Frontenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Frontenhausen
Frontenhausen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Frontenhausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 33′ N, 12° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 412 m ü. NHN
Fläche: 30,43 km²
Einwohner: 4649 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84160
Vorwahl: 08732
Kfz-Kennzeichen: DGF
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 115
Adresse der
Marktverwaltung:
Marienplatz 3
84160 Frontenhausen
Webpräsenz: www.frontenhausen.de
Bürgermeister: Franz Gassner (CSU)
Lage des Marktes Frontenhausen im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Bürgerhäuser am Marktplatz

Frontenhausen ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Vilstal etwa zehn Kilometer südlich der Kreisstadt Dingolfing. Unweit des Ortes liegt das Naherholungsgebiet Vilstalstausee. Frontenhausen liegt an der von Schwemmwiesen umgebenen Vils zwischen Isar- und Rottal. Das Klima ist typisch mitteleuropäisch.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile sind Aign, Altenkirchen, Bach, Berg, Bertensdorf, Biegendorf, Bircha, Eiselsdorf, Feldmühle, Friedersdorf, Frontenhausen, Fuchsberg, Gaiswang, Geisbruck, Georgenschwimmbach, Grub, Grubwinkl, Grund, Haag, Lichtenegg, Loitersdorf, Oed, Rampoldstetten, Reisach, Rieglöd, Sandöd, Schaufl, Schern, Schwaige, Sonnleiten, Wachlkofen, Waldfried, Wettersdorf, Witzeldorf und Wollöd.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Ansiedlung lässt sich bis in vorgeschichtliche Zeit nachweisen. So befinden sich Funde von gejagten Vorzeit-Elefanten (Deinotherien) im Münchner Museum „Mensch und Natur“. Aus Funden in der Umgebung kann man schließen, dass bereits vor 4000 Jahren in der Jungsteinzeit erste Siedlungen bestanden. Seit der Bronzezeit ist eine Besiedlung durch Funde belegt, ebenso in der Keltenzeit, was eine kontinuierliche Besiedlung seit der Römerzeit nahelegt.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vage Hinweise um 800 weisen mit „Häuser des Franto“ auf die Ursprünge des Namens hin, und die erste urkundliche Erwähnung der Grafen von Frontenhausen findet sich um 1100. Ab etwa 1180 diente das neu erbaute Schloss zu Teisbach als Sitz der Grafschaft. 1226 erlosch mit dem Tod des 1204 zum Bischof von Regensburg gewählten Konrad IV. von Frontenhausen das Grafengeschlecht. Das Marktrecht wurde 1386 von Friedrich, Pfalzgraf bei Rhein und Herzog in Bayern verliehen. Weiterhin besaß Frontenhausen eine Stadtmauer mit Stadttoren. 1423 wurde die Ringmauer fertiggestellt, deren Verlauf noch nachvollzogen werden kann und deren letztes der drei Tore 1903 abgebrochen wurde.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südwesten des Marktes befindet sich die sogenannte „Römerschanze“. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um ein römisches Castrum, sondern eine Abwehranlage, die im Zuge des Dreißigjährigen Krieges zum Schutz vor marodierenden (unter anderem schwedischen) Milizen errichtet wurde. In dem Areal, das heute komplett bewaldet ist, lässt sich noch das Grundprinzip eines Grabens mit Schutzwall um eine Ebene erkennen.

In den 1950er Jahren wurde der bedeutende Pfarrhof abgerissen, der zu der im Landshuter Stil gotischen, dann barockisierten und schließlich neugotisch abgewandelten Kirche gehörte. Im Rahmen der Kreisgebietsreform in Bayern wurde Frontenhausen am 1. Juli 1972 vom Landkreis Vilsbiburg in den Landkreis Untere Isar, der am 1. Mai 1973 den Namen Landkreis Dingolfing-Landau erhielt, umgegliedert.

Eine Sanierung des Ortskerns konnte erst nach der Freigabe der Ortsumgehung 2002 geplant werden und führte ab 2007 zu einer weitgehenden Umgestaltung des Marktplatzes und seiner Umgebung. Es entsteht am neu errichteten Kreisverkehr ein Gewerbegebiet. An den Ortsrändern befinden sich Gewerbeflächen und seit Mitte der 1990er Jahre im Südwesten ein familienfreundliches Neubaugebiet.

Die ehemalige Gemeinde Rampoldstetten, Dörfer, Weiler und Einzelgehöfte ergänzen die weitläufige Gemeinde zu einer umfassend ländlichen, modernen Einheit.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rampoldstetten eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erste Bürgermeister seit dem 1. Mai 2014 ist Dr. Franz Gassner (CSU), 2. Bürgermeister ist Franz Wimmer (CSU).

  • Altbürgermeister ist Georg Retz (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2014:

  • CSU 8 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 8 Sitze)
  • SPD 1 Sitz (2008: 2 Sitze)
  • FWG 4 Sitze (2008: 4 Sitze)
  • Rampoldstettner Liste 2 Sitze (2008: 2 Sitze)
  • Junge Bürger Frontenhausen 1 Sitz (2008: 0 Sitze)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Blau ein silbernes Haus in perspektivischer Seitenansicht mit rotem Dach, darauf goldene Kugeln.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gebäudetrakt aus Rathaus und Marienapotheke am Marktplatz
Der Marktplatz mit Marienstatue und Pfarrkirche St. Jakob

Kabarettveranstaltungen, ein Töpfermarkt und lokale Aktivitäten von über 50 Vereinen zeugen von lebendigem Gemeindeleben.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das agrarisch geprägte Naherholungsgebiet „Mittleres Vilstal“ bietet Freizeitmöglichkeiten für Wanderer, Radfahrer, Reiter, Segler und Surfer.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Den Mittelpunkt der Gemeinde bildet der fast quadratische Marktplatz mit der goldenen Marienstatue aus dem 19. Jahrhundert – errichtet im Jahr 1874. Die Bauten stammen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, behäbige Bürgerhäuser mit meist geschweiften oder zinnenförmigen Treppengiebeln. An der Westseite befindet sich ein langer Gebäudetrakt mit Walmdach aus dem 18. Jahrhundert, bestehend aus Rathaus und Marienapotheke. Im Rahmen der Marktplatzsanierung 2009 wurde die Marienstatue in einen Brunnen integriert. Hierzu war ein Künstlerwettbewerb ausgeschrieben worden.
  • Die Pfarrkirche St. Jakob ist eine spätgotische dreischiffige Pseudobasilika. Sie wurde 1536 nach einem Ortsbrand wiederhergestellt und im 17. und 20. Jahrhundert verändert. Sie besitzt ein Rippengewölbe und eine vorwiegend neugotische Ausstattung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Anselm Sickinger schuf 1854 bis 1858 die Altäre.
  • Dominiert von der höherfundamentierten gotischen Kirche St. Jakob finden sich Baudenkmäler aus unterschiedlichster Zeit. Neben auf gotischem Ursprung beruhenden Bürgerhäusern und typisch niederbayrischen Bauernanwesen finden sich in der Eggergasse horizontal geteilte Kleinstanwesen von Tagelöhnern vor 150 Jahren, Prachtbauten aus der Gründerzeit (Feldmühle), Reste von frühen Industriebauten (Röhrl-Brauerei) oder auch die im Jugendstil 1905 erneuerte Brauereigaststätte „Zur Post“ mit dem Postsaal.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist der Kabarett-Verein „Kom(m)Postler“, der Frontenhausen mit seinem Kleinkunstpreis Vils-Laus ein paar Mal im Jahr zu einiger Bedeutung verhilft. So spielten Dieter Hildebrandt, Bruno Jonas, Michael Altinger und viele andere mehrmals in Frontenhausen. [3]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Frontenhausen diente schon des Öfteren als Filmkulisse für bayerische Komödien:

In den Verfilmungen der Provinzkrimis der Autorin Rita Falk dient Frontenhausen als Filmkulisse für den fiktiven niederbayerischen Ort Niederkaltenkirchen.[4]

Töpfermarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1982 findet jedes Wochenende nach Fronleichnam der Frontenhausener Töpfermarkt statt. Mit traditioneller Töpferware, in erster Linie Geschirrkeramik gestartet, zeichnen ihn in den letzten Jahren zusätzlich Künstler und Kunsthandwerker auf höchstem internationalen Niveau aus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Frontenhausen, von jeher im Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege, bietet als Kleinzentrum hohes soziales, kulturelles und wirtschaftliches Potential. Firmen wie BMW oder Mann+Hummel in der näheren Umgebung stellen eine Wirtschaftskraft, die im Mittelstand und Kleingewerbe eine überaus vielfältige Versorgung der Bürger sicherstellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frontenhausen-Marklkofen liegt an der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting. In Richtung Mühldorf (Oberbay) dient sie lediglich dem Güterverkehr; in Richtung Pilsting ist sie stillgelegt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bavarian Suncoast GbR (Herstellung und Vertrieb von Grill- und BBQ-Saucen)

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten, Grund- und Hauptschule mit allgemein nutzbarer moderner Zweifachturnhalle
  • Bürger- und Pflegeheim

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schwester M. Dentlina Kloh (* 1905; Ehrenbürgerin seit 1976)
  • Karl Fleischberger (* 2. Oktober 1912; Ehrenbürger seit 1985; † 14. November 1999 in Frontenhausen)
  • Franz Xaver Niedermeier (* 1925; Ehrenbürger seit 2003 und Altbürgermeister von Rampoldstetten)

Söhne und Töchter des Markts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad IV. von Frontenhausen und Teisbach (* um 1170; † 8./9. April 1226 in Regensburg), Graf von Frontenhausen und Lechsgemünd, war von 1204 bis 1226 Bischof von Regensburg und ab 1205 Kanzler des Königs Philipp von Schwaben.
  • Maximilian Prokop von Toerring-Jettenbach (1739–1789), Fürstbischof von Regensburg und Freising, war von 1762 bis 1767 Pfarrer in Frontenhausen
  • Gregor Strasser (1892–1934), nationalsozialistischer Politiker, Verleger und Teilnehmer am Hitler-Ludendorff-Putsch, machte von 1910 bis 1914 in der Frontenhausener Marienapotheke eine Lehre zum Drogisten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 634.
  3. Homepage des Kleinkunstvereins Kom(m)Postler
  4. Andy Forster: Rita Falk begeistert in der Stadthalle. Dingolfinger Anzeiger, 16. April 2016, S. 17
  5. Neue Professorin an der Technischen Hochschule Mittelhessen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frontenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien