Barmer Theologische Erklärung

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50 Jahre Barmer Theologische Erklärung: Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost von 1984

Die Barmer Theologische Erklärung (auch Barmer Bekenntnis, Barmer Erklärung, Barmer Thesen oder kurz Barmen; originaler Langtitel: „Theologische Erklärung zur gegenwärtigen Lage der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK)“) war das theologische Fundament der Bekennenden Kirche (BK) in der Zeit des Nationalsozialismus. Ihr Hauptautor war der reformierte Theologe Karl Barth, Mitautoren waren die lutherischen Theologen Thomas Breit und Hans Asmussen. Die erste Barmer Bekenntnissynode nahm den mehrfach überarbeiteten Text am 31. Mai 1934 als verbindliches Bekenntnis aller lutherischen, reformierten und unierten Mitgliedskirchen der DEK an.

Entscheidender Kernsatz ist die Aussage: Jesus Christus allein sei das eine Wort Gottes, darum hätten Christen ihm allein und keinen anderen Mächten ihrer Gegenwart zu vertrauen und zu gehorchen. Diese exklusive Entgegensetzung führte im Kirchenkampf zur Trennung der BK von einigen evangelischen Landeskirchen, die von der dem Nationalsozialismus nahestehenden Kirchenpartei Deutsche Christen (DC) allein oder mit diesen regiert wurden. Sie begründete für einige BK-Mitglieder ansatzweise einen evangelischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und für einen demokratischen Rechtsstaat. Ihre politische Deutung war jedoch von Anfang an umstritten.

Gleichwohl hatte die Barmer Erklärung Wirkungen über die NS-Zeit hinaus. Nach 1945 nahm die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sie als wegweisendes und bleibend gültiges Lehr- und Glaubenszeugnis in das Evangelische Gesangbuch auf. In einigen Mitgliedskirchen der EKD, der ehemaligen EKU sowie den evangelischen Kirchen Österreichs werden die Pfarrer bei ihrer Ordination auf dieses Bekenntnis verpflichtet. Für einige Reformierte Kirchen ist sie eine offizielle Bekenntnisschrift.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort der Bekenntnissynode: Die Gemarker Kirche

Kirchenkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche evangelische Kirche war traditionell eng mit dem Kaiserreich verbunden. Die meisten ihrer Pastoren waren nationalistisch, antidemokratisch und antikommunistisch eingestellt, lehnten die Weimarer Republik ab und begrüßten Adolf Hitlers Machtübernahme im Januar 1933 begeistert in dem Glauben, diese habe eine drohende kommunistische Revolution verhindert. Sie wollten an der Seite des NS-Regimes zu einer „nationalen Wiedergeburt“ beitragen und erhofften sich davon eine Stärkung der Volkskirche und des Protestantismus (etwa am Tag von Potsdam, 21. März 1933). Demgemäß schwiegen sämtliche evangelischen Kirchenführer 1933 zur Ausschaltung der Linksparteien und Gewerkschaften, zum Straßenterror der SA und zur Judenverfolgung. Stattdessen protestierten sie gegen die angebliche „Greuelpropaganda“ des Auslands gegen diese Maßnahmen.

Im April 1933 ernannte Hitler den unbekannten Wehrkreispfarrer Ludwig Müller zu seinem Kirchenbeauftragten, stellte sich am 13. Juli 1933 offen hinter die Kirchenpartei Deutsche Christen (DC) und verhalf dieser bei den allgemeinen Kirchenwahlen am Folgetag so zu einem Erdrutschsieg. Um deren Streben nach einer zentral regierten Reichskirche entgegenzukommen, hatten die evangelischen Landeskirchen am 11. Juli 1933 eine neue Kirchenverfassung mit einem Reichsbischof an der Spitze beschlossen, aber zugleich ihre Autonomie als föderal gleichberechtigte Bekenntniskirchen gewahrt. Erst als die DC gegen diese Statuten den Ausschluss der Judenchristen betrieben, protestierten einige evangelische Pastoren. Diese richteten sich nie gegen das Regime, sondern gegen die Angriffe der DC auf kirchliche Traditionen und Lehren. Sie intensivierten sich ab 27. September 1933, als die „braune Synode“ der DC Ludwig Müller zum Reichsbischof wählte und mit einem Arierparagraphen eine „judenfreie“ DEK anvisierte, der DC-Redner Reinhold Krause bei einer Großkundgebung im Berliner Sportpalast (13. November 1933) eine „Entjudung“ der Bibel propagierte und Müller zum Jahresende entgegen vorherigen Zusagen die evangelische Jugend in die Hitlerjugend eingliedern ließ.[1]

Der im September 1933 gegründete Pfarrernotbund ließ am 20. November eine Kanzelerklärung gegen die DC-Ziele verlesen. In der Folge bildeten sich überall in Deutschland „bekennende“ Gemeinden. Als Reichsbischof Müller diesen am 4. Januar 1934 eigene öffentliche Erklärungen verbot, bildeten sich „Bekenntnissynoden“, wo oppositionelle Pfarrer und Laienchristen Beschlüsse für eine Neuordnung der DEK nach Maßgabe des Evangeliums fassten. Müllers Versuche, die autonom regierten Landeskirchen rechtlich der Reichskirche und damit seiner Autorität zu unterwerfen, führten dazu, dass sich einige „intakte“, noch nicht gleichgeschaltete Landeskirchen am 11. April 1934 mit dem Pfarrernotbund und den freien Bekenntnissynoden zu einer „Bekenntnisgemeinschaft der DEK“ verbündeten. In der Ulmer Erklärung vom 22. April 1934 erhob diese gegen Müller, die DC und die vom NS-Regime verordnete Kirchenverwaltung unter August Jäger den Anspruch, die einzige rechtmäßige DEK zu sein. Zudem setzte sie einen Ausschuss ein, der für eine reichsweite Bekenntnissynode eine gemeinsame theologische Grundsatzerklärung vorbereiten sollte. Dieser „Bruderrat“ protestierte am 2. Mai 1934 in einem Brief an den Reichsinnenminister erstmals gegen die staatlichen Übergriffe auf die DEK-Organisation und setzte ein theologisches Dreiergremium als Autoren des Bekenntnisentwurfs ein. Am 7. Mai beschloss der Bruderrat, für den 29. bis 31. Mai die erste Bekenntnissynode der DEK nach Barmen-Gemarke einzuberufen. Die dort beschlossene Barmer Erklärung ging also aus den wachsenden Protesten gegen die Vorstöße zur „Gleichschaltung“ der DEK mit dem NS-Staat hervor.[2]

Vorläufer und Vorentwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Glaubensbekenntnisse waren im deutschen Protestantismus vor 1933 selten geworden, weil der christliche Glaube weithin nur noch als private und individuelle Gesinnung verstanden wurde. Erst durch den politischen Umbruch der NS-Zeit und dessen kirchliche Folgen wurde das „Bekenntnis“ im Jahr 1933 zu einem inflationären Begriff in der DEK. Ein Dokumentenband von 1934 sammelte 75 „Bekenntnisse des Jahres 1933“, darunter viele von den DC: Diese verknüpften das Bekenntnis zum dreieinigen Gott direkt mit Bekenntnissen zum deutschen Volk, zu deutscher Rasse, seiner autoritären Staatsgestalt und seinem Führer. Die Jungreformatorische Bewegung dagegen bekannte, dass Jesus Christus allein die Kirche begründe, Gott aber zugleich in der aktuellen „völkischen Erneuerung unseres Vaterlandes“ erkennbar sei, so dass man ganz für die eigene Nation zu leben und zu sterben bereit sei. So kombinierte die lutherische und deutschnationale kirchliche „Mitte“ das Ja zur Gnade Jesu Christi im Bereich der Kirche mit dem vorbehaltlosen Ja zu Hitler und zum NS-Staat im Bereich der Politik.

