Kaprije

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Insel Kaprije
Kaprije (Kroatien)
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43.69747777777815.700405555556Koordinaten: 43° 41′ 51″ N, 15° 42′ 1″ O
Basisdaten
Meer: Adriatisches Meer
Lage: Mittlere Adria
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Wappen der Gespanschaft Šibenik-Knin Šibenik-Knin
Fläche: 6,97 km²
Einwohner: 143 (2013)
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Größte Ortschaft: Kaprije
Höchster Punkt: Velika Glavica (176 m)
Croatia - Kaprije.PNG
Ansicht des Dorfes Kaprije

Kaprije ist eine in den Sommermonaten autofreie Insel des Archipels vor Šibenik und liegt zwischen den Inseln Zmajan und Kakan in Kroatien.

Die Insel bekam ihren Namen von der Mittelmeerpflanze Kaper, die neben anderen Gewürzpflanzen wie Lorbeer oder Rosmarin auf der Insel wächst.

Kaprije wurde vor 400 Jahren erstmals besiedelt. Einige alte Häuser und die Kirche sind heute noch erhalten. Das an einem Hang liegende Dorf der Insel heißt ebenfalls Kaprije. Es liegt am Ende einer langen, bei Seglern als sturmsicher geschätzten Bucht. Der Weiler Medoš im Nordosten der Insel wird nur zeitweise von Landwirten bewohnt.

Ihren Lebensunterhalt gewannen die Bewohner durch Fischfang sowie Garten- und Obstbau (Oliven, Feigen, Granatäpfel und Maulbeerbäume). Um der Erosion durch Wind und Wetter zu trotzen, wurden im Laufe der Jahrhunderte hunderte Kilometer Steinmauern per Hand aufgeschichtet. Noch heute erfüllen diese Mauern ihren Zweck. Die bis zu 4 m hohen und 3 m breiten Mauern dienen auch heute noch zur Einfriedung der Anwesen, manchmal als Hausmauer und sogar als Weg.

Die Wasserversorgung, beruhte lange Zeit auf einem mehrere 100 m² großen Regenauffangbecken, mit einer von althergebrachten Technik des Wasserfilterns (Steinfilter). Parallel wurde bis 2011 Trinkwasser auch per Schiff zur Insel geschafft, zu den Häusern und in Zisternen gepumpt. Jedoch ist heute eine moderne Wasserversorgung installiert.

In den 1990ern ist ein großer Teil des üppigen Inselbewuchses, des alten Pinienbaumbestands, auf Grund von Unachtsamkeit abgebrannt. Die Südwestseite der Insel bewahrt noch einige der uralten Giganten. Wenige Platanen sind noch zu bewundern. Fast der gesamte Baumbestand der kroatischen Küste wurde über Jahrhunderte systematisch von Eroberern der Ländereien abgeholzt. Das harzreiche Holz wurde beim Schiffbau verwendet.

Die Insel ist noch vom Massentourismus verschont, jedoch in den Ferienmonaten gut belebt. Den jährlich mehr werdenden Touristen werden 12 Gastronomiebetriebe, eine kleine Altstadt mit typisch dalmatischen Steinhäusern, ein 300 m langer Schotterstrand und eine wunderschöne Landschaft geboten sowie ein Laden und ein Postamt. Eine Bocciabahn wird abends oftmals von ehem. Europameistern bespielt.

Vom höchsten Punkt der Insel (rd. 180 m ü.M.) ist der Gebirgszug des Velebit (bis 1700 m) und Ausläufer Richtung Zadar und Splitt in ganzer Länge zu sehen. Ab Šibenik, der Bezirkshauptstadt und Bischofsstadt, verkehren Fähren (Jadrolinija) täglich mehrmals zur 12 Sm entfernten autofreien Insel Kaprije, weiter nach Zirje und zurück.

Weblinks[Bearbeiten]