Internationale Feuerwehrwettkämpfe

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Der Internationale Feuerwehrverband (CTIF) führt seit 1961 alle vier Jahre die Internationalen Feuerwehrwettkämpfe des CTIF (Weltmeisterschaften) an verschiedenen Orten durch. Sie werden auch als Feuerwehrolympiade bezeichnet. Auch für die Jugendfeuerwehr (Feuerwehrjugend) werden regelmäßig Wettkämpfe auf internationaler Ebene durchgeführt. Diese werden allerdings im Zweijahresabstand veranstaltet.

Bei den Wettkämpfen im Jahr 2015 haben mehr als 3.000 Teilnehmer aus 26 Ländern teilgenommen.[1]

Wettkampfarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Disziplin 4×100m-Hindernisstaffel – Freiwillige Feuerwehren

Es gibt drei Wettkampfarten, welche in zeitlichen Abständen eingeführt wurden:

  • 1961–1969: Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe
  • 1973–1977: Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe und Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe
  • 1981: Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe, Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe (für BF) und Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe
  • ab 1985: Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe, Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe (für BF und Freiwillige Feuerwehren) und Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe[2]

Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe (TIF)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage für die 1961 eingeführten traditionellen Feuerwehrwettkämpfe sind die Wettkampfvorschriften von 1951 aus Österreich. Sie teilen sich in zwei Disziplinen auf, die von der angetretenen Mannschaft durchgeführt werden müssen.

Löschangriff (trocken)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim trockenen Löschangriff wird ein Einsatz mit einer Gruppe (9 Feuerwehrleute) simuliert. Nachdem der Gruppenführer den Einsatzbefehl gegeben hat, muss die Mannschaft die Schlauchleitung von der Wasserentnahmestelle bis zu zwei C-Stahlrohren aufbauen. Dabei wird neben der Zeit auch die Durchführung bewertet. Für den Aufbau werden folgende Geräte benutzt:

Hindernis-Staffellauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hindernis-Staffellauf hat eine Länge von 400 Metern und ist in 8 gleiche Teilstrecken unterteilt. Jeweils nach 50 Metern wird das mitgeführte Strahlrohr als Staffelstab übergeben. Im 3. Bahnabschnitt steht ein 6 Meter langer und 60 cm hoher Schwebebalken. Im 7. Abschnitt steht eine 150 cm hohe Hinderniswand. Im 8. Abschnitt befindet sich eine 8 Meter lange Kriechstrecke (Rohr). Bei den Frauen wird die Hinderniswand durch einen zweiten Schwebebalken im 4. Abschnitt ersetzt. Auch hier werden neben der benötigten Zeit Bewertungspunkte von den Kampfrichtern vergeben, um einen Vergleich zu ermöglichen.

Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe (IFS)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Feuerwehrsport

Beim Feuerwehrsport handelt es sich um einen Leistungssport, der von den Sportlern Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Geschicklichkeit und Schnelligkeit abfordert. Die wohl interessantesten Disziplinen sind dabei die Zweikampf-Disziplinen des 100-Meter-Hindernislaufs und des Hakenleitersteigens, offiziell: "Aufstieg mit der Hakenleiter".

Im Feuerwehrsport wird zwischen Mannschafts- und Einzeldisziplinen unterschieden. Einzeldisziplinen sind der 100-Meter-Hindernislauf und das Hakenleitersteigen (nur Männer), Mannschaftsdisziplinen sind die 4×100-Meter-Feuerwehrstafette, der Löschangriff Nass und die Gruppenstafette (nur Frauen).

Bei den alle vier Jahre stattfindenden Internationalen Feuerwehrsportwettkämpfen des CTIF werden die jeweils drei erstplatzierten Wettkämpfer, Staffeln und Mannschaften mit der Internationalen Feuerwehrsportwettkampfmedaille ausgezeichnet.[3]

Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe (IJFW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1977 wurde diese Wettkampfart vom CTIF eingeführt, um auch den Kindern und Jugendlichen (12 bis 16 Jahre) der Feuerwehr eine Möglichkeit zu geben, sich international zu vergleichen. Die Wettkämpfe der Jugend finden alle zwei Jahre statt.

Die Wettkampfgruppe (10 Personen) startet in zwei Disziplinen. In der Feuerwehrhindernisübung (A-Teil) werden von der Gruppe mehrere Aufgaben auf Zeit durchgeführt. Die Bewertung erfolgt nach Zeit und korrekte Erfüllung der Aufgaben. Beim 400-Meter-Staffellauf mit Hindernissen starten 9 Jugendliche und nehmen ein C-Strahlrohr als Staffelstab. In 6 der 9 Bahnabschnitte sind Hindernisse zu bewältigen.

Austragungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Disziplin Löschangriff FF – Sieger: Mannschaft FF Beselich–Obertiefenbach
XV. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 2013 in Mulhouse, Disziplin Hakenleitersteigen - Freiwillige Feuerwehren
X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Disziplin 100m-Hindernislauf – Freiwillige Feuerwehren
Wettbewerb Jugend Jahr Austragungsort von – bis Wettkampfarten
I. 1961 DeutschlandDeutschland Bad Godesberg, Deutschland 21.07.–26.07. TIF
II. 1963 FrankreichFrankreich Mülhausen, Frankreich 02.09.–08.09. TIF
III. 1966 KroatienKroatien Karlovac, im heutigen Kroatien 03.09.–11.09. TIF
IV. 1969 OsterreichÖsterreich Krems, Österreich 01.07.–07.07. TIF
V. 1973 TschechienTschechien Brünn, im heutigen Tschechien 09.07.–16.07. TIF, IFS
VI. 1977 ItalienItalien Trient, Italien 31.07.–07.08. TIF, IFS
- I. 1977 LuxemburgLuxemburg Ettelbrück, Luxemburg 20.07.–24.07. IJFW
- II. 1979 OsterreichÖsterreich Perchtoldsdorf, Österreich 08.08.–12.08. IJFW
VII. III. 1981 DeutschlandDeutschland Böblingen, Deutschland 19.07.–27.07. TIF, IFS, IJFW
- IV. 1983 NiederlandeNiederlande Veldhoven, Niederlande 24.07.–31.07. IJFW
VIII. V. 1985 OsterreichÖsterreich Vöcklabruck, Österreich 15.07.–21.07. TIF, IFS, IJFW
- VI. 1987 TschechienTschechien Havlíčkův Brod, heutiges Tschechien 22.07.–28.07. IJFW
IX. VII. 1989 PolenPolen Warschau, Polen 24.07.–31.07. TIF, IFS, IJFW
- VIII. 1991 FinnlandFinnland Lappeenranta, Finnland 15.07.–21.07. IJFW
X. IX. 1993 DeutschlandDeutschland Berlin, Deutschland 11.07.–17.07. TIF, IFS, IJFW
- X. 1995 ItalienItalien Arco, Italien 23.07.–29.07. IJFW
XI. XI. 1997 DanemarkDänemarkHerning, Dänemark 06.07.–12.07. TIF, IFS, IJFW
- XII. 1999 FrankreichFrankreich Altkirch, Frankreich 11.07.–17.07. IJFW
XII. XIII. 2001 FinnlandFinnland Kuopio, Finnland 22.07.–28.07. TIF, IFS, IJFW
- XIV. 2003 OsterreichÖsterreich Kapfenberg, Österreich 20.07.–26.07. IJFW
XIII. XV. 2005 KroatienKroatien Varaždin, Kroatien 17.07.–24.07. TIF, IFS, IJFW
- XVI. 2007 SchwedenSchweden Revinge, Schweden 15.07.–22.07. IJFW
XIV. XVII. 2009 TschechienTschechien Ostrava, Tschechien 19.07.–26.07. TIF, IFS, IJFW
- XVIII. 2011 SlowenienSlowenien Kočevje, Slowenien 17.07.–24.07. IJFW
XV. XIX. 2013 FrankreichFrankreich Mülhausen, Frankreich 14.07.–21.07. TIF, IFS, IJFW
- XX. 2015 PolenPolen Opole, Polen 19.07.–26.07. IJFW
XVI. XXI. 2017 OsterreichÖsterreich Villach, Österreich 09.07.–16.07. TIF, IFS, IJFW

Teilnehmende Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 39 Mitgliedsländer des CTIF dürfen jeweils eine begrenzte Anzahl von Gruppen zu den Wettkämpfen entsenden. Dabei gibt es die Unterteilung in Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Frauengruppen.[4]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VIII. Feuerwehrolympiade des CTIF am 21. Juli 1985: Bereits vier Jahre vor der Wende kam es zu einer deutsch-deutschen Begegnung. Die DDR-Feuerwehr-Nationalmannschaft der Berufsfeuerwehren (helle Uniformen) und die einzige Sportwettkampf-Mannschaft des Deutschen Feuerwehrverbandes, die FF Beselich-Obertiefenbach (dunkle Uniformen).[5]

Für die Qualifikation der deutschen Wettkampfgruppen gibt es die Deutsche Meisterschaft im Feuerwehrsport (ehemals Bundesausscheid). Diese findet alle vier Jahre statt. Im Jahr 2008 qualifizierten sich insgesamt 20 Gruppen für die Teilnahme an der XIV. Feuerwehrolympiade des CTIF in Ostrava.[6]

Wettbewerb Jahr Austragungsort von – bis Wettkampfarten
1. 1972 Frankfurt am Main 24.06.–02.07. TIF
2. 1976 Holzminden 17.09.–18.09. TIF
3. 1980 Hannover 13.06.–14.06. TIF
4. 1984 Holzminden 01.06.–02.06. TIF
5. 1988 Hannover 27.05.–28.05. TIF, IJFW
6. 1992 Olpe 19.06.–20.06. TIF, IJFW
7. 1996 Böblingen 25.07.–27.07. TIF, IFS, IJFW
8. 2000 Augsburg 21.06.–24.06. TIF, IFS, IJFW
9. 2004 Halle (Saale) 14.07.–18.07. TIF, IFS, IJFW
10. 2008 Böblingen 23.07.–26.07. TIF, IFS, IJFW
11. 2012 Cottbus 25.07.–29.07. TIF, IFS, IJFW
12. 2016 Rostock 28.07.–30.07. TIF, IFS, IJFW

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Österreich nahmen an den traditionellen Wettbewerben zwischen 1961 und 2009 insgesamt 88 Gruppen teil. 2013 kamen die Gruppen 89 (Kirnberg NÖ), 90 (Niederabsdorf, NÖ), 91 (Königschlag - Gemeinde Schenkenfelden OÖ) und 92 (Ludesch, Vlbg) hinzu. Erfolgreich waren beispielsweise Gruppen aus Sankt Martin im Mühlkreis, Eichhorn, St. Pölten, Mistelbach, Grafenbach, Oberkreuzstetten, Kürnberg, Palterndorf, Zillingdorf, Zillingtal, Furth, Leopoldsdorf, Gloggnitz, Wiesenfeld, Ossarn, Ebersegg - Gemeinde St. Ulrich bei Steyr (Sieger 1989, 2013), Weeg (5-facher Sieger 1997, 2001, 2005, 2009, 2013), Au im Bregenzerwald (Weltrekord in Kuopio Finnland im Löschangriff), Neufeld an der Leitha (inges. 4x; 1993: Weltrekordhalter der Freiw. Feuerwehren beim Hindernis-Staffellauf (9x50m)-trad. Bewerb), Ainet.

Der Modus für die erfolgreiche Qualifikation ist unterschiedlich in den Bundesländern, beispielsweise in Oberösterreich dürfen die zwei Gruppen die, in aufeinanderfolgenden Jahren zusammengerechnet die meisten Punkte erreichen in der Wertungsklasse A ohne Alterspunkte.

