Breitenstein (Niederösterreich)

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Breitenstein
Wappen von Breitenstein
Breitenstein (Niederösterreich) (Österreich)
Breitenstein (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 20,24 km²
Koordinaten: 47° 40′ N, 15° 49′ O47.66138888888915.824166666667779Koordinaten: 47° 39′ 41″ N, 15° 49′ 27″ O
Höhe: 779 m ü. A.
Einwohner: 331 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 16 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2641, 2673
Vorwahl: 02664
Gemeindekennziffer: 3 18 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 19
2673 Breitenstein
Website: www.breitenstein.at
Politik
Bürgermeister: Engelbert Rinnhofer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(13 Mitglieder)
9
4
Von 13 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Breitenstein im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Breitenstein (Niederösterreich) im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Adlitzgraben von der Doppelreiterwarte gesehen
Adlitzgraben von der Doppelreiterwarte gesehen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Nordansicht des Ortsteiles Klamm mit der gleichnamigen Burgruine und der Pfarrkirche hl. Martin

Breitenstein ist eine Gemeinde mit 331 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Breitenstein liegt im Adlitzgraben am Fuß des Semmerings in einer Seehöhe von 705 bis 1.545 Meter, direkt an der Semmeringbahn in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 20,24 Quadratkilometer. 75,95 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Breitenstein. Ortsteile der Gemeinde sind:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Reichenau an der Rax Payerbach
Nachbargemeinden Gloggnitz
Spital am Semmering Semmering Schottwien

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Der Name des Ortes „Preittenstein“ wird erstmals 1220 in einer Urkunde, in der von verschiedenen Besitzungen der Burgherren von Klamm die Rede war, erwähnt.[1]

Im April 1945 war die Gegend um Breitenstein Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen der späteren deutschen 9. Gebirgs-Division (Ost) und der Roten Armee, welche über den Semmering-Pass in die Steiermark vorzudringen versuchte. Im Zuge dieser Kampfhandlungen wurden Gebäude wie das Hotel Sonnhof[2] oder die Gehöftgruppe Pertl[3] zerstört.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Personen, die nicht ständig ihren Wohnsitz haben. 330 Hauptwohnsitzen stehen 335 Zweitwohnsitze gegenüber.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 80,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 3,8 % evangelisch. 1,1 % sind Muslime, 1,3 % gehören orthodoxen Kirchen an. 11,9 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten]

Blick auf Breitenstein und den Adlitzgraben
Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
69,90 %
(-3,23 %p)
30,10 %
(+3,22 %p)
2005

2010


Bürgermeister der Gemeinde ist Engelbert Rinnhofer, Vizebürger meister ist Karin Zoubek-Schleinzer, Amtsleiterin ist Anita Wodl.

Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 13 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 9, SPÖ 4, andere keine Sitze.

Die Bürgermeister der Gemeinde:[5]

1919–1928 Johann Hanl
1929–1933 Adolf Poppa
1934–1938 Johann Hanl
1938–1942 Leopold Heu
1942–1945 Josef Althammer
1945–12.01.1946 Josef Mies
12.01.1946–28.08.1946 Karl WallnerM
28.08.1946–15.05.1955 Ignaz Wallner
15.05.1955−25.07.1961 Ludwig Tritt
12.08.1961−19.04.1975 Rudolf Sagbauer
19.04.1975−17.08.1984 Karl Stocksmayer
03.09.1984−29.04.1985 Rudolf Hanl
29.04.1985−31.05.1992 Leo Schellenbacher
10.06.1992−13.04.2010 Friedrich Koger
seit 13.04.2010 Engelbert Rinnhofer

Wappen[Bearbeiten]

WappenBreitenstein.svg

Das Gemeindewappen wurde mit Bescheid vom 14. August 1991 der NÖ-Landesregierung verliehen. Gleichzeitig wurden die vom Gemeinderat beschlossenen Gemeindefarben „grün-gelb“ genehmigt.[6]

Blasonierung: „Ein grüner Schild, schräglinks geteilt durch einen silbernen Wellenbalken, unten auf wachsendem goldenen Felsen eine ebensolche Ruine mit linksstehendem Bergfried und schwarzen Schießscharten, oben aus der Schildteilung wachsend eine zweigeschossige goldene Brücke mit oben vier und untern zwei Bogenöffnungen.“[5]

Die Übergabe erfolgte am 5. April 1992 durch den NÖ-Landeshauptmann Siegfried Ludwig und seinem Stellvertreter Ernst Höger.