Dagegen schloss das von Karl Barth allein verfasste erste Barmer Bekenntnis der freien reformierten Synode vom 4. Januar 1934 jede Kombination dieser Art kategorisch aus.[3] Damit wurde es zum Vorläufer der Barmer theologischen Erklärung. Diese erkannten dann auch die lutherischen Hitleranhänger in der DEK an, weil ihre kombinatorischen Bekenntnisse sich als anfällig für rassistische Vereinnahmung durch die DC erwiesen hatten, so dass ihnen nun das klare Entweder-Oder einleuchtete: Entweder die Kirche bekennt sich voll und ganz allein zu Jesus Christus oder sie verliert ihre Botschaft und damit ihren Existenzgrund an eine Irrlehre.[4]

Am 2. Mai 1934 berief der Bruderrat den Bonner Theologieprofessor Karl Barth, den Hamburger Pastor Hans Asmussen und den Münchner Oberkirchenrat Thomas Breit als Autoren der Erklärung, am 7. Mai zudem den Erlanger Kirchenhistoriker Hermann Sasse. Dieser musste das erste Vorbereitungstreffen am 15./16. Mai in Frankfurt am Main krankheitsbedingt absagen. Barth kam verspätet mittags hinzu und verfasste den ersten Entwurf der Erklärung allein, während Asmussen und Breit einen Mittagsschlaf hielten. Asmussen ergänzte dann These II um den Satz: „Durch ihn (Christus) widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbaren Dienst an seinen Geschöpfen.“ Barth ergänzte These VI, die die anderen annahmen. Barth lobte diese Zusammenarbeit in einem Brief an Asmussen vom 23. Mai 1934 als „Frankfurter Konkordie“, gab ihr also denselben Rang wie den Einigungsformeln zwischen Lutheranern und Reformierten in der Reformationszeit.

Am 22. Mai in Leipzig stellte Asmussen den Frankfurter Entwurf dem Bruderrat der DEK vor. Dieser strich aus Sorge um die sich daraus ergebenden kirchenrechtlichen Konsequenzen vor allem den Satz: Die Bekenntniskirchen „bekennen sich durch ihre Vereinigung zu der kommenden Gottesgabe der einen, heiligen, allgemeinen und apostolischen Kirche“. Bevor der Bruderrat diese geänderte Fassung beschließen konnte, erreichte ihn ein Protestbrief Hermann Sasses gegen „unionistische“ Tendenzen des Entwurfs: Die Bekenntnissynode dürfe auf keinen Fall als Repräsentantin einer lehrenden Kirche auftreten, es sei denn, sie teile sich zuvor in eine lutherische und eine reformierte Synode. Daraufhin legte Asmussen Sasse am 24. Mai eine Fassung mit dem reduzierten Titel „Erklärung zur kirchlichen Lage“ vor. Asmussen und Sasse machten daraus gemeinsam den „Erlanger Entwurf“, der die sechs Thesen formal beibehielt, aber „volkstümlicher“ formulierte und eine Kirche der Union explizit ausschloss. Während die süddeutschen lutherischen Bischöfe Theophil Wurm und Hans Meiser dieser Fassung zustimmten, lehnte Barth sie ab. Er war aber bereit, einige Änderungen aus dem Leipziger Entwurf in die ursprüngliche Frankfurter Fassung aufzunehmen. Daraus entstand der „Bonner Entwurf“. Diesen wollte Asmussen der Bekenntnissynode nicht mehr sofort zur Annahme empfehlen, sondern nur noch zusammen mit einem Erläuterungsreferat verlesen und dann den jeweiligen konfessionellen Konventen auf der Synode den Umgang damit überlassen. So sollte die Erklärung die gemeinsame Entwicklung zur Bekenntniskirche allenfalls anstoßen, nicht abschließen.

Auf der Bekenntnissynode selbst zeigte sich, dass auch viele Lutheraner nur ein gemeinsames Bekenntnis, nicht bloß eine Erklärung gegen die Übergriffe der Reichskirchenregierung, als wirksame Abwehr der DC-Lehren ansahen. Ein Pastor erhielt viel Beifall für den Kommentar: Eine „Bekennende Kirche“, die kein gemeinsames Bekenntnis zustande brächte, wäre in den Augen der DC lachhaft. Entgegen den Plänen des Bruderrats bestanden Barth und Asmussen darauf, der ganzen Synode den unveränderten Bonner Entwurf zur Beratung vorzuschlagen. Dem stimmten die Lutheraner unter der Bedingung zu, den Entwurf sofort nach der Verlesung und Erläuterung von den konfessionellen Konventen beraten zu lassen, um seine Verträglichkeit mit den je eigenen Bekenntnissen zu prüfen. Weil die schriftliche Vorlage versehentlich die besondere konfessionelle Lage der BK nicht beschrieb, bat Asmussen zunächst, zwei Sätze dazu nachzutragen: Lutheraner, Reformierte und Unierte dürften und müssten heute gemeinsam reden, wollten dabei aber den je eigenen Bekenntnissen treu sein und bleiben. Trotz großen Beifalls für Asmussens Erläuterungsreferat setzten sich in den Konventen die lutherischen Bedenken durch, so dass ein achtköpfiger interkonfessioneller Ausschuss gebildet wurde. Dieser beriet am 30. Mai sieben Stunden lang und beschloss eine Endfassung, in der alle Hinweise auf eine „Vereinigung der Bekenntniskirchen“ fehlten und nicht mehr die „Einheit“, sondern die „Gemeinsamkeit“ des Bekennens formuliert wurde. Der Ausschuss nahm Karl Barths neuformulierte These V einstimmig auf. Die 138 Delegierten der Synode nahmen diese Endfassung nach kurzer Beratung im Plenum am 31. Mai einstimmig an. Diese Einigung wurde angesichts der rund 400-jährigen konfessionellen Konflikte im deutschen Protestantismus und der kurzen Vorbereitungszeit der Erklärung vielfach als eine Art Wunder gelobt.[5]

Rahmentexte und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Deutsche Evangelische Kirche ist nach den Eingangsworten ihrer Verfassung vom 11. Juli 1933 ein Bund der aus der Reformation erwachsenen, gleichberechtigt nebeneinander stehenden Bekenntniskirchen. […] Art. 1: Die unantastbare Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche ist das Evangelium von Jesus Christus, wie es uns in der Heiligen Schrift bezeugt und in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht getreten ist.“

Die Vertreter aller Landeskirchen hatten einstimmig einen föderalen Bund gleichberechtigter Bekenntniskirchen beschlossen und damit die von den DC angestrebte Nationalkirche ohne Bekenntnisbindung abgelehnt. Diesen Beschluss hatte die Regierung am 14. Juli 1933 anerkannt. Somit konnte sich die Barmer Synode zu Recht auf die geltende DEK-Verfassung berufen, die die ausschließliche Bindung an Jesus Christus gemäß dem Zeugnis der Bibel und der reformatorischen Auslegung schon aussprach. Diese Bindung verbinde alle Teilkirchen der DEK gültig miteinander.

