Hermann Ebeling (Synchronsprecher)

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Hermann Ebeling (* 6. April 1928; † 5. März 2000) war ein deutscher Theaterschauspieler und Synchronsprecher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Ebeling besuchte nach seinem Abitur die Düsseldorfer Schauspielschule unter Gustaf Gründgens, es folgte ein Theaterengagement am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit 1958 war er langjährig an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin auf allen drei Bühnen zu Hause: Am Schillertheater spielte er u. a. 1961 in Lope de Vegas Was kommt denn da ins Haus? und 1972 eine Hauptrolle in Raimunds Der Alpenkönig und der Menschenfeind.[1][2] In der Werkstatt des Schillertheaters trat er u. a. 1961 in Die Kartothek von Różewicz auf sowie 1968 (erster Auftritt nach einjähriger Pause wegen eines komplizierten Beinbruchs) auch als Sänger, begleitet von dem Gitarristen Peter Liebert (1939–1970), in Jochen Ziems Stück Nachrichten aus der Provinz.[3][4] Er trat danach in diesem Theater noch mehrmals als Sänger auf, interpretierte u. a. im Programm Schauspieler singen Lieder von Rudi Goguel, Hanns Eisler, Wolf Biermann und begleitete Erich Schellow bei einem Brecht-Lied auf der Gitarre.[5] Am Schlossparktheater war er u. a. als Joey in Pinters Die Heimkehr (deutsche Erstaufführung) beim Theatertreffen 1965 und nochmals beim Theatertreffen 1966 zu sehen.[6][7]

Neben seiner Bühnentätigkeit war Hermann Ebeling ein vielbeschäftigter Synchronsprecher und lieh seine Stimme prominenten Schauspielkollegen wie Yul Brynner (in der Fernsehserie Anna und König von Siam), Denholm Elliott (Atom, Lüge & was kommt danach?), Paul Freeman (Jäger des verlorenen Schatzes), Christopher Lloyd (Falsches Spiel mit Roger Rabbit), Martin Landau (Akte X – Der Film), Ian Holm (Mary Shelley’s Frankenstein), Malcolm McDowell (Sunset), Donald Sutherland (Verschwörung im Schatten) und George Peppard (Das A-Team). Einem jüngeren Publikum dürfte er vor allem als Sprecher des Dagobert Duck in der Serie DuckTales (nur erste Staffel, die zweite Staffel wurde erst sechs Jahre nach der ersten synchronisiert, in der zweiten Staffel wurde "DD" von Joscha Fischer-Antze gesprochen) sowie als erfinderischer Prof. Knox in Rolf Kaukas Fix und Foxi vertraut sein, er gab auch Professor Clairembart in der Zeichentrickserie Bob Morane die ab Januar 1999 auf SuperRTL lief seine Stimme. Darüber hinaus war er ein viel beschäftigter Hörspielsprecher.

Im Fernsehen war der renommierte Bühnendarsteller Ebeling ein seltener Gast. Er spielte Parts in den Fernsehserien Direktion City und Der Prins muß her (mit Peter Sattmann), einigen Filmen sowie in zahlreichen Folgen der Reihe Damals kein Denkmal. In dieser Ende der 70er Jahre produzierten Serie des Schulfernsehen versuchte der Politologe Thomas Ellwein ein differenziertes Bild von historischen Personen mittels fiktiver Streitgespräche zwischen deren Zeitgenossen zu entwickeln.

Der passionierte Segler Ebeling, der Inhaber eines Kapitänspatents war, starb überraschend während der Arbeit zur Fix und Foxi-Hörspielserie am 5. März 2000 im Alter von 71 Jahren.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1963: Die Mondvögel
  • 1973: Die Werwölfe
  • 1976: Direktion City
  • 1979: Damals kein Denkmal
  • 1986: Der Prins muß her
  • 1986: Das Geheimnis von Lismore Castle

Synchronrollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele (Auswahl)[8][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1965: Traute Hellberg: Ausweg (Goerg) – Regie: Oswald Döpke (RIAS Berlin)
  • 1966: Andreas Fuchs: Beutz braucht Schonung (Franz Beutz) – Regie: Günter Braun (RIAS Berlin)
  • 1972: Willibald Runge: Giese gegen Giesebrecht. Damals war's – Geschichten aus dem alten Berlin (Geschichte Nr. 16 mit zehn Folgen) (Assessor Gerhard Finke) (RIAS Berlin)
  • 1972: Werner Brink: Das Diadem (Milar Mandaris) – Regie: Hans Ulrich Minke (RIAS Berlin)
  • 1974: John Arden und Margaretta D'Arcy: Das Erbe von Ballygombeen (Seamus O'Leary) – Regie: Walter Adler (WDR/SR)
  • 1977: Alexej Tolstoi: Aelita – Regie: Manfred Marchfelder (RIAS Berlin)
  • 1978: Peter Lustig und Elfie Donnelly: Tam Tam ganz gross (1) & (2) - Das Charlottenburger Schlossgespenst – Regie: Ulrich Herzog (Kinderhörspiel – SFB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Programmheft 107 Schiller-Theater Berlin 1961/62. WAS KAM DENN DA INS HAUS? von Lope de Vega.
  2. Staatliche Schauspielbühnen Berlin (Hg.): Programmheft 10 Schiller-Theater Berlin 1972.
  3. Schiller-Theater Werkstatt, Berlin: Programmheft 115 (Saison 1961/62) zu Różewicz Die Kartothek.
  4. Nach einem Jahr Pause wieder auf der Bühne. BILD Berlin (Tageszeitung), 17. Februar 1968, abgerufen am 26. April 2020.
  5. Schiller-Theater Werkstatt, Berlin: Programmheft zu Schauspieler singen – Programm und Leitung: Peter Fischer (Berlin o. J.)
  6. Berliner Theatertreffen seit 1964 - Die Heimkehr. Berliner Festspiele, abgerufen am 26. April 2020.
  7. Johannes Jacobi: Theater zwischen Kabuki und Boulevard. Stücke von Brecht, Pinter und Kopit auf Berliner Bühnen. Zeit online, 22. Oktober 1965, abgerufen am 26. April 2020.
  8. Hörspieldatendank. HspDat.to - für die Hintergründe zum Gehörten, abgerufen am 16. Mai 2020.