Gottfrieding

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Wappen Deutschlandkarte
Gottfrieding
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gottfrieding hervorgehoben

Koordinaten: 48° 39′ N, 12° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Verwaltungs­gemeinschaft: Mamming
Höhe: 369 m ü. NHN
Fläche: 27,06 km2
Einwohner: 2188 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84177
Vorwahl: 08731
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 116
Gemeindegliederung: 13 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 15
94437 Mamming
Website: www.gottfrieding.de
Erster Bürgermeister: Gerald Rost (CSU)
Lage der Gemeinde Gottfrieding im Landkreis Dingolfing-Landau
Die Pfarrkirche St. Stephan
Göpferting auf Apians bairischen Landtafeln von 1568

Gottfrieding (mundartl.: Göpferting) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Landshut.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 13 Gemeindeteile[2] (in Klammern ist der Siedlungstyp[3] angegeben):

Auf der Gemarkung Gottfrieding liegen Daibersdorf, Frichlkofen, Golding, Gottfrieding, Gottfriedingerschwaige, Hacklberg, Kleinpilberskofen, Oberweilnbach, Ottenkofen, Tichling, Unterweilnbach und in der Gemarkung Hackerskofen die Orte Hackerskofen und Holzhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um Gottfrieding war bereits um etwa 1000 vor Christus besiedelt. Zeugen aus dieser Zeit sind die Hügelgräber aus der Hallstattzeit bei Ottenkofen und Unterweilnbach. Urkundlich erwähnt wurde Gottfrieding erstmals im Jahr 902 als Guotfriedinga.

Auch andere Gemeindeteile haben eine lange Geschichte: 927 wurde der Ort Wilpach, das heutige Weilnbach, urkundlich erwähnt. Im 6. Jahrhundert, als die Bajuwaren ins Isartal kamen, wurden neue Siedlungen, wie Hackerskofen, Ottenkofen, Frichlkofen, Holzhausen und Daibersdorf gegründet.

Als zinspflichtige Hofmark gehörte Gottfrieding im 14. Jahrhundert dem adeligen Herrn Seemann zu Mangern, dieser wird 1366 genannt, ihm folgen 1371 Peter der Seemann zu Mangern, 1376 Friedrich der Seemann von Gottfrieding, 1381 Hans der Seemann zu Mangern. Im 15. Jahrhundert gelangt die Hofmark an die Grafen von Ortenburg; der Letzte von diesen war Georg Reinhard Graf von Ortenburg (* 28. Januar 1607; † 4. September 1666). Dieser verkauft die Grundherrschaft über Gottfrieding 1637 an das Kloster Aldersbach, das bis zur Säkularisation 1803 die Grundherrschaft ausübte. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern, bildete aber eine geschlossene Hofmark, die 1803 mit dem Kloster aufgehoben wurde.[4]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die ursprüngliche Gemeinde. 1823/24 wurde der größte Teil der Gemeinde Frichlkofen mit den Ortsteilen Frichlkofen, Golding, Tichling, Oberweilnbach, Unterweilnbach und den Fluren der damals noch nicht existierenden Einöde Hacklberg in die Gemeinde Gottfrieding eingegliedert.[5] Kaltenberg kam zu Frauenbiburg und Reitholz nach Griesbach.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1946 wurde die Gemeinde Hackerskofen aufgelöst und in die Gemeinde Gottfrieding eingemeindet.[6]

Im November 2007 stimmten die Bürger mehrheitlich gegen eine Auflösung und Eingliederung von Gottfrieding in die Kreisstadt Dingolfing, wie es von einer Bürgerinitiative vorgeschlagen war.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 1611 auf 2223 um 612 Einwohner bzw. um 38 %.

  • 1961: 1326 Einwohner
  • 1970: 1491 Einwohner
  • 1987: 1601 Einwohner
  • 1991: 1765 Einwohner
  • 1995: 1926 Einwohner
  • 2000: 2018 Einwohner
  • 2005: 2153 Einwohner
  • 2010: 2091 Einwohner
  • 2015: 2242 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mamming.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erste Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Gerald Rost (CSU) aus Golding;[7] dieser wurde am 15. März 2020 mit 86,4 % der Stimmen wieder gewählt.
Der 2. Bürgermeister ist seit Mai 2020 Georg Widbiller.
Der 3. Bürgermeister ist Günther Meier (CSU) aus Gottfriedingerschwaige (im Mai 2020 wieder gewählt).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit den Kommunalwahlen in Bayern 2020 aus dem Ersten Bürgermeister und 14 Gemeinderäten zusammen. Die Mandate verteilen sich wie folgt:

  • CSU: 5 Sitze (33,5 %)
  • JBG: 3 Sitze (20,3 %)
  • UWG: 2 Sitze (20,1 %)
  • FWG: 2 Sitze (15,2 %)
  • SPD: 1 Sitz (10,8 %)
  • Parteilos: 1 Sitz

Gegenüber der Amtszeit 2014–2020 mussten CSU, FWG und SPD jeweils einen Sitz abgeben; die neu angetretene JBG gewann auf Anhieb drei Sitze. Das jetzt parteilose Gemeinderatsmitglied wurde über die Liste UWG gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Gottfrieding
Blasonierung: „Unter schwarzem Schildhaupt mit zwei silbernen Schrägbalken gespalten von Rot und Silber, vorne ein schräger silberner Gegenzinnenbalken, hinten auf rotem Dreiberg stehend eine gestürzte eingeschweifte rote Spitze.“[8]
Wappenbegründung: Das Wappen kombiniert Figuren aus den Wappen von drei für die Geschichte des Gemeindegebiets wichtigen Herrschaftsträgern. Die zwei silbernen Schrägbalken im schwarzen Schildhaupt erinnern an die Familie Seemann, die von der Mitte des 14. bis in das 15. Jahrhundert Inhaberin der Hofmark Gottfrieding war. Der Gegenzinnenbalken in der vorderen Schildhälfte verweist auf die Grafen von Ortenburg, die den Seemann als Hofmarksherren folgten. Von 1637 bis zur Säkularisation 1803 gehörte die Hofmark dem Kloster Aldersbach; deshalb findet sich das Wappen der Zisterzienserabtei, in Silber eine gestürzte eingeschweifte rote Spitze auf rotem Dreiberg, in der hinteren Schildhälfte.

Dieses Wappen wird seit 1984 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Stephan hat einen Turmunterbau aus dem 13. Jahrhundert, der Chor stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das nördliche Seitenschiff kam 1630 dazu, der Turmoberbau 1730. Von 1730 bis 1877 trug der Turm eine Kuppel, die aber bei der Regotisierung durch einen Spitzhelm ersetzt wurde. Die Kirche besitzt einen neugotischen Hochaltar.

Gottfrieding - Hauptstraße

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 89 und im Bereich Handel und Verkehr 58 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 767. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 52 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1270 ha, davon waren 1177 ha Ackerfläche. Die Isar wird im Wasserkraftwerk Gottfrieding zur Energieerzeugung genutzt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bahnstrecke Landshut–Plattling. Der Haltepunkt Gottfrieding wird nicht mehr bedient, so dass der nächstgelegene Bahnhof der von Dingolfing ist.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 62 Kindern
  • Volksschulen: Filiale der Volksschule Mamming (Grundschule)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gottfrieding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Gottfrieding, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 17. September 2021.
  3. Gemeinde Gottfrieding in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 11. Dezember 2017.
  4. Viktor H. Liedke: Die Hofmarken und Sitze im Gericht Dingolfing. II. Teil. In: Der Storchentrum – Geschichtsblätter für Stadt und Landkreis Dingolfing, 1969, Heft 8, S. 1–4.
  5. Joseph von Hazzi: Statistische Aufschlüsse über das Herzogthum Baiern, aus ächten Quellen geschöpft. Ein allgemeiner Beitrag Zur Länder- u. Menschenkunde. Vierter Band. Nürnberg 1808, S. 384
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 447 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Organe der Gemeinde. Gemeinde Gottfrieding, abgerufen am 2. August 2020.
  8. Eintrag zum Wappen von Gottfrieding in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte