Bassersdorf

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Bassersdorf
Wappen von Bassersdorf
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich ZH
Bezirk: Bülachw
BFS-Nr.: 0052i1f3f4
Postleitzahl: 8303
UN/LOCODE: CH BSF
Koordinaten: 689755 / 255407Koordinaten: 47° 26′ 36″ N, 8° 37′ 43″ O; CH1903: 689755 / 255407
Höhe: 460 m ü. M.
Fläche: 9,02 km²
Einwohner: i11'561 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 1282 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
23,9 % (31. Dezember 2015)[2]
Gemeindepräsidentin: Doris Meier-Kobler (FDP)
Website: www.bassersdorf.ch
Karte
Deutschland Kanton Thurgau Kanton Schaffhausen Kanton Schaffhausen Bezirk Andelfingen Bezirk Dielsdorf Bezirk Dietikon Bezirk Pfäffikon Bezirk Uster Bezirk Winterthur Bezirk Zürich Bachenbülach Bassersdorf Bülach Dietlikon Eglisau Embrach Freienstein-Teufen Glattfelden Glattfelden Hochfelden ZH Höri ZH Hüntwangen Kloten Lufingen Nürensdorf Oberembrach Opfikon Rafz Rorbas Wallisellen Wasterkingen Wil ZH Winkel ZHKarte von Bassersdorf
Über dieses Bild
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Ehemaliges Schulhaus
Gasthaus zum Löwen
Obere Schmitte
Reformierte Kirche Bassersdorf

Bassersdorf (im einheimischen Dialekt: [ˈbɑsərʃˌtoːrfː][3] oder kurz Basi [ˈbɑz̥i]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Fünfmal von Silber und Blau schräggeteilt und ein roter Balken

Das Gemeindewappen geht auf eine Familie von Bassersdorf aus dem Mittelalter zurück. Gerold Edlibach hat es um 1493 in sein Wappenbuch eingetragen. Die Anzahl der Balken in Blau und Silber variierte im Laufe der Zeit. Im 18. Jahrhundert enthielt es auch einen Reichsapfel mit goldenem Kreuz.

Der Gemeinderat beschloss am 5. Juni 1930 die heutige Darstellungsform.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich genau zwischen den Städten Zürich und Winterthur und gelangte darum in der Zeit der Aufklärung als Transit-Dorf zwischen Zürich und Winterthur zu bescheidenem Wohlstand. Heute arbeitet ein Grossteil der Bevölkerung beim nahen Flughafen Zürich.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bevölkerungsdichte: 1'249.1 Einw./km2
  • Anzahl Privathaushalte: 3 137 (Stand: 2000)
  • Konfessionszugehörigkeit: 32,6 % evangelisch-reformiert, 28,3 % römisch-katholisch, 39,1 % andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2012)[4]
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 310
1710 718
1836 825
1850 959
1900 1 092
1950 2 143
1970 5 590
2000 7 515
2007 10 470
2009 10 743
2010 11 052
2012 11 229

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bassersdorf gilt als eher konservativ wählendes Dorf mit entsprechend bürgerlicher Mehrheit. Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Bassersdorf: SVP 37.1 %, SP 17.9 %, FDP 13.7 %, glp 6.9 %, BDP 5.4 %, CVP 4.8 %, Grüne 4.7 %, EDU 3.7 %, EVP 2.9 %.[5]

Gemeindepräsidentin ist Doris Meier (FDP) (Stand 2014).

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Gasthof zum Adler
Ehemaliger Bahnhof (heute schon abgerissen, 1980 wurde die Strecke an den südlichen Dorfrand verlegt)
Die funktionstüchtige historische Sägemühle im Wisental

Die Wirtschaft von Bassersdorf ist auf den Flughafen und vom Flughafen abhängige Sektoren ausgerichtet. In Bassersdorf ist zudem die auf Messtechnik spezialisierte Rotronic AG beheimatet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bassersdorf können der Flughafen Zürich, Zürich und Winterthur sehr gut erreicht werden, entweder mit einer der zwei S-Bahnlinien (S7, S24) oder über das Strassennetz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Bassersdorf deutet auf alemannischen Ursprung im 8. bis 9. Jahrhundert hin. In den Traditionsnotizen des Stiftes Einsiedeln aus dem 10. bis 14. Jahrhundert findet sich ein kurzer Vermerk, wonach der Mönch Eberhard dem Kloster seinen Hof zu Basselstorff vermachte. Eine entsprechende Urkunde ist nicht mehr auffindbar. Doch in einer gesiegelten Schenkungsurkunde des Edlen Gerung an das Kloster St. Martin auf dem Zürichberg vom 15. November 1155 ist Bassersdorf erstmals erwähnt. Die Habsburger, dann die Grafen von Toggenburg waren Inhaber der Herrschaft und des Blutgerichts. Diese gingen dann an Zürich über, das bis 1798 ihre Herrschaftsrechte durch die Landvogtei Kyburg ausüben liess. Dann trat Bassersdorf, das nicht eben viel von sich reden machte, einen Augenblick aus der Namenlosigkeit: 1798 wurde Bassersdorf Hauptort eines Distrikts, der aber bald im Bezirk Bülach aufging. Daran erinnert, dass Bassersdorf heute Sitz eines Notariates ist.

Bassersdorf, ziemlich genau in der geographischen Mitte des Kantons Zürich gelegen, wurde seit je von Westen nach Osten wie von Norden nach Süden stark vom Verkehr tangiert (Verbindungen Winterthur – Zürich und Unterland – Oberland). Nach dem Bau der neuen Landstrasse Zürich – Tagelswangen – Kemptthal – Winterthur, 1841 bis 1845, beklagten Handwerker und Wirtsleute grosse finanzielle Einbussen, da die Fuhrleute nun den alten Weg über Bassersdorf und die mühsame Steig, die meist nur mit Vorspann bewältigt werden konnte, kaum mehr benützten. Die Einwohnerzahl sank, doch die verlockende Aussicht auf eine Bahnlinie weckte neue Hoffnungen. Am 6. Oktober 1872 beschlossen die Stimmbürger von Bassersdorf «mit an Einmut grenzender Mehrheit», sich mit 100'000 Franken an der zukünftigen Nationalbahnstrecke Winterthur–Zofingen zu beteiligen «in der Meinung, dass eine Station in der nächsten Nähe des Dorfes angelegt werde». Seit 1877 stand also dieser Bahnhof im Herzen von Bassersdorf. Das Dorf wuchs um die Station, die zuerst von der Nationalbahn, später von den Bundesbahnen bedient wurde. Seit Frühjahr 1980 ist der Bahnhof stillgelegt, seit September 2012 abgerissen.[6] Im Zusammenhang mit der neuen Flughafenlinie und dem Ausbau auf Doppelspur wurde am südlichen Dorfrand eine neue Station errichtet. Die Bahn «zerschneidet» das Dorf nicht mehr. Mit der neuen Bahnlinie richtet sich das Leben nun mehr und mehr nach Zürich und dem Flughafen.

Seit 1931 gehört auch Baltenswil zu Bassersdorf. Dieses Dörfchen hat seinen ländlichen Charakter bis heute behalten. 1932 wurde die Siedlung Schatzacker gegründet, die auf der Idee der Freiwirtschaft beruhte.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den zwei grossen Landeskirchen, der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Bassersdorf-Nürensdorf und der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Bassersdorf-Kloten-Nürensdorf, findet sich in Bassersdorf auch freikirchliche Gemeinden, wie die GvC Chile Basi (Gemeinde von Christen). Die Evangelisch-methodistische Kirchgemeinschaft Bassersdorf baute 1908 für ihre Gläubigen eine Kapelle hinter der Post in Bassersdorf. In der ehemaligen Methodistenkapelle wurde 2003 nach dem Verkauf ein Beratungs- und Stylingstudio eröffnet. Die GvC war zu diesem Zeitpunkt Mieterin des Andachtsraumes.[7] Im Jahr 2006 ist die GvC wegen Platzmangels von der ehemaligen Methodistenkapelle in den Freihof umgezogen.[8]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Bassersdorf zum Bezirk Bülach im Kanton Zürich zugehört, ist das offizielle Publikationsorgan der Gemeinde der Zürcher Unterländer. Nebenher gibt es noch eine regionale Publikation namens Dorf-Blitz, die auch in den Gemeinden Brütten und Nürensdorf erscheint.

Crossair-Absturz 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Mal, dass Bassersdorf in den globalen Medien erwähnt wurde, war beim Absturz einer Crossair-Maschine auf dem Gebiet von Bassersdorf. Der Crossair-Flug 3597 war auf dem Weg vom Flughafen Berlin-Tegel zum Flughafen Zürich, als er am Abend des 24. November 2001 im Landeanflug auf dem Waldboden aufschlug und in Flammen aufging. Dabei starben insgesamt 24 Menschen. Hauptgrund für den Absturz war das Unterschreiten der Mindestsinkflughöhe für das gewählte Anflugverfahren trotz nicht ausreichender Sichtverhältnisse. Beim Absturz kamen ausschliesslich die Passagiere der vorderen Ränge ums Leben, so auch die US-amerikanisch-deutsche Pop-Sängerin Melanie Thornton und zwei der drei Mitglieder der Popgruppe Passion Fruit.

Fasnacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bassersdorf hat die wahrscheinlich grösste und bedeutendste Fasnacht im Zürcher Unterland. Sie wird jedes Jahr von einer fünfstelligen Zahl Teilnehmern wie auch Gästen besucht und ist ein wichtiger Eckstein im kulturellen Dorfleben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bassersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. Andres Kristol, Bassersdorf ZH (Bülach) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 126.
  4. Statistisches Amt des Kantons Zürich – Datenbank (Gemeindeporträts). abgerufen am 14. Januar 2014
  5. Nationalratswahlen 2015: Hochrechnung, Resultate, Stimmbeteiligung. Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 7. Dezember 2015
  6. Mit dem Bahnhofabbruch beginnt eine dreijährige Zentrumsbauerei. abgerufen am 13. September 2012
  7. Die Kirche bleibt im Dorf (Memento vom 13. November 2003 im Internet Archive). In: Dorf-Blitz. Unabhängige Monatzszeitung für die Gemeinde Bassersdorf, Brütten und Nürensdorf vom 28. März 2003
  8. Es ist wieder Leben im Freihof-Saal (PDF; 72 kB). In: Dorf-Blitz. Unabhängige Monatzszeitung für die Gemeinde Bassersdorf, Brütten und Nürensdorf vom Juni 2006