Johannes Floehr

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Johannes Floehr (* 2. Oktober 1991 in Willich) ist ein deutschsprachiger Moderator, Autor und Poetry Slammer aus Krefeld.[1]

Johannes Floehr 2016 in der Weststadthalle, Essen

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur am Krefelder Gymnasium am Moltkeplatz studierte Floehr Kulturwissenschaften an der Fernuniversität Hagen. Er lebt und arbeitet in Krefeld.[2]

Moderation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Floehr tritt bei diversen Literatur- und Kultur-Veranstaltungen als Moderator auf. 2014 und 2015 moderierte er das Theaterfest zur Spielzeiteröffnung des Theaters Paderborn, an selber Stelle moderierte er mehrfach den Dead-or-Alive-Slam.[3] In Krefeld ist er Moderator und Slam Master zweier monatlicher Poetry Slams[4]. Darüber hinaus moderiert er neben weiteren Poetry Slams in der Region unter anderem die offene Bühne Open Mic[5], PowerPoint Karaoke und seit 2016 das jährliche Welcome Now-Festival im Theater Krefeld, dessen Einnahmen der Krefelder Flüchtlingshilfe zugutekommen.[6] Seit 2017 ist Floehr Moderator beim Krefelder Folklorefest, dem ältesten und größten Umsonst & Draußen-Festival für Folkmusik. Der Journalist Mojo Mendiola nannte ihn „eine sympathische Quasselstrippe mit Köpfchen und Esprit, sicherlich ein Moderator mit Zukunft“.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 ist Floehr auf deutschsprachigen Bühnen als Teilnehmer von Poetry Slams tätig. Seit 2011 konnte er sich für jede nordrhein-westfälische sowie deutschsprachige Slam-Meisterschaft qualifizieren. Im April 2016 gewann er bei der WestStadtStory in der Weststadthalle Essen das Jahresfinale des größten monatlichen Poetry Slams in Nordrhein-Westfalen, wodurch er sich für den NRW Slam 2016 in Bochum qualifizierte. Dort kam er ins Finale und erreichte im Schauspielhaus Bochum den dritten Platz. Zudem gewann er 2014 für seine sich dem Thema Demenz widmende Kurzgeschichte Wie im Puppenhaus den Jugendliteraturpreis "Compete" des Heinrich-Heine-Institutes.[8] Er gehört neben Henrike Klehr, Yannick Steinkellner und Jason Bartsch zur Stammbesetzung der Oberhausener Lesebühne „Das Baby ist optional“.

In diversen Zeitschriften und Anthologien sind seine Texte abgedruckt worden. Floehr leitet regionale Workshops (wie etwa den Krefelder Schul-Slam[9][10]) und Schreibwerkstätten (SchreibTisch Krefeld[11]). Im Dezember 2016 reiste er als Gast des Auswärtigen Amtes nach Estland, um dort Slam-Workshops durchzuführen.[12] Er ist einer der Teilnehmer der TV-Sendung „[sla(m]dr)“, die im April 2017 im MDR Fernsehen ausgestrahlt wurde.[13]

Seine zumeist humoristischen Texten greifen politische und gesellschaftliche Themen auf und beinhalten häufig dadaistische Elemente sowie Sprachspielereien.

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine ersten Hörspiele veröffentlichte Floehr unter dem Pseudonym Jacques Fleur 2009 auf Last.fm.[14] 2013 initiierte er gemeinsam mit Hank Zerbolesch, Michel Kühn und Lisa Schøyen das Podcast-Projekt „Podcastpoesie“[15], bei dem wöchentlich eine neue Folge mit Beiträgen von Slammern und Autoren wie Fabian Navarro, Sebastian 23, Tobi Katze, Frank Klötgen, Sandra Da Vina oder René Sydow veröffentlicht wurde. Aus der Zusammenarbeit resultierten in der Folge zwei überregional aufgeführte Live-Hörspiele, jeweils mit Floehr in einer der Hauptrollen, Die Zeitmaschine erschien 2015 auf CD bei periplaneta und erhielt positive Kritiken[16][17]. Im Jahr darauf folgte, bislang lediglich live aufgeführt, Das Geheimnis um das verschollene Pep. Darüber hinaus arbeitete Floehr 2015 als Sprecher diverser Rollen bei der zwölfstündigen Hörbuchfassung von Jan Philipp Zymnys Roman Henry Frottey – Sein erster Fall: Teil 2 – Das Ende der Trilogie (Regie: Andy Strauß) mit.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011 wirkte er im satirischen Dokumentarfilm Die PARTEI mit.[18]
  • 2016 startete er mit Bernard Hoffmeister das Projekt „Unnützes Slamwissen“, für das die beiden regelmäßig Fakten und Geschichten aus der Poetry Slam-Szene zusammentragen.
  • gemeinsam mit Musiker Steven Hein (N-1) legt er unter dem Namen „Floehr & Hein - Hits und Songs, die welche sein sollten“ regelmäßig Indie- und Alternative-Musik in Clubs auf.
  • Sein Vater Ralf Floehr (* 1957, † 2007) war Gründer des Verlages La fleur.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: Niedersächsisch/Bremischer Vize-U20-Meister im Poetry Slam
  • 2014: Jugendliteraturpreis des Heinrich-Heine-Instituts für Wie im Puppenhaus
  • 2014: Friedrichstadtmeister des Pitcher Poetry Slams in Düsseldorf
  • 2016: Jahressieger der WestStadtStory in der Weststadthalle Essen
  • 2016: 3. Platz bei den nordrhein-westfälischen Poetry Slam-Meisterschaften im Schauspielhaus Bochum[19]
  • 2017: Düsseldorfer Stadtmeister bei der Poesieschlacht im zakk[20]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählungen/Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprechrollen bei Hörspielen/-büchern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • u. a. Hauptrolle C.G. Jung in Die Zeitmaschine von Hank Zerbolesch, periplaneta 2015, ISBN 978-3-943876-88-8.
  • u. a. Weltuntergangsprediger in Henry Frottey – Sein erster Fall: Teil 2 – Das Ende der Trilogie von Jan Philipp Zymny (Hrsg.). Lektora Verlag 2015, ISBN 978-3-95461-042-6.
  • div. Rollen in Das Geheimnis um das verschollene Pep von Hank Zerbolesch, Live-Hörspiel 2016.

Kurzfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachdenken (2015)
  • Eine Rede zur Lage der Situation (2015)
  • Der Dropdetektiv (2016)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Floehr: In sieben Minuten die Welt erklären. In: KR-ONE. 2. Februar 2017 (kr-one.de [abgerufen am 2. März 2017]).
  2. © 2013 Knut Habicht: Kultur in Krefeld | Literaturszene II. Abgerufen am 2. März 2017.
  3. Kultur in Westfalen - blog. Abgerufen am 14. April 2017 (deutsch).
  4. Natalie Sacharow: Krefeld: Die besten Poeten des Slammer-Jahres. Abgerufen am 3. März 2017.
  5. Véronique Gantenberg: „Open Mic“: Eine Bühne, auf der alles erlaubt ist. In: Westdeutsche Zeitung. 18. Juli 2016 (wz.de [abgerufen am 3. März 2017]).
  6. Klaus M. Schmidt: „Welcome Now“ – Festival als gelungene Willkommenskultur. In: Westdeutsche Zeitung. 27. Mai 2016 (wz.de [abgerufen am 14. April 2017]).
  7. Mojo Mendiola: Krefeld: Slammerin des Jahres siegt mit Poetry übers Küssen. Abgerufen am 5. März 2017.
  8. compete2014. 21. Oktober 2015, abgerufen am 2. März 2017.
  9. Marit Blossey: Krefeld: Problem Hosenkauf oder der 1. Krefelder Schul-Slam. Abgerufen am 3. März 2017.
  10. Erster Schul-Slam: Eine Siegerin, aber zehn Gewinner. In: Westdeutsche Zeitung. 30. Juni 2016 (wz.de [abgerufen am 2. März 2017]).
  11. Schreibwerkstatt im Jules Papp. In: Rheinische Post. 8. Juli 2014.
  12. Poetry slam – Tallinna Saksa Gümnaasium. In: Tallinna Saksa Gümnaasium. 6. Dezember 2016 (edu.ee [abgerufen am 2. März 2017]).
  13. [sla(m]dr): MDR startet Poetry-Slam-Show. Abgerufen am 2. März 2017 (deutsch).
  14. Jacques Fleur – Musik, Videos, Konzerte, Statistiken und mehr. In: Last.fm. Abgerufen am 22. März 2017 (deutsch).
  15. Podcastpoesie: Online verdichtet. In: Coolibri Magazin. (coolibri.de [abgerufen am 2. März 2017]).
  16. Hank Zerbolesch – Die Zeitmaschine (Hörspiel) CD-Review. Terrorverlag (terrorverlag.com [abgerufen am 5. März 2017] Kritik).
  17. Hörspielkritik: „Die Zeitmaschine“ (Hank Zerbolesch / Periplaneta). Abgerufen am 5. März 2017.
  18. Andreas Coerper, Martin Sonneborn: Die PARTEI. 13. August 2009, abgerufen am 2. März 2017.
  19. Rede zur Lage der Situation - Johannes Floehr | NRW Slam 2016 | WDR. 21. Oktober 2016, abgerufen am 2. März 2017.
  20. Poesieschlacht. Abgerufen am 15. August 2017.
  21. Befüllung des Literaturautomaten März 2012. In: Literaturautomat. Abgerufen am 8. März 2017.
  22. August 2017. Abgerufen am 15. August 2017.