Deckenpfronn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Deckenpfronn
Deckenpfronn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Deckenpfronn hervorgehoben
Koordinaten: 48° 39′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 569 m ü. NHN
Fläche: 11,41 km2
Einwohner: 3306 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 290 Einwohner je km2
Postleitzahl: 75392
Vorwahl: 07056
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
75392 Deckenpfronn
Webpräsenz: www.deckenpfronn.de
Bürgermeister: Daniel Gött (parteilos)
Lage der Gemeinde Deckenpfronn im Landkreis Böblingen
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Über dieses Bild

Deckenpfronn ist eine Gemeinde im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart. Neben dem Dorf Deckenpfronn gehören keine weiteren Orte zur Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deckenpfronn liegt im Heckengäu, sieben Kilometer nordwestlich von Herrenberg und zehn Kilometer südöstlich von Calw nahe der Bundesautobahn 81 StuttgartSingen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deckenpfronn hat sechs Nachbargemeinden: Aidlingen, Gärtringen, Herrenberg (Landkreis Böblingen), Wildberg, Calw und Gechingen (Landkreis Calw).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deckenpfronn 1681, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Deckenpfronn wurde im Jahre 1075 in einer Urkunde des Klosters Hirsau erstmals erwähnt. Es gilt jedoch als sicher, dass schon vor 3500 Jahren Menschen auf dem Gebiet der Gemeinde lebten. 1388 kam Deckenpfronn zu Württemberg.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte am 21. April 1945 ein Luftangriff mit 14 Jagdbombern auf Deckenpfronn, wobei durch Spreng- und Brandbomben 70 % des Ortes zerstört wurden, darunter die Nikolauskirche von 1818, das Rathaus und die Schule. 1953 wurde die Kirche wiederaufgebaut und 1957 schließlich konnte der Wiederaufbau des Ortes offiziell abgeschlossen werden. In Zusammenhang mit der Flurbereinigung entstanden 1965 einige Aussiedlerhöfe rund um den Ort. Seit 1966 wurden kontinuierlich neue Baugebiete ausgewiesen, zuletzt 2008 das Wohngebiet "Lüsse".

Deckenpfronn gehörte bis zum 31. Dezember 1972 zum Landkreis Calw. Heute ist es die kleinste Gemeinde im Landkreis Böblingen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1535 wurde in Deckenpfronn die Reformation eingeführt. Die rund 1800 evangelischen Christen sind der örtlichen Evangelischen Kirchengemeinde Deckenpfronn, die Katholiken der katholischen Kirchengemeinde St.Antonius Herrenberg-Kuppingen zugehörig.

Deckenpfronn

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1440: 0048 Familien
  • 1676: 0428 Einwohner
  • 1816: 1018 Einwohner
  • 1900: 1178 Einwohner
  • 1950: 1003 Einwohner
  • 1961: 1224 Einwohner
  • 1970: 1504 Einwohner
  • 1987: 2074 Einwohner
  • 1991: 2329 Einwohner
  • 1995: 2426 Einwohner
  • 2005: 2929 Einwohner
  • 2010: 3168 Einwohner
  • 2015: 3306 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 12 Sitze im Gemeinderat teilen sich in der Wahlperiode 2014–2019 folgendermaßen auf:

  • Freie Wählervereinigung: 7 Sitze
  • Liste Unabhängiger Bürger: 5 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 5. April 2009 setzte sich Daniel Gött (Geburtsjahr 1981, parteilos) mit 87,47 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 68,99 Prozent gegen seine formale Mitbewerberin Bärbel Sauer durch. Er wurde damit Nachfolger von Winfried Kuppler, der nach 39 Jahren am 4. Juli 2009 in den Ruhestand trat.[2] Gött wurde im April 2017 wiedergewählt.[3]

Ortswappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wappen wird seit 1948 ein Tannenzweig als Symbol der Zugehörigkeit zum Schwarzwald geführt, zuvor war es ein Eichenlaubzweig. Im Zentrum des Wappens befindet sich ein Abtsstab als Hinweis darauf, dass die Erträge von Gütern der Gemarkung Deckenpfronn jahrhundertelang dem Kloster Hirsau gehörten. Die seitlich dargestellten beiden Ähren, früher Dinkel und heute Weizen, symbolisieren die Zugehörigkeit zum Oberen Gäu und dessen fruchtbare Lößböden.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 besteht eine Gemeindefreundschaft mit Weißenberg in der Oberlausitz in Sachsen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tennental[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Richtung Gärtringen liegt inmitten der Feldflur die zu Deckenpfronn gehörende Dorfgemeinschaft Tennental. Dies ist eine Behinderteneinrichtung nach anthroposophischem Leitbild mit Heilerziehungspflegeschule (s. o.).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zehntscheuer in der Herrenberger Str. 23 ist gleichzeitig Bürgerhaus, Heimatmuseum und Veranstaltungsort für Kleinkunst. In der Pfarrscheuer (Berghütte 9) wurde 2009 das Museum "Heiß-Kalt" eröffnet, welches unter Regie des Vereins "Kulturwerkstatt Deckenpfronn" Exponate aus der Ortsgeschichte präsentiert.

Nördlich von Deckenpfronn auf dem zu Gültlingen gehörenden Lerchenberg liegt die Funkstelle Lerchenberg der Landespolizeidirektion Karlsruhe, zu der auch ein 81 Meter hoher Fernmeldeturm gehört.

Südwestlich von Deckenpfronn an der Bundesstraße 296 liegt als interessantes Ausflugsziel das Segelfluggelände Deckenpfronn-Egelsee, auf dem bei gutem Wetter an den Wochenenden Segelflieger zu ihren Flügen über den Schwarzwald und die Schwäbische Alb starten.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winfried Kuppler (Bürgermeister von 1969 bis 2009)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Baum, Martin Hahn: Deckenpfronn – ein Dorf wird wieder aufgebaut. Landesamt für Denkmalpflege, 2006 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deckenpfronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Staatsanzeiger Nr. 13 vom 9. April 2009, Seite 11
  3. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.buergermeister-in-deckenpfronn-daniel-goett-ist-wiedergewaehlt.df9df8e0-73cf-4c8a-871f-9d2742059064.html