Hamburger Klimawoche

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Die Hamburger Klimawoche ist eine Klimaschutz-Informationsveranstaltung in Hamburg. Sie findet seit 2009 jährlich an zentralen Orten der Hansestadt statt und ist mit insgesamt mehr als einer Million Besuchern (2009–2014) die größte Klimaschutz-Kommunikationsveranstaltung in Europa.[1]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hamburger Klimawoche macht jährlich mit zahlreichen Veranstaltungen auf die Dringlichkeit, Machbarkeit und langfristige Wirtschaftlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen aufmerksam. Seit der 8. Hamburger Klimawoche (2016) sind die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die seit Januar 2016 verbindlich sind, die inhaltliche Leitlinie für alle Aktivitäten. Der Klimawandel stellt mittelfristig auch für Hamburg eine Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit der Bürger, für die wirtschaftliche und soziale Struktur sowie für die Naturräume und Tierwelt der Hansestadt und ihrer Metropolregion dar. Ein besonderes innerstädtisches Problem ist der Stadtklima-Effekt, der die Temperaturen innerhalb der Städte noch zusätzlich steigen lässt.

Die Hamburger Klimawoche ist eine unabhängige Initiative aus der Mitte der Gesellschaft und zeigt mit zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft konkrete Lösungsansätze, wie die weltweit gültigen Nachhaltigkeitsziele in der Metropole Hamburg zusammen mit Verbänden, Bildungseinrichtungen, Kulturinstitutionen, Start-ups und Kirchen umgesetzt werden können. Und die Klimawoche verdeutlicht, was jede*r selbst zu einer nachhaltigen Welt und zur Vermeidung der Fluchtursachen auf Basis der seit 2016 weltweit verbindlichen 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen kann. Deswegen stehen Themen wie Mobilität, Maßnahmen zum Klimaschutz, die Bedeutung von Wasser und sanitären Einrichtungen, Artensterben und Bildung, bis hin zu Innovationen in Technik und Infrastruktur ganz oben auf der Agenda.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstalter der Hamburger Klimawoche ist seit 2019 der Verein Klimawoche e.V.[2], der durch den Vorstand vertreten wird: 1. Vorsitzender: Frank Otto, 2. Vorsitzender: Alexander Pflüger, Schriftführerin: Stephanie Barrientos, Kassenwart: Andreas Schwarz (Stand: 6/2020) Der Verein wird durch einen 20‐köpfigen Beirat mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Klimaforschung beraten. Mitglieder des Beirates sind: Tobias Bandel, Bärbel Dieckmann, Wolfgang Dickhaut, Maximilian Gege, Hartmut Graßl, Dagmar Hotze, Michael Knobloch, Mojib Latif, Gerhard Löwe, Frank Otto, Claudia Schmitt, Frank Schweikert, Michael Stawicki, Christoph Störmer, Christiane Wasle, Corinna Weber und Nick Zippel[3]. Die Hamburger Klimawoche ist eine politisch und wirtschaftlich unabhängige Veranstaltung.

Die Hamburger Klimawoche fand 2009 erstmals in der Europa Passage am Ballindamm statt und war gleichzeitig die erste der durch die Vereinten Nationen global initiierten Klimawochen[4]. 2012 war die Hamburger HafenCity Veranstaltungsort[5], 2013 kehrt die Klimawoche wieder in die Europa Passage zurück. Seit 2015 findet die Klimawoche an unterschiedlichen Örtlichkeiten statt[6]. 2019 fand die Hamburger Klimawoche auf dem Rathausmarkt statt.

Die 7. Hamburger Klimawoche fand vom 13. bis 20. September 2015 unter dem Motto „Gute Beispiele für den Klimaschutz“ in der Hamburger Innenstadt statt. Veranstaltungsorte waren die Gänsemarkt Passage, die Passage Hamburger Hof, die Handelskammer Hamburg, sowie die beiden Hauptkirchen St.Katharinen und St. Petri. Schirmherren sind die Schüler Felix Finkbeiner, UN‐Botschafter für Klimagerechtigkeit und Gründer von „Plant-for-the-Planet“ und seine Hamburger Teamkollegin Jule Schnakenberg. Unterstützt wurde die Klimawoche von der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien.

