Enrico Kölling

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Enrico Kölling Boxer
Daten
Geburtsname Enrico Kölling
Gewichtsklasse Halbschwergewicht
Nationalität Deutschland
Geburtstag 27. Februar 1990
Geburtsort Berlin
Größe 180
Kampfstatistik
Kämpfe 25
Siege 23
K.-o.-Siege 6
Niederlagen 2
Unentschieden 0

Enrico Kölling (* 27. Februar 1990 in Berlin) ist ein deutscher Boxer. Er war Teilnehmer der Olympischen Spiele 2012 und Träger des WBA-Interkontinental-Titels im Halbschwergewicht.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amateur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Enrico Kölling wuchs in Berlin auf und begann dort im Alter von acht Jahren beim SC Berlin mit dem Boxen. Diesem Verein gehört er noch heute an, in der Bundesliga boxt er aber für Hertha BSC. Seine Trainer sind Adolf Angrich und Ralf Dickert. Der kräftige Athlet, der im Halbschwergewicht, der Gewichtsklasse bis 81 kg Körpergewicht kämpft, gehört einer Sport-Fördergruppe der Bundeswehr an.

2005 wurde Enrico Kölling deutscher Juniorenmeister der Altersgruppe der Kadetten. Er besiegte dabei im Halbweltergewicht (bis 63 kg KG) im Endkampf Yassine Moussaoui aus Palbach nach Punkten (29:16). 2006 gewann er den Titel eines internationalen deutschen Juniorenmeisters (U 17) im Weltergewicht (bis 69 kg KG). Im Finale bezwang er dabei Christian Siebmann vom BC Frankfurt (Oder) nach Punkten. Im gleichen Jahr fuhr er mit dem deutschen Nationalteam auf die Kadetten-Europameisterschaft nach Tirana, Albanien wo er in der Vorrunde gegen seinen späteren Teamkollegen bei den Profis, Marcos Nader ausschied. 2007 gewann er mit einem Punktsieg im Finale über Dominik Bösl den nächsten deutschen Junioren-Meistertitel im Gewichtsklasse|Mittelgewicht (bis 75 kg KG) und auch 2009 wurde er in dieser Gewichtsklasse mit einem Punktsieg im Finale über Arthur Manchos vom VfB Oldenburg wieder deutscher Juniorenmeister (Jugendmeister) in der Altersgruppe U 19.

Im Jahre 2009 nahm er dann erstmals im Halbschwergewicht an den deutschen Meisterschaften der Eliteboxer (Seniorenbereich) teil und wurde mit einem Punktsieg im Finale über Benjamin Schmidt, MBC Ludwigsburg (4:0) auch deutscher Meister.

Im internationalen Boxring hatte Enrico Kölling im Jahre 2007 seine ersten Erfolge. Er belegte in diesem Jahr in Sombor im Mittelgewicht nach Siegen über Viko Stojanow aus Kroatien (21:1) und Igor Gulpa, Estland (+14:14) und einer Punktniederlage im Halbfinale gegen Nikola Jovanovic aus Serbien (8:17) den 3. Platz und gewann damit eine Bronzemedaille. 2008 nahm er an den Junioren(Jugend)-Weltmeisterschaften (U 19) in Guadalajara/Mexiko teil und kam dabei im Mittelgewicht zu einem RSC-Sieg in der 4. Runde über Kamikawe Takaki, Japan und zu Punktsiegen über Michail Dauhaliawats, Weißrussland (9:4), Wladimir Sawenko, Ukraine (10:1) und Luis Arias, USA (7:1). Damit stand er im Finale gegen den kubanischen Weltklasseboxer Rey Eduardo Recio, dem er einen großen Kampf lieferte, aber letztlich doch knapp nach Punkten (2:4) unterlag. Er wurde damit Vize-Weltmeister.

Im Mai 2011 besiegte Kölling im Rahmen der "Round Robin"-Wettkampfserie seinen Berliner Landsmann und harten Konkurrenten Tyron Zeuge knapp nach Punkten (8:7) und wurde daher für die Weltmeisterschaften nominiert. Bei diesen schlug Kölling im ersten Kampf Sandagsuren Erdenebayar, Mongolei (12:4), scheiterte jedoch im Achtelfinale knapp am späteren Weltmeister Julio César La Cruz, Kuba (8:6).

Mit dem 9. Platz bei den Weltmeisterschaften 2011 qualifizierte sich Kölling auch für die Olympischen Spiele 2012, bei denen er in der Vorrunde Christian Donfack, Kamerun (15:6), schlug, jedoch im Achtelfinale gegen Abdelhafid Benchabla, Algerien (12:9), verlor und damit aus dem Turnier ausschied.

World Series of Boxing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2010 startete Enrico Kölling im Rahmen der von der AIBA geschaffenen "World Series of Boxing", einer Art Mannschafts-Weltmeisterschaft, für die "Istanbulls" aus Istanbul. Er kam dabei in der eigens für diesen Wettkampf eingerichteten Gewichtsklasse bis 85 kg KG in seiner ersten Saison zu vier Siegen in fünf Kämpfen.

In der zweiten Saison der World Series of Boxing wechselt Enrico Kölling von den "Istanbulls" zum deutschen WSB-Team, den Leipzig Leopards, für die er einen von drei Kämpfen gewinnen konnte.

Profikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Olympischen Spielen 2012 wechselte Kölling zu den Profis. Noch im selben Jahr gab er sein Profidebüt. Mit seinem zwölften Sieg im zwölften Kampf gewann er gegen Paata Aduashvili den WBO-Junioren-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht im Jahr 2014. Noch im selben Jahr boxte er fünf weitere Kämpfe von denen er alle gewann. Darunter gewann er mit seinem 14. Profikampf im Juni 2014 gegen den französischen Boxer Patrick Bois den WBA-Interkontinental-Titel. Er verteidigte im August 2014 den Titel gegen Giuseppe Brischetto, bevor er ihn im Februar 2015 nach einer Niederlage gegen Mirco Ricci wieder verlor. Mit dieser ersten Niederlage endete eine Serie von 16 Siegen in 16 Kämpfen. Im selben Jahr bestritt er weitere vier Profikämpfe, von denen er alle gewann. Im April 2016 gewann er erneut den vakanten WBA-Interkontinental-Titel gegen den Ukrainer Oleksandr Cherviak und verteidigte ihn noch im Oktober desselben Jahres gegen den südafrikanischen Boxer Ryno Liebenberg. Mit seinem erneuten Sieg im Rückkampf gegen Liebenberg im Februar 2017 gewann er den 23. Profikampf von 24. bestrittenen Profikämpfen.[1] Darauf folgte im November 2017 der Kampf um die IBF Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht gegen Artur Beterbiev, der den Kampf in Runde 12 für sich entscheiden konnte.[2]

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnis
2007 3. Junioren-EM (U 17) in Sombor Mittel nach Punktsiegen über Viko Stojanow, Kroatien (21:1) und Igor Gulpa, Estland (+14:14) und einer Punktniederlage gegen Nikola Jovanovic, Serbien (8:17)
2007 1. TSC-Turnier (Junioren) in Berlin Mittel nach einem Punktsieg im Finale über Erik Skoglund, Schweden
2008 1. Intern. Turnier in Mostar (Junioren) Mittel nach einem RSC-Sieg in der 2. Runde über Balsa Bulic, Serbien und einem Aufgabesieg in der 2. Runde über Kanan Mehmedovic, Bosnien-Herzegowina
2008 2. Junioren(Jugend)-Weltmeisterschaften (U 19) in Guadalajara/Mexiko Mittel nach einem RSC-Sieg in der 4. Runde über Kamikawa Takaki, Japan, Punktsiegen über Michail Dauhaliawats, Weißrussland (9:4), Wladimir Sawenko, Ukraine (10:1) und Luis Arias, USA (7:1) und einer Punktniederlage gegen Rey Eduardo Recio, Kuba (2:4)
2010 1. 5. Zlatko-Hrbic-Memorial in Zagreb Halbschwer nach Punktsiegen über Ante Cepo, Kroatien, Bosko Draskovic, CGR und Hrvoje Sep, Kroatien
2010 2. Laszlo-Papp-Memorial in Ungarn Schwer nach einem Punktsieg über Deel Szabolcs, Ungarn und einer Punktniederlage gegen Stjepan Vugdolija, Kroatien

Länderkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ort Begegnung Gewichtsklasse Ergebnis
2008 Dublin Irland gegen Deutschland (Junioren) Mittel Punktsieger über David Barrett (13:1)
2008 Dublin Deutschland gegen Frankreich (Junioren) Mittel Punktsieg über Reda Saad (14:5)
2008 Dublin Deutschland gegen Italien (Junioren) Mittel Punktsieg über Diego Colontani (15:1)
2010 Pniewy Polen gegen Deutschland Halbschwer Punktsieg über Wlodzimierz Letr
2011 Hannover Deutschland gegen Türkei Halbschwer Punktsieg über Avni Yildirim (16:4)
2011 Frankfurt (Oder) Deutschland gegen Großbritannien Halbschwer Punktsieg über Obed Mbwakongo (11:7)
2011 Chemnitz Deutschland gegen Irland (Round Robin) Halbschwer Punktniederlage gegen Kenneth Egan (7:7+)

Deutsche Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(nur Seniorenbereich)

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnis
2009 1. Halbschwer nach einem Punktsieg im Finale über Benjamin Schmidt, MBC Ludwigsburg (4:0)

Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • WM = Weltmeisterschaften, EM = Europameisterschaften
  • Gewichtsklassen: Halbweltergewicht bis 63 /64 kg, Weltergewicht bis 69 kg, Mittelgewicht bis 75 kg, Halbschwergewicht bis 81 kg und Schwergewicht bis 91 kg Körpergewicht
  • "RSC" = "Referee Stops Contest" = Abbruchsieg

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport
  • Website "amateur-boxing-strefa.pl"
  • Webseiten des Deutschen Boxverbandes und des Berliner Boxverbandes

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BoxRec: Enrico Koelling. Abgerufen am 12. November 2017.
  2. Patrick Czerny: Trotz guter Leistung: Enrico Kölling verpasst WM-Chance! In: Boxen1.com - aktuelle Boxen News. 12. November 2017 (boxen1.com [abgerufen am 12. November 2017]).