Oberickelsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberickelsheim
Oberickelsheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberickelsheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 36′ N, 10° 8′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Uffenheim
Höhe: 322 m ü. NHN
Fläche: 18,22 km2
Einwohner: 737 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97258
Vorwahl: 09339
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 155
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 5a
97258 Oberickelsheim
Website: www.oberickelsheim.de
Erster Bürgermeister: Michael Pfanzer[2]
Lage der Gemeinde Oberickelsheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Über dieses Bild
Oberickelsheim

Oberickelsheim (umgangssprachlich: Ejberiglsi[3]) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landschaft ist leicht hügelig und besteht ganz überwiegend aus Ackerflächen. Bei dem Hauptort entspringt der Ickbach, einem linken Zufluss des Breitbachs.[4]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[5]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Marktbreit, Martinsheim, Gollhofen, Hemmersheim und Ochsenfurt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Urkunde des Klosters Fulda, die im Zeitraum von 820 bis 845 entstand, wurde ein „Itolfesheim“ erwähnt. Es bleibt unklar, ob damit Ober- oder Unterickelsheim gemeint war. Der erste sichere Beleg ist das Urbar der Dompropstei Würzburg von 1270. Hier wurde der Ort als „Icoldesheim superius“ erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Itolf.[6][7]

Zwischen 1448 und 1791/1806 war Oberickelsheim eines der sogenannten Sechs Maindörfer, die Teil der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach waren. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberickelsheim 41 Anwesen. Das Hochgericht übte das ansbachische Oberamt Creglingen aus. Das Oberschultheißenamt Marktsteft war Grundherr über 40 Anwesen.[8][9] Von 1791 bis 1806 waren die fränkischen Markgrafschaften und damit auch Oberickelsheim preußisches Territorium. Von 1797 bis 1808 unterstand Oberickelsheim dem preußischen Justizamt Markt Steft und Kammeramt Mainbernheim.

1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) gehörte Oberickelsheim zum neu gebildeten Steuerdistrikt Martinsheim.[10] Wenig später entstand die Ruralgemeinde Oberickelsheim. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet.[11] Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 12,529 km².[12]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Geißlingen eingegliedert.[13] Am 1. Januar 1976 kam Rodheim hinzu.[14]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 691 auf 704 um 13 Einwohner bzw. um 1,9 %.

Gemeinde Oberickelsheim

Jahr 1987 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Einwohner 699 695 683 685 705 703 699 694 679 693 699 694 704
Häuser[15] 196 231 231 231 236 236 240
Quelle [16] [17] [17] [17] [17] [17] [17] [17] [18] [18] [18] [18] [19]

Ort Oberickelsheim (= Gemeinde Oberickelsheim bis zur Gebietsreform)

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 273 261 285 289 294 256 272 270 286 292 280 260 250 263 257 270 263 244 248 492 456 444 298 280 272
Häuser[15] 56 49 58 59 57 54 55 58 75
Quelle [10] [20] [21] [21] [22] [21] [23] [21] [21] [24] [21] [21] [25] [21] [21] [21] [26] [21] [21] [21] [27] [21] [12] [28] [16]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen seit 2002 führten zu folgenden Stimmenanteilen bzw. Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Partei/Liste 2020[29] 2014[30] 2008 2002
% Sitze % Sitze Sitze Sitze
Freie Wähler Oberickelsheim 37,8 3 34,03 3 2 2
Einheit Geißlingen 32,4 3 32,86 2 2 2*
Wählergemeinschaft Rodheim 29,8 2 33,10 3 3 3
  • 2002 unter dem Namen „Einheit“

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Oberickelsheim
Blasonierung: „Über einem von Silber und Schwarz gevierten Schildfuß, in Blau ein liegender, geflügelter, golden nimbierter silberner Löwe (Markuslöwe).“[31]

Die Gemeinde führt sich 1980 das Wappen

Wappenbegründung: Grundlage des Gemeindewappens bildet ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1718, das den Evangelisten Markus mit seinem Attribut, dem Markuslöwen, zeigt als Hinweis auf die Pfarrkirche, die dem Heiligen geweiht ist. Der von Silber und Schwarz gevierte Schildfuß erinnert an die einstige Herrschaft der zollerischen Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

Eine Gemeindeflagge gibt es nicht.[32]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rodheimer Musikanten

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Oberickelsheim verläuft die Bundesstraße 13, die zur Anschlussstelle 105 der Bundesautobahn 7 (3,1 km südöstlich) bzw. nach Ochsenfurt (8,2 km nordwestlich) verläuft. Die Kreisstraße NEA 50 führt nach Rodheim (1,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Geißlingen zur Kreisstraße NEA 47 (1,9 km westlich).[4]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philipp Bachmann (1864–1931), in Geißlingen geborener lutherischer Theologe und Pädagoge

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberickelsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Grußwort. Gemeinde Oberickelsheim, abgerufen am 30. September 2020.
  3. E. Fuchshuber, S. 152. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transskribiert: eibɘrįglsi.
  4. a b Oberickelsheim im BayernAtlas
  5. Gemeinde Oberickelsheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. September 2019.
  6. E. Fuchshuber, S. 152f.
  7. W.-A. v. Reitzenstein, S. 167f.
  8. Johann Bernhard Fischer: Oberickelsheim. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 125 (Digitalisat).
  9. J. K. Bundschuh, Bd. 4, Sp. 178.
  10. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 66 (Digitalisat).
  11. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 70 (Digitalisat).
  12. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 830 (Digitalisat).
  13. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 583.
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  15. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  16. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 341 (Digitalisat).
  17. a b c d e f g LfStat: Oberickelsheim: Amtliche Statistik 2017. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 6. März 2021.
  18. a b c d LfStat: Oberickelsheim: Amtliche Statistik 2018. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 6. März 2021.
  19. LfStat: Oberickelsheim: Amtliche Statistik 2019. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 6. März 2021.
  20. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 247 (Digitalisat).
  21. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 185, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  22. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1094, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  23. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1260, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  24. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1195 (Digitalisat).
  25. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1268 (Digitalisat).
  26. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1305 (Digitalisat).
  27. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1133 (Digitalisat).
  28. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 176 (Digitalisat).
  29. Uffenheim – Gemeinderatswahl. Abgerufen am 13. Dezember 2020.
  30. Allgemeine Kommunalwahlen am 16. März 2014 im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, Wahl des Gemeinderates der Gemeinde Oberickelsheim. Abgerufen am 13. Dezember 2020.
  31. Eintrag zum Wappen von Oberickelsheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  32. Oberickelsheim. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 6. März 2021.