Duisdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bonn-Duisdorf)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Duisdorf
Bundesstadt Bonn
Koordinaten: 50° 42′ 59″ N, 7° 3′ 4″ O
Höhe: ca. 75–155 m ü. NHN
Einwohner: 19.109 (31. Dez. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahlen: 53123, 53125 (Waldsiedlung)
Vorwahl: 0228
Alt-Godesberg Auerberg Beuel-Mitte Beuel-Ost Brüser Berg Buschdorf Bonn-Castell Dottendorf Dransdorf Duisdorf Endenich Friesdorf Geislar Godesberg-Nord Godesberg-Villenviertel Graurheindorf Gronau Hardthöhe Heiderhof Hochkreuz Hoholz Holtorf Holzlar Ippendorf Kessenich Küdinghoven Lannesdorf Lengsdorf Lessenich/Meßdorf Limperich Mehlem Muffendorf Nordstadt Oberkassel Pennenfeld Plittersdorf Poppelsdorf Pützchen/Bechlinghoven Ramersdorf Röttgen Rüngsdorf Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf Schweinheim Südstadt Tannenbusch Ückesdorf Venusberg Vilich Vilich-Müldorf Weststadt Bonn-ZentrumKarte
Über dieses Bild
Lage des Ortsteils Duisdorf im Bonner Stadtbezirk Hardtberg

Duisdorf [ˈdʏːsdɔʁf – kein reines Dehnungs-i mehr] ist ein Ortsteil im Stadtbezirk Hardtberg der Bundesstadt Bonn. Vor der Eingemeindung nach Bonn 1969 war das Amt Duisdorf eine selbstständige Verwaltungseinheit im damaligen Landkreis Bonn und umfasste Teile der heutigen Stadt Bonn und der Gemeinde Alfter. Der Stadtteil Duisdorf hat heute ca. 14.000 Einwohner.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Duisdorf liegt im Westen Bonns. Angrenzende Stadtteile sind im Südwesten die zu Duisdorf gehörende Siedlung Medinghoven, im Süden die Hardthöhe und der Brüser Berg, im Osten Lengsdorf, im Nordosten Endenich, im Nordwesten hinter dem Meßdorfer Feld Lessenich/Meßdorf. Im Westen grenzt Duisdorf zudem an die Gemeinde Alfter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Duisdorfer Äsele[2][3][4]
Rathaus Hardtberg
Fußgängerzone
Das Kriegerdenkmal in Duisdorf
Marktplatz

In kurfürstlicher Zeit war Duisdorf ein Dingstuhl mit eigenem Schöffengericht.

In preußischer Zeit war die Gemeinde Duisdorf von 1816 an der Bürgermeisterei Poppelsdorf zugeordnet, aus der 1904 die Bürgermeisterei Duisdorf entstand, die 1927 in Amt Duisdorf umbenannt wurde.[5]

Durch die kommunale Gebietsreform wurde das Amt Duisdorf am 1. August 1969 aufgelöst. Die bis dahin eigenständigen und zum Amt Duisdorf gehörenden Gemeinden Alfter, Gielsdorf, Impekoven, Oedekoven und Witterschlick bildeten die neue Gemeinde Alfter und die Gemeinden Buschdorf, Duisdorf, Ippendorf, Lengsdorf, Lessenich und Röttgen wurden Teile der Stadt Bonn.[6]

Duisdorf ist Standort des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, des Bundeswirtschaftsministeriums, des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesfamilienministeriums sowie des Bundesministeriums der Verteidigung auf der Hardthöhe und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit. Ein Teil dieser Bundesbehörden befand sich bis Ende der 1990er-Jahre in der ehemaligen Troilokaserne.

Haltepunkt Bonn-Duisdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Bonn-Duisdorf
Hauptartikel: Haltepunkt Bonn-Duisdorf

Der Haltepunkt Bonn-Duisdorf ist ein zweigleisiger Bahnhaltepunkt an der Voreifelbahn BonnEuskirchen im Bonner Stadtteil Duisdorf, auf der im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) die RegionalBahn 23 verkehrt. Der Besitzer des Haltepunkts ist DB Station&Service, der diesen in der Bahnhofskategorie 6 klassifiziert.

Er verfügt über einen Taxistand vor dem Bahnhof sowie über Pkw- und Fahrrad-Stellplätze, jedoch nicht über eine Servicestelle oder Gepäcklagerung. Die Bahnsteige sind 165 m lang und ihre Höhe beträgt 76 cm. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, die für die Voreifelbahn Diesel-Triebwagen der DB Baureihe 644 in Ein- bis Zweifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h bis 2013 einsetzte. Seit der neuen Ausschreibungsperiode zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 (bis 2033) werden nun Fahrzeuge der Baureihen 620 und 622 vom Typ LINT eingesetzt. Der jetzige Haltepunkt war vormals ein fünfgleisger Bahnhof mit Empfangsgebäude und zwei mechanischen Stellwerken Df und Do. Durch die umliegenden Fabriken, von denen heute (2017) nur noch die Firmen Weck und Kautex existieren, gab es auch beträchtlichen Schienengüterverkehr. Das Empfangsgebäude wurde in den 1970 iger Jahren abgerissen. Zwischenzeitlich war der Bahnhof zu einem eingleisigen Haltepunkt mit Überleitstelle HpÜst zurückgebaut. Die Weiche auf Bonner Seite wurde vom Stellwerk Do bedient. Einige Jahre später wurde der Haltepunkt wieder zweigleisig und die Weiche auf die Witterschlicker Seite vor das Stellwerk Df verlegt. Das Stellwerk Do an der Ecke Bahnhofstr./Ladestr. wurde überflüssig und daraufhin abgerissen. Mit dem zweigleisigen Wieder-Ausbau Duisdorf - Witterschlick und der IBN des elektronischen Stellwerks wurde auch Df überflüssig, es steht allerdings mittlerweile unter Denkmalschutz.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Helmholtz-Gymnasium wurde 1961 als Gymnasium des Amtes Duisdorf eröffnet. Ein Jahr später wurde es offiziell nach Hermann von Helmholtz benannt. Das Gymnasium ist recht bekannt für die regelmäßigen Projekte seiner Musical-AG, der Helmholtz Drama Group. Sie wurde 1991 gegründet. Des Weiteren gibt es seit 1965 die Realschule Medinghoven, die heute in Margot-Barnard-Realschule umbenannt ist. Die vier Grundschulen, Rochusschule (kath.) im Zentrum, die Ludwig-Richter-Schule (Gemeinschaftsgrundschule) in "Neu-Duisdorf", sowie in den Siedlungen Finkenhof und Medinghoven jeweils eine Gemeinschaftsgrundschule. Auch ist Duisdorf Standort einer Außenstelle der Volkshochschule (Alte Schule direkt neben der Rochus-Kirche) und der Musikschule (in der ehem. Gutenbergschule). Außerdem gibt es noch einige Förderschulen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Duisdorf ist das tik – Theater im Keller zu Hause. Ein weiterer Veranstaltungsort des kulturellen Lebens im Stadtbezirk Hardtberg ist das Kulturzentrum Hardtberg. Es wird vom Verein „Hardtberg Kultur“ mit ehrenamtlichen Engagement betrieben.

Von 1966 bis zu seinem Tod 1982 hatte der Künstler Alf Bayrle sein Atelier an der Klosterstraße 15.

Der Musikverein Bonn-Duisdorf gegr. 1949 e. V. ist ebenfalls in Duisdorf zu Hause.

Porzellanfabrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1905 gründeten die Brüder Carl und Eduard Schumann unter dem Namen Keramische Werke G.m.b.H. in Duisdorf eine Porzellanfabrik. Das Fabrikgelände befand sich direkt am Bahnhof (Alter Heerweg 2). Nach dem Tod von Eduard Schumann 1909 wurde die Fabrik an Gustav Wahl verkauft. 1920 firmierte die Fabrik als Westdeutsche Porzellanfabrik G.m.b.H. 1935 meldete das Unternehmen mit 200 Beschäftigten Konkurs an. Das Unternehmen wurde ersteigert und in Rhenania Porzellanfabrik GmbH umbenannt. Alleiniger Inhaber war Georg Kettner. Am 30. Juni 1958 wurde die Fabrik wegen veralteter Produktionsanlagen und fehlender Nachfolger geschlossen. Hergestellt wurde dort Gebrauchs- und Zierporzellan mit blauem unterglasur Dekor: Zwiebelmuster und Strohmodell. Bekannt wurde die Fabrik 1950 mit dem Geschirr Eva. Das Hotelgeschirr mit der Form 85 erhielt 1954 eine Auszeichnung[7][8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Duisdorf – Album mit Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2014, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, April 2015
  2. "Da kumme die Duisdorfer Äsele", Nicolas Ottersbach, General-Anzeiger Bonn, 11. Juni 2013, abgerufen 24. Oktober 2017
  3. Jeder soll den Duisdorfer Esel kennenlernen,Richard Bongartz, General-Anzeiger Bonn, 24. Februar 2017 abgerufen 24. Oktober 2017
  4. Hier kam das Korn mit Eseln an,Roland Kohls, General-Anzeiger Bonn, 23. Juli 2015 , abgerufen 24. Oktober 2017
  5. Verwaltungszugehörigkeit. In: www.archive.nrw.de. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, archiviert vom Original am 26. Januar 2011, abgerufen am 31. Juli 2013.
  6. Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz) vom 10. Juni 1969
  7. Christine Doege: Rhenania Porzellanfabrik GmbH, Duisdorf-Bonn. In: Sabine Thomas-Ziegler (Hrsg.): Petticoat und Nierentisch – die Jugendzeit der Republik. Rheinlandverlag, Köln 1995, ISBN 3-7927-1514-7, S. 76 f.
  8. Ludwig Danckert: Handbuch des Europäischen Porzellans, Porzellanfabrik Duisdorf. Umfassend bearbeitete und stark erweiterte neue Auflage. Prestel-Verlag, München 1992, ISBN 3-7913-1173-5, S. 143.