Boxberg/O.L.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Boxberg/O.L.
Boxberg/O.L.
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Boxberg/O.L. hervorgehoben
Koordinaten: 51° 24′ N, 14° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 217,69 km2
Einwohner: 4533 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02943
Vorwahlen: 035774 (Bärwalde, Boxberg, Kringelsdorf, Nochten, Reichwalde, Sprey), 035728 (Drehna, Mönau, Rauden, Uhyst), 035895 (Dürrbach, Jahmen, Kaschel, Klein-Oelsa, Klein-Radisch, Klitten, Tauer, Zimpel)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 060
Gemeindegliederung: 18 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Südstraße 4
02943 Boxberg
Webpräsenz: www.boxberg-ol.de
Bürgermeister: Achim Junker (CDU)
Lage der Gemeinde Boxberg/O.L. im Landkreis Görlitz
Bärwalder SeeBerzdorfer SeeTalsperre QuitzdorfTalsperre QuitzdorfPolenTschechienLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeBad MuskauBeiersdorfBernstadt a. d. EigenHerrnhutBertsdorf-HörnitzBoxberg/O.L.Boxberg/O.L.DürrhennersdorfEbersbach-NeugersdorfKottmar (Gemeinde)Gablenz (Oberlausitz)GörlitzGörlitzGroß DübenGroß DübenGroßschönau (Sachsen)GroßschweidnitzHähnichenHainewaldeHerrnhutHohendubrauHorkaJonsdorfKodersdorfKönigshainKrauschwitz (Sachsen)Kreba-NeudorfLawaldeLeutersdorf (Oberlausitz)LöbauMarkersdorf (Sachsen)Markersdorf (Sachsen)MittelherwigsdorfMückaMückaNeißeaueNeusalza-SprembergKottmar (Gemeinde)NieskyKottmar (Gemeinde)OderwitzOlbersdorfOppachOstritzOybinQuitzdorf am SeeReichenbach/O.L.RietschenRosenbachRothenburg/OberlausitzSchleife (Ort)Schönau-Berzdorf auf dem EigenSchönbach (Sachsen)SchöpstalSeifhennersdorfReichenbach/O.L.TrebendorfTrebendorfVierkirchen (Oberlausitz)WaldhufenWeißkeißelWeißwasser/OberlausitzZittauZittauLandkreis BautzenBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Boxberg/O.L., obersorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Hamor?/i, ist die flächengrößte Gemeinde im Landkreis Görlitz (Oberlausitz). Mit 217 km² ist sie zugleich die flächengrößte nichtstädtische Gemeinde Sachsens und nur knapp 4 km² kleiner als Chemnitz. Die Gemeinde zählt vollständig zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben.[2]

Bekanntheit erlangte die Gemeinde durch das Kraftwerk Boxberg, das sich nördlich des namensgebenden Ortsteils Boxberg befindet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus 18 Ortsteilen:

deutscher Name sorbischer Name Einwohner Zugehörigkeit zu Boxberg
Bärwalde Bjerwałd 165 01. Januar 1998
Boxberg Hamor 1333
Drehna Tranje 98 01. Oktober 2007
Dürrbach Dyrbach 93 01. Februar 2009
Jahmen Jamno 259 01. Februar 2009
Kaschel Košla 132 01. Februar 2009
Klein-Oelsa Wolešnica 148 01. Februar 2009
Klein-Radisch Radšowk 39 01. Februar 2009
Klitten Klětno 526 01. Februar 2009
Kringelsdorf Krynhelecy 389 01. April 1996
Mönau Manjow 105 01. Oktober 2007
Nochten Wochozy 265 01. März 1994
Rauden Rudej 86 01. Oktober 2007
Reichwalde Rychwałd 558 01. Januar 1999
Sprey Sprjowje 65 01. Januar 1974
Tauer Turjo 83 01. Februar 2009
Uhyst Delni Wujězd 789 01. Oktober 2007
Zimpel Cympl 91 01. Februar 2009
Die Einwohnerzahlen der einzelnen Orte stammen vom Meldeamt Boxberg/O.L. (Stand 31. Dezember 2008) und weisen auf Grund unterschiedlicher Berechnungsvorschriften in ihrer Summe eine Abweichung zu der vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen herausgegeben Einwohnerzahl auf.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Boxberg liegt innerhalb des Städtedreiecks WeißwasserHoyerswerdaNiesky. Die Kreisstadt Görlitz liegt rund 50 Kilometer südöstlich, nach Bautzen sind es etwa 30 Kilometer in südwestlicher Richtung.

Überblick über den Ortsteil Boxberg mit dem Bärwalder See

Die Region um Boxberg ist durch den Bergbau geprägt, im Norden liegt mit dem Tagebau Nochten einer der größten Tagebaue Deutschlands, im Osten schließt sich der gestundete Tagebau Reichwalde an und im Westen liegen mehrere Tagebaurestseen, die das Lausitzer Seenland bilden. Innerhalb der Gemeinde ist der Bärwalder See dazu zu zählen, der durch Flutung des Tagebaus Bärwalde entstand. Während der nördliche Teil der Gemeinde hauptsächlich aus karger Heidelandschaft besteht, ist der südliche Teil durch eine Vielzahl von Teichen geprägt. Ein Teil der Gemeinde liegt innerhalb des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.

Umgebende Gemeinden sind Weißwasser im Norden, Weißkeißel im Nordosten, Rietschen und Kreba-Neudorf im Osten, Mücka, Hohendubrau sowie jenseits der Kreisgrenze Malschwitz und Großdubrau im Süden, Radibor im Südwesten, Lohsa im Westen und Spreetal im Nordwesten.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutendstes Standgewässer ist der im Westen der Gemeinde liegende Bärwalder See, mit 13 Quadratkilometern Wasserfläche der größte See Sachsens.

Im Südwesten der Gemeinde sind als bedeutende teichwirtschaftliche Gewässer die Drehnaer Teiche südlich von Drehna sowie das Teich- und Sumpfgebiet südlich von Rauden und Mönau, das sich bis Lieske und Commerau fortsetzt, zu nennen. Bedeutende Teiche im Südosten der Gemeinde sind der Schlossteich nördlich von Jahmen, die Dürrbacher Teiche zwischen Klitten und Kreba, der Tauerwiesenteich zwischen Tauer und Förstgen, sowie die Teichgruppe Zimpel nördlich von Zimpel.

Als bedeutendstes Fließgewässer ist die Spree im westlichen Teil der Gemeinde zu nennen. Zwischen Uhyst und Bärwalde ist sie umgebettet worden, da ihr ursprüngliches Flussbett durch den Tagebau Bärwalde verlief. Ihr fließt vom Südosten aus kommend der Schwarze Schöps zu, bis er nördlich von Sprey in sie mündet. Aus dem Osten kommt der Weiße Schöps, dessen Flussbett durch tagebauliche Inanspruchnahme mehrfach umverlegt wurde. Ursprünglich mündete er zwischen Reichwalde und Kringelsdorf in den Schwarzen Schöps, nach der Verlegung nördlich um den Tagebau Reichwalde lag die Mündung zwischen Kringelsdorf und Boxberg, seit der letzten Verlegung, bei der ein naturnahes Flussbett südlich des Tagebaus gestaltet wurde, mündet der Weiße Schöps kurz vor Reichwalde in den Schwarzen Schöps.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dörfer Sprey, Nochten und ein Teil von Boxberg gehörten schon früh zur Standesherrschaft Muskau. Die restlichen Dörfer verteilten sich auf verschiedene Herrschaften, deren Zugehörigkeit und Besitzer häufiger wechselten.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) konnte das Kurfürstentum Sachsen sich 1635 im Prager Frieden die beiden lausitzischen Markgraftümer vom Königreich Böhmen sichern. Durch seine Beteiligung an den napoleonischen Kriegen auf französischer Seite musste das Königreich Sachsen 1815 unter anderem die Niederlausitz und den größeren Teil der Oberlausitz an das Königreich Preußen abtreten. Dadurch kam das gesamte heutige Gemeindegebiet an Preußen. Die sieben westlichen Orte Bärwalde, Drehna, Merzdorf, Mönau, Rauden, Schöpsdorf und Uhyst wurden dabei bis 1825 dem brandenburgischen Landkreis Spremberg angegliedert und erst danach durch Bildung des Landkreises Hoyerswerda der Provinz Schlesien unterstellt, während die restlichen Orte seit 1816 dem schlesischen Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) angehörten. Die Grenze zwischen Sachsen und Preußen verlief bis 1945 entlang der südlichen Gemarkungsgrenzen von Rauden über Lieske bis Tauer. Lieske und Lippen sind die einzigen ehemals preußischen Orte im Raum Uhyst/Klitten, die heute nicht zur Gemeinde Boxberg gehören.

Am 30. September 1928 wurden die Landgemeinden Zimpel und Tauer unter dem Namen Zimpel (seit 1933 Zimpel-Tauer) zusammengeschlossen, im Oktober des gleichen Jahres verfügte der preußische Minister des Innern den Zusammenschluss von Eselsberg, Kringelsdorf und Wilhelmsfeld zum 1. Januar 1929 unter dem Namen Kringelsdorf. Ebenfalls 1929 werden die beiden Landgemeinden Boxberg, Anteil Muskau und Boxberg, Anteil Jahmen zur Landgemeinde Boxberg zusammengeschlossen.

Zum 1. April 1938 wurden Jahmen, Kaschel und Klein-Oelsa nach Klitten und Rauden nach Mönau eingemeindet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der westlich der Lausitzer Neiße liegende Teil Niederschlesiens wieder dem Land Sachsen angeschlossen. Durch die Verwaltungsreform von 1952 wurden die Gemeinden im Raum Uhyst dem Kreis Hoyerswerda, die Gemeinden um Boxberg dem Kreis Weißwasser (beide Bezirk Cottbus) und die Gemeinden im Raum Klitten dem Kreis Niesky (Bezirk Dresden) zugeordnet.

Bärwalde und Schöpsdorf wurden am 1. Januar 1957 nach Merzdorf eingemeindet.[3] Weitere Gemeindezusammenschlüsse folgten in den siebziger Jahren. Dies war zunächst am 1. Januar 1973 die Eingemeindung von Zimpel-Tauer und am 1. März 1973 die von Dürrbach und Klein-Radisch nach Klitten, wodurch Klitten die Gemeinde im Kreis Niesky mit den meisten Ortsteilen wurde. Am 1. Januar 1974 wurde Sprey als erste Gemeinde nach Boxberg eingemeindet, am 1. Mai des gleichen Jahres kamen Drehna und die teildevastierte Gemeinde Lippen nach Uhyst.[3] Durch die Devastierung Merzdorfs und Schöpsdorfs wurde Bärwalde am 1. Januar 1978 wieder eine eigenständige Gemeinde, die Flurstücke wurden Bärwalde und Uhyst eingegliedert.[3]

Aus dem Gemeindeverband Schöpstal, zu dem die Gemeinden Boxberg, Nochten, Kringelsdorf, Reichwalde und Wunscha gehörten, wurde die Gemeinde Wunscha Mitte der achtziger Jahre für den Tagebau Reichwalde abgebrochen (und formal nach Viereichen eingemeindet).

Mönau schloss sich am 1. März 1994 Uhyst an,[3] wodurch die Gemeinde ihre größte Flächenausdehnung erreichte. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die teildevastierte Gemeinde Nochten nach Boxberg eingemeindet.[3] Durch die sächsische Kreisreform von 1994 wurden am 1. August die Kreise Niesky und Weißwasser mit einem Teil des Kreises Görlitz-Land zum Niederschlesischen Oberlausitzkreis vereinigt. Der Kreis Hoyerswerda bestand bis zum 31. Dezember 1995 unverändert weiter.

Der seit 1992 bestehenden Verwaltungsgemeinschaft Boxberg schloss sich 1996 die Gemeinde Uhyst an, die damit als einzige Gemeinde aus dem Kreis Hoyerswerda nicht an den Landkreis Kamenz übertrat. Die Einwohner des Ortsteils Lippen sprachen sich mehrheitlich dagegen aus, wodurch Lippen von Uhyst nach Lohsa umgemeindet wurde. Kringelsdorf, Gründungsmitglied der Verwaltungsgemeinschaft, wurde am 1. April 1996 nach Boxberg eingemeindet.[4]

Bärwalde, seit dem 1. Januar 1994 zu Lohsa gehörig,[3] wurde 1998 nach Boxberg umgemeindet und Reichwalde kam am 1. Januar 1999 als letzte noch verbliebene Gemeinde des früheren Gemeindeverbands Schöpstal nach Boxberg.[5] Damit waren im Territorium der heutigen Gemeinde Boxberg alle Orte auf die drei Gemeinden Boxberg, Klitten und Uhyst aufgeteilt, deren Grenzen sich auf dem Bärwalder See trafen.

Seit dem 12. Februar 1999 führt die Gemeinde im amtlichen Namen den Zusatz „O.L.“ (für Oberlausitz), um sich besser von anderen Orten namens Boxberg zu unterscheiden.

Zum 1. Oktober 2007 trat die Gemeinde Uhyst der Gemeinde Boxberg bei,[6] wodurch die Zahl der Ortsteile von sechs auf zehn stieg. Durch den Zusammenschluss mit Klitten am 1. Februar 2009[7] stieg die Zahl der Ortsteile auf 18 und die Gemeinde erhielt ihre heutige Ausdehnung. Zugleich wurde die Verwaltungsgemeinschaft Boxberg/O.L. aufgelöst, da alle Mitgliedsgemeinden inzwischen eingemeindet wurden.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

38 % der Bevölkerung von Boxberg sind evangelisch, 2 % katholisch.[8]

Die evangelisch-unierte Gemeinde hat Kirchen in Nochten und Sprey (Kirchgemeinde Nochten/Boxberg), Klitten, Reichwalde sowie Uhyst, die alle der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz angehören. Als einzige Ortschaft der Gemeinde Boxberg/O.L. gehört Tauer zu keiner der genannten Kirchgemeinden, sondern ist nach Förstgen eingepfarrt. Eine weitere Kirche stand in Merzdorf, die im Zusammenhang mit dem Ortsabbruch 1979 gesprengt wurde.

Zudem gibt es in Klitten die Evangelisch-Lutherische St. Johanneskirchengemeinde, die zum Kirchenbezirk Lausitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) gehört.

Eine katholische Kirche gibt es in Boxberg nicht. Die Katholiken in Nochten, Reichwalde und Sprey gehören zur Pfarrgemeinde „Heilig Kreuz“ in Weißwasser, die Gläubigen in den übrigen Ortsteilen zur Pfarrgemeinde „Heilige Familie“ in Hoyerswerda, deren nächste Filialkirche in Lohsa steht („Zu den heiligen Schutzengeln“). Die genannten Gemeinden gehören dem Bistum Görlitz an.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 61,3 %
 %
40
30
20
10
0
31,4 %
7,2 %
21,0 %
10,9 %
22,1 %
7,4 %
WVBN
WVU
WVB
WVK

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 5 Sitze
  • Wählervereinigung Boxberg/O.L. (WVB): 4 Sitze
  • Wählervereinigung Uhyster Heimatverein e.V. (WVU): 3 Sitze
  • LINKE: 2 Sitze
  • Wählervereinigung Kringelsdorf (WVK): 1 Sitz
  • Wählervereinigung Freie Liste Bürgernähe – Ortschaften stärken (WVBN): 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde ist seit dem 1. August 2015 Achim Juncker (CDU), der sich mit 46,4 % der Stimmen im zweiten Wahlgang am 28. Juni des Jahres gegen zwei weitere Kandidaten durchsetzte.[10]

