Hochschuldidaktik

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Hochschuldidaktik beschäftigt sich mit allen Aspekten von Lernen, Lehren und Studium an Hochschulen.

Dies betrifft zum einen die kritische Auseinandersetzung mit Inhalten von Studiengängen und die Studienreform, der Weiterentwicklung von Studiengängen. Dieser „Inhaltsaspekt“ von Studium und Lehre stand in der „Hochkonjunktur“ der Hochschuldidaktik während der 1960er Jahre im Mittelpunkt und basierte auf einer grundlegend gesellschaftskritischen Haltung, welche Gegenkritik nach sich zog. Der „Vermittlungsaspekt“, d. h. die Planung und Durchführung von Unterricht und Lehrveranstaltungen ist erst später in den Fokus gerückt, als verstärkt die Frage diskutiert wurde, was „gute“ Lehre ausmacht und wie diese gefördert werden kann. Dennoch ist Hochschuldidaktik keine Verlängerung von Schulpädagogik oder deren Übertragung auf eine andere Institutionsform, sondern "sie ist vielmehr auf Wissenschaftstheorie, -geschichte, -soziologie angewiesen. Hochschuldidaktik ist von Wissenschaftsforschung und Wissenschaftsdidaktik nicht zu trennen (...)" (Huber, 1995, S. 114).

In der aktuellen Diskussion wird Hochschuldidaktik oft auf diesen Aspekt verkürzt, wenngleich gerade im Kontext des Bologna-Prozesses auch die Frage der Inhalte und der Struktur von Studiengängen einer kritischen Auseinandersetzung bedarf.

Hochschuldidaktische Weiterbildung ist keine Voraussetzung für die Berufung zum Hochschullehrer. Hochschuldidaktik wird daher als Angebot an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Lehrbeauftragte oder bereits tätige Professorinnen und Professoren gestaltet. Anders als in anderen europäischen und anglo-amerikanischen Ländern ist nur in den wenigsten Bundesländern in Deutschland der Nachweis einer didaktischen Qualifikation für die Tätigkeit als Lehrender einer Hochschule erforderlich.

Entwicklung des Fachs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In der BRD hatte Hochschuldidaktik in den 1960er Jahren Konjunktur, wollte man doch Hochschulen grundlegend reformieren und eine „neue“ Lehre zur Geltung bringen. Ausgehend aus dem Verband Deutscher Studentenschaften (VDS) und der Bundesassistentenkonferenz entwickelte sich der „Arbeitskreis für Hochschuldidaktik“ (AHD). Ende 1969 und Anfang 1970 wurden die ersten hochschuldidaktischen Zentren an der TU Berlin und der Universität Hamburg gegründet. Nach einer Phase der Institutionalisierung von Hochschuldidaktischen Zentren an verschiedenen Universitäten ist die Hochschuldidaktik im deutschsprachigen Raum relativ schnell in die Kritik geraten. Ihre Fortbildungsangebote fanden oft ungenügend Nachfrage und die Umsetzung in den Hochschulen blieb gering. Statt die Widerstände zu analysieren, wurde die Hochschuldidaktik zunehmend infrage gestellt und immer mehr an den Rand gedrängt. Die meisten der seinerzeit gegründeten Einrichtungen wurden bis heute aufgelöst, umbenannt oder reorganisiert.

In der DDR begann die Institutionalisierung der Hochschulpädagogik als eigene Wissenschaftsdisziplin bereits Ende der fünfziger Jahre, wenngleich unter politischem Vorzeichen: Neben hochschuldidaktischen Fragestellungen beschäftigte sich die DDR-Hochschulpädagogik besonders mit der politisch-ideologischen Erziehung der Studierenden. Das deutschlandweit erste „Institut für Hochschulpädagogik“ wurde 1961 in Rostock gegründet, an anderen Universitäten wurden „hochschulpädagogische Arbeitszentren“ gegründet, seit den siebziger Jahren bestanden an allen Universitäten und Hochschulen der DDR hochschulpädagogische Abteilungen. Für den Erwerb der seit der Dritten Hochschulreform von allen Hochschullehrern geforderten Facultas docendi war der Teilnahmenachweis hochschulpädagogischer Lehrveranstaltungen notwendig. Nach der Wiedervereinigung wurde die ostdeutsche Hochschulpädagogik aufgrund ihrer politischen Belastung vollständig abgewickelt.