Sanatorium Erholungsheim Breitenstein[Bearbeiten]

In Breitenstein befand sich, heute nahezu vergessen, ein bemerkenswertes Volkssanatorium, das in mehreren Etappen ab 1903 errichtete Sanatorium und Erholungsheim Breitenstein. Es war eine der zum Teil weltbekannten Heilstätten (wenn auch keine explizite Lungenheilanstalt, wie das Sanatorium Wienerwald, das Genesungsheim Felbring, das Sanatorium Strengberg, oder das Sanatorium am Hochegg, um nur die bekanntesten zu nennen) im östlichen Alpenvorland und gleichzeitig die erste von der sozial hoch engagierten Henriette Weiss errichtete Volksheilanstalt. Noch während des Ersten Weltkriegs gründete Henriette Weiss (1864–1931),[7] geschichtlich eine der wichtigsten Verfechterinnen der Ausbildung für Frauen zur Krankenpflege, die Erholungsheime Wällischhof in Maria Enzersdorf und Sans Souci in Mauer bei Wien[Anm. 1] sowie 1914 die Wiener Kriegswaldschule[8] für Kinder. Nach dem Ersten Weltkrieg reüssierte Weiss als Leiterin des durch Kriegseinwirkung schwer angeschlagenen Sanatoriums Alland. 1928 wurde in Baden bei Wien das Altersheim Sorgenfrei ins Leben gerufen.[Anm. 2]

1938 „arisiert“, wurde die Heilanstalt Breitenstein in der NS-Zeit schwer in Mitleidenschaft gezogen und war – als Folge der unrechtmäßigen Aneignung – in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg dem Verfall preisgegeben. In Verkennung seines geschichtlichen Wertes musste das auf 880 m Seehöhe gelegene Sanatorium, inklusive des architektonisch nicht uninteressanten Bauteils von 1908, im Winter 2006/2007 auf Betreiben der Gemeinde abgerissen werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Breitenstein (Niederösterreich)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Breitenstein

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 18, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 23. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 154. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,93 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Personen mit Beziehung zu Breitenstein[Bearbeiten]

  • Alma Mahler-Werfel (1879–1964), Salonière der (Wiener) Kunst-, Musik- und Literaturszene der ersten Hälfte des 20. Jhdts., für Alma Mahler-Werfel wurde 1913 im Ort eine Villa errichtet

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeinde Breitenstein: Geschichte (abgerufen am 16. April 2013)
  2. Webseite breitenstein.topothek.at: Das Hotel Sonnhof auf historischen Ansichtskarten, abgerufen am 3. Januar 2014
  3. Webseite breitenstein.topothek.at: Semmering, Fleischmann Viadukt, Pertl-Hof, abgerufen am 3. Januar 2014
  4. Zeitschrift Truppendienst des Österreichischen Bundesheeres Ausgabe 5/2003: Semmering, April 1945 - Die Kämpfe um die Südbahn-Meierei, Autor Friedrich Brettner
  5. a b Anita Wodl und Monika Palka in 80 Jahre Gemeindehaus in Breitenstein und wie es dazu kam, herausgegeben von der Gemeinde Breitenstein, 2008 (pdf-Dokument, 4,04 MB; abgerufen am 16. April 2013)
  6. RIS-BKA: Kundmachung 114/91 über die Verleihung eines Gemeindewappens und die Genehmigung der Gemeindefarben für die Gemeinde Breitenstein (pdf-Dokument. 20 KB; abgerufen am 16. April 2013)
  7. In Memoriam. Henriette Weiss. In: Die Österreicherin. Nr. 8/1931 (IV. Jahrgang), S. 7.
  8. Henriette Weiss: Bilder aus der Wiener Kriegswaldschule. Perles, Wien 1917, Katalogzettel (ÖNB).

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Ehemals gelegen an der Maurer Langen Gasse zwischen Kaserngasse und Kroissberggasse.
  2. Eröffnet am 12. Jänner 1928. – Siehe: Lokales. (…) Eröffnung des hiesigen Altersheimes „Sorgenfrei“. In: Badener Zeitung, Nr. 4/1928 (IL. Jahrgang), 14. Jänner 1928, S. 2 f. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt.
    Sorgenfrei war eine Adaption des Erholungsheims Körnerpark. Unter der Adresse Baden, Kaiser-Franz-Ring 27 befindet sich nunmehr seit Jahrzehnten ein (in den Jahren vor 2012 neu errichteter) Bau der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft.