Kernkraftwerk Hinkley Point

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Kernkraftwerk Hinkley Point
Links die beiden Reaktoren von Hinkley Point A, rechts Hinkley Point B
Links die beiden Reaktoren von Hinkley Point A,
rechts Hinkley Point B
Lage
Kernkraftwerk Hinkley Point (England)
Kernkraftwerk Hinkley Point
Koordinaten 51° 12′ 28,7″ N, 3° 7′ 48″ WKoordinaten: 51° 12′ 28,7″ N, 3° 7′ 48″ W
Land: Großbritannien
Daten
Eigentümer: Hinkley Point A: Nuclear Decommissioning Authority
Hinkley Point B: British Energy
Betreiber: Hinkley Point A: Magnox Electric Limited
Hinkley Point B: British Energy
Kommerzieller Betrieb: 30. März 1965

Aktive Reaktoren (Brutto):

2  (1310 MW)

Stillgelegte Reaktoren (Brutto):

2  (534 MW)
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: 301.925 GWh
Website: Hinkley Point B auf der Seite des Betreibers (Memento vom 28. Juni 2011 im Internet Archive) (englisch)
Stand: 1. August 2008
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Hinkley Point liegt nahe Bridgwater, Somerset, an der Südwestküste von England. Es besteht aus den beiden Anlagenteilen Hinkley Point A und Hinkley Point B. Zwei weitere Reaktoren sind unter dem Namen Hinkley Point C geplant.

Es hat zwei in Betrieb befindliche Reaktoren (Hinkley Point B1 und B2) und zwei bereits stillgelegte Reaktoren (Hinkley Point A1 und A2). Die beiden in Betrieb befindlichen Reaktoren haben eine elektrische Nettoleistung von zusammen 840 MW und liefern Strom für über eine Million Haushalte.[1] Im März 2013 wurde die Erweiterung von Hinkley Point um zwei weitere Reaktoren (Hinkley Point C1 und C2) mit zusammen 3260 MW genehmigt. Endgültig sollte ursprünglich 2014 über den Bau des mindestens 24,5 Mrd. Pfund (29 Mrd. Euro)[2] teuren Projektes entschieden werden. Beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Großbritannien im Oktober 2015 wurde ein Vertrag unterzeichnet, laut dem sich der chinesische Staatskonzern China General Nuclear Power Group mit einer Summe von 6 Milliarden britischen Pfund (7,1 Mrd. Euro) an den Gesamtkosten von nun 18 Milliarden britischen Pfund (21,3 Mrd. Euro) beteiligen wird. Die übrigen Kosten trägt der französische Konzern EDF.[3]

Hinkley Point A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernkraftwerk Hinkley Point
Hinkley Point A, gesehen vom Eingang zu Hinkley Point B

Die beiden Kernreaktoren von Hinkley Point A waren Magnox-Reaktoren. Sie hatten eine Nettoleistung von je 235 MWe (Bruttoleistung je 267 MWe).

Der Bau beider Blöcke wurde am 1. November 1957 begonnen. Am 16. Februar 1965 wurde Hinkley Point-A1 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert und am 19. März 1965 Hinkley Point-A2. Am 30. März 1965 nahm Block A1 erstmals den kommerziellen Leistungsbetrieb auf, am 5. Mai 1965 Block A2.

Während der Bauphase im Jahr 1961 urinierte ein Bauarbeiter gegen eine der Rohrleitungen. Dies hatte zur Folge, dass die entsprechenden Leitungen, durch welche während der Betriebsphase die radioaktiven Abwässer flossen, zu rosten begannen und deswegen 1986 die Anlage für zehn Tage stillgelegt werden musste, um die Leitungen für umgerechnet damals rund 4,5 Millionen DM zu erneuern.[4]

Am 23. Mai 2000 wurde Hinkley Point A stillgelegt.[5] Während der Betriebszeit wurden dort etwa 103 TWh Strom produziert.[6]

Die Anlage steht auf einem 19,4 Hektar großen Gelände.[7] Von 1965 bis 1989 gehörte die Anlage dem 'Central Electricity Generating Board' (CEGB). Von 1989 bis 1994 war sie im Besitz der Nuclear Electric plc. Von 1994 bis 1998 gehörten die Reaktoren der Magnox Electric plc, von 1998 bis 2004 der British Nuclear Fuels plc. Seit 2004 gehört die Anlage im Zuge der Stilllegung der Nuclear Decommissioning Authority.[8]

Die Reaktordruckbehälter waren die größten aller britischen Magnox-Reaktoren. Nach der Abschaltung mussten 71.828 Brennelemente nach Sellafield gebracht werden.[9]

Hinkley Point B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinkley Point B

Die beiden Reaktoren der Anlage Hinkley Point B sind AGR. Beide haben eine Bruttoleistung von 655 MWe. Block B1 besitzt eine Nettoleistung von 410 MW, Block B2 eine Nettoleistung von 430 MW.

Der Bau beider Blöcke wurde am 1. September 1967 begonnen. Am 5. Februar 1976 wurde Hinkley Point-B2 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert, am 30. Oktober 1976 Block B1. Am 27. September 1976 ging Block B2 in den kommerziellen Leistungsbetrieb, am 2. Oktober Block B1.[5] Die beiden Reaktoren benötigen 40 bis 45 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.[10] Die Abschaltung der beiden Blöcke ist laut Betreiber für 2016 vorgesehen; im März 2013 berichtete BBC, die Stilllegung sei erst im Jahr 2023 geplant.[1][11]

2003 fiel ein Arbeiter von 25 Meter hohen Gerüsten in der Turbinenhalle, sein Becken splitterte. Er musste 20 Minuten warten, bis er nach Taunton ins Krankenhaus gebracht wurde. Daraufhin traten 350 Arbeiter aus dem vorübergehend geschlossenen Reaktor in Streik, blockierten die Einfahrt zum Kraftwerk und forderten bessere Ambulanzdienste in der Anlage.[12]

Im Oktober 2006 wurden die Reaktoren Hinkley Point-B1 und B2 sowie die Reaktoren Hunterston-B1 und B2 vorläufig heruntergefahren, um die Rissbildung innerhalb der Reaktoren zu überprüfen. So konnte die bis dahin für 2011 vorgesehene Abschaltung auf 2017 verschoben werden. Im Mai 2007 fuhren die Reaktoren wieder an.[13][14] British Energy ging davon aus, für die Laufzeitverlängerung 90 Millionen Pfund ausgeben zu müssen. Es ist auch im Gespräch, die Laufzeit bis nach 2017 zu verlängern. Die ungeplanten Ausfälle in Hinkley Point B und Hunterston B führten zu einem Verlust von 9,4 Mrd. kWh und waren der Hauptgrund für geringe im Geschäftsjahr 2006/2007 produzierte Menge Atomstrom.[15]

Hinkley Point C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Planung sind zwei weitere Reaktoren vom Typ Areva EPR. Im März 2013 erhielt Électricité de France (EDF) die Genehmigung für den Bau eines neuen Kraftwerks. Da der Bau aufgrund der hohen Investitionskosten wirtschaftlich nicht rentabel ist, hatte EdF als Bedingung für einen Bau staatliche Subventionen in Form eines garantierten Stromabnahmepreises verlangt, über den bis Oktober 2013 mit der Regierung (Cameron I) verhandelt wurde. Laut BBC würde ein garantierter Mindestpreis unterhalb von 90 Pfund/MWh dazu führen, dass das Kernkraftwerk Verluste schreibt.[11][16][17][18] Insgesamt wird das Kraftwerk mit 100 Milliarden € durch Großbritannien subventioniert.[19]

