Gottfrieding

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gottfrieding
Gottfrieding
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gottfrieding hervorgehoben

Koordinaten: 48° 39′ N, 12° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Verwaltungs­gemeinschaft: Mamming
Höhe: 369 m ü. NHN
Fläche: 27,07 km2
Einwohner: 2223 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84177
Vorwahl: 08731
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 116
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 15
94437 Mamming
Website: www.gottfrieding.de
Bürgermeister: Gerald Rost (CSU)
Lage der Gemeinde Gottfrieding im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Die Pfarrkirche St. Stephan
Göpferting auf Apians bairischen Landtafeln von 1568

Gottfrieding ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mamming.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottfrieding liegt in der Planungsregion Landshut.

Gemarkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemarkung Gottfrieding liegen Daibersdorf, Frichlkofen, Golding, Gottfrieding, Gottfriedingerschwaige, Hacklberg, Kleinpilberskofen, Oberweilnbach, Ottenkofen, Tichling, Unterweilnbach und in der Gemarkung Hackerskofen die Orte Hackerskofen und Holzhausen.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen 13 amtlich benannte Gemeindeteile (Ortsteile).[2] Dazu gehören neben dem Hauptort bzw. Pfarrdorf Gottfrieding auch die Kirchdörfer Frichlkofen und Hackerskofen. Zudem werden sowohl die Dörfer Gottfriedingerschwaige, Kleinpilberskofen, Ottenkofen, Tichling und Unterweilnbach als auch die Weiler Daibersdorf und Oberweilnbach sowie die Einöden (Einzelsiedlungen) Golding, Hacklberg und Holzhausen eingeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um Gottfrieding war bereits um etwa 1000 vor Christus besiedelt. Zeugen aus dieser Zeit sind die Hügelgräber aus der Hallstattzeit bei Ottenkofen und Unterweilnbach.

Urkundlich erwähnt wurde Gottfrieding erstmals im Jahr 902 als Guotfriedinga.

Auch andere Ortsteile haben eine lange Geschichte: 927 wurde der Ort Wilpach, das heutige Weilnbach, urkundlich erwähnt. Im 6. Jahrhundert, als die Bajuwaren ins Isartal kamen, wurden neue Siedlungen, wie Hackerskofen, Ottenkofen, Frichlkofen, Holzhausen und Daibersdorf gegründet. Als zinspflichtige Hofmark gehörte Gottfrieding im 14. Jahrhundert dem adeligen Herrn Seemann zu Mangern, und im 15. Jahrhundert dem Grafen von Ortenburg. Die Grundherrschaft über Gottfrieding gehörte von 1637 bis zur Säkularisation 1803 zum Kloster Aldersbach. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern, bildete aber eine geschlossene Hofmark, die 1803 mit dem Kloster aufgehoben wurde.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die ursprüngliche Gemeinde. 1823/24 wurde der größte Teil der Gemeinde Frichlkofen mit den Ortsteilen Golding, Tichling, Oberweilnbach, Unterweilnbach und den Fluren der damals noch nicht existierenden Einöde Hacklberg eingegliedert.[3] Die übrigen Ortsteile der Gemeinde Frichlkofen waren Kaltenberg, das nach Frauenbiburg kam, und Reitholz, das nach Griesbach eingegliedert wurde.

Gemarkung Gottfrieding[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daibersdorf, Gottfrieding, Gottfriedingerschwaige, Kleinpilberskofen, Ottenkofen (ursprüngliche Gemeinde Gottfrieding), Frichlkofen, Golding, Hacklberg, Tichling, Unterweilnbach, Oberweilnbach (ursprüngliche Gemeinde Frichlkofen).

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1946 wurde die Gemeinde Hackerskofen aufgelöst und in die Gemeinde Gottfrieding eingemeindet.[4]

Im November 2007 stimmten die Bürger der Gemeinde mehrheitlich gegen eine Auflösung und Eingliederung von Gottfrieding in die Kreisstadt Dingolfing, wie es von einer Bürgerinitiative vorgeschlagen war.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1326 Einwohner
  • 1970: 1491 Einwohner
  • 1987: 1601 Einwohner
  • 1991: 1765 Einwohner
  • 1995: 1926 Einwohner
  • 2000: 2018 Einwohner
  • 2005: 2153 Einwohner
  • 2010: 2091 Einwohner
  • 2015: 2242 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1. Bürgermeister ist Gerald Rost (CSU) aus Golding.
Der 2. Bürgermeister ist Georg Schmidbauer (UWG) aus Gottfriedingerschwaige.
Der 3. Bürgermeister ist Günther Meier (CSU) aus Gottfriedingerschwaige.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit den Kommunalwahlen in Bayern 2014 aus dem Ersten Bürgermeister und 6 Gemeinderäten der CSU, jeweils 3 Gemeinderäten der FWG und der UWG und 2 Gemeinderäten der SPD zusammen.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Unter schwarzem Schildhaupt mit zwei silbernen Schrägbalken gespalten von Rot und Silber, vorne ein schräger silberner Gegenzinnenbalken, hinten auf rotem Dreiberg stehend eine gestürzte eingeschweifte rote Spitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Stephan hat einen Turmunterbau aus dem 13. Jahrhundert, der Chor stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das nördliche Seitenschiff kam 1630 dazu, der Turmoberbau 1730. Von 1730 bis 1877 trug der Turm eine Kuppel, die aber bei der Regotisierung durch einen Spitzhelm ersetzt wurde. Die Kirche besitzt einen neugotischen Hochaltar.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 89 und im Bereich Handel und Verkehr 58 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 767. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 52 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1270 ha, davon waren 1177 ha Ackerfläche. Die Isar wird im Wasserkraftwerk Gottfrieding zur Energieerzeugung genutzt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bahnstrecke Landshut–Plattling. Der Haltepunkt Gottfrieding wird nicht mehr bedient, so dass der nächstgelegene Bahnhof der von Dingolfing ist.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 62 Kindern
  • Volksschulen: Filiale der Volksschule Mamming (Grundschule)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Gottfrieding in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 11. Dezember 2017.
  3. Joseph von Hazzi: Statistische Aufschlüsse über das Herzogthum Baiern, aus ächten Quellen geschöpft. Ein allgemeiner Beitrag Zur Länder- u. Menschenkunde. Vierter Band. Nürnberg 1808, S. 384
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 447.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Kommunalwahlen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gottfrieding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien