Quitzdorf am See

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Quitzdorf am See
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Quitzdorf am See hervorgehoben
Koordinaten: 51° 18′ N, 14° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungsverband: Diehsa
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 36,34 km2
Einwohner: 1499 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02906
Vorwahlen: 03588, 035893
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 440
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 19
02906 Quitzdorf am See
Webpräsenz: www.quitzdorf-am-see.de
Bürgermeister: Günter Holtschke (CDU)
Lage der Gemeinde Quitzdorf am See im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Oberlausitz) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Ort) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
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Quitzdorf am See ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Die zum Verwaltungsverband Diehsa gehörende Gemeinde entstand 1994 aus dem Zusammenschluss zweier Gemeinden und wurde nach dem Dorf Quitzdorf benannt, das der Talsperre Quitzdorf weichen musste.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Quitzdorf am See liegt im mittleren Teil des Landkreises und grenzt im Osten an die Stadt Niesky. An das überregionale Verkehrsnetz ist Quitzdorf am See über die Bundesstraße 156 im Westen, die Bundesstraße 115 im Osten und die Bundesautobahn 4 im Süden angeschlossen. Die nächsten Autobahnanschlussstellen in östlicher Richtung sind Kodersdorf (Anschlussstelle 93; etwa 20 km entfernt) und Nieder Seifersdorf (92; 12 km), und in westlicher Richtung Weißenberg (91; 10 km). Durch die Gemeinde führt die Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau mit einem Haltepunkt in Petershain.

Quitzdorf am See liegt zwischen dem Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft im Norden und der Hohen Dubrau im Süden und ist von einer wald- und teichreichen Landschaft umgeben. Die Ortschaften Kollm und Sproitz liegen direkt an der Talsperre Quitzdorf, in der der Schwarze Schöps gestaut wird.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile sind Horscha (sorbisch: Hóršow), Kollm (Chołm), Petershain (Hóznica), Sproitz (Sprjojcy) und Steinölsa (Kamjentna Wólšinka).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Kollm wird als dorffe zu Kollme im Jahr 1346 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und dürfte Ort am Hügel bedeuten. Wenig später wurden Petershain (1390) und Sproitz (1399; als Sprewicz) erstmals urkundlich erwähnt. Erst über 100 Jahre später erfolgte die Ersterwähnung Steinölsas im Jahr 1528 (als Steinöllß).

Im Horschaer Steinbruch, in dem bis 1984 Quarzit abgebaut wurde, wurden 1956 Graptolithen aus dem Silur gefunden.

Die Gemeinde entstand am 1. März 1994, als sich die Gemeinden Kollm und Sproitz (mit Ortsteil Steinölsa) zur Gemeinde „Quitzdorf am See“ zusammenschlossen.[2] Der Name wurde bewusst gewählt, um an das alte Quitzdorf zu erinnern. Am 1. Oktober 1995 kam es zum Zusammenschluss mit der Gemeinde Petershain, zu der der Ortsteil Horscha gehörte.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 58,5 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,4 %
25,5 %
13,1 %
15,0 %
FWV
WV09

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 6 Sitze
  • Freie Wählervereinigung Quitzdorf am See (FWV): 3 Sitze
  • LINKE: 2 Sitze
  • Wählervereinigung ´09 (WV09): 1 Sitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Orten der Gemeinde gibt es verschiedene bauliche Sehenswürdigkeiten aus den vergangenen Jahrhunderten. Dazu gehören unter anderem die Kirchen aus dem 13. oder 14. Jahrhundert in Petershain und Kollm, die dazugehörigen Pfarrhäuser aus den Jahren 1662 (Kollm) und 1685 (Petershain), ein Sühnekreuz aus dem 15. Jahrhundert und eine Getreidemühle aus dem Jahr 1625 in Sproitz, eine alte Mühle in Horscha und eine alte Schloßmauer zu Steinölsa. Wesentlich älter sind bereits die steinzeitlichen Hünengräber zu Steinölsa.

In Sproitz gibt es zudem drei Denkmäler bzw. Gedenkstätten. Dies sind ein Sühnekreuz aus dem 15. Jahrhundert, ein Denkmal für den General Karl Freiherr von Wrangel aus der Zeit des Ersten Weltkrieges sowie ein Soldatenfriedhof aus dem Zweiten Weltkrieg.

In der Gemeinde gibt es mehrere herrschaftliche Anlagen. Zu ihnen gehört das Rittergut von 1578 in Petershain, das „Neue Schloss“ mit Parkanlage aus den Jahren 1909/11 in Kollm (das „Alte Schloss“ aus dem Jahr 1766 wurde zu DDR-Zeiten gesprengt), das 1903 bis 1905 im Jugendstil erbaute Schloss mit dazugehörigem Park in Petershain und der Horschaer Park mit seiner frühromantischen Parkanlage.

Landschaftliche Sehenswürdigkeiten in und um die Gemeinde sind neben dem Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und dem Stausee der Kieselschiefertagebau am Pansberg in Horscha, der Weinberg in Kollm und der Höhenzug Hohe Dubrau mit dem ältesten Gestein Deutschlands.

Die Kulturdenkmale der Gemeinde sind in der Liste der Kulturdenkmale in Quitzdorf am See erfasst.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Filmproduzent Hans Abich (1918–2003) wurde in Steinölsa geboren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  4. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Quitzdorf am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien