Hofmahdjoch

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Hofmahdjoch
Blick von der Clazner Alm Richtung Hofmahdjoch, rechts der Laugen.

Blick von der Clazner Alm Richtung Hofmahdjoch, rechts der Laugen.

Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 1781 m s.l.m.
Provinz Trentino
Wasserscheide Marauner Bach, Falschauer Pescara, Noce
Talorte St. Pankraz Proveis
Ausbau Wanderweg, Straße mit Passtunnel
Erbaut 1998
Gebirge Ortlergruppe (West)
Nonsberggruppe (Ost)
Karte
Hofmahdjoch (Ortler Alpen)
Hofmahdjoch
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Koordinaten 46° 30′ 53″ N, 11° 3′ 5″ OKoordinaten: 46° 30′ 53″ N, 11° 3′ 5″ O
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Das 1781 m hohe Hofmahdjoch (kurz Hofmahd, italienisch Passo Castrin) ist ein Gebirgspass in Italien, der das Südtiroler Ultental mit dem Nonstal verbindet und die Ortler-Alpen von der Nonsberggruppe trennt. Die Passhöhe befindet sich vollständig auf Trentiner Gebiet und wird von einem einfach zu begehenden Wanderweg erschlossen. Die moderne Straße unterquert den Pass in einem rund 1600 Meter langen Tunnel, dessen Portale beidseits auf südtiroler Gebiet liegen. Im Westen wird das Hofmahdjoch vom Kleinen Kornigl überragt, im Nordosten vom Laugen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Hofmahdjoch verläuft die Periadriatische Naht, die die Grenze zwischen den Zentralen Ostalpen und den Südalpen repräsentiert. Entgegen dem überwiegenden Trend verläuft die Naht hier etwa NNO–SSW. Die östlich des Hofmahdjochs gelegene Nonsberggruppe gehört zum Südalpin, die westlich gelegenen Ortler-Alpen zum Ostalpin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1984 machte G. Niederwanger auf dem breitsohligen Almwiesensattel des Hofmahdjoches Funde von Abschlägen mesolithischer Steinwerkzeuge. Später fanden andere auch Keramikscherben jüngeren Datums.

Für das späte Mittelalter um 1434 wird berichtet, dass die Gemeinden um Proveis über das Hofmahdjoch vom Ultental aus besiedelt wurden. Das Ultental selbst soll ursprünglich sogar von Goten besiedelt worden sein, bevor im frühen Mittelalter die Bajuwaren eindrangen. Wohl in der Völkerwanderungszeit hatten sich einige Ostgoten in das abgelegene Ultental zurückgezogen und dieses urbar gemacht. Zahlreiche Orts- und Flurnamen, aber auch Familiennamen führt man auf deren Besiedlung zurück, die man nicht zuletzt auch durch aufgefundene Runeninschriften zu beweisen versucht.

Tunneleinfahrt auf der Nonsberger Seite

Solange es keine Straße über das Hofmahdjoch gab, war Proveis am Deutschnonsberg eine verkehrsmäßige Südtiroler Exklave im Trentino, nach Ansicht der Proveiser ein unhaltbarer Zustand, den sie schon seit längerem zu lösen versuchten. Ab Beginn der 1990er Jahre wurde eine Straße mit Tunnel erbaut, um erstmals das Südtiroler Ultental mit dem ebenfalls südtirolischen Proveis für den Autoverkehr zu verbinden.[1] Am 1. Dezember 1998 schließlich wurde der Tunnel eröffnet.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hofmahdjoch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steffan Bruns: Alpenpässe. Die Pässe beiderseits der Brenner-Route. Band 1. L. Staackmann Verlag KG, München 2010, ISBN 978-3-88675-256-0, S. 90.
  2. AL: Segnung der Hofmahdstraße Ulten - Proveis. In: Gemeinde St. Pankraz (Hrsg.): Mitteilungen der Gemeinde St. Pankraz. Nr. 5. St. Pankraz Dezember 2007, S. 16–17 (riskommunal.net [PDF; abgerufen am 2. März 2008]).