Cliffhanger – Nur die Starken überleben

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Filmdaten
Deutscher TitelCliffhanger – Nur die Starken überleben
OriginaltitelCliffhanger
Cliffhanger de.svg
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1993
Länge113[1] Minuten
AltersfreigabeFSK 16[2]
Stab
RegieRenny Harlin
DrehbuchMichael France
Sylvester Stallone
ProduktionRenny Harlin
Mario Kassar
Alan Marshall
MusikTrevor Jones
KameraNorman Kent
Alex Thomson
SchnittFrank J. Urioste
Besetzung
Synchronisation

Cliffhanger – Nur die Starken überleben (Originaltitel: Cliffhanger) ist ein US-amerikanischer Action- und Abenteuerfilm aus dem Jahr 1993. Die Regie führte Renny Harlin, das Drehbuch schrieben Michael France und Sylvester Stallone. Die Hauptrollen spielten Sylvester Stallone und John Lithgow.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bergsteiger Gabe Walker und Hal Tucker sind befreundet. Beide sind beim Bergrettungsdienst in den Rocky Mountains tätig. Eines Tages unternehmen Tucker und seine Freundin einen Ausflug in die Berge. Auf dem Gipfel hat Tucker ein Problem mit seinem Meniskus und lässt sich von einem Helikopter des Bergrettungsdienstes abholen. Als bei der Bergung mit der Seilwinde der Sicherheitsgurt von Tuckers Freundin reißt, klettert ihr Gabe am waagerecht zwischen Berg und Helikopter gespannten Rettungsseil hinterher. Er hält sie fest, aber sie rutscht aus ihrem Handschuh und stürzt in den Tod. Gabe erleidet daraufhin ein Trauma, zieht sich zurück und will nie wieder einen Berg besteigen.

Einige Monate später wird aus der texanischen Münzanstalt in Fort Worth eine Summe von 100 Millionen US-Dollar mit einem Flugzeug transportiert, welches die Rocky Mountains überfliegt. Zwei der Crewmitglieder erschießen die übrigen, sie gehören zur Bande des arroganten Eric Qualen, der mit einem weiteren Flugzeug hinterherfliegt. Weil einer der Niedergeschossenen nochmals Schüsse abgibt, misslingt das Umladen von drei Geldkoffern in der Luft. Sie fallen zur Erde, Qualens Flugzeug macht in den Rocky Mountains eine Bruchlandung.

Nach einem Notruf der Bande macht sich Tucker auf zur Absturzstelle. Walker wird von seiner Freundin Jessie überredet, ihm zu folgen, da ein Schneesturm wütet und Hilfe nötig ist. Tucker ist davon nicht sonderlich begeistert, da er Walker eine Mitschuld an dem Tod seiner Freundin gibt. Beide werden bei Ankunft von den Verbrechern als Geiseln genommen und unter Waffengewalt dazu gezwungen, die verlorenen Koffer mithilfe eines Peilsystems wiederzufinden.

Walker kann jedoch entkommen, ist sich aber bewusst, dass er wegen des Sturms nicht die Polizei rufen kann und allein auf sich gestellt Tucker retten muss. Seine Freundin Jessie kommt ihm zu Hilfe. Dank seiner überlegenen Kenntnis der Gegend besteht er gegen die Verbrecher und findet vor ihnen die Koffer; auch der angeschlagene Tucker kann sich retten. Qualen kapert den Helikopter des Bergrettungsdienstes und bringt, nachdem all seine Komplizen zu Tode kamen, Jessie in seine Gewalt.

Qualen und Walker vereinbaren den Austausch des Geldes gegen Jessie. Im finalen Kampf gelingt es Walker, die Seilwinde von Qualens Helikopter an einer am Berg befestigten Eisentreppe einzuklinken, so dass es zum Absturz des Hubschraubers kommt. Qualen stirbt und das FBI, das bereits den richtigen Verdacht über das Geschehen hatte, kündigt den angeschlagenen Überlebenden ihre Rettung an.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten, die vom 11. April 1992 bis zum 19. August 1992 andauerten, fanden in den Dolomiten (Italien) in der Nähe von Cortina d’Ampezzo statt.[3][4] Ursprünglich sollte in den Rocky Mountains gedreht werden, wo die Handlung des Films angesiedelt ist, doch die amerikanische Umweltbehörde verweigerte die Drehgenehmigung, weil durch die Dreharbeiten zu große Umweltschäden erwartet wurden.[5] Aus denselben Befürchtungen der italienischen Behörden mussten hohe Kautionen für mögliche Aufräumarbeiten hinterlegt werden.[5]

Die Produktionskosten betrugen geschätzte 65 Millionen US-Dollar.[3] Die Szene, bei der Stuntman Simon Crane an einem Seil zwischen zwei Flugzeugen in ca. 4.500 m Höhe hinabgelassen wird, kostete eine Million US-Dollar und wurde im Guinness-Buch der Rekorde als bis dahin kostspieligster Stunt erwähnt.[5] Der Stunt gelang nicht vollständig, da Crane aus dem zweiten Flugzeug wieder herausgesogen wurde und sich mit dem Fallschirm retten musste. Die Szene, die in den USA gedreht worden war, konnte im Film aber durch entsprechende Schnitte verwendet werden. Der Film spielte weltweit über 255 Millionen US-Dollar ein.[3]

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes wurde der Film am 20. Mai 1993 erstmals öffentlich aufgeführt.[6] Ab dem 29. Juli 1993 war er in den deutschen Kinos zu sehen.[6]

Die Dreharbeiten erwiesen sich als äußerst hart für Sylvester Stallone, da er unter extremer Höhenangst leidet.

Der Film ist unter anderem Wolfgang Güllich gewidmet, der neben Ron Kauk und weiteren 29 für den Film unter Vertrag genommenen Kletterern als Stuntdouble von Stallone die meisten Stunts übernahm.[5] Güllich starb noch vor der Filmpremiere durch einen Autounfall. Ron Kauk musste für die Dreharbeiten täglich fünf Mahlzeiten zu sich nehmen, um die Energiezufuhr für entsprechenden Muskelaufbau zu gewährleisten.[5] Sein Trainer versuchte ihn sogar zu einer sechsten Mahlzeit mitten in der Nacht zu bewegen.[5]

Regisseur Renny Harlin hinterließ auch in diesem Film einen Hinweis auf seine Heimat Finnland: Ein Fallschirm hatte das Design der finnischen Flagge.[5] Zudem stellte er gegenüber seiner Filmcrew sein Vertrauen in die Sicherheitsausrüstung unter Beweis, indem er sich an einem Stahlseil hängend über eine Klippe schwang.[5]

Ursprünglich sollte Christopher Walken die Rolle des Eric Qualen übernehmen.[5]

Für die Darstellung der Hubschrauber im Film kamen Maschinen der Agrarflugfirma Helilift aus Ahlen zum Einsatz. Es existiert noch immer ein Rumpf einer ausgedienten Maschine, die für die Darstellung des Wracks benötigt wurde. Auf diesem lieferte sich Sylvester Stallone den finalen Kampf mit seinem Widersacher.

Um ein „R“ Rating in den USA zu bekommen, mussten viele der brutaleren Stellen des Filmes entschärft werden, was sich vor allem gegen Ende hin in einer Szene bemerkbar macht, als Stallone seinen Widersacher auf einem zugefrorenen See erschießt. Des Weiteren kam es nach einem Sneak-Preview in den USA zu Protesten von Kinogängern, da der Hase, auf den im Film geschossen wird, in der ersten Version verendet. Daraufhin investierte Stallone 100.000 US-Dollar seines Privatvermögens, um die entsprechende Szene nachdrehen zu lassen, so dass der Hase verfehlt wird und überlebt.[5]

In Deutschland war die ab 18 Jahren freigegebene Originalfassung vor 2003 indiziert. Daher wurden diverse in unterschiedlichem Ausmaß gekürzte Versionen für die Auswertung auf DVD und im Fernsehen erstellt, die von der FSK je nach Grad der Kürzungen eine Altersfreigabe ab 16 oder 18 Jahren erhielten. Die deutsche DVD-Fassung mit der Altersfreigabe FSK 18 ist ungekürzt.[7] Im Jahr 2013 wurde der Film vorzeitig vom Index gestrichen und der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) zur Neuprüfung vorgelegt. Diese ergab für die ungeschnittene Fassung die Freigabe „ab 16 Jahren“.[8] Der damalige Pay-TV-Kanal Premiere sendete eine bislang eigene FSK-18-Fassung, die in drei Gewaltszenen gekürzt wurde, obwohl zu damaliger Zeit andere indizierte Filme ungekürzt zu sehen waren.[9]

Deutsche Synchronfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand bei der Deutschen Synchron KG in Berlin. Das Dialogbuch stammte von Klaus Hüttmann, die Dialogregie übernahm Michael Richter.[10]

Darsteller Deutscher Sprecher[10] Rolle
Sylvester Stallone Thomas Danneberg Gabe Walker
John Finn Norbert Langer Agent Michaels
Craig Fairbrass Stefan Fredrich Delmar
Michael Rooker Helmut Gauß Hal Tucker
Janine Turner Franziska Pigulla Jessie Deighan
Caroline Goodall Liane Rudolph Kristel
Leon Robinson Manfred Lehmann Kynette
Vyto Ruginis K. Dieter Klebsch Matheson
John Lithgow Hans-Werner Bussinger Qualen
Rex Linn Reinhard Kuhnert Richard Travers
Gregory Scott Cummins Martin Keßler Ryan
Michelle Joyner Evelyn Maron Sarah
Paul Winfield Engelbert von Nordhausen Walter Wright

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fischer Film Almanach meinte: „Der Geld-Bazillus steckt doch alle an. Besser als anderswo weiß man das in Hollywood, wo man mit »Cliffhanger« eine Art »Stirb langsam in den Dolomiten« produziert hat, in dem es keine Handlung, riskante Stunts und Pappmaché-Berge gibt. Das ist zwar Extrem-Action, aber mit derart überstrapazierten Unwahrscheinlichkeiten, daß man schnell das Interesse verliert.“[11]

Das Lexikon des internationalen Films zog folgendes Urteil: „Extreme Bergsteigerei und ein Marathon riskanter Situationen verhelfen dem Publikum vielleicht zu schweißnassen Händen, verleihen der Handlung jedoch kaum Sinn und Verstand. Überflüssige Brutalitäten mindern die (ohnehin nachlassende) Unterhaltsamkeit.“[12]

Günter H. Jekubzik bezeichnete den Film auf filmtabs.de als anspruchslos, aber spannend.[13]

Cinema schreibt: „Actionregisseur Renny Harlin […] zelebriert schwindelerregende Kamerafahrten, schweißtreibende Stunts und einen spektakulären Showdown – bei immerhin leicht verständlichen Dialogen.“[14]

Kino.de urteilt: „Sylvester Stallones Comeback ist perfekt: […] Die Handlung mag dünn ausgefallen sein, „Cliffhanger“ ist dennoch ein Volltreffer, der Actionfans begeistern wird.“[15]

US-amerikanische Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Berardinelli verglich den Film auf ReelViews mit Stirb langsam 2, bei dem ebenfalls Harlin die Regie führte. Die Anleihen aus diesen Filmen seien offensichtlich, trotzdem könne Cliffhanger genügend Originalität aufweisen. Die Handlung bezeichnete er als einen „Witz“. Berardinelli meinte außerdem, wenn dieser Film Stallone nicht wieder zu einem „Top-Rang“ unter den Actionfilm-Stars verhelfen könne, sei dies wohl unmöglich.[16]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 28. Mai 1993, der Film funktioniere, denn er liefere genau das, was er verspricht. Ebert meinte, Filme dieser Art brauchen starke Bösewichte, und John Lithgow erfülle diese Anforderung.[17]

Scott Weinberg bezeichnete den Film auf efilmcritic.com als einen der besten Filme mit Stallone, ähnlich wie James Sanford in der Kalamazoo Gazette.[18][19]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde 1994 in drei Kategorien für den Filmpreis Oscar nominiert: Für die Besten visuellen Effekte, für die Besten Toneffekte und für den Besten Ton.[20] Darüber hinaus wurde er im selben Jahr für den MTV Movie Award, den Cinema Audio Society Award und den Award of the Japanese Academy sowie für die Goldene Himbeere in vier Kategorien nominiert.[20]

Trevor Jones gewann 1994 den ASCAP Film and Television Music Award.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft: Freigabebescheinigung - "Cliffhanger - Nur die Starken überleben - Neuprüfung". In: spio-fsk.de. 13. April 2013, abgerufen am 4. Mai 2018.
  2. Freigabebescheinigung für Cliffhanger – Nur die Starken überleben. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Januar 2013 (PDF; Prüf­nummer: 69 812 V).
  3. a b c Budget und Einspielergebnisse laut Internet Movie Database
  4. Drehorte laut Internet Movie Database
  5. a b c d e f g h i j Hintergrundinformationen laut Internet Movie Database
  6. a b Starttermine laut Internet Movie Database
  7. schnittberichte.com: Cliffhanger – Nur die Starken überleben
  8. http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=4836
  9. http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=991
  10. a b Cliffhanger – Nur die Starken überleben. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 27. Januar 2013.
  11. Walter Schobert & Horst Schäfer (Hgg.): Fischer Film Almanach 1994. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-12229-5, S. 70–71
  12. Cliffhanger – Nur die Starken überleben. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  13. Filmkritik, Günter H. Jekubzik
  14. Filmkritik, Cinema
  15. Filmkritik, Kino.de
  16. Filmkritik, reelviews.net, James Berardinelli, 1993
  17. Filmkritik, rogerebert.com, Roger Ebert, 1993
  18. Filmkritik, Scott Weinberg
  19. Filmkritik, James Sanford
  20. a b c Nominierungen und Auszeichnungen laut Internet Movie Database