Diuretikum

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Ein Diuretikum (pl. Diuretika; griechisch δι-ουρητικός di-uretikós „den Urin befördernd“, zu οὖρον uron „Urin“) ist ein Arzneimittel, das eine Ausschwemmung von Wasser aus dem menschlichen oder tierischen Körper durch die Nieren (Diurese) bewirkt. Die meisten Diuretika sind Saluretika, sie wirken durch Hemmung der Rückresorption von Natrium im Tubulus, der resultierende Salzverlust (Salurese) ist dabei als Eingriff in den Volumenhaushalt therapeutisch gewünscht. Zur Therapie von osmotischen Störungen existieren daneben mit den Vasopressin-Antagonisten Aquaretika, Diuretika, die allein die Ausscheidung von Wasser (Aquarese) fördern. Pflanzliche Arzneimittel haben neben den chemisch-synthetisch hergestellten Arzneistoffen nur eine untergeordnete therapeutische Bedeutung.

Einteilung der Diuretika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Angriffsort und Wirkungsmechanismus lassen sich die Diuretika in verschiedenen Gruppen einteilen:

So gut wie nicht mehr als Diuretika verwendet werden Carboanhydrasehemmstoffe, die die Protonensekretion und die Natriumhydrogencarbonat-Rückresorption blockieren, überwiegend an den proximalen Tubuluszellen. Sie werden noch in der Augenheilkunde zur Glaukombehandlung eingesetzt. Substanzbeispiel: Acetazolamid.

Nur in speziellen Fällen kommen osmotische Diuretika wie Mannit und Sorbit zum Einsatz. In hyperosmolarer Lösung binden sie freies Wasser intravasal. Sie werden intravenös bei drohendem Nierenversagen verwendet.

Pflanzen mit diuretisch wirksamen Inhaltsstoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Reihe von Pflanzen mit diuretisch wirksamen Inhaltsstoffen. Solche sind etwa:

Die genannte Pflanzen werden in getrockneter Form (Teedroge) als Bestandteil in Teemischungen zur Bereitung von Heißwasseraufgüssen (Entwässerungs-„Tees“) verwendet. Eine weitere Anwendungsform stellen Fertigextrakte dar, die zu Aufgusspulvern, Tabletten oder Tropfen verarbeitet werden. Die Wirkung ist mild und beruht auf dem Gehalt bestimmter Flavonoide und/oder ätherischer Öle.

Anwendungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diuretika werden verwendet in der Behandlung von:

Die Verwendung von Diuretika zur schnellen Gewichtsreduktion oder als Scherzartikel ist gefährlich.

Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diuretika sind im Allgemeinen gut verträglich und haben eine hohe therapeutische Breite. Als mögliche Nebenwirkungen können auftreten:

  • Austrocknung durch zu hohen Wasserverlust (Exsikkose)
  • Salzmangel
    • Hyponatriämie mit Krampfanfällen, Verwirrtheit (selten) und Wadenkrämpfen
    • Hypokaliämie mit Herzrhythmusstörungen (gilt nicht für kaliumsparende Diuretika, diese können eine Hyperkaliämie hervorrufen)
  • Vermehrte Thromboseneigung bei eingedicktem Blut
  • zu niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Diuretika stehen auf der Dopingliste.[1]

Weitere Stoffe mit harntreibender Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xanthine erhöhen durch Blockade der Adenosinrezeptoren die Durchblutung des Nierenmarks, wodurch es zu einer gesteigerten Bildung von Primärharn kommt. Trotz der harntreibenden Wirkung bewirkt Coffein (enthalten etwa in Kaffee, Tee) keine dauerhafte Entwässerung, da der Körper entsprechend gegensteuert (Rebound-Effekt).[2][3] Der Rebound-Effekt tritt auch bei einigen Diuretika auf, wenn sie als Dauertherapie gegeben werden.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diuretika; Maskierungsmittel; Doping; verbotene Substanzen, unabhängiges Informationsangebot der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA)
  2. Kaffee ist besser als sein Ruf: Neue Ergebnisse entlasten den beliebten Muntermacher, wissenschaft.de (www.wissenschaft.de)
  3. Studie: Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser
  4. Klaus Aktories, Ulrich Förstermann, Franz Hofmann, Klaus Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 10, Elsevier, Urban & Fischer, München; Jena 2009, ISBN 978-3-437-42522-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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