Kreis Medebach

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Der Kreis Medebach war ein von 1817 bis 1818 existierender Landkreis im Regierungsbezirk Arnsberg in der preußischen Provinz Westfalen.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1816 wurde die preußische Provinz Westfalen mit Sitz in Münster und den drei Regierungsbezirken Arnsberg, Münster und Minden gebildet. Im ehemals kurkölnischen Sauerland wurden 1817 die Kreise Arnsberg, Brilon, Medebach, Eslohe, Bilstein, Soest und Lippstadt eingerichtet. Bis auf die Kreise Bilstein, Medebach und Eslohe bestanden die übrigen bis zur Gebietsreform von NRW am 1. Januar 1975. Der Kreis Medebach mit den Ämtern Medebach und Fredeburg wurde bereits am 1. Januar 1819 wieder aufgelöst. Das Amt Medebach wurde dem Kreis Brilon, das Amt Fredeburg dem Kreis Eslohe zugeordnet. Eslohe selbst konnte sich nicht lange des Kreissitzes erfreuen. Im Dezember 1819 wurde der Kreissitz, angeblich wegen mangelnder Unterkunftsmöglichkeiten für den Landrat und dessen Personal, nach Meschede verlegt. Aber erst am 3. September 1832 wurde der Kreis Eslohe offiziell in Kreis Meschede umbenannt. Der Kreis Bilstein wurde 1819 in Kreis Olpe umbenannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1815 erhielten die drei westfälischen Regierungen von Staatskanzler Karl August von Hardenberg die Anweisung, ihre Bezirke in Kreise zu gliedern. Nach der Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden aus dem Jahr 1815 für die neugebildete Provinz Westfalen sollten Landräte an die Spitze der neueinzurichtenden Kreise treten. Mit der Anordnung Kreise zu bilden wurden gleichzeitig Empfehlungen für die geeigneteste Aufteilung veröffentlicht. Hardenberg schlug unter anderem vor

  • alte Verwaltungs- und Wirtschaftsgrenzen nicht aufzuteilen,
  • die neue Kreisstadt in die Mitte des Kreisgebiets zulegen,
  • dass die maximale Entfernung von der Kreisstadt zur Kreisgrenze nur zwei bis drei preußische Meilen (7,4 km) betragen sollte, damit jeder Einwohner an einem Tage die Kreisverwaltung erreichen konnte.

Im Jahre 1817 entstanden so im Regierungsbezirk Arnsberg die Kreise Altena, Arnsberg, Bilstein, Bochum, Brilon, Dortmund, Hagen, Hamm, Iserlohn, Lippstadt, Siegen, Soest, Wittgenstein und Medebach.

Bei der Bildung des Kreises Medebach wurden die topografischen Gegebenheiten nicht berücksichtigt. Die Kreisstadt Medebach lag entgegen den offiziellen Empfehlungen nicht in der Mitte des Kreisgebietes. Die Bevölkerung des ehemaligen Amtes Fredeburg hatte bereits im ersten Winter 1817 erhebliche Schwierigkeiten über die Berge nach Medebach zu gelangen. Eine im gleichen Jahr eingereichte Mitteilung an die Arnsberger Bezirksregierung führte schon im Jahr 1819 dazu, dass der Kreis Medebach wieder annulliert wurde.[1] Im Jahre 1819 kam es zur Auflösung des Kreises Medebach und zur Gebietsaufteilung auf den Kreis Brilon, dem der östliche Teil des Kreises Medebach zugeteilt wurde, und den Kreis Eslohe, der aus dem Kreis Medebach die Kirchspiele Berghausen, Bödefeld, Dorlar, Fredeburg, Grafschaft, Oberkirchen, Rarbach, Schmallenberg und Wormbach erhielt.[2]

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1817 wurde Christian Adolf Wilhelm Pilgrim aus Medebach Landrat des neuen Kreises. Pilgrim wechselte 1819 zum Kreis Eslohe. Die neuen Landräte in Westfalen waren 1815 zunächst staatliche Kommissare. Doch bereits 1816 legte ein Kabinettsbeschluss fest, dass der Landrat Gutsbesitzer in dem Landratsbezirk sein musste.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clemens Müller: Ein zeitgeschichtliches Intermezzo vor 190 Jahren. Der Kreis Medebach 1817–1818. Jahrbuch Hochsauerlandkreis 2007, ISBN 3-86133-437-2, S. 73–76.
  • Klemens Wiesemann: Geschichte des Grundsteuer- und Vermessungswesens im Herzogtum Westfalen – Kurkölnisches Sauerland. Fredeburg 1993, S. 37.
  • Magdalena Padberg: Als wir preußisch wurden. Das Sauerland von 1816 bis 1849. Fredeburg 1982, S. 28–30.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Conrad: Die Westfälischen Kreise und der Verblieb ihrer Registratur. 27. Westfälischer Archivtag in Bocholt, Protokoll und Referate, 12. und 13. Mai 1975, Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Juli 1975
  2. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen: Behörden und Einrichtungen des Staates und der Selbstverwaltung nach 1816 Abgerufen am 11. August 2016.