Dann beschrieb die Präambel die damals aktuelle Lage: Die Gemeinsamkeit dieses Bekenntnisses und Einheit der DEK sei „aufs schwerste gefährdet“ durch die Lehr- und Handlungsweise der DC und ihres Kirchenregiments (Ludwig Müller).

„Diese Bedrohung besteht darin, dass die theologische Voraussetzung, in der die Deutsche Evangelische Kirche vereinigt ist, sowohl seitens der Führer und Sprecher der Deutschen Christen als auch seitens des Kirchenregimentes dauernd und grundsätzlich durch fremde Voraussetzungen durchkreuzt und unwirksam gemacht wird. Bei deren Geltung hört die Kirche nach allen bei uns in Kraft stehenden Bekenntnissen auf, Kirche zu sein.“

Darum sei eine gemeinsame Erklärung der lutherischen, reformierten und unierten Kirchen jetzt nötig:

„Gerade weil wir unseren verschiedenen Bekenntnissen treu sein und bleiben wollen, dürfen wir nicht schweigen, da wir glauben, dass uns in einer Zeit gemeinsamer Not und Anfechtung ein gemeinsames Wort in den Mund gelegt ist. Wir befehlen es Gott, was dies für das Verhältnis der Bekenntniskirchen untereinander bedeuten mag. Wir bekennen uns angesichts der die Kirche verwüstenden und damit auch die Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche sprengenden Irrtümer der Deutschen Christen und der gegenwärtigen Reichskirchenregierung zu folgenden evangelischen Wahrheiten:“

Die folgenden sechs Barmer Thesen begannen gemäß Art. 1 der DEK-Verfassung mit dem Bekenntnis zu Jesus Christus. Dieser begründe als das eine Wort Gottes (I) und der eine Herr aller Lebensbereiche (II) die Gestalt und den Zeugnisauftrag der Kirche (III), ihre Ämter und deren Zweck (IV), die Aufgabe des Staates (V) und die Botschaft der freien Gnade als Aufgabe der Kirche gegenüber dem Staat (VI). Jede These stellt eine biblische Begründung voran und dann eine positive Lehraussage einer negativen Verwerfung gegenüber, die sie als falsche Lehre (Häresie) kennzeichnet. So macht schon dieser Aufbau den unbedingten Vorrang Jesu Christi nach biblischem Zeugnis als Grundlage, Quelle und Wahrheitskriterium aller Thesen deutlich.[6]

Der Epilog betonte, die Anerkennung dieser Thesen und Verwerfung der darin benannten Irrlehren sei „die unumgängliche theologische Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes der Bekenntniskirchen“, also identisch mit deren Verfassung und verbindlich für die Kirchenpolitik. Zuletzt lud die Synode die DC-Gegner ein:

„Sie bittet alle, die es angeht, in die Einheit des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung zurückzukehren.
Verbum dei manet in aeternum“
Gedenktafel mit der ersten These an der Gemarker Kirche


Die Thesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh 14,6 LUT)
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden.
(Joh 10,1.9 LUT)
„Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.“

Zwei Ich-bin-Worte sind vorangestellt, weil These I keine menschliche Selbstermächtigung sein, sondern Jesu Christi eigenes Wort bezeugen und beantworten will. Er allein sei der Weg zu Gott, weil Gott in ihm als Mensch zu den Menschen gekommen sei (Joh 1,14 EU): Wer anderes behaupte, raube den Menschen die Wahrheit und das Leben. Darin waren die mörderischen Folgen der DC-Ideologie mitgedacht. Darum spitzt These I Artikel 1 der DEK-Verfassung zu: Jesus Christus sei das eine Wort Gottes, dem „wir“, alle Christen, im Leben und Sterben zu vertrauen und zu gehorchen hätten.[7]

Diese Schärfe war laut Karl Barths Vortrag nach der Synode (9. Juni 1934) damals nötig, damit die Kirche das erste der Zehn Gebote für sich gelten ließ: „Ich bin der Herr dein Gott…“ (Ex 20,2 EU). Jesus Christus als einzige Offenbarung Gottes anzuerkennen heiße zugleich, JHWH, den Gott Israels, als den einzigen Herrn der Kirche anzuerkennen. Andere Mächte dieser Welt seien damit unbestritten, aber ihr Geltungsanspruch für die Kirche sei unbedingt abzuweisen.[8] Dies hatte Barth in seinem Aufsatz Das erste Gebot als theologisches Axiom ausgeführt, den er kurz nach dem Ermächtigungsgesetz im März 1933 gegen die Hitler-Begeisterung der meisten Protestanten und die Vergötzung von Größen wie Volkstum, Rasse, Nation und Staat verfasst hatte.[9]

Der Verweis auf die „Heilige Schrift“ machte die ganze Bibel als Offenbarungszeugnis für die Kirche verbindlich, um beliebig entstellte Jesusbilder ihrer Norm zu unterwerfen. Damit war ihre untrennbare Einheit als Altes (AT) und Neues Testament (NT) gemeint, die sich wechselseitig bedingen und auslegen, wie es Barths erste Barmer Erklärung vom Januar 1934 ausführte. Der Ausdruck „im Leben und im Sterben“ erinnerte an Röm 14,8 EU und die erste Frage im Heidelberger Katechismus. Die drei Verben „hören“, „vertrauen“, „gehorchen“ übersetzten das, was christlicher Glaube beinhaltet, nämlich aktive Nachfolge Jesu, und wiesen einen Glauben ohne entsprechendes Handeln strikt zurück.[10]

Verworfen wird die „natürliche Theologie“, die die DC-Irrlehren ermöglicht hatte. Barth erläuterte im Juni 1934: Das Nein zu anderen Offenbarungsquellen schließe Wahrheiten außerhalb von Kirche und Christentum nicht aus, wohl aber, dass die Christen andere Mächte neben Jesus Christus als Gottes Offenbarung anzuerkennen, ihnen zu vertrauen und zu gehorchen hätten. Damit würden sie diese Mächte faktisch zu einem zweiten Gott machen. Doch indem Gott bestimmte Menschen (das Volk Israel) erwählt habe, habe er sich von allen Göttern unterschieden und ausgeschlossen, dass die erwählten Menschen sich ihre Götter selber wählen. Jesus Christus als das eine Wort Gottes mache es Christen also unmöglich, sich ihren Gott außerhalb der besonderen Geschichte Gottes mit seinem erwählten Volk zu suchen. Das Bekenntnis zu ihm schließe die Erwählung Israels ein, aber die eigenmächtige Wahl anderer Götter aus: Dieser Selbstunterscheidung Gottes könne die Kirche nur folgen, wenn sie Kirche Jesu Christi sein und bleiben wolle. Das war zuallererst ein Bußruf an die völkischen (rassistischen) Theologen in der DEK.[11]

So schrieb Barths früherer Mitstreiter Friedrich Gogarten wie zuvor Wilhelm Stapel im Sommer 1933: „Das Gesetz Gottes ist für uns identisch mit dem Nomos des Dritten Reiches.“ Das war für Barth der „vollzogene Verrat am Evangelium“, so dass er sich von Gogarten und der Zeitschrift Zwischen den Zeiten trennte.[12] Im Oktober 1934 bekräftigte Barth mit seinem schroffen „Nein!“ seinen unbedingten Widerspruch zu Emil Brunners Versuch, „Natur und Gnade“ (die angeblich natürlichen Ordnungen im Bereich der Politik als Rahmenbedingung zum Verstehen der Gnade Jesu Christi) auszugleichen.[13]

