Valparolapass

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Valparolapass
Blick nach Nordnordwesten mit Piz Cunturines, Valparolasee und Passhütte

Blick nach Nordnordwesten mit Piz Cunturines, Valparolasee und Passhütte

Himmelsrichtung Nordwesten Südosten
Passhöhe 2192 m s.l.m.
Provinz Belluno
Wasserscheide GaderRienzEisackEtsch Piave
Talorte La Villa / Stern (Gadertal) Falzaregopass, Cortina d’Ampezzo
Ausbau Strada Provinciale 24
Gebirge Dolomiten
Profil
Ø-Steigung 5,6 % (772 m / 13,8 km) 5,8 % (87 m / 1,5 km)
Karte (Belluno)
Valparolapass (Italien)
Valparolapass
Koordinaten 46° 31′ 54″ N, 11° 59′ 20″ OKoordinaten: 46° 31′ 54″ N, 11° 59′ 20″ O
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Der Valparolapass (italienisch Passo di Valparola, gadertalisch-ladinisch Ju de Valparola oder Ju de Valparora) ist ein Pass in den italienischen Alpen in der Provinz Belluno (Venetien) nahe der Grenze zu Südtirol. Er liegt auf einer Höhe von 2192 m s.l.m. Am Pass liegt der Valparolasee und wenige Kilometer südöstlich der Falzaregopass.

Blick nach Osten zum Averau

Der Valparolapass ist Teil der Wasserscheide zwischen den Flussystemen der Etsch und des Piave.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ersten Weltkrieg gehörte der Pass zu Tirol. Einige Kilometer östlich verlief die Grenze zu Italien. Damit wurde der Pass Teil der Dolomitenfront, da Österreich sie aus strategischen Gründen etwas hinter die eigentliche Grenze zurücknahm. Am Pass liegt das alte österreichische Sperrfort Tra i Sassi. Bald nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde es durch italienische Artillerie teilzerstört. Dabei kamen einige österreichische Soldaten ums Leben. Als Kriegslist beleuchteten die Österreicher jedoch weiterhin das Fort von innen, um so den Eindruck zu erwecken, es wäre weiter im Einsatz. Die Fortruine wurde deshalb von den Italienern weiter beschossen. Heute ist das Fort ein Museum.

Früher führte über den Pass nur ein Saumpfad (Valparolajoch, auch Castellopass), der durch eine ausgebaute Passstraße ersetzt wurde.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Namen hat der Valparola von den Eisenhütten, die sich einst in Passnähe befanden. Valporola ist sinngemäß die lateinische Übersetzung des deutschen Wortes „Eisenofenalpe“. Ruinen dieser Öfen, die noch bis in das 16. Jahrhundert in Betrieb waren, sollen noch 1860 zu sehen gewesen sein. Schon die Steinzeitmenschen kannten den Pass, wie durch vereinzelte Funde am Valparolasee bewiesen ist. Es ist anzunehmen, das auch die Metallverhüttung dort zumindest bis in die Eisenzeit zurückreicht.[1]

Blauer Stein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bläuliche Stein ist am rechten Bildrand unterhalb der Bergspitze zu erkennen.

Ein großer Stein[2] am Hang des Hexensteins wurde vor einigen Jahren blau angemalt und ist zu einer Touristenattraktion geworden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Valparola Pass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steffan Bruns: ALPENPÄSSE – Geschichte der alpinen Passübergänge. Vom Inn zum Gardasee. 1. Auflage. Bd. 3. L. Staackmann Verlag KG, München 2010, ISBN 978-3-88675-273-7, S. 175.
  2. „Blauer Stein am Valparolapass“ auf Panoramio.