Großraming

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Großraming
Wappen von Großraming
Großraming (Österreich)
Großraming
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Steyr-Land
Kfz-Kennzeichen: SE
Fläche: 108,02 km²
Koordinaten: 47° 53′ N, 14° 33′ O47.88777777777814.550277777778446Koordinaten: 47° 53′ 16″ N, 14° 33′ 1″ O
Höhe: 446 m ü. A.
Einwohner: 2.685 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 25 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4463
Vorwahl: 07254
Gemeindekennziffer: 4 15 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 1
4463 Großraming
Website: www.grossraming.at
Politik
Bürgermeister: Leopold Josef Bürscher (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
15 ÖVP, 9 SPÖ, 1 UBL
Lage der Gemeinde Großraming im Bezirk Steyr-Land
Adlwang Aschach an der Steyr Bad Hall Dietach Gaflenz Garsten Großraming Laussa Losenstein Maria Neustift Pfarrkirchen Reichraming Rohr im Kremstal Schiedlberg Sierning Steyr St. Ulrich bei Steyr Ternberg Waldneukirchen Weyer Wolfern OberösterreichLage der Gemeinde Großraming im Bezirk Steyr-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Großraming ist eine Gemeinde mit 2685 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in Oberösterreich im Bezirk Steyr-Land. Die Gemeinde war ursprünglich Teil des Gerichtsbezirks Weyer, seit 1. Jänner 2014 gehört die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Steyr.

Geografie[Bearbeiten]

Großraming liegt im Traunviertel und wird von der Enns durchflossen. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 12 km, von West nach Ost 20,3 km. 70,9 % der Fläche sind bewaldet, 23 % landwirtschaftlich genutzt.

Ortsteile der Gemeinde sind Brunnbach, Großraming, Hintstein, Lumplgraben, Neustiftgraben, Oberplaißa, Pechgraben, Rodelsbach.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Enns bildete über Jahrhunderte die wichtigste Verkehrsverbindung Großramings. Floß- und Schifffahrt (Zillen) wurden betrieben, um Holz und verarbeitetes Eisen flussabwärts zu bringen, von Pferden gezogene Zillen brachten benötigte Waren flussaufwärts. Die dadurch gebildeten Treppelwege wurden zur Eisenstraße. Mit der Eröffnung des Teilstücks Steyr - Küpfern der Kronprinz Rudolf-Bahn 1869 wurde Großraming an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Schifffahrt auf der Enns wurde damit aufgegeben. Die Flößerei endete erst mit Inbetriebnahme der Ennskraftwerke. Heute ist die wichtigste Straßenverbindung nach Großraming die B115 "Eisenbundesstraße" am rechten Ennsufer. Am linken Ennsufer bieten die ÖBB regelmäßige Verbindungen nach Steyr und Linz.

Geologie[Bearbeiten]

Orographisch links der Enns wird das Gebiet dominiert von den Weyrer Bögen (Almkogelbereich). Nach Südwesten anschließend liegt die Reichraminger bzw. Ternberger Decke. Rechts der Enns werden der obere und untere Ort von Moränenböden der Riess- und Würmeiszeit geprägt. In den Pechgraben verlaufen anfänglich Kalke, anschließend Grestener Klippenzone (Sandsteine, Buntmergel bzw. exotische Granite). Als Abschluss des Gemeindebereiches Richtung Maria Neustift findet sich Neustifter Flyschzone.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtum Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Die erste dichtere Besiedlung erfolgte ca. 1200 bis 1300, teils im Wald und teils in Höhlen direkt an der Enns. Mit steigender Bevölkerungszahl bekam der Ort, wohl in Abgrenzung zu Kleinraming am Ramingbach bei Steyr, den Namen Großraming. Der hiesige Ramingbach hieß ursprünglich Rubinicha,[2] slowenisch für ‚Fischbach‘ – heute heißt er nach Maria Neustift Neustiftbach. Der Ort wird als Röming, Remink, Raumnich genannt.[3] Abt Berthold von Garsten ließ durch seine Mönche die Gegend von Großraming roden und am linken Ennsufer einen Hof errichten, der nach dem Kloster Garsten den Namen Garstenau erhielt. Um 1200 n. Chr. stand bereits das erste Holzkirchlein in Großraming. 1390 wurde ein Platz für einen Pfarrhof gekauft, 1392 wurde der Ort eine eigene Pfarre. 1513 wurde die Steinkirche im gotischen Baustil errichtet, 1707 nach Osten hin im barocken Baustil erweitert. 1936 baute man sie nach Westen aus (Empore und Orgel). Der Hl. Jakobus ist der Schutzheilige der Kirche. Während der Napoleonischen Kriege war Großraming mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört es zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Ein Nebenlager des KZ Mauthausen wurde errichtet. Es war ein Arbeitslager und diente zum Bau des Ennskraftwerkes Großraming. Außerdem wurden zwei Brücken und die Aschasiedlung errichtet, um die Bewohner der eingestauten Häuser umzusiedeln. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs trafen sich an der Enns die amerikanischen Streitkräfte und die Rote Armee. Von 10. Mai bis 27. Juni 1945 war Großraming entlang der geographischen Grenze Enns geteilt. Das nördliche Großraming (Hintstein, Oberer und Unterer Ort, Pechgraben, Neustiftgraben) war von den Sowjets besetzt, der südliche Teil (Oberpleißa, Lumplgraben, Brunnbach, Rodelsbach) von den USA. Danach, bis zur Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages am 15. Mai 1955 befand sich Großraming in der amerikanischen Besatzungszone.

