Metro Delhi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Logo Metro Delhi
Station der Metro Delhi

Die Metro Delhi (englisch: Delhi Metro Rail; Hindi: दिल्ली मेट्रो रेल Dillī meṭro rel), auch Delhi Mass Rapid Transit System (DMRTS) genannt, ist das U-Bahn-System von Indiens Hauptstadt und zweitgrößter Metropole Delhi. Betreiber dieses Nahverkehrssystems ist die Delhi Metro Rail Corporation Limited. Die Einführung einer U-Bahn geschah für eine Stadt dieser Größe recht spät; Delhi hat heute über 10 Millionen Einwohner. Die erste Metro-Linie wurde am 24. Dezember 2002 eröffnet. Aufgrund großer Ausbauanstrengungen in Zusammenhang mit den Commonwealth-Spielen 2010 hat das Netz im Jahr 2011 bereits eine Länge von 181,8 Kilometern erreicht.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Metro Delhi (Stand März 2019)

Liniennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das derzeitige 252 Kilometer lange Liniennetz (Stand März 2018) besteht aus acht Linien und einer Zweiglinie. Die Züge fahren zwischen 6 und 23 Uhr in einem Abstand von 2 Minuten 40 Sekunden bis 5 Minuten. Die Metro Delhi hat eine sehr hohe Pünktlichkeit von 99,5 Prozent (2008). Darüber hinaus gibt es noch die Linie der Rapid Metro in Gurgaon, die formal zwar nicht zur Metro von Delhi gehört, jedoch mit ihr verbunden ist und einen gemeinsamen Tarif hat.

Linie Strecke Eröffnung Länge Bahnhöfe Spurweite
Rot/Linie 1 Shaheed Shtal ↔ Rithala 2002 34,7 km 29 1676 mm
Gelb/Linie 2 Samaypur Badli ↔ HUDA City Centre 2004 49 km 37 1676 mm
Blau/Linie 3 Noida Electronic City ↔ Dwarka Sector-9 2005 56,5 km 48 1676 mm
Blau/Linie 4 Yamuna Bank ↔ Anand Vihar 2010 6,3 km[1] 5 1676 mm
Grün/Linie 5 Inderlok ↔ Bahadurgarh City Park 2010 26,4 km[2] 21 1435 mm
Violett/Linie 6 Kashmere Gate ↔ Raja Nahar Singh 2010 46,6 km[3] 34 1435 mm
Airport Express New Delhi ↔ Dwarka Sector 21 2011 22,7 km[4] 6 1435 mm
Pink/Linie 7 Majlis Park ↔ Mayur Vihar Pocket I

Trilokpuri-Sanjay Lake ↔ Shiv Vihar

2018 40,2 km

17,9 km

39 1435 mm
Magenta/Linie 8 Botanical Garden ↔ Janakpuri West 2017 37,4 km 25 1435 mm
Verbundene Linie in Gurgaon und Noida/Greater Noida
Rapid Metro Gurgaon Cyber City ↔ Sektor 55–56 2013 8,4 km 11 1435 mm
Aqua Linie Noida Sektor 51 ↔ Depot (Gr. Noida) 2019 29,7 km[5] 21 1435 mm

Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren zurzeit 200 sowohl ober- als auch unterirdische Stationen. Die meisten Stationen sind außerdem mit Geldautomaten, Kiosken etc. versehen. Jeder Bahnhof wurde mit einem unverwechselbaren Design versehen. Die Wandmalereien an den Stationen wurden von indischen Hochschulstudenten entworfen.

Fahrscheine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Nutzern des Metro-Systems stehen die folgenden Fahrschein-Optionen zur Verfügung:[6]

  • Travel card: Diese Karten werden überwiegend von täglichen Pendlern genutzt. Sie gelten ein Jahr lang und können mit 100 bis 1000 Rupien aufgeladen werden. Für die Karte ist ein rückzahlbares Pfand von 50 Rupien zu entrichten.
  • Tourist card: Diese Karten erlauben für einen bestimmten Zeitraum die uneingeschränkte Nutzung der Metro. Dabei gibt es eine Touristenkarte, die für einen, sowie eine, die für drei Tage gültig ist. Der Preis dafür beträgt 100 beziehungsweise 250 Rupien. Das Kartenpfand beträgt ebenfalls 50 Rupien.
  • Token (Jetons): Diese gelten für eine Einzelfahrt, wobei sich der Preis nach der Länge der Fahrt richtet. Je nach Strecke kostet die einfache Fahrt acht bis 30 Rupien.

