Devon Island

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Devon Island
Satelliten-Fotomontage von Devon Island
Satelliten-Fotomontage von Devon Island
Gewässer Arktischer Ozean
Inselgruppe Königin-Elisabeth-Inseln
Geographische Lage 75° 8′ N, 87° 52′ W75.134444444444-87.8658333333331920Koordinaten: 75° 8′ N, 87° 52′ W
Lage von Devon Island
Fläche 55.247 km²
Höchste Erhebung Devon Ice Cap in den Treuter Mountains
1920 m
Einwohner (unbewohnt)
Hauptort Dundas Harbour
(historisch)
Devon Island mit Haughton-Krater
Devon Island mit Haughton-Krater

Devon Island ist die die zweitgrößte der Königin-Elisabeth-Inseln. Sie gehört wie der gesamte kanadische Archipel zum Territorium Nunavut.

Geografie, Geologie und Klima[Bearbeiten]

Permafrostboden auf Devon Island

Die Insel ist von Ellesmere Island im Norden durch den Jones Sound und von der Baffin-Insel im Süden durch den Lancastersund getrennt. Im Osten grenzt sie an die Baffin Bay, im Westen an den Wellington Channel und die Penny Strait. Sie ist mit einer Fläche von 55.247 km² die größte unbewohnte Insel der Erde. Geologisch besteht die Insel überwiegend aus Schluffstein und Schiefer, der im Osten bis aus der Zeit des Präkambriums stammt.[1]

Den Großteil der Insel bildet eine ca. 300–500 m hohe Ebene, die hauptsächlich aus Permafrostboden besteht. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt dort -16 °C. Lediglich an der Nordostküste der Insel liegt ein schmaler Streifen mit wärmerem Klima, das Truelove Lowland, das etwa 45–50 Tage schneefrei ist und eine hochpolare Tundra-Vegetation aus Moosen und Flechten hervorgebracht hat. Neben Lemmingen trifft man dort das ganze Jahr über auch auf Moschusochsen. In den Sommermonaten werden dort Temperaturen von 4–8 °C erreicht.[1]

Daneben befinden sich mehrere Gebirgszüge der Arktischen Kordillere auf der Insel, darunter die Treuter Mountains, die Haddington Range und die Cunningham Mountains. Das östliche Drittel der Insel ist von einer etwa 14.000 km² großen Eiskappe überzogen, dem Devon Ice Cap, das eine Dicke von bis zu 880 m[2] (nach anderer Quelle etwa 500–700 m)[1] aufweist. Dort befindet sich mit 1.920 m auch der höchste Punkt der Insel.

Bekannt ist Devon Island auch wegen des Haughton-Kraters (75.366666666667-89.683333333333), der durch den Einschlag eines Meteoriten vor etwa 38±2 Millionen Jahren entstand und einen Durchmesser von etwa 20 km hat.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten]

Auf der Insel wurden Spuren von Paläo-Eskimos gefunden, die auf die Zeit um 2.500 v. Chr. datiert wurden.[5] Über Jahrhunderte wurde die Insel von jagenden Inuit besucht.

In der Neuzeit wurde die Westküste der Insel 1616 von William Baffin entdeckt, der möglicherweise auch an Land ging. Zwei Jahre später wurde sie von John Ross gesichtet. William Edward Parry benannte die Insel 1819 zunächst Nord-Devon, nach der englischen Grafschaft Devon, aus der sein stellvertretender Kommandant, Matthew Liddon, stammte. Er führte die erste gesicherte Landung auf der Insel durch.[6]

Von 1924 bis 1933 und von 1945 bis 1951 betrieb die Royal Canadian Mounted Police einen Außenposten am Dundas Harbour (74.534283333333-82.383275). Von 1934 bis 1936 wurde dieser von der Hudson's Bay Company genutzt.[6]

Forschungsprojekte[Bearbeiten]

Das Arctic Institute of North America der University of Calgary betreibt seit 1960 eine Forschungsstation an der Nordostküste der Insel (75.666666666667-84.583333333333).[6]

Die Mars Society führt auf der Insel ein Projekt durch, für das ein Mars-Habitat in Kanadas kalter Wildnis aufgebaut wurde. Die Flashline Mars Arctic Research Station wurde in der Nähe des Haughton-Kraters errichtet. Die Gegebenheiten auf der Insel sind denen auf dem Mars sehr verwandt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Devon Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Devon Island. thecanadianencyclopedia.com, abgerufen am 17. September 2015 (englisch).
  2. J. A. Dowdeswell, T. J. Benham, M. R. Gorman, D. Burgess, M. J. Sharp: Form and flow of the Devon Island Ice Cap, Canadian Arctic (PDF; 1,4 MB). In: J. Geophys. Res., 109, 2004, F02002, doi:10.1029/2003JF000095 (englisch)
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLunar and Planetary Science XXXVI (2005). 2005, abgerufen am 31. Juli 2009 (PDF; 294 kB, englisch).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHaughton Earth Impact Database. Abgerufen am 31. Juli 2009 (englisch).
  5.  James W. Helmer: The Palaeo-Eskimo Prehistory of the North Devon Lowlands. In: Arctic. Bd. 55, Dezember 1991, S. 301-307 (online (PDF; 2,89 MB)).
  6. a b c  William James Mills: Exploring Polar Frontiers: A Historical Encyclopedia. Bd. 2, ABC-CLIO, 2003, ISBN 1-57607-422-6, S. 186f (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).