Grafenbach-St. Valentin

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Grafenbach-St. Valentin
Wappen von Grafenbach-St. Valentin
Grafenbach-St. Valentin (Österreich)
Grafenbach-St. Valentin
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Hauptort: Grafenbach
Fläche: 13,96 km²
Koordinaten: 47° 41′ N, 16° 0′ OKoordinaten: 47° 41′ 0″ N, 16° 0′ 0″ O
Höhe: 430 m ü. A.
Einwohner: 2.255 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 162 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2632
Vorwahl: 02630
Gemeindekennziffer: 3 18 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ernst-Gruber-Straße 1
2632 Grafenbach-St. Valentin
Website: www.grafenbach.at
Politik
Bürgermeister: Sylvia Kögler (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
14
5
2
14 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Grafenbach-St. Valentin im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Grafenbach-St. Valentin im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Grafenbach-St. Valentin[1] (auch Grafenbach-Sankt Valentin) ist eine Marktgemeinde mit 2255 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafenbach-St. Valentin liegt südwestlich von Ternitz im Tal der Schwarza im Industrieviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 13,9 Quadratkilometer. 51,54 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[2]):

  • Göttschach (196)
  • Grafenbach (878)
  • Ober-Danegg (154)
  • Penk (240)
  • St. Valentin-Landschach (793)

Katastralgemeinden sind Grafenbach, Oberdanegg, Penk und St. Valentin-Landschach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ternitz Wimpassing im Schwarzatale
Enzenreith Nachbargemeinden Wartmannstetten
Altendorf Warth

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum – die Kirche St. Valentin liegt in der Nähe einer römerzeitlichen Siedlung. In der Nähe von St. Valentin befindet sich außerdem ein Gräberfeld aus dem 9. Jahrhundert[3]. Erste urkundliche Erwähnung findet der Ort Grafenbach in einer Urkunde des Markgrafen der Steiermark, Ottokar III.: Nach einem Gütertausch mit dem Stift Rein, fielen die Besitzungen des Klosters in Grafenbach 1147 an das Stift St. Lambrecht. Bereits 1159 sollte dieser Tausch rückgängig gemacht werden, doch lehnte dies St. Lambrecht ab. Später besaßen die Herren von Pottendorf Güter in Grafenbach, genaueres ist dazu jedoch nicht bekannt. 1495 wurden jedenfalls Albrecht von Pottendorf durch Schiedsspruch alle Güter von Grafenbach zugesprochen [4].

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1967 wurden die Gemeinden Grafenbach und St. Valentin-Landschach zur Gemeinde Grafenbach-St. Valentin zusammengelegt. Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Ober-Danegg und Penk zu Grafenbach-St. Valentin eingemeindet.

Pfarre St. Valentin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1158 verleiht Erzbischof Eberhard von Salzburg dem Propst Romanus von Gurk die Pfarre St. Lorenzen in Flatz. Auch die Kapelle St. Valentin war als Teil der Pfarre St. Lorenzen bereits von dieser Verleihung betroffen, eine Erwähnung der Kapelle erfolgt hier aber noch nicht. Erste urkundliche Erwähnung findet St. Valentin erstmals 1204 als Filiale der Pfarre Flatz, St. Lorenzen, als Papst Innozenz III. dem Kloster Gurk am 21. Oktober 1204 die Pfarre St. Lorenzen mit den Kapellen St. Valentin, St. Johann sowie weiteren Kapellen bestätigt[5]. Eine Urkunde aus 1208 nennt St. Valentin ebenso Kapelle, ein Ort wird nicht angegeben. Daraus lässt sich schließen, dass die Kapelle vor einer Siedlung hier bestanden hat und wahrscheinlich errichtet wurde, um den weitab von Flatz wohnenden Menschen den Besuch des Gottesdienstes zu ermöglichen.[6]

Das um 1340 verfasste Formbacher Dienstregister nennt St. Valentin dann in Zusammenhang mit dem dortigen Pfarrer, welcher in Neunkirchen ein Haus besaß, zum ersten Mal als Pfarre. Aus dem Urbar der Pfarre St. Lorenzen von 1352 geht schließlich hervor, dass St. Valentin zu diesem Zeitpunkt bereits länger eine Pfarre war, obwohl sie noch Filialpflichten gegenüber der Mutterpfarre St. Lorenzen zu leisten hatte. Zusammengefasst, bestand also schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine Kapelle St. Valentin und war um 1340 bereits eine Filialpfarre[7].