In der Schweiz förderte das "Bundesgesetz über die Fachhochschulen", das 1995 in Kraft trat, die Entwicklung der Hochschuldidaktik stark[1]. Darin legt Artikel 12 die "Anforderungen an die Lehrkräfte" fest, zu denen neben einer abgeschlossene Hochschulausbildung, Forschungsinteresse und mehrjährige Berufserfahrung ausdrücklich auch eine "didaktische Qualifikation" gehört. Da diese Vorgabe für die Fachhochschulen, nicht jedoch für die Universitäten wirksam war, entwickelte sich die Hochschuldidaktik in der Schweiz in den Fachhochschulen intensiver: Der Bund förderte die Entwicklung der Hochschuldidaktik und finanzierte das Projekt „Schweizerische Weiterbildungszentrale für Fachhochschulen“ (Projekt SWF). Die Idee einer gesamtschweizerischen Weiterbildungsstelle konnte jedoch nie wirklich erfolgreich realisiert werden. Nachdem die Strukturen der jeweiligen sieben Fachhochschulen geklärt waren, begann jede Fachhochschule ihre eigene Lösung der didaktischen Qualifizierung der Dozierenden zu entwickeln. Teilweise existierten bereits vorher mehrere Institutionalisierungsansätze: Die Direktorenkonferenz der Ingenieurschulen der Schweiz (DIS) bildete eine Kommission für die didaktische Weiterbildung ihrer Dozierenden eingerichtet und vergab eine Anerkennung. In Basel war eine Weiterbildungsstelle für Dozierenden an der Hochschule für Kunst (FLuG HGK CH) entstanden. Die Schulen für Sozialarbeit hatten die SASSA, welche sich mit didaktischen Weiterbildungsangeboten für Dozierende in diesem Fachbereich beschäftigte. Brigitta Pfäffli, die als Pionierin der Hochschuldidaktik das vom Bund geförderten Projekt SWF geleitet hatte, liess ihre Aktivitäten zu grossen Teilen in den Aufbau der Fachstelle für Hochschuldidaktik der Fachhochschule Zentralschweiz, münden, das heutige "Zentrum für Lernen und Lehren" der Hochschule Luzern[2]. Diese Stelle gehört somit zu den ältesten in der Schweiz und weiterhin zu den grossen. Anstelle der SWF wurde eine Schweizerische Fachgruppe für die Weiterbildung der Dozierenden (FdWB) als Teil der Aktivitäten der KFH (Konferenz der Fachhochschulen der Schweiz - Rectors' Conference of the Swiss Universities of Applied Sciences) ins Leben gerufen mit der Aufgabe, Qualität zu pflegen durch fachlichen Austausch und die Angebote zu koordinieren. Aus dieser Gruppe sind die Empfehlungen "Weiterbildung für Dozierende an Fachhochschulen - Konzept für die didaktische Weiterbildung"[3] hervorgegangen. Diese empfehlen eine didaktische Weiterbildung für alle Fachhochschul-Dozierenden im Umfang von mindestens 7 ECTS-Credits (mind. 200 Stunden Workload). Diese Empfehlung wird von vielen Fachhochschulen in der Schweiz umgesetzt.

An den Schweizer Universitäten sind in der Folge ebenfalls Hochschuldidaktistellen entstanden, besonders gross sind diejenigen in Bern und in Zürich. Weiter begannen auch Pädagogische Hochschulen, hochschuldidaktische Weiterbildungen Weiterbildungen anzubieten.

In den 1990er Jahren hat vor allem das Thema E-Learning die hochschuldidaktische Diskussion beherrscht. Das Thema war Motor für hochschuldidaktisch angelegte Projekte und Innovationen, wie z. B. die Forcierung des fall- und problemorientierten Lernens in der Hochschule.

Erst Ende der 1990er Jahre hat die Hochschuldidaktik mit der Umsetzung der Bologna-Beschlüsse zur europaweiten Einführung gestufter Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master stärkere Aufmerksamkeit erhalten. Die damit erforderlichen Änderungen, wie Modularisierung der Studienangebote, studienbegleitendes Prüfungswesen, systematische Evaluation usw. hat den Stellenwert der Hochschuldidaktik im Hochschulsystem gestärkt. Ziel war die Integration aktivierender Methoden in die Vorlesung als höchster Form der Lehre (zu der man mit der Habilitation befähigt wird) und die Gestaltung von aktivierenderen Veranstaltungen, z.B. durch Methoden des Situierten oder Problembasierten Lernens oder Lernen durch Lehren. Durch die zunehmend selbstverständliche Nutzung von E-Learning an Hochschulen ist der Bedarf an Kompetenzentwicklung bei den Lehrenden gestiegen. Auch hier stellen sich neue Anforderungen an die Hochschuldidaktik. Damit muss sich die Hochschuldidaktik auf einen Umbruch ihrer Arbeit und einen neuen Stellenwert in Hochschule und Gesellschaft besinnen: Von einer oft randständigen Disziplin zu einem interdisziplinären Fach, das sich mit der Theorie und Praxis der Gestaltung von Lehre an Hochschule beschäftigt.

Der Begriff Hochschuldidaktik wird in den letzten Jahren seltener genutzt. Zeitschriften haben sich umbenannt, um der breiteren Entwicklung im Bereich Lehren und Lernen Rechnung zu tragen, beispielsweise die „Zeitschrift für Hochschuldidaktik“ in „Zeitschrift für Hochschulentwicklung“, und ehemals hochschuldidaktische Einrichtungen sprechen heute z. B. von „Akademischer Personalentwicklung“.

Obwohl bereits in den 60er-Jahren die wesentlichen Methoden effizienter Bildung bekannt waren und seit damals in der Erwachsenenbildung zunehmend angewendet werden, hat sich in der Hochschullehre an Universitäten bis heute wenig geändert: Die meisten Veranstaltungen sind Vorlesungen und auch die Seminare sind meist "Vorlesungen mit nicht ganz so vielen Zuhörern". Dieser "Gap" zwischen Theorie der Hochschuldidaktik und Praxis der Hochschullehre ist eine der "Baustellen", auf denen die Hochschuldidaktik-Stellen der verschiedenen Hochschulen arbeiten.

Arbeitsansätze der Hochschuldidaktik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschuldidaktik kann sich unterschiedlich verorten (vgl. Huber, 1995, S. 129): als Teil der Wissenschaftsforschung, der (Aus-)Bildungsforschung, als Teil einer sozialwissenschaftlich-interdisziplinär orientierten Erziehungswissenschaft oder als Teil einer historisch verstandenen Sozialisationsforschung. Innerhalb dieser Verortung kann man sechs "Arbeitsansätze" unterscheiden (ebd.):

  • Unterrichtstechnologischer Ansatz: Hierbei liegt der Fokus auf der Forschung und Entwicklung effizienter Lehrangebote. Die Methoden bauen meist auf der empirischen Unterrichtsforschung auf.
  • Sozialpsychologischer Ansatz: Bei diesem Ansatz steht die Begleitung und soziale Komponente im Vordergrund, denn Probleme des Studiums werden in der Kontaktarmut und Unpersönlichkeit des Studiums gesehen. Es werden vor allem eine Verbesserungen der Kommunikation und Kooperation in Lernsituationen durch Kleingruppenarbeit, Tutorenprogramme oder Kommunikationstrainings als Lösung gesehen.
  • Curricularer oder didaktischer Ansatz: Das Problem der Hochschulbildung liegt darin, dass Ziele und Inhalte des Studiums unzureichend begründet sind und zu Orientierungs-, Motivations- und Lernproblemen der Studierenden führen. Lösungsansätze werden aus dem Bereich der Curriculumsforschung entlehnt.
  • Beschäftigungsorientierter Ansatz: Während die bisherigen Ansätze eher inneruniversitär verortet sind, geht der beschäftigungsorientierte Ansatz dahin, den Berufsbezug der Studiengänge stärker zu betonen und sich um die Anschlussfähigkeit Gedanken zu machen.
  • Sozialisationstheoretischer Ansatz: Er macht die Frage zum Ausgangspunkt, wie sich Studierende und Lehrende innerhalb der Hochschule entwickeln und widmet sich u.a. den Fragen nach Identität und Habitus.
  • Der wissenschaftstheoretische und wissenschaftsdidaktische Ansatz sieht die Probleme der Hochschulbildung in einer Krise der Wissenschaft selbst, in der Expansion und Auffächerung von empirischen Einzelwissenschaften. Er befasst sich mit den Auswirkungen der Wissenschaft auf Studienbedingungen.

In den letzten drei Ansätzen wird also deutlich, dass der Blick der Hochschuldidaktik auf die Universität breiter sein kann als die Fokussierung auf Lehr-Lernsituationen, und unterschiedliche Facetten haben kann. Hochschule kann als Ausbildungsanstalt, Sozialisationsumwelt oder Wissenschaftsbetrieb thematisiert werden – und damit ändern sich auch Aufgaben und Handlungsfelder der Hochschuldidaktik.

Diese Ansätze und Handlungsebenen haben weitläufige Auswirkungen, zum einen auf das Selbstverständnis der Hochschuldidaktiker, wo sie sich verorten, zum anderen auf die Forschungsmethodologie (vgl. ebd. S. 134): Von empirisch-analytischem Vorgehen bis hin zur Aktions- oder Interventionsforschung reicht das Spektrum der Methodologie.

Netzwerke und Verbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den ganzen deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) denkt die "Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd)". Sie versteht sich als "wissenschaftliche Fachgesellschaft aller an den Themen 'Hochschuldidaktik' und 'Studienreform' interessierten Personen" und "bietet ein Forum für hochschuldidaktische Forschung und Entwicklung, fördert die hochschuldidaktische Diskussion und nimmt zu wichtigen Fragen von Hochschullehre und -studium Stellung"[4].

Für die Schweiz arbeitet das "swiss faculty development network"[5]. Es wurde 2000 gegründet und steht Institutionen sowie Personen offen, welche eigene Aktivitäten bzw. Interessen im Feld der Hochschuldidaktik mitbringen, sowohl aus Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen als auch Universitäten.

Das Hochschuldidaktikzentrum Baden-Württemberg (HDZ)[6] ist ein Verbund der neun baden-württembergischen Universitäten. Der Verbund umfasst neun lokale Arbeitsstellen und eine zentrale Geschäftsstelle. Das HDZ strebt an, die Qualität der Lehre an den Landesuniversitäten zu verbessern und dadurch die Qualität des Studiums für die Studierenden zu erhöhen. Das HDZ bietet in seinem landesweiten Jahresprogramm eine große Anzahl an Workshops an, dabei werden insbesondere solche inhaltlichen Bereiche abgedeckt, die für Hochschullehrende in ihrem universitären Alltag von besonderer Relevanz sind. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das ministerielle „Baden-Württemberg-Zertifikat für Hochschuldidaktik“ zu erwerben.

Das Netzwerk Hochschuldidaktik NRW bietet mit seinen zwölf Mitgliedshochschulen (Stand: Januar 2013) das Netzwerk Hochschuldidaktik NRW eine Plattform für nordrhein-westfälische Hochschulen, hochschuldidaktische Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Neben einer regen Beteiligung an der bundesweiten hochschuldidaktischen Diskussion, wird das netzwerkeigene Zertifikatsprogramm "Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule" stetig weiterentwickelt und durch die Mitgliedshochschulen Bergische Universität Wuppertal, Deutsche Hochschule der Polizei, Deutsche Sporthochschule Köln, Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Universität Paderborn, Universität Siegen sowie die Westfälische Wilhelms-Universität Münster ausgestaltet. Über das Website-Portal des Netzwerks Hochschuldidaktik NRW werden Lehrveranstaltungen ortsübergreifend beworben. Das Netzwerk definiert seine Arbeit in Einklang mit den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (DGHD).

Einrichtungen an Schweizer Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Universitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das "Zentrum für universitäre Weiterbildung ZUW"[7] der Universität Bern hat einen Schwerpunkt Hochschuldidaktik, mit dem es sich an Lehrende und Forschende an Universitäten, Fachhochschulen, pädagogischen Hochschulen, höheren Fachschulen und in der Weiterbildung richtet. Es pflegt somit eine bewusst hochschulübergreifende Zielgruppen-Konstellation.

Die „Hochschuldidaktik der Universität Zürich“[8] bietet fokussierte auf die Frage nach der "Guten Lehre“ und damit zusammenhängende Themenfelder. Es richtet seine Weiterbildungs- und Beratungsangebote an Lehrende und Forschende der der Universität Zürich und ebenso an die gesamte Universität als Bildungseinrichtung.

Fachhochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das "Zentrum für Lernen und Lehren"[9] der Hochschule Luzern ist aus einem Zusammenschluss der Fachstelle für Hochschuldidaktik und der Fachstelle Neue Lernmedien, die bis ungefähr 2010 als eigene Organisationseinheiten arbeiteten, entstanden. Es ist neben dem Angebot didaktischer Weiterbildung und Beratung auch für die elektronische Lerninfrastruktur der Hochschule zuständig und engagiert sich dementsprechend stark für Fragen des Lernens und Lehrens in der digitalisierten, offenen Wissensgesellschaft.

Das "Zentrum für Innovative Didaktik"[10] der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW bietet Weiterbildung und Beratung im Feld der Hochschuldidaktik und forscht in diesem Feld. Neue Technologien stehen damit stark im Fokus.

Pädagogische Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachstelle Hochschuldidaktik[11] an der Pädagogischen Hochschule Zug engagiert sich für die institutionelle und individuelle Weiterentwicklung. Für ersteres unterstützt sie die Hochschul- und Bereichsleitungen in strategischen, konzeptuellen und evaluativen Arbeiten im Bereich Hochschuldidaktik. Für zweiteres entfaltet sie massgeschneiderte Aktivitäten.

Einrichtungen an deutschen Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Das Zentrum für erfolgreiches Lehren und Lernen (ZeLL) der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften (ehemals Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel) bietet Unterstützung bei der Anwendung von hochschuldidaktischen Alternativen zu den herkömmlichen Lehrkonzepten. Das ZeLL ist eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte zentrale Einrichtung für die Lehrenden und Studierenden der Ostfalia.
TH Aachen
An der RWTH Aachen besteht seit 1974 das Zentrum für Lern- und Wissensmanagement (vormals hochschuldidaktisches Zentrum), welches ein umfassendes Angebot in den Bereichen Lehren/Lernen, Führung/Management und Forschung unter dem Titel „Fit für die Hochschule“ anbietet. Das ZLW arbeitet auf europäischer Ebene eng zusammen im Verbund der IDEA League.
Uni Bamberg/Bayreuth/Erlangen-Nürnberg
Die Fortbildungszentren Hochschullehre (FBZHL) sind jeweils für die Entwicklung und Durchführung hochschuldidaktischer Fortbildungsprogramme an den drei Universitäten Bamberg, Bayreuth und Erlangen-Nürnberg verantwortlich.
TU Berlin
Die Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation (ZEWK) bietet seit 1996 hochschuldidaktische Weiterbildung in ihrem Weiterbildungsprogramm [12] für das wissenschaftliche Personal der TU Berlin: neben Angeboten zu Lehren und Lernen (Hochschuldidaktik für alle Phasen der Laufbahn von Hochschullehrenden) gibt es auch Kurse zu Forschungsmanagement, Wissenschaftskommunikation sowie Arbeits- und Managementtechniken. Das hochschuldidaktische TU-Zertifikat wurde von der dghd 2006 und 2011 erfolgreich akkreditiert.
Uni Bielefeld
An der Universität Bielefeld besteht seit 2004 der Arbeitsbereich Lehren & Lernen[13]. Zentrales Angebot ist ein Zertifikatsprogramm für Hochschullehre[14], das Fort- und Weiterbildung zu Lehrthemen mit der Entwicklung und Erprobung von neuen Konzepten für Lehrveranstaltungen und für die Betreuung und Begleitung von Studierenden verknüpft. Der Arbeitsbereich Lehren & Lernen versteht sich als Konzeptionslabor für die Lehre in den Fächern an der Universität Bielefeld.
Uni Dortmund
An der Technischen Universität Dortmund befindet sich die zurzeit größte Einrichtung im deutschsprachigen Raum, das „Hochschuldidaktische Zentrum“, unter Leitung von Johannes Wildt.
Uni Duisburg
An der Universität Duisburg-Essen ist insbesondere die medienbezogene Hochschuldidaktik, u. a. mit dem E-Competence Ansatz und dem Duisburg Learning Lab (Michael Kerres), bekannt geworden. Das dortige Zentrum für Hochschuldidaktik wurde 2005 erweitert zu einem Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung.
Uni Hamburg
Eine der bekannten Einrichtungen im deutschsprachigen Raum ist das Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung (ZHW), das 1971 als Interdisziplinäres Zentrum für Hochschuldidaktik (IZHD) an der Universität Hamburg gegründet wurde. Unter Leitung von Rolf Schulmeister (bis 2008), Marianne Merkt (2008–2012), Antonia Scholkmann (2012–2014) und Ivo van den Berk (2014) hat dieses Zentrum die Hochschuldidaktik maßgeblich beeinflusst. 2006 wurde die ehemals senatsunmittelbare Einrichtung IZHD in ZHW umbenannt und in die Fakultät 4 (Fakultät für Erziehungswissenschaft, Bewegungswissenschaft und Psychologie) integriert. Das ZHW hat neben dem hochschuldidaktischen Studiengang „Master of Higher Education“ (MoHE) mehrere große Drittmittelprojekte im Bereich E-Learning (z. B. Methodenlehre Baukasten, Projektlinie Awareness/Neue Lehr- und Lernkultur im E-Learning im Projekt KoOP) und hochschuldidaktischer Forschung (USUS, ProFile) durchgeführt. Das Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung wurde zum 1. Oktober 2014 übergeleitet in das Interdisziplinäre Zentrum für universitäres Lehren und Lernen (IZuLL). Seit dem 1. August 2015 trägt die Einrichtung die Bezeichnung Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL). Das HUL wird von Gabi Reinmann geleitet.
Uni Köln
Als bislang jüngste hochschuldidaktische Einrichtung in Nordrhein-Westfalen eröffnete im Januar 2008 das ZHD Zentrum für Hochschuldidaktik an der Universität zu Köln.
Ludwig-Maximilians-Universität München
Das Lehrqualifikationsprogramm PROFiL[15] (Professionell in der Lehre) an der LMU München besteht seit 1999 und wird seit 2006 von Andreas Hendrich geleitet. Lehrende aller bayerischen Universitäten und Personen, die in Kürze Lehraufgaben an einer bayerischen Universität erwarten, werden dort in den Bereichen Lehr-/Lernkonzepte, Präsentation und Kommunikation, Prüfen, Reflexion und Evaluation sowie Beraten und Begleiten weitergebildet und können so das Zertifikat Hochschullehre der bayerischen Universitäten erwerben.[16] Zusätzlich bietet PROFiL Lehrberatungen und Einzelcoachings an.[17] Im Programm „TutorPlus“ werden Dozierende dazu ausgebildet, Tutorinnen und Tutoren zu schulen.[18] Im Programm „universitas digiatlis“ wird mit verschiedenen Angeboten der zunehmenden Digitalisierung der Lehre Rechnung getragen.[19]
Weitere Angebote
An anderen Hochschulen wird hochschuldidaktische Arbeit in anderen Einrichtungen, wie z. B. Weiterbildungsabteilungen, organisiert.
In Baden-Württemberg und in Bayern ist die Arbeit der Hochschuldidaktik jeweils in drei hochschulübergreifenden Zentren organisiert. Für Fachhochschulen ist das Zentrum für Hochschuldidaktik (DiZ) gegründet worden.
In Berlin hat sich ein hochschulübergreifendes Zentrum für Hochschullehre etabliert[20]. Das Berliner Zentrum für Hochschullehre (BZHL) bietet hochschuldidaktische Workshops für alle Lehrenden der 13 öffentlichen Universitäten und Hochschulen an, inklusive eines Zertifikatsprogrammes für Hochschullehre[21]. Weitere Schwerpunkte liegen in der Planung und Durchführung von On-Demand Maßnahmen[22] und in einem Coachingprogramm für Professoren.
Seit 2006 bietet der Hochschulevaluierungsverbund Südwest (HESW) den Lehrenden der Mitgliedshochschulen (Universitäten und Fachhochschulen des Landes Rheinland-Pfalz, Universität Frankfurt, Universität des Saarlandes) die Möglichkeit, hochschuldidaktische Veranstaltungen zu besuchen. Diese werden vom Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) (Mainz) organisiert (und durchgeführt). Angestrebt ist eine Vernetzung innerhalb der Mitgliedshochschulen, so dass Veranstaltungen an allen Standorten stattfinden können.
Das Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften bietet im Rahmen der AG „Hochschuldidaktik Literaturwissenschaft“ regelmäßig stattfindende Workshops für Lehrende an, stellt Unterrichtsmaterialien zur Verfügung und dient als Plattform für den gegenseitigen Austausch zwischen Dozenten (Teaching center).
In Sachsen existiert seit 2009 ein hochschulübergreifendes Zentrum[23], das für Lehrende sächsischer Hochschulen hochschuldidaktische Weiterbildung, kollegiale Beratung, ein E-Journal und Veranstaltungen wie Ringvorlesungen und eine Jahrestagung organisiert.
Die Deutsche Sporthochschule Köln hat sich 2010 in Zusammenarbeit mit einer externen Beratungsagentur einem „Hochschuldidaktischen Gesamtkonzept“ verpflichtet, um die Lehrkompetenz ihrer Hochschullehrer zu verbessern.[24]