Großraming war der Drehort für die Fernsehreihe Die Landärztin.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Leopold Josef Bürscher von der ÖVP und Vize-Bürgermeister Reinhard Salcher von der SPÖ.

Im Gemeinderat sind folgende Parteien vertreten:

  • ÖVP
  • SPÖ
  • UBL (Umweltbürgerliste Großraming)

Einwohnerentwicklung: 1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2.817 Einwohner, 2001 dann 2.763 Einwohner.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein goldener, rot bezungter und rot bewehrter Löwe, der mit den Vorderpranken einen goldenen, einwärts gekehrten Krummstab hält. Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb-Blau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Großraming
  • Pfarrkirche
  • Buch-Denkmal: Das Buch-Denkmal ist ein Naturdenkmal und stellt eine geologische Ausnahme am Rande der Kalkalpen dar. Bis zu 15 m hohe Granitblöcke bilden das Andenken an den Geologen Christian Leopold von Buch (1744–1853, zählt zu den bedeutendsten Geologen des 19. Jahrhunderts)
  • Hängeseilbrücke: Die Seilbrücke in Metallbauweise wurde im Jahr 2009 errichtet. Sie ist 115 Meter lang und schwebt zwischen 6 und 12 Meter über dem Wasserspiegel. Sie führt vom Ennsradweg über die Enns zum Floßfahrtsteg.
  • Kutschenmuseum: Mehr als 60 Kutschen und Schlitten vom 18. bis 20. Jahrhundert werden hier auf über 1000 m² Fläche zur Schau gestellt. Schlitten- und Kutschenfahrten werden auch angeboten.
  • Thematischer Wanderweg Knappenweg: Ein leichter Wanderweg mit vielen Informationen über den ehemaligen Kohleabbau und die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Bergarbeiter.

Großraming gehört zum Tourismusverbund Eisenstraße.

Sport[Bearbeiten]

Großraming bietet über Vereine eine große Zahl von Sportaktivitäten an:

  • Alpenverein Großraming
  • Fußballverein Großraming
  • Stockschützenverein Großraming
  • Tennisverein ASKÖ
  • SC Pechgraben
  • Naturfreunde Großraming
  • ASVÖ Volleyball Großraming

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Perchtenlauf: Der alljährliche Perchtenlauf findet im Dezember statt, mit dabei sind die heimischen Raminger Rauhgrom-Teufel und viele andere Perchtengruppen.
  • Powerman: Der Powerman-Duathlon findet jedes Jahr statt. Die Laufstrecke ist in der Nachbargemeinde Weyer, die Radstrecke führt durch Großraming hindurch. Zahlreiche kleine Gewerbe gestalten das Event in der Ortschaft.
  • Wickie-Kinderlaufcup: Alljährlich findet in Großraming, bis auf dessen erste Austragung, wo in Großraming der Auftakt war, der 2. Lauf des Wickie-Kinderlaufcups statt. Die weiteren Orte sind Maria Neustift, Reichraming, Weyer und Gaflenz.[4]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Gebr. Haider, das wohl größte Unternehmen von Großraming.

Bildung[Bearbeiten]

  • Pfarrcaritas-Kindergarten
  • Volksschule Großraming
  • Volksschule Pechgraben
  • Hauptschule Großraming
  • Polytechnische Schule Großraming
  • Landesmusikschule Großraming
  • Volkshochschule der Arbeiterkammer

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde:

Ehrenbürger:

  • Franz Haider
  • Johann Haider

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großraming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Wilhelm, 2003
  2. genannt in Schenkung der Pfarre Gaflenz an Stift Garsten, vergl. Franz Xaver Pritz: Geschichte der steirischen Ottokare in ihrer Vorfahren, bis zum Aussterben dieses Stammes im Jahre 1192. 1844 (In einem Sammelband, S. 289 f. ,Google eBook, vollständige Ansicht)
  3. Franz Xaver Pritz: Geschichte der ehemaligen Benediktiner-Klöster Garsten und Gleink, im Lande ob der Enns, und der dazu gehörigen Pfarren. Haslinger, 1841, VII. Großraming, S. 124 (Google eBook, vollständige Ansicht)
  4. KiLaCu 2013