Fatih Karagümrük SK

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Fatih Karagümrük SK
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Karagümrük.png
Voller Name Fatih Karagümrük Spor Kulübü
Gegründet 1926
Vereinsfarben schwarz-rot
Stadion Vefa Stadı
Plätze 10.500
Präsident Cengiz Günaydın
Trainer Ercümend Coşkundere
Homepage karagumruk.net
Liga TFF 2. Lig
2014/15 6. Platz
Heim
Auswärts

Fatih Karagümrük SK ist ein türkischer Fußballverein aus Istanbul. Ihre Heimspiele tragen die Schwarz-Roten im Vefa-Stadium aus. Der Verein war Gründungsmitglied der höchsten türkischen Spielklasse und spielte in den 1950er, 1960er und 1980er Jahren insgesamt sechs Spielzeiten in der Süper Lig. In der Ewigen Tabelle der Süper Lig liegt der Verein auf dem 46. Platz.[1] Obwohl der Verein seit den 1960er Jahren keine große Rolle mehr im türkischen Fußball spielt, besitzt er nach wie vor eine kleine aber wichtige Anhängerzahl und schafft es seit dieser Zeit immer wieder, Nationalspieler wie Abdülkerim Durmaz, Oktay Derelioğlu oder Serdar Topraktepe hervorzubringen. Fatih Karagümrük SK trug in der Saison 2013/14 aufgrund des Name-Sponsoring-Vertrages mit dem Medienunternehmen Localtime Medya diesen Firmennamen als Namenserweiterung und heißt deshalb Localtime Fatih Karagümrük SK.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fatih Karagümrük SK wurde 1926 durch die Bemühungen des Muhtars und seinen Freunden durch den Zusammenschluss der beiden Vereine Acıçeşme und Karagümrük Gençleri unter dem Namen Karagümrük İdman Yurdu und mit den Vereinsfarben Rot-Weiß in Istanbul gegründet. Die Vereinsfarben galten als eine Art Hommage an die Feuerwehr des Bezirks. Der Bezirk Fatih besaß sehr viele Holzhäuser, wodurch die Feuerwehr sehr präsent sein musste. Rot sollte die Feuerflamme und Schwarz den Rauch symbolisieren.

Von der Vereinsgründung bis zur Gründung der höchsten türkischen Spielklasse, der Süper Lig, zählte Fatih Karagümrük zu den bekanntesten Vereinen des türkischen Fußballs. Vor der Gründung der Süper Lig waren die regionalen Istanbuler Ligen, u. a. die İstanbul Profesyonel Ligi, die prestigeträchtigsten Ligen des Landes. Fatih Karagümrük war in dieser Liga eine feste Größe und errang einige Male vor den drei großen Istanbuler Vereinen Fenerbahçe, Beşiktaş und Galatasaray die Meisterschaft dieser Liga.

Konflikt mit Vefa Istanbul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1942 versuchte der damalige Bildungsminister der Türkei, Hasan Ali Yücel, durchzusetzen, dass Fatih Karagümrük sein Stadion in Zukunft mit dem Verein Vefa Istanbul teilen sollte. Yücel besuchte das renommierte Vefa-Gymnasium, aus dem der Verein Vefa SK entstand, und hatte daher ein privates Interesse an der Sache. Diese Kontroverse hatte zur Folge, dass der Verein in den Jahren 1942 bis 1946 kein Stadion hatte und so vom Spielgeschehen fernblieb. Das Stadion wurde schließlich in Vefa Stadı umbenannt, der Name wird von Fatih Karagümrük heute noch verwendet. Die Klubführung und auch die Fans führten aber weiterhin den alten Namen Karagümrük-Stadium.

Neuordnung und stärkste Vereinsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 1946 formierte sich der Verein unter dem Namen Karagümrük Gençlik Kulübü neu und startete von der niedrigsten türkischen Spielklasse, der fünftklassigen 5. Küme. Gegen Ende der 1950er Jahre arbeitete sich der Verein wieder in die höchste Istanbuler Liga hoch und begann erneut, Fenerbahçe, Beşiktaş und Galatasaray in Istanbul Konkurrenz zu machen. In der Saison 1958/59 wurde der Verein Herbstmeister und verspielte erst gegen Saisonende die Tabellenführung und wurde Tabellendritter. In den 1950er Jahren starteten mehrere spätere Nationalspieler und Stars ihre Spielerkarriere bei Fatih Karagümrük bzw. waren hier einige Spielzeiten aktiv, u. a. Naci Erdem, Ahmet Karlıklı, Cahit Candan, Ahmet Berman, İsmail Kurt, Aydın Yelken und Tarık Kutver.