Neue Tendenzen in der Methodik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Modularisierung (Bologna-Prozess) halten im Hochschulbereich Unterrichtsmethoden Einzug, die zwar schon seit den 1960er-Jahren bekannt sind, aber bisher dem Schulbereich vorbehalten waren. Da neben den Fachinhalten auch Schlüsselqualifikationen als Lernziel festgelegt werden, bemühen sich die Lehrenden Verfahren anzuwenden, die eine effektivere Wissens- und Kompetenzvermittlung sichern (Projektlernen, Videofeedback als Methode zur Steigerung der Lehrkompetenz, Lehrcoaching und Lehrportfolios). Es findet eine schrittweise Ablösung von traditionellen frontalen Unterrichtsarrangements (Trichtermodell) zu konstruktivistischen Methoden statt (siehe beispielsweise Joachim Grzega[25] mit Lernen durch Lehren oder Christof Arn mit "Agile Hochschuldidaktik"[26]).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christof Arn (2016): Agile Hochschuldidaktik. Weinheim: Beltz-Juventa. ISBN 978-3-7799-3389-2
  • Wolf Wagner (1977/ 2002): Uni-Angst und Uni-Bluff. Wie studieren und sich nicht verlieren. Hamburg: Europäische Verlagsanstalt. (1992 wurde die Originalausgabe vollständig überarbeitet, deren Qualität wird unterschiedlich beurteilt).
  • Ludwig Huber (1995): Hochschuldidaktik als Theorie der Bildung und Ausbildung. In: Dieter Lenzen (Hrsg.): Enzyklopädie Erziehungswissenschaft. Ausbildung und Sozialisation in der Hochschule., Band 10, S. 114-138. Stuttgart/Dresden: Klett. ISBN 978-3-12-939954-5.
  • Pfäffli, Brigitta K. (2015): Lehren an Hochschulen. Bern: Haupt. ISBN 978-3-8252-4325-8.
Blickpunkt Hochschuldidaktik

