Großburgwedel

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Großburgwedel
Stadt Burgwedel
Wappen von Großburgwedel
Koordinaten: 52° 29′ 32″ N, 9° 51′ 18″ O
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 21,63 km²[1]
Einwohner: 10.306 (1. Jan. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 476 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30938
Vorwahl: 05139
Großburgwedel (Niedersachsen)
Großburgwedel

Lage von Großburgwedel in Niedersachsen

Alte Schule von 1907
Alte Schule von 1907

Großburgwedel (niederdeutsch Groten Boorwee) gehört zur niedersächsischen Stadt Burgwedel (Region Hannover) und ist deren größter Stadtteil und Verwaltungssitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter bildete Großburgwedel zusammen mit Kleinburgwedel, Oldhorst, Neuwarmbüchen und Fuhrberg das Kirchspiel Burgwedel. Die Kirchenbücher sind ab 1661 erhalten.

Am 1. März 1974 wurde Großburgwedel in die neue Gemeinde Burgwedel eingegliedert.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische St.-Petri-Kirche, nach der die Kirchengemeinde benannt ist, ist eine teils romanische, teils gotische Kirche, die vermutlich um 1200 erbaut wurde. Die St.-Petri-Gemeinde ist eine Gemeinde der evangelischen Landeskirche Hannover. Diese unterhält neben der Kirche und dem Gemeindehaus auch das Pfarrhaus und den Gemeindekindergarten im Mitteldorf. Außerdem ist Großburgwedel Sitz des Kirchenkreisamtes Burgdorfer Land, das für die Kirchenkreise Burgdorf und Burgwedel-Langenhagen zuständig ist.

Die katholische St.-Paulus-Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Hannover. Ihr sechseckiges Kirchengebäude am Mennegarten wurde am 5. Februar 1966 vom Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen auf das Patronat des Apostels Paulus geweiht.

Die Neuapostolische Kirche befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur St.-Paulus-Kirche im Wohngebiet Osterwiesen.

Unter dem Namen „Freistil“ existiert seit Herbst 2005 auch eine evangelische Freikirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Großburgwedel setzt sich aus zwei Ratsfrauen und sieben Ratsherren zusammen. [3]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister von Großburgwedel ist Rolf Fortmüller (CDU). Sein Stellvertreter ist Jürgen Ocker (CDU).[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Großburgwedel stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Altwarmbüchen, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Verleihung des Wappens wurde am 1. Juni 1955 durch den Niedersächsischen Minister des Innern August Wegmann durchgeführt.[4]

Wappen von Großburgwedel
Wappenbeschreibung: „Durch Zinnenschnitt geteilt, oben in Gold mit drei roten Herzen, ein schreitender rotbewehrter, blauer Löwe. Unten in Rot fünf silberne Windmühlen in der Stellung (3:2).“
Wappenbegründung: Großburgwedel war jahrhundertelang Zubehör und zeitweise Mittelpunkt der Grafschaft Burgwedel, einer Freigrafschaft, die als Vorläuferin der späteren Amtsvogtei Burgwedel aufzufassen ist und bis ins 19. Jahrhundert hinein für die freien Bauern dieses Gebietes gewisse Sonderrechte festgehalten hat. Als Zeichen der Freigrafschaft ist, ähnlich wie bei den 14 Gemeinden des „Großen Freien“ im Südteil des Kreises Burgdorf, ein Löwe in das Wappen übernommen. Nach alten Beschreibungen[5] hatte Großburgwedel um 1800 nicht weniger als fünf Windmühlen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großburgwedel befinden sich das Rathaus der Stadt Burgwedel und andere Einrichtungen der Stadt wie zum Beispiel die Bücherei, ein Krankenhaus der Region Hannover, der Bauhof und das Freibad.

  • Die St.-Petri-Kirche ist um 1200 entstanden. (siehe unter Religion)
  • Eine große Zahl teils sehr alter Fachwerkhäuser ziert das Ortsbild, das durch eine meist angepasste modernere Bebauung ergänzt wird.
Baudenkmale

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rossmann-Zentrale

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großburgwedel ist der Sitz der Drogeriekette Rossmann und der Firma KIND Hörgeräte. Außerdem befindet sich in Großburgwedel eine Filiale der Möbelkette IKEA.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium Großburgwedel, welches aus der allgemeinen Oberschule entstand, hat eine lange Geschichte, in welcher es ebenfalls manchmal die Räumlichkeiten gewechselt hat: Nach dem Zweiten Weltkrieg zog es zunächst in die damalige Volksschule, in welcher heute die Grundschule Großburgwedel ist. Aufgrund von großer Platznot wurde der Neubau am jetzigen Standort gebaut, der am 12. Mai 1965 eröffnet wurde. Bald mussten wegen weiterhin wachsenden Schülerzahlen auch Räumlichkeiten von Real- und Hauptschule (s.u.) genutzt werden. In den 70er Jahren war es mit knapp 1900 Schülerinnen und Schülern das größte Gymnasium in Niedersachsen.[6]

In direkter Nachbarschaft befinden sich auch die ehemalige Real- und Hauptschule, welche von den unteren Jahrgängen beginnend bis zum Jahrgang 2016/17 in eine Oberschule umgewandelt wird; ab diesem Jahrgang wird die Oberschule zu einer IGS.[7] 1972 waren dort die Räumlichkeiten fertiggestellt, mussten jedoch teilweise an das Gymnasium (s.o.) übertragen worden. Nachdem im Gebäude die nun abgeschaffte Orientierungsstufe Platz fand, sind zurzeit wieder Klassen des Gymnasiums im Gebäude untergebracht.[8] Ferner befindet sich auch die Albert-Schweitzer-Schule mit dem Schwerpunkt Lernen als Förderschule am Schulzentrum.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großburgwedel hat eine Anschlussstelle (54) an der Bundesautobahn 7, die westlich am Ort vorbeiführt. Durch den Ort verlaufen die Landesstraßen L381 und L383. Zwischen L383 und L381, L381 und K113 sowie zwischen K113 und L383 befinden sich Ortsumgehungen.

Großburgwedel liegt an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg und wird stündlich von Zügen der Metronom Eisenbahngesellschaft bedient. Die bereits 1913 begonnene Strecke von Langenhagen an der Heidebahn nach Celle, auch „Hasenbahn“ genannt, wurde erst am 15. Mai 1938 eröffnet. Seitdem war das Führen der Züge Hamburg–Süddeutschland ohne den Umweg über Lehrte und Kopfmachen in Hannover möglich. Seit dem 2. November 1964 war die Strecke zweigleisig befahrbar.[9] Bis 1956 fuhr außerdem die Linie 17 der Straßenbahn Hannover bis nach Großburgwedel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die in Großburgwedel gewirkt haben oder wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großburgwedel – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Großburgwedel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahlen, Daten, Fakten. In: Internetseite der Stadt Burgwedel. 1. Januar 2007, abgerufen am 6. Oktober 2017.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.
  3. a b Ortsrat Großburgwedel. Auf Internetseite der Stadt Burgwedel, abgerufen am 15. Juli 2017
  4. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  5. Urban Friedrich Christoph Manecke: Topographisch-historische Beschreibungen der Städte, Ämter und adeligen Gerichte im Fürstentum Lüneburg. Verlag: Capaun-Karlowa, Celle 1858, Band 2, Seite 303.
  6. Geschichte des Gymnasiums auf der Schulwebsite
  7. HAZ: IGS in Burgwedel kommt ab August 2016
  8. Oberschule Burgwedel
  9. Matthias Blazek, Wolfgang Evers: Bau der Reichsbahnlinie Celle-Langenhagen. „Hasenbahn“ wurde vor 35 Jahren zweigleisig/Der größte Teil der Strecke verläuft schnurgerade – Erster Weltkrieg setzte den Bauarbeiten ein vorläufiges Ende, Sachsenspiegel 21 und 22, Cellesche Zeitung vom 29. Mai und 5. Juni 1999.