Hauneck

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hauneck
Hauneck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hauneck hervorgehoben

Koordinaten: 50° 50′ N, 9° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 17,75 km2
Einwohner: 3199 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36282
Vorwahl: 06621
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 007
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hersfelder Str. 14
36282 Hauneck
Website: www.hauneck.de
Bürgermeister: Harald Preßmann (FWG)
Lage der Gemeinde Hauneck im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
ThüringenVogelsbergkreisLandkreis FuldaSchwalm-Eder-KreisWerra-Meißner-KreisAlheimRotenburg an der FuldaCornbergNentershausen (Hessen)BebraBebraWildeckHeringen (Werra)Philippsthal (Werra)Friedewald (Hessen)LudwigsauNeuenstein (Hessen)HohenrodaSchenklengsfeldSchenklengsfeldHauneckHaunetalNiederaulaKirchheim (Hessen)Breitenbach am HerzbergRonshausenBad HersfeldKarte
Über dieses Bild

Hauneck ist eine Gemeinde im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Gemeinde Hauneck

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde erstreckt sich an der Haune entlang. Wenige Kilometer nördlich fließt die Haune in die Fulda. Die Stadt Bad Hersfeld liegt nördlich, in unmittelbarer Nähe. In etwa 35 km Entfernung liegt im Süden Fulda und im Westen Alsfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Bodes, Eitra, Fischbach, Oberhaun, Rotensee, Sieglos und Unterhaun.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Hersfeld, Schenklengsfeld, Eiterfeld, Haunetal, Niederaula

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenruine im Bergfriedhof aus dem 10. Jahrhundert

Im Jahre 972 wurde eine Kreuzkapelle das erste Mal urkundlich erwähnt. Sie diente vermutlich als Wallfahrtsort. Das sich hier entwickelnde Dorf wurde 1217 das erste Mal in einer Urkunde des Hersfelder Abtes Ludwig I. an den Vogt Bertho von Buchenau als Cruceberc erwähnt. Die Kreuzkapelle diente in den folgenden Jahrhunderten als Dorfkirche. Im 16. Jahrhundert wurde der Ort zur Wüstung, bis Ende des 17. Jahrhunderts hier der Ort Unterhaun entstand. Im Jahre 1736 erhielt die Gemeinde eine neue Dorfkirche. In der Folge verfiel in diesem Jahrhundert die Kreuzkapelle auf einer Anhöhe über dem Ort.

Im Mittelalter hatten die Ritter von Buchenau (Buchenaouwe) über lange Zeit das Lehen über das Amt Schildschlag und das Gericht Johannesberg vom Hersfelder Abt inne. Diesen Hersfelder Verwaltungsgebieten gehörten viele der heutigen Ortsteile an. Die Abtei Hersfeld setzte die Buchenauer auch als Vögte ein. Die Vogtei und der Gerichtssitz lag zusammen mit der der Propstei St. Johannes auf dem Johannesberg. Später, unter den hessischen Landgrafen, wurden die Verwaltungsgebiete von der Burg Hauneck aus regiert, woraus sich dann 1971 der Gemeindename ableitete.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen entstand am 31. Dezember 1971 die Gemeinde Hauneck durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Oberhaun, Rotensee, Sieglos und Unterhaun.[2] Am 1. August 1972 kamen die Gemeinden Bodes und Fischbach (bis dahin im Landkreis Hünfeld) sowie Eitra kraft Landesgesetz hinzu.[3][4] Für die ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hauneck 3179 Einwohner. Darunter waren 54 (1,7 %) Ausländer, von denen 18 aus dem EU-Ausland, 13 aus anderen Europäischen Ländern und 22 aus anderen Staaten kamen.[6] Nach dem Lebensalter waren 507 Einwohner unter 18 Jahren, 1239 waren zwischen 18 und 49, 756 zwischen 50 und 64 und 678 Einwohner waren älter.[7] Die Einwohner lebten in 1350 Haushalten. Davon waren 330 Singlehaushalte, 381 Paare ohne Kinder und 492 Paare mit Kindern, sowie 135 Alleinerziehende und 15Wohngemeinschaften. In 246 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 864 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[7]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauneck: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2020
Jahr  Einwohner
1970
  
2.990
1973
  
3.355
1975
  
3.270
1980
  
3.137
1985
  
3.042
1990
  
3.219
1995
  
3.170
2000
  
3.242
2005
  
3.213
2010
  
3.048
2011
  
3.179
2020
  
3.208
Quelle(n): Hessisches Statistisches Informationssystem[8]; Zensus 2011[7]; Gemeinde Hauneck[9]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1987: 2837 evangelische (= 82,36 %), 428 katholische (= 12,42 %), 180 sonstige (= 5,22 %) Einwohner[10]
• 2011: 2237 evangelische (= 70,37 %), 324 katholische (= 10,19 %), 618 sonstige (= 19,44 %) Einwohner[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[11] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[12][13][14]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
   
Insgesamt 19 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 49,4 9 52,6 10 54,2 10 55,0 13 63,9 15
FWG Freie Wählergemeinschaft 30,7 6 31,3 6 28,0 5 32,7 7 20,8 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 20,0 4 16,1 3 17,7 4 12,4 3 15,3 3
gesamt 100,0 19 100,0 19 100,0 19 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 60,7 55,2 56,4 57,5 60,3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Hauneck neben dem Bürgermeister fünf ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[15]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2004 Harald Preßmann (FWG).[15][16] Er wurde am 8. November 2015 mit 84,6 % der Stimmen wiedergewählt.[17]

Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren:[15]

  • 1998 bis 2004 Ernst Hebig (SPD)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Das Wappen zeigt in Silber einen blauen Schrägrechtswellenbalken. Im rechten Obereck 4 und im linken Untereck 3 rote Sterne.“

Der Wellenbalken steht für die Haune, die durch die Gemeinde fließt. Die Sterne symbolisieren die sieben Ortsteile der Gemeinde.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche in Oberhaun aus dem 14. Jahrhundert
  • alter Friedhof in Unterhaun mit Kapellenruine (von 972) auf dem Crucaberc (Kirchberg)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauneck liegt direkt an der Bundesautobahn 4 in unmittelbarer Nähe zu Ausfahrt 32 (Bad Hersfeld). Die Bundesstraße 27 führt entlang der Haune durch die Gemeinde. Durch Hauneck verläuft die Bahnstrecke Bebra–Fulda.

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der internationale Flughafen Frankfurt Airport in Frankfurt am Main und der Regionalflughafen Kassel-Calden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hauneck gibt es eine Grundschule, die seit 2001 den Namen Astrid-Lindgren-Schule trägt. Sie befindet sich im Ortsteil Unterhaun.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hauneck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 14. November 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 46, S. 1828, Punkt 1506; Abs. 12. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hersfeld und Rotenburg (GVBl. II 330-13) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 217, § 7 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 397.
  5. Hauptsatzung. § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Hauneck, abgerufen im Februar 2021.
  6. Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Hauneck. In: Zensus2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im Februar 2021.
  7. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 16 und 73;.
  8. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  9. Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Hauneck, abgerufen im Februar 2021.
  10. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 41;.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  14. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  15. a b c Bürgermeister-Direktwahlen in Hauneck. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  16. Osthessen News vom 9. November 2015: Preßmann hat jetzt eine dritte Amtszeit vor sich abgerufen am 8. August 2016
  17. Bürgermeisterwahl. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 24. März 2021.