Die abgewehrten Irrlehren der DC waren so bekannt, dass sie nicht eigens zitiert wurden. So behaupteten die DC seit 1932, „Rasse, Volkstum und Nation“ seien von Gott geschenkte, als „Gottes Gesetz“ zu erhaltende Lebensordnungen. Darum müsse die Innere Mission neben Hilfen für Hilflose das deutsche Volk vor den „Untüchtigen und Minderwertigen“ schützen. Die evangelische Kirche müsse im „Entscheidungskampf um Sein oder Nichtsein unseres Volkes an der Spitze“ kämpfen. Sie müsse im Volkstum wurzeln und „den Geist eines christlichen Weltbürgertums“ ablehnen. Ab 1933 hieß es: „Der ewige Gott“ habe dem deutschen Volk „ein arteigenes Gesetz eingeschaffen“, das im Führer Adolf Hitler und dem von ihm geformten NS-Staat Gestalt gewonnen habe. „Dieses Gesetz spricht zu uns in der aus Blut und Boden erwachsenen Geschichte unseres Volkes.“ Das AT sei gegenüber dem NT minderwertig und dokumentiere nur die „überwundene“ jüdische Volksreligion. Die Kreuzigung Jesu habe den Abfall der Juden von Gott vor aller Welt offenbar gemacht: „Von daher lastet der Fluch Gottes auf diesem Volke bis zum heutigen Tage.“ In Hitler sei „Christus, Gott der Helfer und Erlöser, unter uns mächtig geworden“. Hitler bzw. der Nationalsozialismus sei „jetzt der Weg des Geistes und Willens Gottes zur Christuskirche deutscher Nation“. Im August 1934 verlangte der von den DC durchgesetzte Diensteid von allen DEK-Pastoren, „dem Führer des deutschen Volkes und Staates Adolf Hitler treu und gehorsam“ zu sein und sich „für das deutsche Volk mit jedem Opfer und jedem Dienst, der einem deutschen evangelischen Manne gebührt“, einzusetzen.[14]

II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. (1 Kor 1,30 LUT)
„Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.“

Das Eingangszitat bekräftigt, Jesus Christus sei Gottes „Weisheit“ für die Menschen, nämlich laut 1 Kor 1,1ff. EU das „Wort vom Kreuz“, das die Weisheit der Mächtigen und Vornehmen durchkreuzt und als Torheit aufdeckt. Nicht die menschlichen Wünsche, Ansprüche und Leistungen definierten das Evangelium, sondern die Lebenshingabe des für uns gekreuzigten Jesus Christus. Diese enthalte alles weitere: Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.

These II übersetzt diese Begriffe: Gottes Gerechtigkeit sei sein Zuspruch der Vergebung, also sein Recht zur Gnade. Eben weil diese allen gelte, erhebe dieser Gott Anspruch auf unser ganzes Leben, beschlagnahme es völlig zur Nachfolge Jesu. Darum bedeute Erlösung aktuelle Befreiung aus allen gottlosen Bindungen (an Volk, Rasse, Staat, Führer…) zum freien, dankbaren Dienst an allen Geschöpfen, am Leben aller. So konkretisiert die These die traditionelle lutherische Unterscheidung von Gesetz und Evangelium kreuzestheologisch: Weil die Lebenshingabe Jesu Christi Gottes Gesetz stellvertretend für alle erfüllt habe, habe dieses Evangelium Vorrang vor dem Gesetz und qualifiziere es zum konkreten, aktuellen, alle Lebensbereiche beanspruchenden Gebot.

Damit widersprach die These der damals gängigen Form der Zwei-Reiche-Lehre, Gottes Wort in zwei gegensätzliche Worte aufzuspalten, dem tötenden, richtenden Gesetz Vorrang zu geben, es mit vorfindlichen Ordnungsstrukturen zu identifizieren und diesen (etwa im Sinne Max Webers) eine nicht normierbare Eigengesetzlichkeit zuzuschreiben. Dies führte besonders in der NS-Zeit dazu, christliche Ethik auf reibungslose Unterwerfung unter die Staatsgesetze und bürgerliche, folgenlose Privatmoral zu beschränken und der Kirche jedes Recht zu Kritik an der Politik abzusprechen. So begrüßten viele lutherische Christen den autoritären, gnadenlosen, rassistischen NS-Staat als angebliche Gestalt des in der Geschichte wirkenden Gesetzes Gottes und sprachen sich von vornherein von Mitverantwortung für staatliches Unrecht frei.[15]

III[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist. (Eph 4,15.16 LUT)
„Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“

These III folgt aus These I und II: Wird Jesus Christus als das eine Wort Gottes anerkannt, das andere Herren in der Kirche ausschließt, dann kann diese nur Gemeinschaft gleichberechtigter Geschwister sein. Die Wendung „Gemeinde von Brüdern“ schloss wie damals sprachlich üblich die Schwestern ein. Sie spielte auf Mk 3,32.34 EU und Mt 23,8.10 EU an: Die Gottes Willen befolgen, seien Jesu Brüder, Schwestern und Mutter; einer sei ihr Meister, sie alle seien „Brüder“. Eph 4,15f. macht deutlich: Weil dieses eine Haupt alle Glieder des Leibes regiere, füge es sie gerade in ihrer Verschiedenheit zusammen. Dieser einheitsstiftenden Bewegung „von oben“ entspricht nach These II die Liebe untereinander und das Wachstum „von unten“. Barth nannte diese Ekklesiologie später „geschwisterliche Christokratie“.

These III zielte ebenfalls auf den Binnenraum der von Machtkämpfen zerrissenen DEK und erinnerte alle am Kirchenkampf Beteiligten: Kirche gehöre allein Jesus Christus. Nur von ihm her sei tragfähige Einigung möglich und zu erhoffen. Die Wendung „mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder“ schloss zwei Abwege aus: Die Kirche könne sich aus dieser Welt in einen vermeintlich geschützten sakralen Raum zurückziehen (so die Jungreformatoren) oder müsse ihre Gestalt und Botschaft den Ansprüchen dieser Welt ausliefern und anpassen (so die DC).

Gerade die äußere, rechtliche Kirchengestalt sei nicht beliebig, sondern habe Jesus Christus sichtbar zu entsprechen: Das richtete sich gegen die seit Rudolph Sohm üblich gewordene Auffassung, die wahre Kirche sei unsichtbar und „frei von jeglichem Recht“. Ihre sichtbare Gestalt sei eine rein weltliche Angelegenheit, die ihre unsichtbare Wahrheit nicht berühre. Daraus folgerte der DC-Theologe Emanuel Hirsch 1934: Die DEK müsse „in ihrer Verfassung dem Staat angepasst sein“. Die zentralisierte, von einem staatsloyalen Reichsbischof regierte Reichskirche sei eine „politische Notwendigkeit“. Eine presbyteriale Kirchenordnung dagegen sei eine fremde westliche Idee. Dagegen stellte These III keine konturenlose formale Demokratie, sondern die unbedingte Autorität Jesu Christi. Damit wies sie implizit den Ausschluss bedrohter Judenchristen aus der Kirche zurück, den die DC betrieben, aber auch ihren Ausschluss aus kirchlichen Leitungsämtern, den der Leiter des Pfarrernotbunds Martin Niemöller ihnen als „gebotene Zurückhaltung“ nahelegte.[16]

IV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jesus Christus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener. (Mt 20,25.26 LUT)
„Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen.“

Das Jesuswort führte den Hörern unmittelbar ihre Realität vor Augen: Herrschen bedeute Gewalt ausüben, den Völkern Gewalt anzutun. Herrschen, das sich als Dienst am Volk ausgebe, sei Lüge. Diese (im damaligen NS-Staat besonders brutale und totale) Realität zu leugnen sei sinnlos. Gerade deshalb könne und dürfe sie die geschwisterliche Nachfolgegemeinschaft nicht bestimmen. Dabei spricht Jesus den Wunsch seiner Nachfolger an, so „gewaltig“ zu sein wie die Gewaltherrscher, und verweist sie auf ihre wahre Macht: die Fähigkeit, den anderen zu dienen, sich ihrer Not hinzugeben. Eben das können die Herrscher nicht, die Macht als unbegrenzte Handlungsfreiheit verstehen. So deckt Jesu Wort auch ihre Versklavung auf. Sein eigenes Beispiel, die Selbsthingabe des Menschensohns an den Sklavendienst, will zu einem herrschaftsfreien Miteinander befreien, das die kommende Befreiung von der allgemeinen Sklaverei schrankenloser Gewaltausübung anbahnt.

Um der Synode die Annahme der Erklärung zu erleichtern, betonte Asmussen im Begleitreferat: Jesus wende sich nicht gegen das Recht der Fürsten, zu herrschen, Gewalt zu besitzen und auszuüben. Damit rechtfertigte er die vom NS-Regime betriebene Beseitigung des Rechtsstaats und schloss aus, dass die innerkirchliche Herrschaftsfreiheit Vorbild für den Staat sein könne. So deckte das Bekenntnis auf, das die Bekenner selbst nicht auf Jesus Christus hörten.[17]

Der Hinweis auf „verschiedene Ämter“ ließ mehrere Formen der Kirchenleitung zu, aber kein zentrales Reichsbischofsamt. Mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer seien nicht nur unzweckmäßig, sondern ein verwerflicher Widerspruch zum biblischen Zeugnis. Damit lehnt die Erklärung indirekt auch das Führerprinzip an sich ab, das den Geführten jede Verantwortung für das Handeln ihres Führers nahm („Führer befiehl, wir folgen!“). Weil Jesus Christus in der Kirche allein herrsche, sei jedes Kirchenmitglied gleichermaßen für die ganze Gemeinschaft verantwortlich. Nur solche Leitungsämter seien ihm gemäß, die anderen die „Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes“ gewähren. Diese Gleichberechtigung von „Laien“ und „Klerus“ für die Diakonie der Kirche, ihre praktische Nächstenliebe, wurde im NS-Staat überlebenswichtig.[18]

V[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fürchtet Gott, ehrt den König. (1 Petr 2,17 LUT)
„Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.“

Mit dem Einsatz „Die Schrift sagt uns…“ zeigt These V, dass die folgende Definition der Staatsaufgabe nicht bloß auf damalige Übergriffe reagierte, sondern gesamtbiblisch begründet und somit bleibend verbindlich sei. Das Zitat aus 1 Petr 2,11–17 EU, das hier der traditionellen Berufung auf Röm 13,1ff. EU vorgezogen wird, fasst diese gesamtbiblische Linie apodiktisch knapp zusammen. Der Text appelliert an eine verfolgte Gemeinde, die Verfolger durch ein rechtschaffenes Leben und gute Taten zum Schweigen zu bringen, um die jeweiligen Staatsvertreter an ihre Aufgabe zu erinnern, Böses zu bestrafen und Gutes auszuzeichnen. Die Christen sollen ihnen gegenüber als freie „Knechte Gottes“ handeln: „Erweist allen Menschen Ehre, liebt die Brüder und Schwestern, fürchtet Gott und ehrt den Kaiser!“ Weil Gott allein zu fürchten sei, sei der Kaiser nicht anders als alle Menschen zu ehren. Die Gottesfurcht (das erste Gebot) verbietet, den Kaiser über andere Menschen zu stellen. So lehnten die Urchristen den Kaiserkult ab: Man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29 EU).[19]

Darum spricht These V von der „göttlichen Anordnung“ und „Aufgabe“ des Staates, an der er bleibend zu messen sei. Sie unterstellt ihn Jesu Christi umfassender Herrschaft, von der er abhänge, der er zu dienen habe, an der er zu prüfen sei. Die Wendung „in der noch nicht erlösten Welt“ begrenzt den Staat als vorläufig, erlösungsbedürftig, also nicht erlösungsfähig, sondern durch das kommende Reich Gottes befristet und überholt. Das verwirft jede metaphysische Staatstheorie, die das bloße Dasein von „Obrigkeit“ mit Gottes Ordnung gleichsetzt, Staatsgesetze als Gottes Gebot ausgibt und sogar den totalen, entgrenzten, jeder demokratischen Kontrolle entzogenen Staat als göttliches Gesetz legitimiert. Dagegen macht These V klar: Nur der Rechtsstaat entspreche der biblischen Staatsaufgabe, der totale Staat sei von vornherein Unrecht.

Die Wendung „nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens“ bekräftigt, dass jede noch so gute Regierung immer nur menschlich, vorläufig, fehlbar sei und darum korrigierbar sein müsse. Das Gewaltmonopol des Staates wird anerkannt, aber die Ausübung von Staatsgewalt wird als Ausnahme, nicht Regel gekennzeichnet. Sie habe dem Zweck des Staates zu dienen, nämlich „Recht und Frieden“. Diese Formel hatten schon die Reformatoren für die Staatsaufgabe geprägt. Dabei hatte Huldrych Zwingli „Recht“ daran gemessen, ob die Gesetze „dem Bedrängten Rechtsschutz gewähren, auch wenn er keine Stimme hat“. Dieses biblisch verankerte Schutzrecht der Bedrohten war hier gemeint. Auch „Frieden“ meinte hier mehr als bloß Nichtkrieg, nämlich einen gerechten Frieden, der Kriegsursachen beseitigt. Eben dazu und nur dazu soll der Staat die nötigen Machtmittel besitzen. Damit stellte These V nur die elementaren Grundanforderungen an jeden Staat heraus. Weil der NS-Staat Recht und Frieden nicht nur brach, sondern sie dauerhaft zu zerstören trachtete, stellte die These indirekt schon die Frage, wie eine rechtlose, entrechtende Staatsmacht zu begrenzen, Recht und Frieden wiederherzustellen sei, und was die Kirche dazu beitragen könne.[20]

VI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20 LUT)
Gottes Wort ist nicht gebunden. (2 Tim 2,9 LUT)
„Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.“

Wirkungen in der NS-Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahnmal für die Barmer Erklärung

Kirchenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erklärung stellte klar, dass das Evangelium Jesu Christi selbst den DC-Lehren widersprach, so dass deren Ablehnung für jeden evangelischen Christen unausweichlich sei. Die kirchenpolitischen Folgen daraus waren jedoch schon auf der Barmer Synode umstritten. Hermann Sasse lehnte das gemeinsame Bekennen mit Reformierten und Unierten ab. Die Erlanger Dogmatiklehrer Werner Elert und Paul Althaus verfassten mit weiteren lutherischen Theologen am 11. Juni 1934 den Ansbacher Ratschlag, der wie die DC behauptete: Gottes Gesetz verpflichte die Christen „auf die natürlichen Ordnungen, denen wir unterworfen sind, wie Familie, Volk, Rasse (d.h. Blutszusammenhang)“. Althaus wiederholte 1947 in seinem Dogmatiklehrbuch, die erste Barmer These sei wegen Barths „Christomonismus“ unbiblisch und unlutherisch.[21]