Die Airport-Express-Linie hat einen gesonderten Tarif, hier werden folgende Fahrscheine angeboten:[7]

  • Einzelfahrten zu 20 bis 100 Rupien je nach Strecke
  • Smart card, aufladbar mit verschiedenen Geldbeträgen; Studenten erhalten bei Benutzung der Smart card 25 Prozent Ermäßigung
  • Mehrfahrtenkarten zu zehn, 45 oder 60 Fahrten innerhalb eines Monats für tägliche Pendler zu deutlich ermäßigten Preisen

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sicherheit dient insbesondere die Videoüberwachung, die von einer zentralen Stelle aus gesteuert wird. Außerdem sind in der Metro Sicherheitskräfte in zivil unterwegs, an den Stationen finden Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren und dem Durchleuchten des Gepäcks statt; zudem sind zahlreiche, teilweise bewaffnete Sicherheitskräfte vor Ort tätig. Im Notfall ist die Kommunikation zwischen den Fahrgästen in den Waggons und dem Fahrer gewährleistet.

Wagen für Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In jedem Zug ist der erste (oder auf der Linie 1 ggf. der letzte) Wagen ausschließlich für die Benutzung durch Frauen und Kinder reserviert. Dies ist besonders für ausländische Fahrgäste ungewöhnlich. Da die Züge auf allen Linien nicht wenden, sondern nur kehren, sind die Wagen nicht extra gekennzeichnet. Nur auf den Bahnsteigen weisen Schilder auf den separaten Frauenbereich hin. Für Männer stellt die Benutzung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Linien
Eröffnungsdaten[8][9]
25.12.02 Shahdara − Tis-Hazari (Linie 1) 6 Stationen
03.10.03 Tis Hazari − Inder Lok (1) 4 Stationen
31.05.04 Inder Lok − Rithala (1) 8 Stationen
19.12.04 Vishwa Vidyalaya − Kashmere Gate (2) 4 Stationen
03.07.05 Kashmere Gate − Central Secretariat (2) 6 Stationen
31.12.05 Dwarka − Barakhamba (3) 22 Stationen
19.12.04 Dwarka − Dwarka Sektor 9 (3) 6 Stationen
11.11.06 Barakhamba − Indraprastha (3) 3 Stationen
04.06.08 Dilshad Garden − Shahdara (1) 3 Stationen
04.02.09 Vishwa Vidyalaya − Jahangirpuri (2) 5 Stationen
10.05.09 Indraprastha − Yamuna Bank (3) 1 Station
13.11.09 Yamuna Bank − Noida City Centre (3) 10 Stationen
06.01.10 Yamuna Bank − Anand Vihar (3) 5 Stationen
02.04.10 Inderlok − Mundka (5) 14 Stationen
21.06.10 HUDA City Centre − Qutub Minar (2) 9 Stationen
03.09.10 Central Secretariat − Qutub Minar (2) 10 Stationen
03.10.10 Central Secretariat − Sarita Vihar (6) 13 Stationen
14.01.11 Sarita Vihar − Badarpur (6) 3 Stationen
23.02.11 New Delhi − Dwarka Sector 21 (AEx) 6 Stationen
28.06.14 Central Secretariat − Mandi House (6) 2 Stationen
08.06.15 Mandi House − ITO (6) 1 Station
06.09.15 Sarai − Escorts Mujesar (6) 9 Stationen
10.11.15 Jahangirpuri − Samaypur Badli (2) 3 Stationen
28.05.17 Delhi Gate − Kashmere Gate (6) 4 Stationen
25.12.17 Botanical Garden − Kalkaji Mandir (8) 9 Stationen
14.03.18 Majlis Park − Durgabai Deshmukh
South Campus (7)
12 Stationen
28.05.18 Kalkaji Mandir − Janakpuri West (8) 16 Stationen
24.06.18 Mundka − Bahadurgarh City Park (5) 7 Stationen
06.08.18 Moti Bagh – Lajpat Nagar (7) 6 Stationen
31.10.18 Trilokpuri-Sanjay Lake – Shiv Vihar (7) 15 Stationen
08.03.19 Dilshad Garden – Shaheed Shtal (1) 8 Stationen
08.03.19 Noida City Centre – Noida Electronic City (3) 6 Stationen

Planungen für ein Metronetz in Delhi gab es bereits seit den 1970er Jahren, als die zunehmende Motorisierung die Verkehrssituation in der Stadt zu immer mehr Staus und zu mehr Umweltverschmutzung durch Abgase führte. Das Central Road Research Institute (CRRI) unternahm daher eingehende Studien zu den Verkehrsflüssen, um künftige Entwicklungen und den konkreten Bedarf nach einem Metrosystem zu ermitteln. Die Empfehlungen des CRRI wurden dann vom Metropolitan Transport Team (MTT) der indischen Eisenbahnen begutachtet, die daraus ein detailliertes Konzept für eine Delhier Metro entwickelten. Es sah zwei unterirdische Strecken, in Nord-Süd- bzw. Ost-West-Richtung, mit einer Länge von 36 Kilometer, sowie weitere oberirdische Strecken mit einer Länge von 96 Kilometer vor. Daraufhin rief das indische Eisenbahnministerium das Metropolitan Transport Project ins Leben, das für die technische Umsetzung sorgen sollte.

Die Verkehrsplanung war zunächst auf den Bedarf bis zum Jahr 1981 ausgerichtet. Da für die weitere Zukunft ein noch höheres Verkehrsaufkommen zu erwarten war, dehnte man die Planung bis zum Jahr 2001 aus. Bis dahin wollte man ein System mit einer Länge von unterirdisch 58 Kilometern und oberirdisch 195 Kilometern bauen. Im Rahmen der Machbarkeitsstudien wurde der Untergrund der Stadt eingehend untersucht, um die beste Trassenführung zu ermitteln. 1984 wurde ein Entwicklungsplan für Delhi aufgestellt, der bis 2001 ein Stadtbahn-Netz von 200 Kilometer Länge sowie eine 10 Kilometer lange Straßenbahn und einen Ausbau des bestehenden Eisenbahnnetzes vorsah. Während sich die Planungen weiter hinzogen, dehnte sich die Stadt in den 1970er und 80er Jahren vor allem im Westen und Osten stark aus, so dass einer Ost-West-Verbindung zunehmend Priorität eingeräumt wurde. Zunächst wurde auch noch an eine Magnetschwebebahn als Pilotprojekt gedacht. Schließlich einigte man sich auf ein dreiteiliges Verkehrskonzept aus oberirdischen (Rail corridors) und unterirdischen (Metro corridors) Streckenabschnitten und einem Busnetz, wobei sich eine gesamte Streckenlänge von 184,5 Kilometer ergab, die später noch auf 198,5 Kilometer erweitert werden sollte.

Phase I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Bauarbeiten für die Metro begannen am 1. Oktober 1998, am 25. Dezember 2002 konnte das erste Stück der Linie 1 zwischen Shahdara und Tis-Hazari, nach der feierlichen Eröffnung durch Premierminister Atal Bihari Vajpayee am Vortag, in Betrieb genommen werden.[10] 2004 nahm die Linie 2 und 2005 die Linie 3 der Delhier Metrolinien ihren Betrieb auf.

Phase II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Verlängerung der Linie 3 in die südöstliche Vorstadt Noida, die im Bundesstaat Uttar Pradesh liegt, wurde Ende 2009 erstmals die Stadtgrenze von Delhi überschritten. Der Bau dieser Verlängerungsstrecke wurde Anfang 2006 begonnen. Anfang 2010 wurde im Osten Delhis eine Zweiglinie der Linie 3 nach Anand Vihar eröffnet.

Im September 2010 wurde die Linie 2 bis in die südwestliche Vorstadt Gurgaon, die im benachbarten Bundesstaat Haryana liegt, vervollständigt. Die insgesamt 45 Kilometer lange „Yellow Line“ verläuft 25 Kilometer im Tunnel und 20 Kilometer aufgeständert; sie stellt eine wichtige Nord-Süd-Verbindung dar.[11] Die Strecke, die ursprünglich unmittelbar am Qutb Minar vorbeiführen sollte, wurde mit einigem Abstand daran durch Saket geführt aus Sorge, das historische Bauwerk könne sonst beeinträchtigt werden.

Bereits im April 2010 wurde die normalspurige, grüne Linie 5 („Green Line“) von Inderlok, wo sie von der Linie 1 Richtung Westen abzweigt, nach Mundka eröffnet.[2] Wenige Stunden vor der Eröffnung der Commonwealth-Spielen wurde am 3. Oktober 2010 die neue, violette Linie 6 eröffnet, die auch einen Bahnhof am Jawaharlal Nehru Stadium hat. Sie beginnt am Umsteigebahnhof zur gelben Linie, Central Secretariat und führt 20 Kilometer in Richtung Süden bis zur Station Badarpur. Diese Linie ist in Normalspur ausgeführt und weist mit 160 Sekunden die bisher dichteste Taktzeit auf.[12]

Erst nach den Commonwealth-Spielen konnte der Airport-Express am 23. Februar 2011, acht Monate später als geplant, eröffnet werden. Diese fast 23 Kilometer lange Linie schließt den Flughafen Indira Gandhi International Airport an die gelbe Linie in New Delhi Railway Station im Nordosten und an die blaue Linie im westlich gelegenen Bahnhof Dwarka Sector 21 an.[4] Damit ist die erste Phase des Ausbaus des Metronetzes abgeschlossen. Die Flughafenlinie wurde am 8. Juli 2012 aufgrund technischer Baufehler geschlossen[13], nach der Reparatur ist die Wiederaufnahme des Betriebes für Diwali (13. November 2012) geplant.[14]

Phase III[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte mit Erweiterungen der Phase III

In der Phase III sollen die bisher auf das Zentrum von Delhi ausgerichteten Linien verlängert und mit zwei Ringlinien (bzw. Teilringen) ergänzt werden, um die zentralen Umsteigeknoten zu entlasten und die Fahrtzeiten zwischen den Außenbereichen der National Capital Region zu verkürzen (z. B. zwischen Noida und Gurgaon bzw. Faridabad). Hierfür wurden zwei neue Linien geplant. Die Linie 7 folgt weitestgehend der Ring Road und sorgt für eine Erschließung im zentrumsnahen Bereich. Die Linie 8 folgt der Outer Ring Road, erschließt den IGI Flughafen und sorgt für eine Verkürzung der Fahrtzeit zwischen den südlichen und östlichen Vorstädten der National Capital Region.

Der erste Teil der Linie 8 zwischen Botanical Garden und Kalkaji Mandir erfolgte am 25. Dezember 2018 und verbindet Noida zunächst mit der Linie 6 und verkürzt die Fahrtzeit nach Faridabad.[15][16] Der verbleibende Abschnitt bis nach Janakpuri West wurde am 28. Mai 2018 eröffnet. Damit kann hier auch in die Linie 4 umgestiegen werden.

Der erste Abschnitt der Linie 7 von Majlis Park nach Durgabai Deshmukh South Campus wurde am 14. März 2018 eröffnet.[17] Weitere Abschnitte der Phase III sollen im Verlauf des Jahres 2018 eröffnet werden.

Mit der Eröffnung der Verlängerungen der Linie 1 von Dilshad Garden nach Shaheed Shtal in Ghaziabad und der Linie 3 von Noida City Centre nach Noida Electronic City am 8. März 2019 sind die wesentlichen Projekte der Phase III abgeschlossen. Lediglich die Linie 9 und der Lückenschluss der Linie 7 bei Trilokpuri fehlen noch.

Besondere Verdienste beim Bau der Metro Delhi werden dem Ingenieur E. Sreedharan zugeschrieben.[18][19] Vorbild für die Metro Delhi war die Metro in Kolkata, die die in Indien gebräuchliche Breitspur verwendet. Daher wurde diese Spurbreite zunächst auch für Delhi übernommen.

Ausbau und Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue Strecken, wie der Airport-Express, werden zunehmend in Normalspur (1435 mm) ausgeführt.[20] Andere neu gebaute Strecken wie die Verlängerungen der Linie 2 im Süden bis nach Gurgaon und im Norden bis nach Jahangir Puri wurden hingegen noch in Breitspur gebaut.

