichte Saalfeld am 20. Dezember 1871 mit der Bahnstrecke Gera–Saalfeld aus Richtung Nordosten. Damals wurde auch der Bahnhof angelegt. Er war von vornherein als Eisenbahnknoten geplant und bekam die damals noch unbebauten Flächen östlich der Saale, gegenüber der Altstadt, als großzügige Betriebsflächen. Schon 1874 wurde die Saalbahn von Naumburg über Jena nach Saalfeld in Betrieb genommen. Damit bekam die Stadt einen weiteren Bahnanschluss in Richtung Nordosten. Die Frankenwaldbahn über den Rennsteig nach Lichtenfels konnte 1885 eingeweiht werden. Damit war nach der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn eine zweite, schnellere Strecke von Berlin nach München fertiggestellt und die Bedeutung des Saalfelder Bahnhofs wuchs stark an. Er war der letzte größere Bahnhof vor dem 400 Höhenmeter zählenden Anstieg auf den Frankenwald.

Weitere Strecken nach Saalfeld wurden 1895 von Erfurt, 1900 von Katzhütte/Königsee, 1907 von Hof und 1913 von Sonneberg in Betrieb genommen. Seit 1886 führt der Schnellzugverkehr durch Saalfeld. Im Jahre 1900 kam es zu ersten Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen.[6] Ab 1934 wurden der Bahnhof umfangreich umgebaut, der Güterbahnhof erweitert und neue Stellwerke errichtet. Am 15. Mai 1939 wurde nach der Elektrifizierung des Bahnhofes der elektrische Zugbetrieb Richtung Nürnberg aufgenommen. Der Abschnitt nach Göschwitz war ab 15. Februar 1940 elektrisch befahrbar.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der strategisch wichtige Bahnhof, besonders bei schweren amerikanischen Luftangriffen am 9. April 1945, zerstört. Nach der deutschen Teilung sank seine Bedeutung ab, da der Verkehr zwischen Mitteldeutschland und Bayern zurückging. Allerdings fuhren über Saalfeld Interzonenzüge, da die Frankenwaldbahn neben der östlich gelegenen Strecke über Hof eine von zwei Bahnverbindungen zwischen der DDR und Bayern war. Das zweite Gleis zwischen dem Abzweig Saaleck bei Naumburg und Probstzella und die Anlagen für die elektrische Zugförderung wurden 1946 als Reparationsleistungen an die Sowjetunion abgebaut.

Nach der deutschen Wiedervereinigung stieg die Bedeutung des Bahnhofs erneut an. 1994/1995 wurde die Saalbahn/Frankenwaldbahn wieder elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut. Sie war bis zur Eröffnung der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt die bedeutendste Strecke zwischen Berlin und München, während die Bedeutung der zweiten Strecke über Hof zurückgegangen ist. In der Folge wurde der Bahnhof zu einem modernen Fernverkehrshalt ausgebaut und erhielt unter anderem drei neue und barrierefrei zugängliche Bahnsteige mit 76 cm Bahnsteighöhe. Das Empfangsgebäude wurde saniert und um einen Neubau ergänzt. Der unmittelbar neben dem Personenbahnhof an dessen Ostseite gelegene Rangierbahnhof ist stillgelegt.

Am 5. September 2013, gegen 11:10 Uhr, stieß in Folge einer Flankenfahrt an der südlichen Bahnhofseinfahrt ein Triebwagen der Erfurter Bahn mit einem Intercity zusammen, der von München nach Berlin unterwegs war. Circa 200 Personen mussten aus den Zügen evakuiert werden, es gab jedoch keine Verletzten.[7]

Am 3. Dezember 2013 gab es im Bahnhof einen Großeinsatz der Polizei. Nachdem ein Täter den Bahnhofskiosk überfallen wollte, versteckte er sich auf der Flucht in einen leerstehenden ICE. Der Zugverkehr war dadurch mehrere Stunden unterbrochen.[8]

Im Januar 2016 bot die Deutsche Bahn das ehemalige Bahnbetriebswerk Saalfeld (Saale) mit seinem Lokschuppen zum Kauf an. Zu dem fast 15.000 Quadratmeter großen Grundstück zählt ein Ringlokschuppen mit Drehscheibe und 24 Ständen. Weiterhin gehören dazu ein Verwaltungsgebäude, ein Sozialgebäude, eine Lagerhalle, ein ehemaliges Sauerstofflager und Garagen. Einst waren hier etwa 400 Eisenbahner beschäftigt. 1905 wurde der Lokschuppen von 16 auf 24 Stände erweitert. Der Durchmesser der Drehscheibe betrug zuerst 16 Meter, dann 20 und dann 23 Meter. Dampflokomotiven waren in Saalfeld noch bis 1986 stationiert. 1978 waren hier noch 44 Dampfloks regulär in Betrieb.[9] Die Interessengemeinschaft Bahnbetriebswerk Saalfeld nutzt seit 2018 das Bahnbetriebswerk.[10]