ist eine Buchreihe der Universität Hamburg:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ZHW (vormals IZHD), Universität Hamburg (Regelstudienzeit: ca. 4 Semester): „Master of Higher Education“ Weiterbildungsstudiengang zum Erwerb der akademischen Lehrqualifikation. Akkreditierter Masterstudiengang seit 2005. Zuvor Ergänzungsstudium mit Zertifikatsabschluss „Lehrqualifikation für Wissenschaft und Weiterbildung“ (1999–2007).
  • MOHE, Donau-Universität Krems (4 Semester berufsbegleitend): „Master of Higher Education – Exzellente Hochschullehre“ vermittelt Lehrqualifikationen für eine Lehrtätigkeit an Hochschulen.
  • THM, Technische Hochschule Mittelhessen/ Hochschulzentrum für Weiterbildung: Der Studiengang „Methodik und Didaktik in angewandten Wissenschaften“ ist für alle Fachdisziplinen offen und richtet sich an Absolventinnen und Absolventen eines ersten Fachstudiengangabschlusses (unabhängig der fachlichen Ausrichtung), die Interesse an einer Weiterentwicklung der Fachdidaktik haben. Abschluss: „Master of Higher Education“

Übersichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Brigitta Pfäffli: CV von Brigitta Pfäffli. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  3. Weiterbildung für Dozierende an Fachhochschulen - Konzept für die didaktische Weiterbildung. Abgerufen am 17. Juni 2016.
  4. Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik e.V. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  5. swiss faculty development network. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  6. Hochschuldidaktikzentrums Baden-Württemberg. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  7. Zentrum für universitäre Weiterbildung ZUW. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  8. Hochschuldidaktik der Universität Zürich. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  9. Zentrum für Lernen und Lehren der Hochschule Luzern. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  10. Zentrum für Innovative Didaktik. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  11. Fachstelle Hochschuldidaktik. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  12. Hochschuldidaktik der ZEWK an der TU Berlin
  13. Lehren & Lernen
  14. Zertifikatsprogramm für Hochschullehre
  15. PROFiL - PROFiL - das Lehrqualifizierungsprogramm der LMU - LMU München. In: www.profil.uni-muenchen.de. Abgerufen am 7. Juni 2016 (deutsch).
  16. Zertifikat Hochschullehre der bayerischen Universitäten - PROFiL - das Lehrqualifizierungsprogramm der LMU - LMU München. In: www.profil.uni-muenchen.de. Abgerufen am 7. Juni 2016 (deutsch).
  17. PROFiL Angebote - PROFiL - das Lehrqualifizierungsprogramm der LMU - LMU München. In: www.profil.uni-muenchen.de. Abgerufen am 7. Juni 2016 (deutsch).
  18. TutorPlus - PROFiL - das Lehrqualifizierungsprogramm der LMU - LMU München. In: www.profil.uni-muenchen.de. Abgerufen am 7. Juni 2016 (deutsch).
  19. universitas digitalis - Qualität des Studiums durch neue Medien verbessern - PROFiL - das Lehrqualifizierungsprogramm der LMU - LMU München. In: www.profil.uni-muenchen.de. Abgerufen am 7. Juni 2016 (deutsch).
  20. Berliner Zentrum für Hochschullehre
  21. Zertifikatsprogramm am BZHL
  22. On-Demand Maßnahmen am BZHL
  23. Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen
  24. Deutsche Sporthochschule Köln u. ConsultContor: Hochschuldidaktisches Gesamtkonzept der DSHS Köln. Stand Februar 2011. (PDF).
  25. Grzega, Joachim (2003): LdL in universitären Kursen: Ein hochschuldidaktischer Weg zur Vorbereitung auf die Wissensgesellschaft; Grzega, Joachim (2005): Lernen durch Lehren und Forschung: Bildungs-, lehr- und lernökonomische Hinweise und Materialien
  26. Christof Arn: Agile Hochschuldidaktik. In: Beltz-Juventa-Verlag. Abgerufen am 6. Juni 2016.