Schirmherr der 10. Hamburger Klimawoche (23.–30. September 2018) war Fürst Albert II[7].

Die Hamburger Klimawoche fand 2019 (22.–29. September[8]) in Kuppelzelten direkt vor dem Rathaus statt. Gäste waren u. a. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne), Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD), Klimaforscher Hartmut Graßl, Pioneer des Weltklimarats in Deutschland und Klimaforscher Mojib Latif, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Seenotretterin und Naturschutzökologin Carola Rackete berichtete über eine Forschungsreise zum Nordpol, es gab eine vielbeachtete Liveschaltung zur Vorstellung des IPCC-Berichts nach Monaco und die European Researchers' Night unter dem Motto „Future Life“. Schirmherr der 11. Klimawoche war das Team Malizia mit dem Skipper Boris Herrmann, der Team-Managerin Holly Cova und der Leiterin des teameigenen Bildungsprogramms, Birte Lorenzen.

Auf dem Rathausmarkt informierte im Climate Dome das Deutsche Klimarechenzentrum über Ergebnisse der Klimaforschung. Und rund um die St. Petri-Kirche fand der Themenpark der Hamburger Klimawoche statt, diesmal als Green World Tour Hamburg durch den Kooperationspartner Autarkia. Der Themenpark ist eine Art Nachhaltigkeitsmesse. Und überall in der Stadt gab es dutzende Veranstaltungen von Bündnispartner*innen, die die Hamburger Klimawoche als Plattform nutzen.

Teil jeder Hamburger Klimawoche ist auch ein kostenloses Bildungsprogramm für Schüler*innen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche aus Hamburg und Umgebung für die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und die sich daraus ergebenden drängenden gesellschaftlichen Klima-, Umwelt und sozialen Fragen sowie das gesellschaftliche Miteinander zu sensibilisieren.

Engagierte Akteure*innen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft bieten im Klimawochen-Bildungsprogramm Workshops und Exkursionen an, in denen Schüler*innen und Kita-Kindern ein eigenes Bewusstsein für die Themen Umwelt-, Klimaschutz und nachhaltiges Zusammenleben entwickeln und Bestehendes hinterfragen können. Die angebotenen Inhalte lassen sich hervorragend mit dem Hamburger Bildungsplan verknüpfen. Lehrer*innen und Erzieher*innen können ihre Gruppen ganz einfach online über die Webseite der Hamburger Klimawoche für die Angebote anmelden.

2019 boten die Akteure*innen rund 120 Workshops, Exkursionen und Jugendkonferenzen zu Nachhaltigkeitsthemen an, an denen mehr als 3000 Schüler*innen teilgenommen haben. Nachhaltigkeitsthemen anbieten, an denen mehr als 3000 Schüler*innen teilgenommen haben.

Besucherzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: 45 Akteure, 250.000 Besucher
  • 2010: 80 Akteure, 266.000 Besucher
  • 2011: 167 Akteure, 350.000 Besucher
  • 2012: über 100, ca. 250.000 Besucher
  • 2013: über 60 Akteure, ca. 150.000 Besucher
  • 2014: über 50 Akteure, ca. 160.000 Besucher
  • 2015: 64 Akteure
  • 2016: 118 Akteure

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jährliche Veranstaltung wurde von der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen als eine weltweite Bildungsinitiative ausgezeichnet. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen bezeichnet die Hamburger Klimawoche als größte Klimakommunikationsveranstaltung in Europa mit einer großen politischen Signalwirkung.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dritte Hamburger Klimawoche bei UNEP
  2. Impressum. In: Hamburger Klimawoche. Abgerufen am 26. Juni 2020 (deutsch).
  3. Beirat der Klimawoche
  4. Klimawoche 2009
  5. Klimawoche 2012
  6. Klimawoche 2015
  7. Klimawoche 2018. In: Hamburger Klimawoche. Abgerufen am 8. August 2020 (deutsch).
  8. Eröffnung der 11. Hamburger Klimawoche. In: Hamburger Klimawoche. 23. September 2019, abgerufen am 26. Juni 2020 (deutsch).