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Cartosio

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Cartosio
Cartosio (Italien)
Cartosio (Italien)
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Alessandria (AL)
Koordinaten 44° 35′ N, 8° 25′ OKoordinaten: 44° 35′ 28″ N, 8° 25′ 18″ O
Höhe 230 m s.l.m.
Fläche 16,34 km²
Einwohner 714 (31. Dez. 2024)[1]
Fraktionen Rivere und Saquana
Postleitzahl 15015
Vorwahl 0144
ISTAT-Nummer 006036
Bezeichnung der Bewohner Cartosiani
Schutzpatron Sant’Andrea
Website www.comune.cartosio.al.it

Cartosio (piemontesisch Cartòs) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 714 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in der Provinz Alessandria, Region Piemont.

Lage von Cartosio in der Provinz Alessandria

Die Gemeinde Cortosio liegt 46 km südwestlich der Provinzhauptstadt Alessandria entfernt im Monferrato im Tal des Torrente Erro, einem Zufluss der Bormida. Das Gemeindegebiet umfasst einschließlich der beiden Fraktionen Rivere und Saquana eine Fläche von etwas mehr als 16 km².

Die Nachbargemeinden sind Castelletto d’Erro, Cavatore, Malvicino, Melazzo, Montechiaro d’Acqui, Pareto und Ponzone.

Nach dem piemontesischen Historiker Goffredo Casalis handelt es bei Cartosio um das römische Carystum, in dem laut des römischen Geschichtsschreibers Titus Livius die Ligurer von den Römern vernichtend geschlagen wurden. Eine These, die allerdings von mehreren Seiten angezweifelt wird. Der Ort wurde erstmals 1041 als Cartausius urkundlich erwähnt. 1052 findet sich das Toponym Cartoxius. Der Name entlehnt sich vermutlich an den lateinischen Gentilnamen Cartosius, der wiederum mit dem Namen Quartus in Verbindung steht, einem laut CIL weitverbreiteten Namen im Piemont.[2]

Castello Asinari und der Wehrturm, 1890
Wehrturm in Cartosio

Die Siedlung war höchstwahrscheinlich römischen Ursprungs. Im Mittelalter gehörte es dem Acqui-Komitee, bis es 1052 von Kaiser Heinrich III. zusammen mit anderen Vermögenswerten an die Bischöfe von Acqui abgetreten wurde, die bis zu ihrer freiwilligen Schenkung an die Markgrafen von Ponzone Eigentümer waren.

Im Jahr 1218 fiel es unter die Gerichtsbarkeit der Gemeinde Alessandria, bis es, wie die meisten Orte der Gegend, in den Besitz der Markgrafen von Monferrato überging. Im 15. Jahrhundert trat die Familie Savoyen unter der Führung von Amedeo VIII. in Erscheinung, der sie als Lehen der Herrschaft der Familien Carretto und Asinara übertrug.[3]

Das Denkmal „Elica“ (Propeller), das sich an der Stelle befindet, erinnert an das 1940 abgestürzte Militärflugzeug mit italienischen Offizieren an Bord, die auf dem Weg nach Frankreich waren, um mit dem transalpinen Land über Frieden zu verhandeln. Bei den Gefallenen handelte es sich um hochrangige Armeeoffiziere der italienischen Waffenstillstandskommission, unterzeichnet am 24. Juni 1940 in Rom, angeführt von General Pietro Pintor, der zu den Gefallenen gehörte.[4]

Bevölkerungsentwicklung

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Sehenswürdigkeiten

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  • Der massive viereckige Turm mit der Zugbrücke, Teil der im 13. Jahrhundert erbauten Burg, die heute fast vollständig zerstört ist. Der Zugang in den Turm ist für die Öffentlichkeit zugänglich.
  • Die kleine Kirche Madonna di Pallareto aus dem 16. Jahrhundert mit wertvollen Holzmöbeln und einem der ältesten Votivgemälde.
  • Die Pfarrkirche Sant’Andrea aus dem 17. Jahrhundert, die jedoch im Jahr 1800 umgebaut wurde und sich durch die Kanzel im Spätbarockstil und die wunderschöne Statue von San Concesso auszeichnet. Ihr Glockenturm hat eine Höhe von 35 Meter.[5]
  • Der Palazzo Tornielli.

In Cartosio werden Reben für den Dolcetto d’Acqui, einen Rotwein mit DOC-Status angebaut. Die Beeren der Rebsorten Spätburgunder und/oder Chardonnay dürfen zum Schaumwein Alta Langa verarbeitet werden.

Persönlichkeiten

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  • Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4.
Commons: Cartosio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).
  2. Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 148–149.
  3. Cartosio. In: italiapedia.it. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. Februar 2025 (italienisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.italiapedia.it (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  4. Cartosio – Saquana. In: sentieridelmonferrato.it. Abgerufen am 14. Februar 2025 (italienisch).
  5. Cartosio: borghi in Monferrato. In: granmonferrato.it. Abgerufen am 14. Februar 2025 (italienisch).