Phase IV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss der Arbeiten zu Phase III bis Ende September 2017 sollen weitere 190 km Strecke gebaut werden:[21]

  • Janakpuri (West)-RK Ashram Marg, 28,92 km (Verlängerung des äußeren Rings der Linie 8 „Magenta“): Folgende Stationen sind geplant: Krishna Park Extn, Keshopur, Meera Bagh, Pashim Vihar, Peeragarhi Chowk, Peeragarhi Mangolpuri, West Enclave, Deepali Chowk, Madhuban Chowk, Rohini East, Prashant Vihar, North Pitampura, Haiderpur, Mukarba Chowk, Bhalaswa, Majlis Park, Azadpur, Ashok Vihar, Derawal Nagar, Rajpura, GG Sabji Mandi, Pulbangash, Sadar Bazar, Nabi Karim, RK Ashram Marg
  • Lajpat Nagar-Saket G Block, 7,96 km (neue Linie): Stationen sind Saket G Block, Sheikh Sarai, Chirag Deelhi, GK-1, Andrews Ganj, Lajpat Nagar. Im März 2018 wurde der vorgeschlagene Linienverlauf geändert, um über Saket hinaus auch den Stadtteil Chhatarpur zu erschließen. Die genauen Stationen wurden aber noch nicht festgelegt.[22]
  • Mukundpur-Maujpur, 12,54 km, (Verlängerung der Linie 7 auf die andere Seite der Yamuna): Folgende Stationen sind geplant: Burari Crossing, Jagatpur Village, Surghat, KhajuriKhas, Bhajanpura, Yamuna Vihar, Maujpur.

Diese Linien werden für wirtschaftlich gehalten (siehe unten).

Darüber hinaus die folgenden Linien, deren Bauausführung fraglich ist und die vorerst gestoppt wurden:

  • Tughlakabad-Terminal 1 (IGI Airport), 22,20 km (neue Linie): Folgende Stationen sind geplant: Tughlabad, Tughlabad Railway Colony, Anandmayee Marg Junction, Tigri, Khanpur, Ambedkar Nagar, Saket G Block, Saket, Lado Sarai, Mehrauli, Kishangarh Masoodpur, Vasant Kunj (Sec-D), Mahipalpur, Delhi Aerocity, Terminal 1. Die Station am Terminal 1 wurde schon frühzeitig aus den Planungen herausgenommen, da die Flughafengesellschaft ein eigenes Transportsystem zwischen den Terminals plant und die Station daher überflüssig ist.
  • Rithala-Narela, 21,73 km (Verlängerung Linie 1 „Rot“): Stationen sind Rohini Sec 26, Sec 31, Sec 32, Sec36, Sec37, Barwala, Pooth Khurd, Bawana Industrial Area 1, Bawana Industrial Area 2Bawana, Bawana JJ Colony, Sanpath, New Sanath Colony, Anaj Mandi, Narela.
  • Inderlok-Indraprastha, 12,57 km (neue Linie): Stationen sind Dayabasti, Sarai Rohilla, Ajmal Khan Park, Nabi Karim, New Delhi, LNJP, Hospital Delhi Gate, IG Stadium, Indraprastha.

Die Projekte der Phase IV sind bis März 2018 noch nicht von der Regierung von Delhi bestätigt worden. Ein Grund ist die mangelnde Kostenzusage von der Unionsregierung, die durch eine Änderung der Steuerpolitik der Unionsregierung noch verschärft worden ist. Die DMRC versucht daher, die Projekte der Phase IV aufzuteilen, um wenigstens für einen Teil eine Zusage zu erhalten. Die Erweiterungen der Ringlinien (Janakpuri West bis RK Ashram sowie Mukundpur bis Maujpur) und die neue Linie von Tughlakabad zum Terminal 1 des IGI Flughafens sollen vorrangig betrachtet werden.[23] Dies wird vor allem damit begründet, dass die Baufirmen, die die bisherigen Tunnelbauarbeiten ausgeführt haben, ansonsten aus Delhi abziehen würden und mit neuen Baufirmen die Kosten der Projekte zunehmen würden.[24] Es mehren sich aber auch Stimmen, die die Projekte teilweise für unwirtschaftlich halten,[25] weil die Linien auch Gebiete abdecken, die nur eine geringe Bevölkerungszahl aufweisen oder weil die Strecken parallel zu anderen Linien verlaufen oder nur wenig neue Gebiete erschließen.

Im April 2018 bestätigt die Regierung von Delhi, dass drei der sechs vorgeschlagenen Linien für unwirtschaftlich angesehen werden und zukünftig aufgrund mangelnder Fahrgastzahlen zur finanziellen Belastung werden könnten. Insbesondere nach der letzten Fahrpreiserhöhung im Oktober 2017 steht das Unternehmen unter Druck, da die Fahrgastzahlen eingebrochen sind und sich nur mühsam wieder erholen. Die Ausführung dieser Linien ist daher fraglich.[26] Auch im August 2018 ist noch keine Entscheidung getroffen worden, ob und wann weitere Projekte zur Erweiterung durchgeführt werden. Die ausführende Bauunternehmen ziehen daher Personal und großes Baugerät aus Delhi ab.[27]

Konkurrenz zu anderen Transportsystemen?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unionsregierung von Indien plant in Zusammenarbeit mit den Bundesstaatsregierungen der Hauptstadtregion (Delhi, Haryana, Uttar Pradesh und Rajastan) den Aufbau eines S-Bahn ähnlichen Systems, dem RRTS (Regional Rail Transit System). Dieses schienengebundene System soll die Hauptstadt mit den angrenzenden Städten verbinden und für die längeren Distanzen durch höhere Geschwindigkeit der Züge und größere Stationsabstände kürzere Reisezeiten ermöglichen.

Im ersten Planungsabschnitt sind folgende Strecken geplant (Stand März 2018):

  1. Delhi (Sarai Kale Khan – New Ashok Nagar – Anand Vihar) – Sahibabad – Ghaziabad (mehrere Stationen) – Meerut (mehrere Stationen)[28] 90 km
  2. Delhi (Kashmere Gate – Mukarba Chowk – Narela MMTC – Kundli Border) – Sonepat (mehrere Stationen) – Panepat (mehrere Stationen)[29] 111 km
  3. Delhi (Kashmere Gate – New Delhi Railway Station – Sarai Kale Khan – INA – Dhaula Kuan – Mahipalpur) – Gurgaon (Cyber City, IFFCO Chowk – Kherki Dhaula) – Manesar – Bawal – Alwar[30] 180 km

Die Streckenabschnitte innerhalb von Delhi und Gurgaon sollen weitestgehend unterirdisch verlaufen, die restlichen Abschnitte als Hochbahn. Für die Planungen sind im Jahr 2018 bereits 6,59 Mrd. INR von der Unionsregierung bereitgestellt worden. Die Planungen sollen so weit fortgeschritten sein, dass mit dem Bau bereits Mitte 2018 begonnen werden soll.[31]

Vor allem die geplante Verlängerung der Linie 1 nach Narela steht damit in direkter Konkurrenz zum RRTS, zumal der Verlauf der Metrostrecke über Bawana auch einen nicht unerheblichen Umweg macht – im Gegensatz zur direkten Linienführung der RRTS zwischen Kashmere Gate und Narela. Auch die Planungen zur Verlängerung der Linie 2 und Erschließung von Gurgaon, z. B. von HUDA City Centre zum Flughafen IGI würden mit der Metro durch die vielen Stationen deutlich ungünstiger ausfallen.

Im Juni 2018 sind für den Verlauf der RRTS-Linien Umplanungen vorgenommen worden, so dass bei der RRTS-Linie nach Panepat der Halt in Narela entfiele und die Linie von Narela nach Osten verschoben wäre. Somit würde auch keine Konkurrenzsituation mehr entstehen. Auch für die RRT-Linie nach Alwar wurde der Verlauf so umgeplant, dass eine Umstiegsmöglichkeit zur Metro-Linie 2 an Jor Bagh und zur Linie 8 an Munirka entstünde sowie ein Umstieg an der Aerocity zum Flughafen möglich sein würde.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breitspur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breitspurzug der ersten Serie (ROTEM/Mitsubishi) auf Linie 1
Breitspurzug der zweiten Serie (Bombardier) auf Linie 2
Normalspurzug (ROTEM/BEML) auf Linie 6
Innenraum des Airport Express (CAF)