Von den Jugendgruppen nahmen zwischen 1977 und 2009 20 Gruppen teil, wie Tragwein (9-fache Teilnahme 1995, 1997, 1999, 2001, 2005, 2007, 2009, 2011, 2015), Winden-Windegg (5-fache Teilnahme 2005, 2009, 2011, 2013, 2015), Erdleiten, Weeg, Pöndorf, Perchtoldsdorf (2003), Kürnberg, Sankt Martin im Mühlkreis (3-fache Teilnahme), Ruprechtshofen, Dirnbach (2003) und Hainfeld. Die Jugendgruppen aus Österreich konnte auch schon einige Weltmeister stellen so beispielsweise Tragwein (4-facher Sieger 1995, 1997, 2005, 2007), Kürnberg (2003), Weeg (2013).

Jugend Jahr Austragungsort Weltmeister Österreichische Teilnehmer
XII. 1999 FrankreichFrankreich Altkirch, Frankreich Hinterberg (AUT) Hinterberg, St. Martin im Mühlkreis, Tragwein
XIII. 2001 FinnlandFinnland Kuopio, Finnland Brand (RUS) Hinterberg, Perchtoldsdorf, Tragwein
XIV. 2003 OsterreichÖsterreich Kapfenberg, Österreich Kürnberg (AUT) Kürnberg, Dirnbach, Perchtoldsdorf
XV. 2005 KroatienKroatien Varaždin, Kroatien Tragwein (AUT) Kürnberg, Tragwein, Winden-Windegg
XVI. 2007 SchwedenSchweden Revinge, Schweden Tragwein (AUT) Hinterberg, Tragwein, Wagenhub
XVII. 2009 TschechienTschechien Ostrava, Tschechien SDH Chlumec nad Cidlinou (CZE) Erdleiten, Tragwein, Winden-Windegg
XVIII. 2011 SlowenienSlowenien Kočevje, Slowenien SDH Chlumec nad Cidlinou (CZE) Tragwein, Winden-Windegg
XIX. 2013 FrankreichFrankreich Mülhausen, Frankreich Weeg (AUT) Weeg, Winden-Windegg
XX. 2015 PolenPolen Opole, Polen MDP Gluchow /wlkp./ (POL) Tragwein, Winden-Windegg, Weeg
XXI. 2017 OsterreichÖsterreich Villach, Österreich - Bad Mühllacken, Guggenberg, St. Martin im Mühlkreis

Bei den Jugendgruppen erfolgt die Qualifikation im Zuge des Bundesfeuerwehrjugendleistungsbewerbs.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Feuerwehrsport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 15. CTIF-Olympiade in Mulhouse feierlich eröffnet. Deutscher Feuerwehrverband, abgerufen am 17. August 2016.
  2. Franz-Josef Sehr: CTIF-Weltmeisterschaften in Österreich. In: Florian Hessen 9/1985. Munkelt Verlag, Wiesbaden 1985, S. 1–2. ISSN 0936-5370.
  3. Franz-Josef Sehr: X. Feuerwehr-Olympiade 1993 in Berlin. In: Florian Hessen 9/1993. Munkelt Verlag, Wiesbaden 1993, S. 24–26. ISSN 0936-5370.
  4. CTIF-Mitgliedsländer aufgerufen am 9. Mai 2012
  5. Franz-Josef Sehr: Feuerwehr-Freundschaft begann zuvor – Beselich und Nationalmannschaft der DDR bei CTIF. In: Florian Hessen 7/2015. Henrich Druck+Medien, Wiesbaden 2015, S. 22–23. ISSN 0936-5370.
  6. Wilhelm Bohlmann: Internationale Feuerwehrwettbewerbe des CTIF. W. Bohlmann, Rostock 2009, ISBN 978-3-00-029246-0.