Im Sommer 1959 war der Verein Gründungsmitglied der neu eingeführten und landesweit ausgetragenen höchsten Spielklasse, der heutigen Süper Lig und zählte fünf Jahre zu ihren ständigen Mitgliedern. Anschließend verlor der Verein den Anschluss an Fenerbahçe, Beşiktaş und Galatasaray. Im Sommer 1963 stieg er in die zweithöchste Spielklasse, die heutige TFF 1. Lig, ab. Verstärkt durch die Gründung zahlreicher anatolischer Mannschaften, die regional zunehmend erstarkten, und den Wandel in der Bezirksbevölkerung verlor der Klub an Bedeutung. In den 1980er Jahren erstarkte der Verein wieder. So beendete die Mannschaft unter der Leitung des Cheftrainers Ahmet Karlıklı die Drittligasaison 1979/80 als Vizemeister der dritthöchsten Spielklasse und kehrte nach 14-jähriger Abstinenz wieder in die zweithöchste Spielklasse zurück.[3] Bereits drei Jahre später schaffte es der Verein im Sommer 1983 als Meister der TFF 1. Lig in die Süper Lig aufzusteigen und nach 21 Jahren wieder an der 1. Lig teilzunehmen. Bereits in seiner ersten Erstligasaison, der Saison 1983/84 stieg der Verein wieder in die TFF 1. Lig ab. Anschließend spielte der Verein bis zum Sommer 2008 abwechselnd zweit- oder drittklassig und stieg im Sommer in die viertklassige TFF 3. Lig ab. Hier verpasste er ebenfalls den Klassenerhalt und spielte fortan im Amateurfußball.

Systembedingter Abstieg in die TFF 3. Lig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da mit der Saison 2001/02 der türkische Profi-Fußball grundlegenden Änderungen unterzogen werden sollte, wurden bereits in der Spielzeit 2000/01 Vorbereitungen für diese Umstellung unternommen. Bisher bestand der Profifußball in der Türkei aus drei Ligen: Der höchsten Spielklasse, der einspurigen Türkiye 1. Futbol Ligi, der zweitklassigen fünfspurig und in zwei Etappen gespielten Türkiye 2. Futbol Ligi und der drittklassigen und achtgleisig gespielten Türkiye 3. Futbol Ligi. Zur Saison 2001/02 wurde der Profifußball auf vier Profiligen erweitert. Während die Türkiye 1. Futbol Ligi unverändert blieb, wurde die Türkiye 2. Futbol Ligi in die nun zweithöchste Spielklasse, die Türkiye 2. Futbol Ligi A Kategorisi (zu dt.: 2. Fußballliga der Kategorie A der Türkei), und die dritthöchste Spielklasse, die Türkiye 2. Futbol Ligi B Kategorisi (zu dt.: 2. Fußballliga der Kategorie B der Türkei), aufgeteilt. Die nachgeordnete Türkiye 3. Futbol Ligi wurde fortan somit die vierthöchste Spielklasse, die TFF 3. Lig. Jene Mannschaften, die in der Drittligasaison 2000/01 lediglich einen mittleren Tabellenplatz belegten, wurden für die kommende Saison in die neugeschaffene vierthöchste türkische Spielklasse, in die 3. Lig, zugewiesen. Karagümrük, welches die Liga auf dem 5. Tabellenplatz beendet hatte, musste so systembedingt in die 3. Lig absteigen.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dreijähriger Abstinenz von den türkischen Profiligen kehrte der Verein am Ende der Saison 2011/12 durch die Meisterschaft der Bölgesel Amatör Ligi und dem damit verbundenen Aufstieg in die TFF 3. Lig in den türkischen Profifußball zurück.

Bereits in der ersten Viertligasaison spielte der Klub lange Zeit um den Aufstieg mit. Die reguläre Liga beendete Karagümrük als Vizemeister der TFF 3. Lig Gruppe 3 und verpasste so den direkten Aufstieg in die TFF 2. Lig. Stattdessen qualifizierte sich die Mannschaft für die Playoffs der Liga, deren Finale den letzten Aufsteiger der Gruppe 3 bestimmt. Hier schied die Mannschaft im Halbfinale gegen Pazarspor aus und verpasste auch die letzte Chance auf den Aufstieg.

In der Viertligasaison 2013/14 qualifizierte sich der Klub als Tabellenvierter erneut für die Playoff-Phase. In dieser setzte sich der Klub mit 3:1 nach Verlängerung gegenüber Kahramanmaraş Büyükşehir Belediyespor durch und kehrte nach siebenjähriger Abstinenz wieder in die TFF 2. Lig zurück.[4]

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Liga: 1959–1963, 1983–1984
  • 2. Liga: 1963–1969, 1980–1993, 1984–1988, 1989–1992, 2004–2005
  • 3. Liga: 1969–1980, 1988–1989, 1992–1997, 1988–1989, 1993–2000, 2000–2001, 2002–2004, 2005–2008, seit 2014
  • 4. Liga: 2001–2002, 2008–2009, 2012–2014
  • Regionale Amateurliga: 1997–2000, 2009–2012


Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Erstligaspiele
Rang Name Einsätze Zeitraum
01. TurkeiTürkei Nihat Çapalar 103 1959–1962
02. TurkeiTürkei Kadri Kartal 102 1959–1962
03. TurkeiTürkei Tarık Kutver 99 1959–1962
04. TurkeiTürkei Zekai Selli 75 1959–1961
TurkeiTürkei Gökçen Dinçer 75 1959–1962
TurkeiTürkei Orhan Erkmen 75 1959–1962
05. TurkeiTürkei Doğan Sel 72 1959–1962
06. TurkeiTürkei Ali Soydan 71 1960–1962
07. TurkeiTürkei Aydın Yelken 70 1959–1961
08. TurkeiTürkei Turhan Bayraktutan 65 1959–1962
09. TurkeiTürkei Ünal Atay 63 1959–1961
10. TurkeiTürkei Özcan Köksoy 54 1959–1961
TurkeiTürkei Sümer Yüzer 54 1959–1962
Stand: 16. März 2016
Die meisten Erstligatore
Rang Name Tor Einsätze Tor/Spiel
01. TurkeiTürkei Tarık Kutver 31 99 0,31
02. TurkeiTürkei Kadri Aytaç 17 46 0,37
TurkeiTürkei Aydın Yelken 17 70 0,24
03. TurkeiTürkei Ali Soydan 14 71 0,2
04. TurkeiTürkei Turhan Bayraktutan 11 65 0,17
05. TurkeiTürkei Tuncay Becedek 10 27 0,37
06. TurkeiTürkei Nedim Yüney 9 47 0,19
07. TurkeiTürkei Ömer Kaner 8 16 0,5
TurkeiTürkei Zekai Selli 8 75 0,11
08. TurkeiTürkei Rıza Tuyuran 6 26 0,23
TurkeiTürkei Nihat Çapalar 6 103 0,06
09. TurkeiTürkei Kemal Gürgeli 5 11 0,45
10. TurkeiTürkei Mehmet Ekşi 4 23 0,17
TurkeiTürkei Yılmaz Sesli 4 24 0,17
TurkeiTürkei Abdülkerim Durmaz 4 27 0,15
Stand: 16. März 2016

Ehemalige bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1 Erster türkischer A-Nationalspieler der Vereinsgeschichte
2 Spielte während seiner Zeit bei Fatih Karagümrük SK für die Türkische Nationalmannschaft bzw. wurde während dieser Zeit zum ersten Mal für diese nominiert.

Ehemalige Trainer (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3 interimsweise

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stand: Hinrundenende der Saison 2015/16
  2. karagumrukluler.com: "Resmen Localtime Karagümrük Olduk" (abgerufen am 17. Mai 2014)
  3. 26. Mai 1980, Milliyet, Seite 11
  4. trtspor.com.tr: Fatih Karagümrükspor 2. Lig'de (abgerufen am 15. Mai 2014)
  5. 20. Januar 1960, Milliyet, S. 5: "Székely kimdir?"