Howlandinsel

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Howlandinsel
Astronautenbild der Howlandinsel
Astronautenbild der Howlandinsel
Gewässer Pazifischer Ozean
Geographische Lage 0° 48′ 26″ N, 176° 37′ 1″ WKoordinaten: 0° 48′ 26″ N, 176° 37′ 1″ W
Lage von Howlandinsel
Länge 2,8 km
Breite 800 m
Fläche 2,6 km²
Höchste Erhebung m
Einwohner (unbewohnt)
Hauptort Itascatown (historisch)
Karte der Howlandinsel
Karte der Howlandinsel

Die Howlandinsel (englisch Howland Island, [ˈhaʊlənd]) ist eine kleine Insel im Pazifik, die geographisch den Phoenixinseln vorgelagert ist und politisch zu den Außengebieten der Vereinigten Staaten gehört. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes „nicht inkorporiertes Territorium“ der Vereinigten Staaten, das zu statistischen Zwecken den United States Minor Outlying Islands zugeordnet wird.

Die Insel bildet zusammen mit der Bakerinsel die einzige Landfläche in der Zeitzone UTC−12 (International Date Line West, IDLW).

Die Howlandinsel ist diejenige Landfläche der Erde, die (mit 386 km) die geringste Entfernung zum Erdgegenpunkt, dem Schnittpunkt des Äquators mit dem 180°-Meridian, aufweist.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Howlandinsel liegt 3049 km[1] südwestlich von Honolulu, etwa auf halber Strecke von Hawaii nach Australien, und befindet sich nur 88,7 km nördlich des Äquators. Von der benachbarten Bakerinsel ist sie 68,3 km entfernt. Die Howlandinsel stellt ein gehobenes Atoll dar und ist vollständig von einem Korallenriff eingesäumt. Die heute unbewohnte Insel hat eine Landfläche von 2,6 km²[2] und erreicht eine Höhe von nur sechs Metern. Es gibt keine natürlichen Süßwasserquellen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruinen von Itascatown
Amelia-Earhart-Signalturm

Die Insel soll um 1822 von George B. Worth, dem Kapitän des Walfängers Oeno aus Nantucket, der sie Worth Island nannte, entdeckt worden sein, doch dieser Kontakt ist nur schlecht belegt. Die erste sichere Entdeckung ist die vom 1. Dezember 1828 durch Kapitän Daniel McKenzie vom amerikanischen Walfänger Minerva Smyth aus New Bedford. Eine weitere Sichtung ist die von George E. Netcher, dem Kapitän des Walfangschiffs Isabella am 9. September 1842.

Am 5. Februar 1857 wurde die Insel unter Berufung auf den Guano Islands Act für die Vereinigten Staaten in Besitz genommen; 1861 wurde mit dem Abbau von Guano begonnen. Mit der Erschöpfung der Guanovorkommen im Jahre 1890 endete das wirtschaftliche Interesse an dieser Insel. Die Menge des in dieser Zeit abgebauten Guanos wird auf 85.000 bis 100.000 Tonnen geschätzt.[3]

1935 wurde versucht, die Howlandinsel (ebenso wie die Bakerinsel und die Jarvisinsel) unter dem Baker, Howland and Jarvis Colonization Scheme zu besiedeln. Dazu wurden vier Personen aus Hawaii mit dem Schiff Itasca auf die Insel gebracht. Die kleine Siedlung an der Westseite der Insel wurde nach dem Schiff benannt, nämlich Itascatown.

Die Flugpionierin Amelia Earhart wollte bei ihrer Weltumrundung per Flugzeug 1937 auf der Howlandinsel zwischenlanden, kam dort aber nie an. Sie gilt seither als verschollen. Noch im selben Jahr wurde ihr zu Ehren mit dem Bau eines Signalturms auf der Insel begonnen, der in seiner Form einem Leuchtturm nachempfunden ist.

Während des Zweiten Weltkriegs starben zwei der vier Kolonisten bei einem japanischen Luftangriff am 8. Dezember 1941. Die beiden Überlebenden wurden am 31. Januar 1942 von der US Navy evakuiert. Die Siedlung wurde ebenfalls zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Seit Ende Juni 1974 wird die Howlandinsel vom United States Fish and Wildlife Service (USFWS), einer Behörde des Innenministeriums der Vereinigten Staaten, als Howland Island National Wildlife Refuge verwaltet. Das Betreten der Insel erfordert eine Sondergenehmigung, die grundsätzlich nur zu wissenschaftlichen und zu Lehrzwecken erteilt wird. Die Insel wird ungefähr alle zwei Jahre vom USFWS besucht; die United States Coast Guard patrouilliert in unregelmäßigen Abständen die von den USA beanspruchten Hoheitsgewässer um die Insel. Funkamateure haben mehrfach die Erlaubnis erhalten, von der Insel zu funken, unter der Voraussetzung, dass sie auf eigene Kosten einen Mitarbeiter des USFWS mit auf die Insel nahmen, wodurch die hohen Kosten der regelmäßigen Besuche gesenkt werden konnten. Gemeinsam mit sechs weiteren amerikanischen Inseln im Pazifik bildet das Naturschutzgebiet der Howlandinsel seit dem 6. Januar 2009 das Pacific Remote Islands Marine National Monument.[4]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flora der Howlandinsel ist durch Artenarmut gekennzeichnet, da nur hitze- und dürrebeständige Arten hier überleben können. Die Vegetation besteht aus Gräsern, krautigen Pflanzen und Sträuchern.[5] Neben verschiedenen Seevögeln, die auf der Insel nisten, finden auch die Suppenschildkröte sowie die Echte Karettschildkröte Nahrung vor den Küsten der Insel.[6] In den umliegenden Gewässern und Riffen wurden 324 Fischarten[7] und 109 Arten von Steinkorallen[8] gezählt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralph Gerard Ward (Hrsg.): American activities in the central Pacific, 1790–1870. A history, geography and ethnography pertaining to American involvement and Americans in the Pacific taken from contemporary newspapers, etc. Band 3: Gaferut to Kwajalein. Gregg Press, Ridgewood, New Jersey 1967 (englisch).
  • Edwin Horace Bryan: American Polynesia: coral islands of the central Pacific. Tongg Publishing Company, Honolulu, Hawaii 1941 (englisch, Nachdruck aus: Honolulu Advertiser, 11. September 1939 bis 15. Juli 1940).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Howlandinsel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Howlandinsel – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Entfernung von Howlandinsel nach Honolulu. In: www.timeanddate.de. Time and Date AS, abgerufen am 20. Mai 2017.
  2. Don Palawski: Howland Island National Wildlife Refuge: Comprehensive Conservation Plan. National Wildlife Refuge Complex, 2008, Chapter 3: Goals, Objectives, Strategies, and Rationale – Goal 1, S. 27 (englisch, online zugänglich auf Data.gov [PDF; 1,5 MB]).
  3. Don Palawski: Howland Island National Wildlife Refuge: Comprehensive Conservation Plan. National Wildlife Refuge Complex, 2008, Chapter 4: Recent Cultural History – Guano Mining Era, S. 53 (englisch, online zugänglich auf Data.gov [PDF; 1,5 MB]).
  4. U.S. Unincorporated Possessions. Howland Island. In: World Statesmen.org. Abgerufen am 20. Mai 2017 (englisch).
  5. Wildlife & Habitat. Abschnitt Island Habitat. In: Howland Island National Wildlife Refuge. United States Fish and Wildlife Service, abgerufen am 26. Mai 2017 (englisch).
  6. Wildlife & Habitat. Abschnitt Reptiles. In: Howland Island National Wildlife Refuge. United States Fish and Wildlife Service, abgerufen am 26. Mai 2017 (englisch).
  7. Wildlife & Habitat. Abschnitt Fish. In: Howland Island National Wildlife Refuge. United States Fish and Wildlife Service, abgerufen am 26. Mai 2017 (englisch).
  8. Marine Habitat. Abschnitt Corals. In: Howland Island National Wildlife Refuge. United States Fish and Wildlife Service, abgerufen am 26. Mai 2017 (englisch).