Diese Position benutzten die DC zum Vorgehen gegen die BK. Am 9. August 1934 setzte Kirchenkommissar August Jäger die Bischöfe von drei intakten Landeskirchen mit Polizeigewalt ab. Am 23. September 1934 setzte eine DC-Synode den im Vorjahr gewählten Ludwig Müller als neuen Reichsbischof ein. Darum beschloss die zweite Bekenntnissynode am 19./20. Oktober 1934 in Berlin-Dahlem das in der DEK-Verfassung vorgesehene kirchliche Notrecht und setzte den Reichsbruderrat als Kirchenleitung der BK ein. Die Synode stellte fest, dass die staatlich eingesetzten Kirchenführer sich von der einzig rechtmäßigen DEK getrennt hätten. Sie rief alle evangelischen Gemeinden auf, nicht mehr mit ihnen zusammenzuarbeiten und sich auf die Barmer Erklärung zu einigen. Damit vollzog die BK die rechtliche und organisatorische Trennung von den DC-Kirchenleitungen. So wirkte die Barmer Erklärung als Akt und Basis des Widerstands gegen staatlich eingesetzte Organe und deren Handlungen.[22]

Daraufhin hob Hitler Jägers Maßnahmen auf, veranlasste ihn zum Rücktritt und lud die wiedereingesetzten Bischöfe zu einem Treffen am 30. Oktober 1934 ein. Dabei vereinbarten sie mit dem NS-Regime eine vorläufige Kirchenleitung (VKL) unter Bischof August Marahrens. Dieser hatte die Barmer Erklärung nicht unterstützt und sah die BK als bloße „Bekenntnisbewegung“, nicht als wahre DEK. Deshalb traten Asmussen, Barth, Niemöller und zwei Vertreter der Reformierten im November 1934 aus dem Bruderrat aus. Der übrige Bruderrat einigte sich mit der VKL und hob damit die Beschlüsse der Dahlemer Synode auf. Barth sah darin eine Abkehr von der Barmer Erklärung, die einen neuen Anlauf für den evangelischen Widerstand erfordere. Fortan blieb die BK gespalten.[23]

Verhalten zur Judenverfolgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erklärung enthielt keine Aussage zum Judentum und keine Stellungnahme zur laufenden Judenverfolgung in Deutschland. Dies hing mit ihrem Entstehungsprozess zusammen. Barth hatte im Juni 1933 in seinem vielbeachteten Aufsatz Theologische Existenz heute! der theologischen Abwehr von Irrlehren Vorrang vor jeder direkten politischen Stellungnahme zum NS-Staat gegeben und die christliche Taufe als einzig gültiges Kriterium der Kirchenmitgliedschaft betont. „Blut und Rasse“ dürften dafür keine Rolle spielen; sie zur Bedingung zu machen sei Häresie. Jede Diskriminierung oder Ausschließung getaufter Juden aus der Kirche wäre gleichbedeutend mit deren Selbstaufgabe. Demgemäß verneinte die von ihm allein verfasste erste Barmer Erklärung vom Januar 1934 explizit, „die Gliedschaft und die Befähigung zum Dienst in ihr [der Kirche] auf die Angehörigen einer bestimmten Rasse zu beschränken“. Zudem setzte sich Barth früh und konsequent auch für nichtchristliche verfolgte Juden ein, begann aber erst später, das Verhältnis des evangelischen Glaubens zum Judentum neu zu bedenken.

Im Betheler Bekenntnis vom August 1933 widmete Mitautor Dietrich Bonhoeffer der „Judenfrage“ ein ganzes Kapitel und bezeichnete den antisemitischen Staat als neuen, versklavenden Pharao. Nachdem die DC am 5. September 1933 einen „Arierparagrafen“ in der Altpreußischen Union (APU) eingeführt hatten, erklärte der neugegründete Pfarrernotbund dies zum Anlass für den Status confessionis und verpflichtete seine Mitglieder explizit zur praktischen Solidarität mit den verfolgten „Nichtariern“ (getauften wie nichtgetauften Juden). Barth bejahte die Notbundgrundsätze sofort, schrieb aber im selben Brief an Bonhoeffer (11. September 1933): Vielleicht müsse sich die Irrlehre der DC „noch in anderen und schlimmeren Abweichungen und Verfälschungen Luft machen“, so dass „der Zusammenstoß an einer noch zentraleren Stelle erfolgt“. Bonhoeffers Freund Franz Hildebrandt, der als getaufter Sohn einer jüdischen Mutter vom APU-Ausschluss betroffen war, sah darin ein anderes Interesse. Barth glaubte, mit dem Ausschluss anderer Offenbarungsquellen (These I) diesen zentralen Punkt zu treffen und so auch die Judenchristen am ehesten vor dem Ausschluss aus der DEK zu schützen.

In den Folgewochen erhielt die Abwehr der „Gleichschaltung“ in der entstehenden BK Vorrang vor dem Eintreten für die Juden. Im BK-Mitgliedsausweis von 1934 entfiel die Selbstverpflichtung des Pfarrernotbunds, für Nichtarier einzutreten. Folglich regte die Erklärung in der NS-Zeit in Deutschland zwar anfangs organisierten Widerstand gegen die fortgesetzte Gleichschaltungspolitik an. Ein explizites Nein zum Antisemitismus und eine Abkehr vom christlichen Antijudaismus, Widerspruch der BK gegen die staatliche Judenverfolgung insgesamt und für die Menschenrechte bedrohter Minderheiten lagen dagegen jenseits des Horizonts der meisten BK-Mitglieder. Dies führte Karl Barth ab 1935 selbstkritisch auch auf Defizite der Erklärung zurück. Die meisten evangelischen Christen erkannten und bekannten dies erst lange nach dem Holocaust.[24]

In seiner ersten Stellungnahme zur BK nach seiner Ausweisung aus Deutschland (Juni 1935) schrieb Barth, die BK habe „zwar einigermaßen ernst um die Freiheit und Reinheit ihrer Verkündigung gekämpft, aber sie hat zum Beispiel zu dem Vorgehen gegen die Juden, zu der erstaunlichen Behandlung der politischen Gegner, zu der Unterdrückung in der Presse des neuen Deutschlands und zu so vielem anderen, zu dem die alttestamentlichen Propheten sicher geredet hätten, geschwiegen“. Im März 1936 ergänzte er: Die BK habe „zu den von den gegenwärtigen Führern angewandten Mitteln, zur Macht zu gelangen und sich dort zu halten, zur Knebelung der Presse, zur Verfolgung der Juden, zur fast totalen Unterdrückung des Rechts (Recht ist, was dem deutschen Volke nützt), zu den Konzentrationslagern usw., usw.“ noch nicht Stellung genommen. Der Grund dafür sei der Glaube der meisten BK-Mitglieder an Hitler und fehlende objektive Informationen über NS-Unrecht. Sie benötigten daher Zeit, sich von der NS-Ideologie zu lösen. Die BK habe sich erst über ihre eigene Identität und Aufgabe klar werden müssen. Dies dürfe man nicht gering achten: Damit habe sie sich dem NS-Staat in einem Punkt entgegengestellt. Dies sei die einzige Opposition, auf die er in Deutschland bisher gestoßen sei. Jedoch hätte die BK zu den KZs und den Morden des 30. Juni 1934 (dem „Röhm-Putsch“) Stellung nehmen müssen. Ihre Gefährdung bestehe nicht darin, „in der Politik zugrunde zu gehen, sondern in der Furcht, die notwendigen Konsequenzen politischer Art zu ziehen“.[25]