Am 21. Oktober 2013 gab EDF Energy, eine britische Tochtergesellschaft der Électricité de France, bekannt, sein französisch-chinesisches Konsortium habe mit der britischen Regierung in einem „accord de principe“ (etwa: Grundsatzvereinbarung)[20] vertraglich vereinbart, für 16 Milliarden Pfund Sterling (GBP; zu dieser Zeit ca. 19 Milliarden Euro) zwei Druckwasserreaktoren mit einer gemeinsamen Nettoleistung von 3200 MW (Bruttoleistung 3260 MW) errichten zu lassen.[21] Der letzte Kernreaktor in Großbritannien wurde 1995 in Betrieb genommen. Dem Konsortium gehören neben der französischen EdF mit 40 bis 50 % und dem Kraftwerksbauer Areva mit 10 %, die chinesischen Unternehmen CGN (Guangdong Nuclear Power Corporation Holding) und CNNC (China National Nuclear Corporation) mit einem Anteil von zusammen 30–40 % an,[22] eine Beteiligung von Staatsfonds aus Kuwait und Katar wurde diskutiert.[23]

Um das Projekt für das Konsortium rentabel zu machen, sagte die Regierung Cameron I ihm für 35 Jahre ab Inbetriebnahme eine garantierte Einspeisevergütung in Höhe von 92,5 Pfund/MWh plus einem jährlichen Inflationsausgleich auf Preisbasis 2012 zu (derzeit 110 Euro/MWh[24]). Dies ist vor Indexierung das Doppelte des durchschnittlichen englischen Strompreises 2013[25] und liegt unterhalb der Einspeisevergütung für große Photovoltaik- und Offshore-Windkraftanlagen, jedoch oberhalb der von Onshore-Windkraftanlagen.[26] Zusätzlich wurde eine staatliche Kreditgarantie in Höhe von 10 Mrd. Pfund (11,8 Mrd. Euro) gewährt, um die Finanzierungskosten zu senken. Die Kernreaktoren sollten (laut damaliger Planung) 2023 ans Netz gehen und voraussichtlich 60 Jahre laufen.[27][28] Sollten die Kernreaktoren aufgrund ausschließlich politischer Umstände abgeschaltet werden müssen, werden die Betreiber für den entgangenen Ertragsausfall durch die Regierung finanziell entschädigt.[29] EU-Energiekommissar Günther Oettinger bezeichnete die Vergütungszusagen als „sowjetisch“.[30]

Da die britische Regierung eine Förderung durch drei Maßnahmen - in Form einer garantierten Einspeisevergütung (einschließlich Inflationsausgleich) mittels Contract for Difference (CfD), durch Kreditgarantien und eine Absicherung vor politisch motivierten Abschaltungen durch ein Secretary of State Agreement - eine als Beihilfe zu qualifizierende Subvention gewährt,[31] mussten diese von der EU genehmigt werden.[32] Im Dezember 2013 leitete EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia eine Untersuchung dazu ein. Neben der generellen Prüfung, ob es sich bei der Förderung um eine unzulässige Subvention handelt, solle geprüft werden, ob die Förderungsbedingungen verhältnismäßig und alternativlos sind.[33]

Am 8. Oktober 2014 teilte die EU-Kommission mit, geänderte britische Fördermaßnahmen für Hinkley Point C seien mit EU-Recht vereinbar.[34][35] Gegen diese Entscheidung legte die Elektrizitätzwerke Schönau Vertriebs GmbH Beschwerde ein.[36] Auch baden-württembergische Stadtwerke wollen klagen.[37] Die Kritik richtet sich auch gegen eine Ungleichbehandlung der Förderung von erneuerbaren Energien, für die anders als für den Strom aus Hinkley Point C nach den Umwelt- und Energiebeihilfeleitlinien der EU-Kommission in Zeiten negativer Preise keine Förderung gewährt werden darf.[38]

Zugleich wurde bekannt, dass die Kosten deutlich höher prognostiziert werden als zuvor kommuniziert. Statt der ursprünglich angegebenen 16 Mrd. Pfund sollen die Baukosten nun mindestens 24,5 Mrd. Pfund (29 Mrd. Euro) betragen, die durch die EU-Kommission genehmigte Höchstsumme liegt bei 34 Mrd. Pfund (40,3 Mrd. Euro).[2] Das entspricht dem von der EU-Kommission erwarteten Kapitalbedarf.[39] Ursprünglich (2005) sollte ein neuer EPR dieser Leistungsklasse schlüsselfertig 3 Mrd. Euro kosten.[40] Das Projekt in Hinkley liegt damit um den Faktor 7 über den Kosten-Planungen aus dem Jahre 2005 zu den Kosten eines EPR mit 1600 MWe.

Im März 2015 teilte Greenpeace Energy mit gegen die Entscheidung der EU-Kommission eine Klage vorzubereiten.[41] Die Klage wurde am 25. September 2015 eingereicht.[42]

400 Projekt-Mitarbeitern droht (Stand April 2015) die Kündigung, weil die Planungsarbeiten praktisch abgeschlossen sind und EdF noch keine endgültige Entscheidung für oder gegen das Projekt getroffen hat.[43][44] Für die beiden geplanten Reaktoren müssten auch neue Stromleitungen gebaut werden.[45]

Ende April 2015 erklärte der damalige österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), eine Nichtigkeitsklage gegen den Beschluss sei fertig und werde in einigen Wochen beim Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg eingebracht werde: „Wir klagen gegen die Entscheidung der EU-Kommission, dass Großbritannien mit Steuermitteln den teuren Ausbau eines Atomkraftwerks finanzieren darf.“[46] Im Juli 2015 wurde die Klage eingebracht.[47] Im Zusammenhang damit wurde bekannt, dass auch Luxemburg rechtliche Schritte gegen die Subventionen erwäge.[48]

Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages hat am 17. Juni 2015 eine öffentliche Anhörung zur Frage, ob Deutschland ebenfalls Klage gegen die Kommissionsentscheidung erheben soll, durchgeführt.[49]

Im September 2015 teilte EDF mit, es werde im Oktober 2015 eine endgültige Investitionsentscheidung geben. Im Falle einer positiven Entscheidung sei die Inbetriebnahme erst nach 2023 möglich.[50] Im Januar 2016 verschob EDF die Investionsentscheidung erneut.[51]

Anfang März 2016 trat der EDF-Finanzvorstand Thomas Piquemal zurück. Grund für den Rücktritt waren offenbar Zweifel an der Finanzierbarkeit von Hinkley Point C.[52][53] EDF teilte in diesem Zusammenhang mit, die endgültige Investitionsentscheidung solle in "naher Zukunft" fallen.[54][55][56]

Im März 2016 mahnte der Cour des Comptes, der französische Rechnungshof, EDF solle sich "ernsthafte Fragen" stellen, bevor es die Planung von Hinkley Point C fortsetze.[57][58] [59]

Am 22. März 2016 wurde bekannt, die für Ende März 2016 angekündigte Investitionsentscheidung werde auf Mai 2016 verschoben.[60]

Im April 2016 wurde bekannt, dass im Zusammenhang mit dem Kraftwerksbau in London sieben chinesische Firmen gegründet worden sind. Von chinesischer Seite wurde dazu nur erklärt, sie seien für die Abwicklung des Vorhabens erforderlich und man arbeite nach der grundsätzlichen Übereinkunft nun an der langfristigen Umsetzung. Ein endgültiger Vertrag sei aber noch nicht unterschrieben.[61]

Ende April 2016 teilte der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron mit, die Finanzierungsentscheidung sei auf September 2016 verschoben.[62][63] Kurz danach belegte die französische Regierung EDF mit einer 60-tägigen Beratungs-Periode; diese endete am 4. Juli 2016.[64]

Am 23. Juni 2016 fand das Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU statt. 51,9 Prozent der Abstimmenden befürworteten einen Brexit. Dies impliziert neue Unwägbarkeiten für das Bauprojekt.[65][53]

Im Juli 2016 wurde durch das britische Energieministerium bekannt, dass die Kosten für den Betrieb des Kraftwerks über seinen gesamten Betriebszeitraum 37 Milliarden britische Pfund betragen würden. Ein Jahr zuvor waren die Kosten noch mit 14 Milliarden Pfund beziffert worden. Dies ließ Fragen nach der Finanzierung des Betriebs laut werden, die vom britischen Energieministerium mit dem Hinweis darauf beantwortet wurden, dass in den Preiskalkulationen für den erzeugten Strom so gewählt worden seien, dass steigende Kosten nicht zu Lasten der Steuerzahler gingen. EDF unterstützte diese Ansicht mit dem Hinweis darauf, dass diese Kostenschätzung auf dem Stand von September 2015 beruhe, wo die Großmarktpreise für Strom extrem niedrig waren und das man konkurrenzfähige Strompreise anbieten werde, wenn die Produktion aufnehme.[66][67] Das National Audit Office warnte kurz nach dem Bekanntwerden dieser Zahl, dass die Zuschüsse, die vom Staat an EDF gezahlt werden müssen, um fallende Großhandelspreise auszugleichen von den 6,1 Milliarden britischen Pfund im Oktober 2013 auf 29,7 Milliarden im März 2016 angewachsen seien. Das britische Engergieministerium entgegnete darauf, dass diese Zahl eine reine Schätzung sei und dass die Kosten des Kraftwerks sich noch immer auf 18 Milliarden britische Pfund beliefen und das weder auf die Steuerzahler noch die Verbraucher höhere Zusatzzahlungen zukämen.[68]

Die vier für EDF repräsentativen französische Gewerkschaften (CGT, CFDT, CFE-CGC und FO) äußerten die Befürchtung, das Hinkley-C-Projekt könne das schon jetzt mit 37 Milliarden Euro verschuldete Unternehmen EDF finanziell ruinieren.[64] [69][70] Für den 22. September 2016 ist eine Sitzung des 'comité central d'entreprise' von EDF terminiert.[70]

Im Juli 2016 erklärte der britische Rechnungshof (NAO), dass es billiger sei Erneuerbare Energien einzusetzen als Hinkley Point C zu bauen. [71]

In Zusammenhang mit dem geplanten Bau von Hinkley Point C haben französische Behörden die EDF-Zentrale durchsucht. Die Finanzmarktaufsicht wirft EDF vor Informationen über die Finanzlage des Unternehmens insgesamt sowie insbesondere die Kosten des Reaktorbaus nicht offengelegt zu haben.[72]

Am 28. Juli 2016 entschied sich EDF dafür, das Kraftwerk zu bauen. Kurz vor der Sitzung, auf der der Beschluss getroffen wurde, war ein Verwaltungsrat von EDF zurückgetreten.[73] Die Verträge zum Bau sollten einen Tag später in einem Festakt unterzeichnet werden, hierzu war bereits eine Delegation ebenfalls am Projekt beteiligter chinesischer Unternehmen angereist. Diese Vertragsunterzeichnung wurde jedoch von der neuen englischen Regierung kurzfristig und ohne Angabe von Gründen abgesagt. Nach Greg Clark, Minister für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie, wolle die Regierung erneut die Vereinbarungen prüfen und im Herbst 2016 eine endgültige Entscheidung treffen.[74][75]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Bilder zeigen einen Transport von radioaktivem Abfall vom Kernkraftwerk Hinkley Point nach Sellafield.

Daten der Reaktorblöcke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Hinkley Point hat insgesamt vier Blöcke:

Reaktorblock[5] Reaktortyp Nettoleistung Bruttoleistung Baubeginn Netzsynchronisation Kommerzieller Betrieb Abschaltung
Hinkley Point-A1 Magnox-Reaktor 235 MW 267 MW 01.11.1957 16.02.1965 30.03.1965 23.05.2000
Hinkley Point-A2 Magnox-Reaktor 235 MW 267 MW 01.11.1957 19.03.1965 05.05.1965 23.05.2000
Hinkley Point-B1 AGR 410 MW 655 MW 01.09.1967 30.10.1976 02.10.1978 (2028Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren geplant[76])
Hinkley Point-B2 AGR 430 MW 655 MW 01.09.1967 05.02.1976 27.09.1976 (2028Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren geplant[76])
Hinkley Point-C1 Areva EPR 1600 MW 1630 MW
Hinkley Point-C2 Areva EPR 1600 MW 1630 MW

Aktionen im Internet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kernkraftwerk Hinkley Point – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b British Energy - Power Stations - Hinkley Point B (Memento vom 28. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. a b Hinkley Point nuclear plant to cost £24.5bn. In: The Telegraph, 8. Oktober 2014. Abgerufen am 13. Oktober 2014.
  3. China baut an britischen AKW mit auf Tagesschau.de, 21. Oktober 2015, abgerufen am 22. Oktober 2015
  4. Teures Geschäft (Memento vom 28. Juli 2014 im Internet Archive) Hamburger Abendblatt, 20. November 1986
  5. a b c Power Reactor Information System der IAEA: „United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland: Nuclear Power Reactors“ (englisch)
  6. Magnox – Hinkley Point A
  7. Hinkley Point A Site: About us (Memento vom 7. September 2008 im Internet Archive)
  8. ENERGY ACT 2004
  9. Hinkley Point A Site: Site operations (Memento vom 7. September 2008 im Internet Archive)
  10. Hinkley Point B Nuclear Power Station Water Treatment Plant, Bridgwater, United Kingdom
  11. a b New nuclear power plant at Hinkley Point C is approved. BBC News, 19. März 2013
  12. UK Indymedia - 350 strike at Hinkley Point Nuclear Power Station
  13. BBC News - Nuclear plant gets nod to restart
  14. BBC News - Safety approved at nuclear plants
  15. BE Announces Life Extensions For Hinkley Point B And Hunterston B (Memento vom 21. Dezember 2007 im Internet Archive)
  16. www.iwr.de: Britische Regierung genehmigt Kernkraftwerk – Bau aber ungewiss. Abgerufen am 20. März 2013.
  17. Hinkley Point C: deal or no deal for UK nuclear?. In: www.telegraph.co.uk, 19. März 2013. Abgerufen am 20. März 2013.
  18. What price nuclear power? The final hurdle for Hinkley. In: BBC, 20. März 2013. Abgerufen am gleichen Tag
  19. Klage gegen britische Atomstrom-Hilfen. In: Tagesschau.de, 15. Juli 2015. Abgerufen am 12. November 2015.
  20. Accord de principe sur les termes commerciaux des contrats relatifs au projet de centrale nucléaire Hinkley Point C mit Link zur Pressekonferenz
  21. Wechselkurs am 21. Oktober 2013: 1,181 Euro für 1 GBP. Die Zahl 16 Mrd. Euro wird auf Seite 3 der Presseerklärung genannt; kurz zuvor hatte The Guardian noch die veraltete Zahl 14 Mrd. GBP genannt. (pdf)
  22. "Frankreich und China bauen Atomkraftwerk in Großbritannien" In: Süddeutsche Zeitung, 21. Oktober 2013
  23. Qatar and Kuwait 'in talks with EDF over Hinkley Point nuclear stake'. www.telegraph.co.uk 23. Oktober 2013, abgerufen am 24. Januar 2015
  24. Wechselkurs vom .
  25. Britain, EDF strike deal on nuclear project. In: Global Post, 17. Oktober 2013. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  26. Electricity Market Reform – Delivery Plan. Department of Energy and Climate Change, Dezember 2013, abgerufen am 4. Mai 2014 (PDF-Datei, 1,5 MB, englisch).
  27. The Guardian: David Cameron hails nuclear power plant deal as big day for Britain
  28. Englands neuer Atomstrom ist teuer als Solarenergie. In: Wirtschaftswoche, 21. Oktober 2013. Abgerufen am 22. Oktober 2013.
  29. COMMISSION DECISION ON THE AID MEASURE SA.34947 (2013/C) (ex 2013/N). EU-Kommission, 8. Oktober 2014, abgerufen am 12. November 2015 (PDF-Datei, 1,3 MB, englisch): „(44) NNBG will, subject to conditions, receive compensation in the event of a "political" shutdown of HPC (by either a UK, EU or international competent authority) other than for certain reasons including health, nuclear safety, security, environmental, nuclear transport or nuclear safeguards (Qualifying Shutdown Event).“
  30. Marlies Uken: Atomkraft, um jeden Preis. In: Zeit Online. 8. Oktober 2014, abgerufen am 8. Oktober 2014: „Kaum überraschend, dass im Frühjahr Noch-EU-Energiekommissar Günther Oettinger nur ein Wort zu diesem Garantievertrag für EDF einfiel: sowjetisch. […] Seit Monaten verhandelt die EU-Kommission mit der britischen Regierung über den Deal, hat zu Anhörungen geladen und sich den britischen Strommarkt analysiert. Offenbar hat London sich auf Änderungsvorschläge Almunias eingelassen und Zugeständnisse gemacht. Wenn am Mittwoch die EU-Kommissare zu ihrer wöchentlichen Sitzung zusammenkommen, könnten sie die britischen Hinkley-Pläne durchwinken.“
  31. Schriftliche Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie von Thorsten Müller und Markus Kahles, Stiftung Umweltenergierecht. Abgerufen am 18. Juni 2015.
  32. Kooperation mit China: Großbritannien baut erstes Atomkraftwerk seit Jahrzehnten. In: Spiegel Online, 21. Oktober 2013.
  33. European commission inquiry into Hinkley Point deal could delay project. www.theguardian.com, 2. Dezember 2013. Abgerufen am 4. Dezember 2013.
  34. Pressemitteilung
  35. Kommission genehmigt Beihilfen für Kernkraftwerk Hinkley Point in Großbritannien. ec.europa.eu. 8. Oktober 2014. Archiviert vom Original am 14. Oktober 2014.
  36. Webseite der Kampagne der EWS - Schönau Kein Geld für Atom Stop Brüssel
  37. Susanne Preuss, Marcus Theurer: Schwaben fürchten britisches Atomkraftwerk Hinkley Point. faz.net, 30. Mai 2015, abgerufen am gleichen Tag
  38. Schriftliche Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie von Thorsten Müller und Markus Kahles, Stiftung Umweltenergierecht, S. 7 f. Abgerufen am 18. Juni 2015.
  39. "Kommission genehmigt Beihilfen für Kernkraftwerk Hinkley Point in Großbritannien". In: "Europäische Kommission", 8. Oktober 2014. Abgerufen am 15. Oktober 2014.
  40. "OL3 Project" (Memento vom 13. Mai 2008 im Internet Archive). "Teollisuuden Voima Oyj" (Finnish: Industrial Power Corporation), 2005. Abgerufen am 15. Oktober 2014 über web.archive.org.
  41. 12. März 2015: BBH bereitet Klage gegen EU-Kommission vor
  42. InfoCuria: Greenpeace Energy and Others v Commission , abgerufen am 6. April 2016
  43. The Guardian 2. April 2015: Hinkley Point C nuclear project workers face layoff
  44. www.world-nuclear-news.org
  45. pdf
  46. Österreichs Klage gegen AKW Hinkley Point fertig. news.ORF.at. 1. Mai 2015. Abgerufen am 2. April 2016.
  47. Judith Hecht: Hinkley Point: Präzedenzfall in Sachen Atomkraft, Die Presse, 16. Juli 2015
  48. Österreich verklagt EU wegen Staatshilfen für AKW auf ORF vom 6. Juli 2015 abgerufen am 6. Juli 2015
  49. Öffentliche Anhörung zu dem Antrag der Fraktion DIE LINKE. „Aktiv gegen Subventionen für den Neubau von Atomkraftwerken in der EU“. Archiviert vom Original am 18. Juni 2015. Abgerufen am 2. April 2016.
  50. The Telegraph:EDF admits Hinkley Point won't be ready by 2023 vom 3.September 2015, abgerufen am 1. Oktober 2015
  51. klimaretter.info:EDF scheut Investment in Hinkley Point C vom 27.Januar 2016, abgerufen am 28.Januar 2016
  52. www.ft.com 7. März 2016: EDF finance chief quits over decision to push on with Hinkley Point
  53. a b FAZ.net 30. Juni 2016: Brexit gefährdet britische Atomkraft-Pläne
  54. EdF-Finanzchef scheut Risiko für AKW Hinkley Point vom 7. März 2016, abgerufen am 7. März 2016
  55. EDF-Finanzchef wegen Streits über Atomkraftwerk Hinkley Point zurückgetreten (Memento vom 9. März 2016 im Internet Archive) vom 7. März 2016, abgerufen am 7. März 2016
  56. EDF-Finanzchef geht wegen Hinkley Point vom 7. März 2016, abgerufen am 7. März 2016
  57. Financial Times 10. März 2016: French watchdog issues warning to EDF over Hinkley Point, abgerufen am 13. März 2016
  58. TheGuardian.com 11. März 2016: Hinkley Point branded potentially risky for EDF by French auditor
  59. Euronews: Rechnungsprüfer warnen EDF vor Kernkraftwerk “Hinkley Point” vom 11.3.2016 abgerufen am 13. März 2016
  60. Euronews: EDF-Entscheidung zu AKW Hinkley Point verschoben vom 22. März 2016 abgerufen am 24. März 2016
  61. www.theguardian.com / Terry Macalister 3. April 2016, Hinkley Point: China incorporates seven London-based firms, abgerufen am 4. April 2016
  62. IWR News, 25. April 2016, iwr.de: EDF verschiebt Investitions-Entscheidung zu Atomkraftwerk Hinkley Point C
  63. Neues Volksblatt, 25. April 2016, volksblatt.at: Schlappe für AKW-Prestigeprojekt (25. April 2016)
  64. a b times.co.uk 5. Juli 2016: Brexit will not scupper Hinkley Point, insists EDF
  65. FAZ.net 30. Juni 2016: In der britischen Industrie macht sich Angst breit
  66. DECC Government Major Projects Portfolio data 2016, abgerufen am 14. Juli 2016
  67. Terry Mcalister, Estimated cost of Hinkley Point C nuclear plant rises to £37bn, in: The Guardian, 7. Juli 2016, abgerufen am 8. Juli 2016
  68. Terry Macalister,Hinkley Point C may cost £30bn in 'top-up payments', warns watchdog in: The Guardian, 13. Juli 2016, abgerufen am 13. Juli 2016
  69. ft.com: Trade unions press EDF to delay Hinkley Point C decision
  70. a b www.connaissancedesenergies.org 30. Juni 2016: Projet Hinkley Point: avec le Brexit, le report "plus que jamais nécessaire" pour les syndicats
  71. Der Standard: Britisches Kontrollamt fällt vernichtendes Urteil zu AKW Hinkley Point vom 14. Juli 2016 abgerufen am 17. Juli 2016
  72. The Telegraph: EDF raided by French authorities ahead of Hinkley greenlight von 22. Juli 2016, abgerufen am 23. Juli 2016
  73. Umstrittenes Kraftwerk: Grünes Licht für Atommeiler Hinkley Point. In: Spiegel-Online, 28. Juli 2016. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  74. Britische Regierung bremst Atomkraft-Riesenprojekt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Juli 2016. Abgerufen am 29. Juli 2016.
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