Gabčíkovo

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Gabčíkovo
Wappen Karte
Wappen von Gabčíkovo
Gabčíkovo (Slowakei)
Gabčíkovo
Gabčíkovo
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Trnavský kraj
Okres: Dunajská Streda
Region: Podunajsko
Fläche: 52,396 km²
Einwohner: 5.397 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Höhe: 116 m n.m.
Postleitzahl: 930 05
Telefonvorwahl: 031
Geographische Lage: 47° 54′ N, 17° 35′ O47.917.583333333333116Koordinaten: 47° 54′ 0″ N, 17° 35′ 0″ O
Kfz-Kennzeichen: DS
Kód obce: 501573
Struktur
Gemeindeart: Gemeinde
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeister: Iván Fenes
Adresse: Obecný úrad Gabčíkovo
Hlavná 1039/21
93005 Gabčíkovo
Webpräsenz: www.gabcikovo.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Gabčíkovo (bis 1948 slowakisch Beš; deutsch selten Bösch, ungarisch Bős) ist eine Gemeinde in der Südwestslowakei. Sie liegt auf der Großen Schüttinsel im Donautiefland, etwa 10 km von Dunajská Streda und 60 km von Bratislava entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde wurde 1102 erstmals schriftlich als Beys, 1264 dann als Terra castri Zolgageur Bews erwähnt. Sie entstand wohl im frühen 11. Jahrhundert und war im frühen ungarischen Staat ein Grenzort, wo die Petschenegen eine nahe Furt überwachten. Seit dem 13. Jahrhundert bis zur Abschaffung der Leibeigenschaft 1848 herrschte die Familie Amade, bzw. Üchtritz-Amade im Ort. 1468 erhielt der Ort von Matthias Corvinus das Recht, wöchentlich Märkte zu veranstalten. Im 16. Jahrhundert wurden einige deutsche Kolonisten angesiedelt, deshalb wurde die Ortschaft auf einen deutschen und einen ungarischen Teil geteilt.

Bis 1918 gehörte der Ort zum Königreich Ungarn im Komitat Pressburg und kam dann zur neu entstandenen Tschechoslowakei. Durch den Ersten Wiener Schiedsspruch kam die Gemeinde 1938 bis 1945 wieder zu Ungarn. 1948 wurde der Ort zu Ehren des slowakischen Militärangehörigen und Heydrich-Attentäters Jozef Gabčík in Gabčíkovo umbenannt. 1997 fand ein Referendum über den Antrag für den Erwerb der Stadtrechte statt, auf Grund der geringen Wahlbeteiligung war er jedoch ungültig.

Einwohner[Bearbeiten]

Laut der Volkszählung von 2001 hatte der Ort 5084 Einwohner, davon 4598 Magyaren (90,44 %), 417 Slowaken (8,20 %), 31 Tschechen (0,61 %) und andere.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Ein Haus

Der Ort ist inner- und außerhalb der Slowakei bekannt für das Donau-Wasserkraftwerk Gabčíkovo, dessen Bau zu diplomatischen Problemen zwischen Ungarn und der Slowakei geführt hat.

Im Ort steht auch ein Komplex der Technischen Universität Bratislava mit einem großen fünfstöckigen Wohngebäude. Dieses diente schon während der Jugoslawienkriege der 1990er als Flüchtlingsheim.[1] Mitte Juli 2015 wurde zwischen den Republiken Slowakei und Österreich ein Abkommen getroffen, 500 Asylwerber aus dem im Rahmen der Flüchtlingskrise in Europa 2015 völlig überfüllten Lager Traiskirchen hier unterzubringen.[2][1] Für Österreich wäre das eine Entlastung der unhaltbaren Zustände, die schon vom UNHCR kritisiert wurden, für die Slowakei eine Aufwertung in Europa: Die Slowakei ist eines der Schlußlichter Europas, was die Aufnahme von Flüchtlingen betrifft, 2013 waren nur 440 Personen unter Asylverfahren,[3] bei einer Kontingentierung durch die EU müssten weitere knapp 800 Menschen aufgenommen werden. Bei einer Bürgerbefragung sprachen sich – bei einer Wahlbeteilung von 53 Prozent – 97 Prozent gegen die Unterbringung aus; die Abstimmung ist nicht bindend.[4] In Bratislava kam es im Kontext zu einer größeren ausländerfeindlichen Demonstration.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gabčíkovo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Slowakei: „Wir wollen keine Flüchtlinge“. diePresse.com, 9. Juli 2015.
  2. Scharfe Kritik an Österreichs Deal mit der Slowakei. derStandard.at, 10. Juli 2015.
  3. Das sind 80 je 1 Mio. Einwohner, Österreich hatte in dem Jahr 2070 je 1 Mio.; Angabe nach Eurostat: Deutlicher Anstieg der registrierten Asylbewerber auf nahezu 435 000 in der EU28 im Jahr 2013. Pressemitteilung (24. März 2014).
  4. Gabcikovo will keine Flüchtlinge aus Traiskirchen. KleineZeitung.at, 3. August 2015.