Nach der Bekenntnissynode in Bad Oeynhausen (Februar 1936) sandte die dort neugebildete BK-Leitung eine Denkschrift an Hitler, die ihm zunächst für den Sieg über den „Bolschewismus“ durch die „Revolution“ von 1933 dankte, dann Übergriffe hoher NSDAP-Funktionäre auf die DEK beklagte und dann Teilen der NS-Ideologie widersprach: Inzwischen werde der Nationalsozialismus als Ersatz für das zu überwindende Christentum ausgegeben. Dort erhielten „Blut, Volkstum, Rasse und Ehre den Rang von Ewigkeitswerten“. Das müsse der evangelische Christ aufgrund des ersten Gebots ablehnen. Gegen das Verherrlichen des „arischen Menschen“ bezeuge Gottes Wort die Sündhaftigkeit aller Menschen. Dränge die NS-Weltanschauung dem Christen einen Antisemitismus auf, „der zum Judenhaß verpflichtet“, so stehe für ihn dagegen das Gebot der Nächstenliebe. Rechtsbruch, KZs und Gestapo-Willkür bestünden fort. Ein antichristlicher Geist drohe zu herrschen, das Volk mache sich zum Maßstab aller Dinge, der Führer werde zunehmend vergöttert. - So zeigte die Denkschrift das Bemühen, gemäß den Barmer Thesen der NS-Ideologie entgegenzutreten, und zugleich Grenzen: Sie nannte Jesus Christus nicht beim Namen, stellte das Führerprinzip nicht in Frage, sondern appellierte an Hitler, andere NS-Amtsträger in die Schranken zu weisen, übernahm das antikommunistische NS-Geschichtsbild und verwarf Rassismus und Antisemitismus nicht grundsätzlich, sondern ihren Ewigkeitsanspruch, Zwangscharakter und ihre unmenschlichen Auswüchse.[26] Die Denkschrift wurde am 23. August 1936 als Kanzelabkündigung in den BK-Gemeinden verlesen, jedoch ohne den Protest gegen den verordneten Judenhass, so dass die BK diesen in der NS-Zeit nie öffentlich ansprach.[27]

Die Denkschrift wurde aber durch eine Täuschung der Zensur in ganz Europa veröffentlicht. Daraufhin ließ Innenminister Wilhelm Frick hunderte BK-Pastoren verhaften und den Judenchristen Friedrich Weißler anklagen, er habe die Denkschrift ins Ausland lanciert. Obwohl der Strafprozess keine Beweise dafür erbrachte, wurde Weißler im KZ Sachsenhausen inhaftiert und dort am 19. Februar 1937 ermordet. In der Folgezeit versuchte Barth mit Briefen an deutsche Anhänger immer wieder, die BK dennoch zum Einhalten der Barmer Erklärung zu ermutigen.[28]

Direkter politischer Widerstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Barmer Erklärung war entgegen manchen Darstellungen nach 1945 kein Akt des Widerstands gegen den Nationalsozialismus und war von der Barmer Synode auch nicht so gemeint. Im Eröffnungsgottesdienst der Bekenntnissynode am 29. Mai schloss der Dresdener Superintendent Hugo Hahn „unser Volk und Vaterland und seine Führer, insbesondere unseren Reichspräsidenten und Reichskanzler“ in seine Fürbitte ein. Asmussen betonte die theologische, nicht politische Absicht der Erklärung in seinem Begleitreferat: „Wenn wir protestieren, dann protestieren wir nicht als Volksglieder gegen die jüngste Geschichte des Volkes, nicht als Staatsbürger gegen den neuen Staat, nicht als Untertanen gegen die Obrigkeit, sondern wir erheben Protest gegen dieselbe Erscheinung, die seit mehr als 200 Jahren die Verwüstung der Kirche schon langsam vorbereitet hat.“[29] Die Erklärung war ein wichtiger Beitrag zu einem innerprotestantischen Streit. „Der Terminus ‚Kirchenkampf‘“, schreibt Historiker Manfred Gailus, „bezeichnet in erster Linie einen Bruderkampf im eigenen Haus, ein gravierendes Identitätsproblem, das der vom Nationalsozialismus tief beeindruckte Protestantismus mit sich selbst hatte.“ Die BK war eine „anti-deutschchristliche Abwehrbewegung in der Kirche, keinesfalls Abwehr des Nationalsozialismus schlechthin.“[30]

Martin Niemöller, Mitbegründer der Bekennenden Kirche, beschrieb seine und die Schuld der Kirche später mit den Worten: „Wir haben uns noch nicht verpflichtet gefühlt, für Leute außerhalb der Kirche irgendetwas zu sagen… so weit waren wir noch nicht, dass wir uns für unser Volk verantwortlich wussten.“[31]

1976 fasste er das Geschehene in der Zeit des Nationalsozialismus so zusammen:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“[31]

Weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Rohkrämer (Hrsg.): Karl Barth: Texte zur Barmer Theologischen Erklärung. Theologischer Verlag, Zürich 1984 / 1992, ISBN 3290115496
  • Günther van Norden (Hrsg.): Wir verwerfen die falsche Lehre. Arbeits- und Lesebuch zur Barmer Theologischen Erklärung. Jugenddienst-Verlag, Wuppertal-Barmen 1984, ISBN 3-7795-7388-1.
  • Karl Immer (Hrsg.): Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche Barmen 1934. Vorträge und Entschliessungen. Kommissionsverlag Emil Müller, Wuppertal-Barmen 1934.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magdalene L. Frettlöh, Frank Mathwig, Matthias Zeindler (Hrsg.): ‚Gottes kräftiger Anspruch‘: Die Barmer Theologische Erklärung als reformierter Schlüsseltext. Theologischer Verlag, Zürich 2018, ISBN 3290177882
  • Thomas Martin Schneider: Wem gehört Barmen? Das Gründungsdokument der Bekennenden Kirche und seine Wirkungen. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017, ISBN 978-3-374-05034-5.
  • Hanna Reichel: Theologie als Bekenntnis: Karl Barths kontextuelle Lektüre des Heidelberger Katechismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 9783525564462
  • Günther van Norden: Die Barmer Theologische Erklärung und ihr historischer Ort in der Widerstandsgeschichte. In: Peter Steinbach, Johannes Tuchel, Ute Stiepani, Petra Behrens: Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin 2014, ISBN 3926082607, S. 170–181
  • Petra Bahr, Martin Dutzmann, Heino Falcke, Johanna Haberer, Wolfgang Huber, Margot Käßmann, Michael Welker: Begründete Freiheit. Die Aktualität der Barmer Theologischen Erklärung. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2009, ISBN 978-3-7887-2388-0.
  • Martin Heimbucher, Rudolf Weth (Hrsg.): Die Barmer Theologische Erklärung: Einführung und Dokumentation. Siebte erweiterte Auflage, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2009, ISBN 3788723696
  • Hermann-Peter Eberlein: Wi(e)der „Barmen“. Eine Abrechnung aus Anlaß des siebzigsten Jahrestages der Verabschiedung der Barmer theologischen Erklärung. In: Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes, Band 54, 2005, S. 315–329.
  • Eberhard Busch: Die Barmer Thesen. 1934–2004. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56332-9.
  • Martin Honecker: Die Barmer Theologische Erklärung und ihre Wirkungsgeschichte. Springer VS, Wiesbaden 1995, ISBN 978-3-663-01792-9.
  • Wilhelm Hüffmeier (Hrsg.): Das eine Wort Gottes - Botschaft für alle. Barmen I und VI, Band 2. Votum des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche der Union. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1993, ISBN 3579019678
  • Hans-Ulrich Stephan (Hrsg.): Das eine Wort für alle. Barmen 1934–1984. Eine Dokumentation. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1986, ISBN 3-7887-0784-4.
  • Rolf Ahlers: The Barmen Theological Declaration of 1934: The Archeology of a Confessional Text. Edwin Mellen Press, Toronto 1986, ISBN 088946975X
  • Carsten Nicolaisen: Der Weg nach Barmen. Die Entstehungsgeschichte der Theologischen Erklärung von 1934. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1985, ISBN 3-7887-0743-7.
  • Wolf Krötke: Bekennen, verkündigen, leben: Barmer Theologische Erklärung und Gemeindepraxis. Calwer, 1986, ISBN 3766807390
  • Wilhelm Hüffmeier, Martin Stöhr (Hrsg.): Barmer Theologische Erklärung 1934–1984: Geschichte – Wirkung – Defizite. Vorträge des Barmen-Symposiums in Arnoldshain, 9. – 11. April 1983. Luther-Verlag, Bielefeld 1984, ISBN 3-7858-0287-0.
  • Ernst Wolf: Barmen. Kirche zwischen Versuchung und Gnade. 3. unveränderte Auflage, Christian Kaiser, München 1984, ISBN 3-459-01559-4.
  • Manfred Karnetzki (Hrsg.): Ein Ruf nach vorwärts. Eine Auslegung der Theologischen Erklärung von Barmen 30 Jahre darnach. In: Theologische Existenz heute, Neue Folge Nr. 115, Christian Kaiser, München 1964.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barmer Theologische Erklärung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ger van Roon: Zeit- und kirchengeschichtlicher Kontext der Barmer Theologischen Erklärung. In: Wilhelm Hüffmeier, Martin Stöhr (Hrsg.): Barmer Theologische Erklärung 1934–1984: Geschichte – Wirkung – Defizite. Bielefeld 1984, S. 33f.
  2. Joachim Beckmann: Der Weg zur Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche in Barmen 1934. In: Martin Heimbucher, Rudolf Weth (Hrsg.): Die Barmer Theologische Erklärung, Neukirchen-Vluyn 2009, S. 12–22
  3. Georg Plasger, Matthias Freudenberg (Hrsg.): Reformierte Bekenntnisschriften: eine Auswahl von den Anfängen bis zur Gegenwart. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3525567022, S. 230–238
  4. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen. 1934–2004. Göttingen 2004, S. 8
  5. Carsten Nicolaisen: Zur Entstehungsgeschichte der Barmer Theologischen Erklärung. In: Martin Heimbucher, Rudolf Weth (Hrsg.): Die Barmer Theologische Erklärung, Neukirchen-Vluyn 2009, S. 23–29
  6. Martin Heimbucher, Rudolf Weth: Die Beschlussfassung zur Theologischen Erklärung von Barmen. In: Martin Heimbucher, Rudolf Weth (Hrsg.): Die Barmer Theologische Erklärung, Neukirchen-Vluyn 2009, S. 30–36
  7. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen 1934-2004, Göttingen 2004, S. 27
  8. Karl Barth: Kurze Erläuterung der Barmer Theologischen Erklärung. In: Martin Rohkrämer (Hrsg.): Karl Barth: Texte zur Barmer Theologischen Erklärung. Zürich 1984, S. 9–24, hier S. 18f.
  9. Eberhard Busch (Hrsg.): Karl Barth: Briefe des Jahres 1933. Theologischer Verlag, Zürich 2004, ISBN 3290173186, S. 608.
    Christiane Tietz: Karl Barth: Ein Leben im Widerspruch. Beck, München 2018, S. 221f.
  10. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen 1934-2004, Göttingen 2004, S. 29–31.
  11. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen 1934-2004, Göttingen 2004, S. 31–34.
  12. Daniel Cornu: Karl Barth und die Politik. Aussaat Verlag, Wuppertal 1969, S. 29f.
  13. Frank Jehle: Barth und Brunner, in: Michael Beintker: Barth-Handbuch, Tübingen 2016, S. 93.
  14. Martin Heimbucher, Rudolf Weth: Die Beschlussfassung zur Theologischen Erklärung von Barmen. In: Heimbucher / Weth (Hrsg.): Die Barmer Theologische Erklärung, Neukirchen-Vluyn 2009, S. 37–39
  15. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen. 1934–2004. Göttingen 2004, S. 39–43.
  16. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen. 1934–2004. Göttingen 2004, S. 50–55
  17. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen 1934-2004, Göttingen 2004, S. 60–62.
  18. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen. 1934–2004. Göttingen 2004, S. 62–68.
  19. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen. 1934–2004. Göttingen 2004, S. 72f.
  20. Eberhard Busch: Die Barmer Thesen 1934-2004, Göttingen 2004, S. 70–76.
  21. Christiane Tietz: Karl Barth: Ein Leben im Widerspruch. Beck, München 2018, S. 252–256
  22. Heinrich Rusterholz: «… als ob unseres Nachbars Haus nicht in Flammen stünde»: Paul Vogt, Karl Barth und das Schweizerische Evangelische Hilfswerk für die Bekennende Kirche in Deutschland 1937-1947. Theologischer Verlag, Zürich 2015, ISBN 3290177122, S. 670–677; Daniel Cornu: Karl Barth und die Politik. Wuppertal 1969, S. 39
  23. Christiane Tietz: Karl Barth: Ein Leben im Widerspruch. Beck, München 2018, S. 257–259
  24. Eberhard Bethge: Christologisches Bekenntnis und Antijudaismus - zum Defizit von Barmen I. In: Wilhelm Hüffmeier, Martin Stöhr (Hrsg.): Barmer Theologische Erklärung 1934–1984, Bielefeld 1984, S. 47–65
  25. Daniel Cornu: Karl Barth und die Politik. Wuppertal 1969, S. 52–54
  26. Manfred Gailus: Friedrich Weißler: 'Ein Jurist und bekennender Christ im Widerstand gegen Hitler. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, ISBN 352530109X, S. 138–140
  27. Eberhard Bethge: Christologisches Bekenntnis und Antijudaismus - zum Defizit von Barmen I. In: Wilhelm Hüffmeier, Martin Stöhr (Hrsg.): Barmer Theologische Erklärung 1934–1984, Bielefeld 1984, S. 52
  28. Daniel Cornu: Karl Barth und die Politik. Wuppertal 1969, S. 46
  29. Klaus Scholder: Die Kirchen und das Dritte Reich Band 2: Das Jahr der Ernüchterung 1934: Barmen und Rom. München 1985, S. 184 und 192.
  30. Manfred Gailus: Keine gute Performance. Die deutschen Protestanten im „Dritten Reich“. In: Manfred Gailus, Armin Nolzen (Hrsg.): Zerstrittene „Volksgemeinschaft“. Glaube, Konfession und Religion im Nationalsozialismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, S. 96–121, hier S. 104 und 106.
  31. a b Zitiert nach: Martin Stöhr: „… habe ich geschwiegen“ – Zur Frage eines Antisemitismus bei Martin Niemöller. In: martin-niemoeller-stiftung.de, 10. Oktober 2011. Abgerufen am 18. Juli 2017.