Sein Amtsvorgänger Roland Trunsch, der auch die Funktion des Verwaltungsvorsitzenden in der 1992 bis 2009 bestehenden Verwaltungsgemeinschaft Boxberg/O.L. innehatte, war seit 1985 Bürgermeister von Boxberg und trat in seinem 30. Amtsjahr nicht mehr zur Wahl an. Nach dem Ausscheiden des Trebendorfer Bürgermeisters Peter Mäkelburg (1982 bis 2010) war er der dienstälteste Bürgermeister im Altkreis Weißwasser.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boxberger Wappen

Die Gemeinde führt ein redendes Wappen, das einen Rehbock auf einem Berg darstellt. Der gelbe Heidesand sowie der blaue Hintergrund lehnen sich an die Farben des Bautzener Stadtwappens an, das auch die Funktion des Wappens der Oberlausitz erfüllt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält Partnerschaften mit der badischen Kleinstadt Boxberg, der polnischen Gemeinde Mysłakowice, der polnischen Stadt Jelenia Góra und der bulgarischen Hafenstadt Baltschik.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast allgegenwärtig ist das Kraftwerk Boxberg, das durch seine Größe in der gesamten Gemeinde von vielen Standpunkten aus gesehen werden kann. Daneben sind die Kirchen sowie die früheren herrschaftlichen Güter mehrerer Ortsteile sehenswert.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lausitzer Findlingspark Nochten mit Blick auf das Kraftwerk

In seinen letzten Lebensjahren gestaltete Friedrich Hermann Rötschke (1805–1893) den Landschaftspark Bärwalde. In dessen Gestaltung bezog er den natürlichen Lauf der Spree, den Mühlgraben und den bereits vorhandenen Baumbestand von Bärwalde ein.

Das Neue Schloss in Uhyst wird von einem Barockgarten und einem englischen Landschaftspark umgeben.

Der jüngste und zugleich bekannteste Park ist der Lausitzer Findlingspark Nochten im Norden der Gemeinde. Er wurde auf einem ausgekohlten und renaturierten Teil des Tagebaus Nochten angelegt und 2004 eröffnet.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees befindet sich eine rund 350 Meter lange Hügellandschaft in Form eines menschlichen Ohres. In seinem Inneren gibt es ein Amphitheater.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Licht-Klang-Festival transNATURALE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 findet alljährlich Ende August/Anfang September das Licht-Klang-Festival transNATURALE statt, das mit seinen Aktivitäten den vielschichtigen Wandel in der Region kulturell begleitet.

Lausitz-Rallye[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In und um Boxberg – in den aufgefüllten und zum Abbau vorgesehenen Tagebaugebieten der Tagebaue Reichwalde und Nochten – findet seit dem Jahr 2000 jährlich die Lausitz-Rallye, ein Lauf der Deutschen Rallye-Meisterschaft statt. Dieser zu 98 % auf Schotterstrecken geführte Wettbewerb wird vom Rallye-Renn- & Wassersportclub Lausitz e.V. im ADMV organisiert und zieht jedes Jahr ca. 100 Motorsportteams mit den Spitzenfahrern aus ganz Europa an.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 156, über die die Bundesautobahn 4 (Dresden–Görlitz) in Bautzen erreicht wird.

Die Gemeinde verfügt über zwei Bahnhöfe in den Ortsteilen Uhyst und Jahmen (Bahnhof Klitten) an der Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau. Bis zum Beginn der Bauarbeiten an der Bahnstrecke bestanden von dort jeweils zweistündlich Verbindungen nach Hoyerswerda, Niesky und Görlitz. Ehemals hatte der Ortsteil Boxberg (Oberlausitz) einen Bahnhof an der Bahnstrecke Uhyst–Boxberg.

In der näheren Umgebung befinden sich der Segelflugplatz Klix (25 km), der Flugplatz Bautzen und der Flugplatz Rothenburg/Görlitz (beide etwa 30 km) sowie der Flughafen Dresden (80 km).

Wirtschaftsunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft der Gemeinde wird geprägt durch das nördlich des Ortes Boxberg befindliche und mit Braunkohle befeuerte Kraftwerk Boxberg, das mit einer installierten Leistung von 3520 MW zu DDR-Zeiten das größte Dampfkraftwerk Deutschlands war. Nach der Stilllegung der ältesten Kraftwerksteile, Erneuerung des Werks 3 (2×500 MW) sowie der neu erbauten Blöcke Q (1996–2000, 900 MW) und R (2006–2012, 675 MW) beträgt die Gesamtleistung des Kraftwerks 2575 MW. Damit liefert das Kraftwerk Boxberg rein rechnerisch Strom für mehr als vier Millionen Haushalte. Für die Versorgung des neuen Blocks R mit Braunkohle hatte Vattenfall den 1999 gestundeten Tagebau Reichwalde wieder aktiviert.[12]

Südlich von Sprey befindet sich in Kraftwerksnähe eine Fischzuchtanlage der Peitzer Edelfisch Handelsgesellschaft, die bis in die 1990er Jahre das Warmwasser des Kraftwerks zur ganzjährigen Zucht nutzte. Auf dem Gewerbegebiet Kringelsdorf steht ein Werk von Europor.

Die weitere Wirtschaft wird durch eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen gestaltet, die sich auf Industrie, Handwerk, Landwirtschaft und Dienstleistungen verteilen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Mentzer (1658–1734), Pfarrer und Kirchenlieddichter aus Jahmen
  • Friedrich Gottlob Leonhardi (1757–1814), Ökonom und Übersetzer aus Dürrbach
  • Jan Arnošt Smoler (1816–1884), sorbischer Volksschriftsteller und Wissenschaftler aus Merzdorf
  • Matej Handrik (1864–1946), Volkskundler und Sprachforscher aus Jahmen, Pfarrer in Schleife
  • Heinz Roy (* 1927), deutsch-sorbischer Komponist aus Zimpel, ehemaliger Bürgermeister von Klitten
  • Hartmut Ulbricht (* 1950), Volkskammerabgeordneter und Mitglied des sächsischen Landtags aus Klitten
  • Bogumił Šwjela (1873–1948), niedersorbischer Sprachwissenschaftler und Mitbegründer der Domowina, war fünf Jahre lang Pfarrer in Nochten
  • Gottfried Unterdörfer (1921–1992), Förster und Dichter, der in Uhyst wirkte und starb

Quellen und weiterführende Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Sächsisches Sorbengesetz, Anlage zu § 3 (2)
  3. a b c d e f Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Gebietsänderungen bei den Gemeinden Deutschlands im Jahre 1996. Statistisches Bundesamt, 1. Juli 2007, abgerufen am 18. Oktober 2012 (XLS; 140 KB).
  5. Gebietsänderungen bei den Gemeinden Deutschlands im Jahre 1999. Statistisches Bundesamt, 1. Juli 2007, abgerufen am 18. Oktober 2012 (XLS; 214 KB).
  6. Gebietsänderungen bei den Gemeinden Deutschlands im Jahre 2007. Statistisches Bundesamt, 10. Januar 2008, abgerufen am 18. Oktober 2012 (XLS; 364 KB).
  7. Gebietsänderungen bei den Gemeinden Deutschlands im Jahre 2009. Statistisches Bundesamt, 31. Januar 2010, abgerufen am 18. Oktober 2012 (XLS; 116 KB).
  8. Bevölkerung nach Geschlecht und Religion. Boxberg/O.L. In: Datenbank des Zensus 2011. Abgerufen am 15. März 2016.
  9. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  10. Bürgermeisterwahl 2015. Endgültiges Ergebnis des zweiten Wahlganges am 28. Juni. Statistisches Landesamt Sachsen, abgerufen am 15. März 2016.
  11. Rallye Guide der 13. ADMV-Lausitz-Rallye. RRWC Lausitz e.V., 8. August 2012, S. 8, 14, archiviert vom Original am 21. Oktober 2012; abgerufen am 18. Oktober 2012 (PDF, 1,99 MB).
  12. Sven Bock: Neuer Kraftwerksblock in Boxberg am Netz. In: Lausitzer Rundschau. 11. Oktober 2012, abgerufen am 18. Oktober 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boxberg/O.L. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien