Hähnichen

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Hähnichen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hähnichen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 22′ N, 14° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs­gemeinschaft: Rothenburg/O.L.
Höhe: 152 m ü. NHN
Fläche: 49,77 km2
Einwohner: 1276 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02923
Vorwahl: 035894
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 160
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
02929 Rothenburg/O.L.
Bürgermeister: Werner Queiser (CDU)
Lage der Gemeinde Hähnichen im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Oberlausitz) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Ort) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
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Hähnichen (obersorbisch Wosečk) ist eine sächsische Gemeinde in der nördlichen Hälfte des Landkreises Görlitz. Die Gemeinde bildet mit der benachbarten Stadt Rothenburg/O.L. die Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg/O.L., in der die Stadt Rothenburg als erfüllende Gemeinde agiert.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hähnichen ist nach Norden hin durch die Gemeinde Rietschen mit ihren Ortsteilen Teicha und Daubitz, nach Osten durch die Stadt Rothenburg und ihre Ortsteile Neusorge und Uhsmannsdorf, und im Südosten durch die der Gemeinde Horka begrenzt. Im Süden und Westen grenzt die Gemeinde an die Stadt Niesky und ihre Ortsteile Stannewisch und Kosel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hähnichen besteht aus den vier Ortsteilen Hähnichen, Quolsdorf, Spree und Trebus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hähnichen wurde um 1200 im Rahmen der deutschen Ostsiedlung gegründet. Urkundlich erstmals erwähnt wurde das Dorf 1390 in einem Görlitzer Stadtbuch im Zusammenhang mit einem Nyckil de Rotenburg, habitans in Heynichen. Ein Pfarrer wurde bereits 1466 erwähnt, die Kirche hingegen erst 1495 im Meißener Bistumsmatrikel.

Im Jahr 1464 konnte sich der Rat zu Görlitz die Lehnshoheit über Hähnichen sichern. Mit dem Oberlausitzer Pönfall wurde auch Hähnichen 1547 von der böhmischen Krone eingezogen und später neu verlehnt. Aus einem Rezess aus jenem Jahr ist bekannt, dass im Ort 19 besessene Mann (Bauern) lebten. Das Rittergut, dessen Existenz für das Jahr 1562 belegt ist, übte fortan unter verschiedenen Eigentümern die Lehnshoheit aus.

Quolsdorf wurde 1579 nach Hähnichen gepfarrt, nachdem bereits 1521 die Trebuser Einwohner aus Unzufriedenheit über ihren Pfarrer von See nach Hähnichen umgepfarrt wurden.

Der sächsische Landesrezess aus dem Jahr 1777 zeigt, dass sich die Bevölkerung vergrößerte, ihr sozialer Stand sich hingegen verschlechterte. Gemeldet wurden drei besessene Mann, 10 Gartennahrungsbesitzer und 25 Häusler, zwei weitere Wirtschaften standen wüst.[2]

Nach dem Wiener Kongress lag Hähnichen in dem Teil der Oberlausitz, den das Königreich Sachsen 1815 an das Königreich Preußen abtreten musste. Nach einer Verwaltungsreform kam die Gemeinde 1816 in die Provinz Schlesien zum neu gegründeten Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.). Durch den Bau der Bahnstrecke Berlin–Görlitz erhielt Hähnichen einen Bahnhof. Zusammen mit den hiesigen Tonvorkommen wirkte sich der Bahnanschluss förderlich auf die örtliche Industrie aus, Ziegeleien und ein Steinzeugwerk entstanden.

Gebäude der ehemaligen Wassermühle (1986)

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurde Hähnichen Frontgebiet. Zwei Tage nach dem Neißeübertritt der Roten Armee am 16. April 1945 wurde der Ort eingenommen, etwa 60 % der Häuser sowie sechs der sieben Brücken waren zu diesem Zeitpunkt zerstört. Nach dem Krieg wurde das Gut enteignet und im Rahmen der Bodenreform neu aufgeteilt. 1952 gründete sich die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) und die Gemeinde wurde in einer Verwaltungsreform dem neuen Kreis Niesky zugeordnet.

Schloss im Ortsteil Spree

Nach der deutschen Wiedervereinigung schlossen sich im Rahmen der sächsischen Gemeindereform die Gemeinden Hähnichen, Quolsdorf und Trebus zum 1. Januar 1994 zusammen.[3] Am 1. Januar 1998 wurde Spree eingemeindet,[4] nachdem der Ort bereits seit 1967 zum Kirchspiel gehörte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 55,7 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,5 %
21,9 %
20,3 %
14,3 %
WVS
WVQ
BST

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 12 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 6 Sitze
  • Nichtmitgliedschaftliche Wählervereinigung Spree (WVS): 3 Sitze
  • Wählervereinigung Quolsdorf (WVQ): 2 Sitze
  • Bürgerschaft Trebus (BST): 1 Sitz

Der ehrenamtliche Bürgermeister Werner Queiser (* 1952; CDU) hat seinen Amtssitz in Hähnichen. Er wurde im Juni 2015 wiedergewählt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Hähnichen erfasst.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wirtschaftliche Struktur der Gemeinde Hähnichen wird durch Land-, Forst- und Teichwirtschaft sowie Gewerbe verschiedener Branchen bestimmt. Eine industrielle Produktion ist in Hähnichen seit der Einstellung der Produktion des Steinzeugwerkes Hähnichen nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik nicht mehr vorhanden.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Bundesautobahn 4 ist Hähnichen über die Anschlussstelle Kodersdorf und in der Folge über die Bundesstraße 115 ca. 20 km entfernt. Von der Abfahrt Nieder Seifersdorf sind es ca. 22 km zu den einzelnen Ortsteilen. Im Auftrag des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) wird die Gemeinde Hähnichen mit zwei regionalen Buslinien der Niederschlesischen Verkehrsgesellschaft (NVG) bedient. Hähnichen liegt direkt an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz(–Zittau). Der Bahnhof wird, mit Ausnahme der Nachtstunden, nahezu im Stunden-Takt durch die Züge der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) bedient.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, ISBN 3-929091-96-8, S. 308 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hähnichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hähnichen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 249.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  5. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014