Jasmina Kuhnke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Jasmina Kuhnke (* 1982 in Hagen) ist eine deutsche Drehbuchautorin und Internet-Aktivistin des Antirassismus.[1][2][3] In sozialen Medien ist sie auch unter dem Pseudonym Quattromilf bekannt.[4]

Leben

Jasmina Kuhnkes Vater war Senegalese und starb während ihrer Kindheit. Ihre Mutter ist laut Eigenaussage Kroatin.[5] Sie bezeichnet sich als „afrodeutsche Serbokroatin oder serbokroatische Afrodeutsche“. Kuhnke wuchs in Hagen und Wuppertal auf[5] und betrieb als Jugendliche Laufsport.[6]

Als Autorin arbeitet sie freiberuflich unter anderem für den WDR. Sie schrieb mit bei der Serie Andere Eltern und für Carolin Kebekus.

In sozialen Medien nutzt Kuhnke das Pseudonym Quattromilf (auch die Schreibweise Quattro Milf ist in der GND als Künstlername erfasst[7]) und nennt ihre Anhängerschaft Quattromob. Ihr Pseudonym spielt auf das Akronym MILF an, jedoch im Sinne von „Mom I’d like to follow“. Sie thematisiert Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland. Auf Twitter und Instagram hat sie durchschnittlich ungefähr 90.000 Follower.

Sie wurde im Fernsehen zu ihrer Wahrnehmung von Alltagsrassismus und Hass-Postings befragt, so beispielsweise in der Dokumentation Radikalisiert von Sascha Lobo im Oktober 2019 auf ZDFneo,[8] vom Fernsehmagazin Monitor im April 2021[9] und von Carolin Kebekus im Juni 2020 im ARD-Brennpunkt.[10]

Im Januar 2021 erschien im Tagesspiegel ein Artikel der Journalistin Fatina Keilani, in welchem sie Kuhnke u. a. vorwarf, Antirassismus sei ihr persönliches Geschäftsmodell.[11][4] Der Artikel führte zu einer kontroversen Debatte.[12][13] Kuhnke selbst bezeichnete den Text als „unverantwortlich und unreflektiert“.[14]

Im Februar 2021 wurde Kuhnkes Privatanschrift verbunden mit einem Gewaltaufruf verbreitet: In einem knapp vierminütigen Video ist ein Zoom auf einen Globus zu sehen, der am Ende der Sequenz ihr Wohnhaus offenlegt.[15] Gleichzeitig wurde im Video dazu aufgerufen, „Jasmina zu massakrieren“. Am selben Tag wandte sich Kuhnkes Familie erfolglos an die Polizei. Laut Kuhnke habe das LKA gesagt, dass es sich nicht um eine Gefährdungssituation handele. Statt sie unter Schutz zu stellen, so Kuhnke, habe die Polizei ihr geraten, sie solle sich bei Twitter abmelden.[4] Daraufhin zog sie mit ihrer Familie um.[15] Die Amadeu Antonio Stiftung startete am 9. April 2021 einen Spendenaufruf mit einem Spendenziel von 50.000 Euro, um Kuhnke die Umzugs- und Anwaltskosten zu ersetzen.[16]

Kuhnke ist verheiratet und Mutter von vier Kindern.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Birthe Berghöfer: Unermüdliche Kämpferin (neues deutschland). Abgerufen am 9. Juni 2021.
  2. „Unabhängige in der Polizei“: Wenn Polizisten Aktivist:innen doxen und Journalist:innen drohen. 26. Mai 2021, abgerufen am 9. Juni 2021 (deutsch).
  3. Enorm: Hass im Netz: „Die deutschen Behörden müssen aufwachen“. 4. Mai 2021, abgerufen am 9. Juni 2021.
  4. a b c Carolina Schwarz: Doxing von Autorin Jasmina Kuhnke: Der Mob vor der Tür. Die Tageszeitung: taz, 12. April 2021, abgerufen am 6. Juni 2021.
  5. a b Dialika Neufeld, DER SPIEGEL: Jasmina Kuhnke twittert gegen rechts: "Ich habe euch durchschaut". Abgerufen am 6. August 2021.
  6. Die besten Wuppertaler Nachwuchsathleten und -athletinnenvon 1988–2018. Fachschaft Leichtathletik im Stadtsportbund Wuppertal, abgerufen am 1. Juni 2021 (PDF-Datei)
  7. Deutsche Nationalbibliothek: Eintrag zu Jasmina Kuhnke in der Gemeinsamen Normadatei (GND). In: Gemeinsame Normadatei. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 8. Juni 2021.
  8. Hasskommentare: Jasmina Kuhnke. Abgerufen am 6. August 2021.
  9. Monitor: Hass und Hetze im Netz: Kaum Schutz für Opfer. In: ARD Mediathek. April 2021, abgerufen am 5. Juni 2021.
  10. Carolin Kebekus: Brennpunkt (ab 0:08:53) auf YouTube, abgerufen am 5. Juni 2021. In: ARD. 4. Juni 2020.
  11. Fatina Keilani: Wenn Weiß-Sein zum Makel gemacht wird. In: Der Tagesspiegel. 15. Januar 2021, abgerufen am 6. August 2021.
  12. Margarete Stokowski, DER SPIEGEL: Ist Diskriminierung ein Deal? – Kolumne von Margarete Stokowski. Abgerufen am 6. August 2021.
  13. Offener Brief an "Tagesspiegel" - Antirassismus ist keine Gefühligkeit. Abgerufen am 6. August 2021 (deutsch).
  14. Wenn Schwarz-Sein zum Makel gemacht wird. In: Volksverpetzer. 18. Januar 2021, abgerufen am 6. August 2021 (deutsch).
  15. a b Lisa Hegemann: Hass im Netz: Wir wissen, wo du wohnst. In: Die Zeit. 9. April 2021, abgerufen am 6. Juni 2021.
  16. Amadeu Antonio Stiftung: Die Bedrohungen gegen Jasmina Kuhnke sind Angriffe auf die Zivilgesellschaft. In: Amadeu Antonio Stiftung. Abgerufen am 6. August 2021 (deutsch).