Der Bahnhof wird seit 1997 durch ein elektronisches Stellwerk von Siemens in Leipzig gesteuert.[11] Bis zu 200 Mitarbeiter sind heute noch im Bahnhof Saalfeld beschäftigt. Davon fallen 120 auf die Güterverkehrstochter DB Schenker Rail. Weitere 30 sind es bei DB Netz sowie bei DB Station&Service. Hinzu kommt noch eine Bahnreinigung, auf die der Wegfall des Fernverkehrs ab Dezember 2017 Auswirkungen haben werde.[9][12]

Mit der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt im Dezember 2017 hat der Bahnhof seinen Status als Systemhalt des DB Fernverkehrs verloren. Eine ersatzweise Verdichtung des Regionalverkehrs fand nicht statt. Der letzte ICE wurde am 9. Dezember 2017 von etwa 200 Menschen verabschiedet. Der Saalfelder Bürgermeister hielt eine Abschiedsrede.[13]

Bahnsteige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnsteige sind barrierefrei gestaltet durch Aufzüge zu jedem Bahnsteig, diese sind über den ebenfalls barrierefreien Personentunnel zu erreichen.

Gleis Länge in m[14] Höhe in cm[14]
1 302 76
2 302 76
3 377 76
4 377 76
5 222 76
6 222 76

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fahrplanjahr 2019 wird der Bahnhof Saalfeld (Saale) von folgenden Linien bedient:

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU
IC 61 LeipzigNaumburgSaalfeld (Saale)LichtenfelsBambergNürnbergStuttgartPforzheimKarlsruhe ein Zugpaar DB Fernverkehr
EBx 12 Saalfeld (Saale) – Pößneck – Weida – GeraZeitz – Leipzig 120 * Erfurter Bahn
RE 15 Saalfeld (Saale)RudolstadtKahlaJena Saalbf 120 Abellio
RE 42 Leipzig – Naumburg – Jena-GöschwitzSaalfeld (Saale)KronachBamberg – Nürnberg 120 (Leipzig–Saalfeld)
060 (Saalfeld–Nürnberg)
DB Regio Bayern
EBx 47 Saalfeld (Saale) – Rottenbach – Stadtilm – ArnstadtErfurt einzelne Züge Erfurter Bahn
EB 22 Saalfeld (Saale) – Pößneck – Weida – Gera – Zeitz – Leipzig 120 * Erfurter Bahn
EB 23 Saalfeld (Saale) – Rottenbach – Stadtilm – Arnstadt – Erfurt 060 Erfurter Bahn
RB 25 Saalfeld (Saale)OrlamündeJena Paradies – Naumburg – WeißenfelsMerseburgHalle 060 Abellio
EB 32 Saalfeld (Saale) – Wurzbach – Bad Lobenstein – Blankenstein 120 Erfurter Bahn

Anmerkungen:

* Durch Linienüberlagerung ergibt sich auf einigen Relationen ein stündliches Zugangebot

Seit Eröffnung der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt, zum Fahrplanwechsel 10. Dezember 2017, ist der Intercityexpress-Verkehr weggefallen. Ab 2023, spätestens 2030, soll eine Intercity-Verbindung Leipzig–Jena–Saalfeld–Karlsruhe eingerichtet werden.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Saalfeld (Saale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Infrastruktur und einige zulässige Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wirtschaftsstandort Saalfeld. (PDF) Teil 1: Vom Kreuzungspunkt zweier Handelsstraßen zum Wirtschaftsstandort. S. 4, abgerufen am 18. Juni 2016.
  2. Peter Scholz, Klaus Moritz: Zugkollision in Saalfeld: Über 200 Bahnreisende evakuiert. Ostthüringer Zeitung, 6. September 2013, abgerufen am 8. September 2013.
  3. Klaus Moritz: Mann in Saalfeld verschanzt sich nach versuchtem Raub in leerem Zug. Ostthüringer Zeitung (online), 3. Dezember 2013, abgerufen am 3. Dezember 2013.
  4. a b Thomas Spanier: Bahnbetriebswerk mit Lokschuppen im Angebot: Ausverkauf am Güterbahnhof Saalfeld. In: Ostthüringer Zeitung. 29. Januar 2016, abgerufen am 18. Juni 2016.
  5. Robin Kraska: Tag der offenen Tür im Saalfelder Lokschuppen. In: Ostthüringer Zeitung. 9. Dezember 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018.
  6. Stellwerkesliste. In: stellwerke.de. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  7. Thomas Spanier: Bahnknoten Saalfeld steht vor ungewisser Zukunft: Ab Ende 2017 ohne ICE. In: Ostthüringer Zeitung. 4. September 2014, abgerufen am 18. Juni 2016.
  8. Martin Hauswald: Ende einer Ära: Letzter ICE verlässt Saalfeld. In: otz.de. 9. Dezember 2017, abgerufen am 30. Dezember 2017.
  9. a b Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Saalfeld (Saale) auf deutschebahn.com
  10. Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks vom 9. November 2015