Im Hochmittelalter umfasste der Sprengel von St. Valentin die Ortschaften: St. Valentin, Landschach, Ober Danegg, Penk, Altendorf, Köttlach, Putzmannsdorf, Göttschach und Grafenbach. Hinzu kamen weitab gelegene Gebiete in der Lichtenau und am Kienberg bis Ödenkirchen, die dann St. Valentin-Zerstreut genannt wurden. 1614 kam die Pfarre St. Lorenzen samt St. Valentin, St. Johann und Würflach durch Tausch von Gurk an das Kloster Rein. Bereits wenige Jahre später, 1617 wechselten die Pfarren erneut durch Tausch den Pfarrherrn und gingen von Rein an das Zisterzienserstift Neukloster in Wiener Neustadt, welches 1880 mit Stift Heiligenkreuz vereinigt wurde, sodass die Pfarre St. Valentin heute von Heiligenkreuz betreut wird[8].

Bei der ersten Kapelle von St. Valentin handelte es sich um einen Rechtecksaalbau mit eingezogenem, querrechteckigem oder längsrechteckigem Chor mit geradem Abschluss, wie durch archäologische Forschungen festgestellt werden konnte [9]. Bei diesem Bau handelte es sich um einen „Einheitstyp“ der Gegend, besonders aber der Pfarre St. Lorenzen, wo er für St. Lorenzen selbst, St. Johann und St. Valentin nachweisbar ist. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Lage der Kirchenbauten, da sich alle auf Anhöhen, wie Hügeln oder Hängen befinden. Auch St. Valentin liegt rund 20m oberhalb des Talbodens in Hanglage[10].

In der Neuzeit bestand eine St. Barbara-Bruderschaft an der Pfarrkirche St. Valentin, welche auch die Kosten für die Restaurierung der gesamten Kirche in den Jahren 1717 bis 1726 übernahm. Auch zur Finanzierung der 1731/32 neu angeschafften Glocke, trug die Bruderschaft 46 Gulden bei. 1773 wurde schließlich ein St. Barbara-Altar errichtet [11].

Bei Restaurierungsarbeiten wurden 1911 außerdem frühgotische Fresken im Chor der Kirche entdeckt[12].

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 75,9 % der Einwohner römisch-katholisch und 2,8 % evangelisch. 4,6 % sind Muslime, 0,6 % gehören orthodoxen Kirchen an. 13,3 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,64 %
(+3,42 %p)
23,86 %
(-4,54 %p)
10,49 %
(+1,11 %p)
2010

2015

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Bürgermeisterin der Marktgemeinde ist Sylvia Kögler, Amtsleiter Gerhard Stranz.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 21 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: SPÖ 14, ÖVP 5, FPÖ 2, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Grafenbach-St. Valentin

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportlich gibt es drei nennenswerte Vereine:

Der SC Grafenbach ist im Bereich Fußball sehr erfolgreich und ist 7-facher Titelverteidiger in der Sparkasse Hobbyliga. In Sachen Volleyball kann man sich beim BVC Grafenbach sportlich betätigen. Im Radsport ist der RC Grafenbach sehr erfolgreich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 56, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 46. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1034. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,98 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011 und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  3. Wolfgang Haider-Berky, Ödenkirchen, in: Unsere Heimat 1/2004 S. 4-23, hier S. 18
  4. Topographie von Niederösterreich Bd. 3 S. 619-620
  5. Haider-Berky, Ödenkirchen S. 17; Willibald Leeb, St. Valentin am Forst. Monatsblatt des Alterthumsvereines Wien 1912 S. 123-129, 131-137, 142-143, hier S. 124f.
  6. Haider-Berky, Ödenkirchen S. 18; Leeb, St. Valentin S. 125
  7. Leeb, St. Valentin S. 127-129
  8. St. Valentin-Landschach, in: Dehio. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Niederösterreich südlich der Donau 2 hg. vom Bundesdenkmalamt (2003) S. 2061-2063, hier 2061; Leeb, St. Valentin S. 133
  9. Helmut Windl, Funde aus dem Karner von St. Valentin-Landschach, pol. Bez. Neunkirchen. MAG 103 (1973) 61f.
  10. Haider-Berky, Ödenkirchen S. 17
  11. Leeb, St. Valentin S. 143
  12. Leeb, St. Valentin S. 123

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grafenbach-St. Valentin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Grafenbach, St. Valentin, Danegg und die anderen Ortsteile der Gemeinde, um 1873 (Aufnahmeblatt der 3. Landesaufnahme)