Die Waggons wurden ursprünglich von einem Konsortium produziert, an dem die Firmen ROTEM, Mitsubishi Corporation sowie Mitsubishi Electric Corporation beteiligt waren, mittlerweile hat aber der Mischkonzern BEML den Bau der Waggons übernommen. Die Züge fahren auf 1676 mm-Breitspur, wobei die Waggons in Leichtbauweise aus rostfreiem Stahl gefertigt sind und eine Breite von 3,2 Meter aufweisen. Ein Gang erlaubt es den Fahrgästen, den Zug in seiner ganzen Länge zu begehen. Jeder Zug besteht aus vier Waggons und bietet insgesamt 240 Sitz- und 300 Stehplätze. Angesichts des recht warmen indischen Klimas sind die Züge mit einer Klimaanlage ausgestattet, die eine gleichbleibende Temperatur von max. 29 °C garantiert. Die Fahrtgeschwindigkeit der Züge beträgt ca. 80 km/h und die Züge halten an jeder Station rund 20 Sekunden.

Die zweite Serie der Breitspurzüge wurde von Bombardier entwickelt. Zwei dieser Züge aus je vier Einheiten werden in Görlitz gebaut und per Flugzeug geliefert, wobei der erste Teil eines solchen Zugs am 26. Februar 2009 an Bord einer Antonow An-124 Ruslan in Delhi eintraf. Weitere Züge werden im indischen Bombardier-Werk gebaut, teilweise als Sechs-Wagen-Züge. Die Klimaanlage der zweiten Serie kann eine Innentemperatur von max. 25 °C aufrechterhalten.

Die Stromversorgung erfolgt durch eine Oberleitung bei einer Spannung von 25 kV Wechselstrom. Im unterirdischen Streckenabschnitt ist der Zug- und Signalbetrieb praktisch vollständig automatisiert.

Normalspur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die neuen Strecken in Normalspur wird ein neuer Fahrzeugtyp beschafft.[20][32] Diese Fahrzeuge sind ebenfalls vierteilig (zwei Steuerwagen, zwei Motorwagen), sehen etwas rundlicher aus und habe eine durchgehende Windschutzscheibe für den Fahrer anstelle der vorherigen schmalen Frontfenster auf den Seiten. Im Innenraum bieten sie trotz schmalerer Spurweite den gleichen Platz für die Fahrgäste. Der erste Zug dieses Typs wurde per Schiff aus Südkorea geliefert und traf am 16. März 2009 in Delhi ein. Er wird nun auf einer eigens errichteten, ein Kilometer langen Teststrecke am Mundka-Depot überprüft. Die weiteren 47 Exemplare des neuen Zugtyps werden – wie schon die späteren Exemplare des ersten Typs – von der Firma BEML in Bangalore produziert.

Die Airport-Express-Linie wird mit acht Sechs-Wagen-Zügen betrieben, die von Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles in Spanien produziert wurden. Ein halber Wagen dient dem Gepäcktransport, ansonsten sind die Züge mit gepolsterten Einzelsitzen in 2+2-Anordnung bestuhlt, während die anderen Metrolinien hauptsächlich Stehplätze bieten, mit Längssitzen an den Außenwänden. Bildschirme liefern Informationen über die nächsten Abflüge am Flughafen; die Schalldämmung wurde bei den Flughafenzügen verbessert. Die Höchstgeschwindigkeit der Flughafenlinie beträgt 135 km/h.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Metro Delhi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Delhi Metro reaches Anand Vihar. Vgl. Railway Gazette International, 8. Januar 2010, abgerufen am 23. Januar 2010.
  2. a b Delhi Metro crosses new horizons. Vgl. Hindustan Times, 2. April 2010, abgerufen am 3. September 2010.
  3. DMRC opens Sarita Vihar–Badarpur section. Vgl. Hindustan Times, 14. Januar 2011, abgerufen am 26. Februar 2011 (englisch).
  4. a b Delhi Airport Express rail link opens. Vgl. Railway Gazette International, 23. Februar 2011, abgerufen am 26. Februar 2011 (englisch).
  5. Mamta Shah: Noida Metro's Aqua line linking Noida-Greater Noida opens for public. In: Urban Transport News. 25. Januar 2019, abgerufen am 27. Januar 2019 (amerikanisches Englisch).
  6. DMRC Metro Fare, abgerufen am 28. Oktober 2012
  7. Metro Timings & Fares (Memento des Originals vom 21. September 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.delhiairportexpress.com, abgerufen am 4. November 2012
  8. Linieninformationen der Delhi Metro Rail Corporation Ltd. (Englisch) (Memento des Originals vom 19. Juni 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.delhimetrorail.com
  9. Delhi Metro Rail Corporation Ltd. | DMRC Present Network. In: www.delhimetrorail.com. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  10. Delhi gets Metro (The Tribune, Chandigarh vom 25. Dezember 2002)
  11. Metro to bridge Delhi-Gurgaon divide today. The Hindu, 3. September 2010, abgerufen am 3. September 2010.
  12. Delhi metro Line 6 opens. Vgl. Railway Gazette International, 4. Oktober 2010, abgerufen am 5. Oktober 2010.
  13. Mitteilung über die Sperrung auf der Seite des Airport Express (Memento des Originals vom 26. Oktober 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.delhiairportexpress.com, abgerufen am 4. November 2012
  14. Airport Metro will be back on track around Diwali: DMRC, The Indian Express, 28. Oktober 2012
  15. Here’s the first look at Delhi Metro’s Magenta Line set to open on Monday. In: https://www.hindustantimes.com/. 22. Dezember 2017 (hindustantimes.com [abgerufen am 18. März 2018]).
  16. PM Modi inaugurates Delhi Metro’s Magenta Line – New colour to Delhi Metro. Abgerufen am 18. März 2018.
  17. MAJLIS PARK – DURGABAI DESHMUKH SOUTH CAMPUS METRO CORRIDOR TO BOOST CONNECTIVITY ALONG RING ROAD. Abgerufen am 17. März 2018.
  18. 50 Power People, Platz 30 (India Today 16. März 2009)
  19. 15 years of Delhi Metro: Network expansion to go on for another decade, says Sreedharan. In: https://www.hindustantimes.com/. 25. Dezember 2017 (hindustantimes.com [abgerufen am 18. März 2018]).
  20. a b Metro on a new track („Hindustan Times“ vom 27. März 2009, Seite 2)
  21. DMRC : News Image. In: www.delhimetrorail.com. Abgerufen am 3. Januar 2017.
  22. DMRC : Influence Zone, dann auf Phase IV klicken. Abgerufen am 31. März 2018.
  23. Worried over ‘delay’, Delhi Metro tells govt to approve phase-4 in two parts. In: https://www.hindustantimes.com/. 31. Januar 2018 (hindustantimes.com [abgerufen am 18. März 2018]).
  24. 3 corridors where metro wants to get moving. In: The Times of India. (indiatimes.com [abgerufen am 18. März 2018]).
  25. ‘Viable’ corridors of metro Phase-IV will be cleared soon, says Arvind Kejriwal. In: The Times of India. (indiatimes.com [abgerufen am 18. März 2018]).
  26. 3 proposed corridors don’t get government nod, metro Phase IV to be delayed. In: The Times of India. (indiatimes.com [abgerufen am 10. April 2018]).
  27. Delhi: Metro doesn’t know what to do with men & machine after Phase-III. In: The Times of India. (indiatimes.com [abgerufen am 28. August 2018]).
  28. NCRTC | Delhi – Meerut Corridor. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 30. Juli 2017; abgerufen am 13. April 2018 (amerikanisches Englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ncrtc.in
  29. NCRTC | Delhi-Panipat Corridor. Abgerufen am 13. April 2018 (amerikanisches Englisch).
  30. NCRTC | Delhi – Alwar Corridor. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 17. Februar 2019; abgerufen am 13. April 2018 (amerikanisches Englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ncrtc.in
  31. Union Budget 2018: Rail link between Delhi, Panipat, Alwar and Meerut gets Rs 659 crore. In: https://www.hindustantimes.com/. 1. Februar 2018 (hindustantimes.com [abgerufen am 13. April 2018]).
  32. Aktuelle Informationen der Delhi Metro Rail Corporation (Memento des Originals vom 6. Juni 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.delhimetrorail.com (gesichtet am 16. Mai 2009)