Zum Inhalt springen

Deutsche Leichtathletik-Hallenmeisterschaften 1975

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
22. Leichtathletik-Hallenmeisterschaften
Stadt Stuttgart
Stadion Killesberg Halle
Wettbewerbe 28
Eröffnung 21. März 1975
Schlusstag 23. März 1975
Chronik
München 1974 Dortmund 1976

Die 22. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden vom 21. bis 23. Februar 1975 in der Stuttgarter Killesberg Halle ausgetragen.

Gelaufen wurde wie bei allen in der Stuttgarter Halle am Killesberg ausgetragenen Deutschen Meisterschaften auf einer 200 Meter langen Rundbahn. Die Sprintstrecke für Frauen und Männer war mit 60 Metern genauso lang wie im Vorjahr in der Olympiahalle von München. Der Hürdensprint fand für beide Geschlechter ebenfalls über 60 Meter statt.

Neu ins Programm von Deutschen Hallenmeisterschaften kam ein Mehrkampf, für die Männer als Siebenkampf, für die Frauen als Fünfkampf. Dieser Wettbewerb wurde allerdings in den kommenden Jahren vorerst wieder gestrichen und wurde erst 2003 langfristiger Bestandteil von Deutschen Hallenmeisterschaften.

Das Angebot für Frauen und Männer war über die verschiedenen Bereiche weiterhin nicht ausgeglichen. In der Kategorie Lauf fehlte bei den Frauen die Langstaffel über 3-mal 1000 Meter. Bei den Sprüngen wurden wie bei Freiluftveranstaltungen die Wettbewerbe Stabhoch- und Dreisprung erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm für Frauen aufgenommen und waren somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer im Angebot. Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen. Darüber hinaus blieb der Gehwettbewerb wie auch damals bei Freiluftveranstaltungen alleine den Männern vorbehalten.

Am ersten Meisterschaftstag gab es abgesehen von Vorläufen und Qualifikationen fünf Finals, Zur Austragung kamen dabei für Männer der Hoch- und Dreisprung, für Frauen das Kugelstoßen sowie für beide Geschlechter der 60-Meter-Hürdenlauf. Alle weiteren Konkurrenzen waren am zweiten Tag zu sehen.

Das 10.000-Meter-Gehen fand wie gewohnt nicht am selben Ort wie die Veranstaltung mit dem Hauptprogramm statt. Die Geher traten dazu am 2. März in München an. Dieser nun zum sechsten Mal ausgetragene Wettbewerb wurde in den kommenden Jahren vorerst wieder aus dem Programm genommen.

Medaillengewinner

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.

Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung
60 m Heinz Busche (Jugend 07 Bergheim) 6,78 s Ulrich Haupt (SV Bayer 04 Leverkusen) 6,81 s Manfred Ommer
(SV Bayer 04 Leverkusen)
6,87 s
200 m Karlheinz Weisenseel
(LG Eintracht Frankfurt)
21,16 s Manfred Ommer (SV Bayer 04 Leverkusen) 21,36 s Gerold Hein (LG Eintracht Frankfurt) 22,31 s
400 m Bernd Herrmann (SV Bayer 04 Leverkusen) 47,18 s Hermann Köhler (TV Wattenscheid 01) 47,71 s Klaus Ehl (TV Wattenscheid 01) 48,09 s
800 m Reinhold Soyka (LG Bonn/Troisdorf) 1:48,15 min Reiner Burmester (VfL Wolfsburg) 1:51,08 min Hans-Dieter Wolf (LC Paderborn) 1:51,44 min
1500 m Thomas Wessinghage (TuS 04 Leverkusen) 3:46,57 min Paul-Heinz Wellmann (TuS 04 Leverkusen) 3:47,99 min Roland Jochem (LG Ludwigshafen) 3:51,4 min
3000 m Peter Weigt (Stuttgarter Kickers) 7:54,8 min Hans-Jürgen Orthmann (LG Sieg) 7:56,8 min Ingo Sensburg (Neuköllner Sportfreunde) 7:58,0 min
60 m Hürden Günther Nickel (SV Bayer 04 Leverkusen) 7,90 s Dieter Gebhard
(1. FK Salamander Kornwestheim)
7,95 s Wener Eikmeier (SV Bayer 04 Leverkusen) 8,20 s
4 × 400 m VfB Stuttgart
Falko Geiger
Georg Nückles
Ulrich Strohhäcker
Karl Honz
3:12,9 min Jugend 07 Bergheim
Michael Düsing
Helmut Feldges
Armin Wagner
Franz-Peter Hofmeister
3:14,1 min LG Eintracht Frankfurt
Rainer Boyé
Weber
Erhard Heep
Werner Schmal
3.15,3 min
3 × 1000 m 1. FK Salamander Kornwestheim
Paul Benz
Rudolf Pagel
Josef Schmid
7:14,0 min DSC Oldenburg
Jost Wollstein
Gerd Nichtenberg
Paul Hagendorff
7:22,4 min TuS Rot-Weiß Koblenz
Christian Collisy
Erich Schulz
Hartmut Tietze
7:23,2 min
10.000 m Gehen Bernd Kannenberg (LAC Quelle Fürth) 44:17,8 min Gerhard Weidner (TSV Salzgitter) 45:25,6 min Heinrich Schubert
(Eintracht Bad Kreuznach)
46:38,2 min
Hochsprung Walter Boller (USC Mainz) 2,15 m Udo Haffer (1. FC Nürnberg) 2,12 m Heinz Zimmer (TV Alzey) 2,12 m
Stabhochsprung Günther Lohre (1. FK Salamander Kornwestheim) 5,15 m Reinhard Kuretzky
(SV Bayer 04 Leverkusen)
5,15 m Wolfgang Mohr (TV Wattenscheid 01) 5,05 m
Weitsprung Joachim Busse (FC Bayer 05 Uerdingen) 7,91 m Hans-Jürgen Berger (TuS 04 Leverkusen) 7,74 m Andreas Gloerfeld
(SV Bayer 04 Leverkusen)
7,67 m
Dreisprung Wolfgang Kolmsee (VfB Stuttgart) 16,35 m Ludwig Franz (LAC Quelle Fürth) 15,89 m Michael Sauer (USC Mainz) 15,46 m
Kugelstoßen Ferdinand Schladen (LG Bonn/Troisdorf) 18,91 m Josef Forst (TV Wattenscheid 01) 18,84 m Gerhard Steines (TV Wattenscheid 01) 18,64 m
Siebenkampf Eckart Müller (TV Wattenscheid 01) 5430 P Walter Mössle (LG Bonn/Troisdorf) 5392 P Rudolf Hausner (LG Altmühl-Jura) 5286 P
Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung
60 m Annegret Richter (OSC Thier Dortmund) 7,29 s Elvira Possekel (LG Bonn/Troisdorf) 7,45 s Maren Gang (VfB Stuttgart) 7,48 s
200 m Rita Wilden (TuS 04 Leverkusen) 23,51 s Maren Gang (VfB Stuttgart) 24,04 s Dagmar Jost (LG Eintracht Frankfurt) 24,43 s
400 m Elke Barth (TSV Bayer Dormagen) 53,65 s Brigitte Koczelnik (TuS 04 Leverkusen) 54,74 s Silvia Hollmann (OSC Thier Dortmund) 54,88 s
800 m Brigitte Kraus (ASV Köln) 2:05,61 min Gisela Klein (TuS 04 Leverkusen) 2:06,73 min Karin Kaseder (Sportfreunde Zeilarn) 2:07,57 min
1500 m Ellen Wellmann (TuS 04 Leverkusen) 4:17,9 min Christel Schlaukötter (TuS 04 Leverkusen) 4:49,3 min Lydia Ritter (TuS Rot-Weiß Koblenz) 4:52,5 min
3000 m Christine Klemme (LG Göttingen) 9:38,4 min Renate Kieninger (LG Offenburg) 10:06,2 min Hedwig Romeyk (ART Düsseldorf) 10:10,6 min
60 m Hürden Silvia Kempin (TuS 04 Leverkusen) 8,38 s Leonore Leidel (SV Bayer 04 Leverkusen) 8,44 s Ursula Schalück (LAV Gütersloh) 8,51 s
4 × 1 Runde
(1 Runde ≙ 200 m)
TuS 04 Leverkusen
Rita Wilden
Erika Weinstein
Brigitte Koczelnik
Karola Claus
1:35,15 min OSC Thier Dortmund
Inge Helten
Silvia Hollmann
Sabine Wuttig
Annegret Richter
1:35,15 min SCC Berlin
Marion Beblo
Karin Seidel
Sabina Beblo
Claudia Miller
1:40,28 min
Hochsprung Ulrike Meyfarth (ASV Köln) 1,89 m Brigitte Holzapfel (Preussen Krefeld) 1,82 m Renate Boschert (Stuttgarter Kickers) 1,82 m
Weitsprung Heidelinde Xalter (LG Schönbuch) 6,36 m Ute Hedicke (LG Andernach-Neuwied) 6,36 m Margot Eppinger (LG Filder) 6,36 m
Kugelstoßen Eva Wilms (ESV München-Neuaubing) 16,65 m Liesel Westermann (TuS 04 Leverkusen) 16,01 m Helga Jaxt (USC Mainz) 14,68 m
Fünfkampf Eva Wilms (ESV München-Neuaubing) 4513 P Karen Mack (TSV 1860 München) 4495 P Christa Köhler (TuS 04 Leverkusen) 4310 P
  • Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Presseausschuß des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (Hrsg.), Jahrbuch der Leichtathletik 1975/76, S. 81–83 / S. 85, Berlin, Verlag Bartels & Wernitz 1975