Kreis Blankenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Kreis Blankenheim war ein Landkreis in der Eifel im ehemaligen Regierungsbezirk Aachen. Er wurde 1816 gebildet, aber bereits im Jahre 1818 wieder aufgelöst und in den Kreis Gemünd eingegliedert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Verwaltungsneugliederung der preußischen Rheinlande nach dem Wiener Kongress wurde am 20. April 1816 in der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein der Regierungsbezirk Aachen und seine Landkreise, darunter der „Kreis Blankenheim“ eingerichtet. Das Kreisgebiet umfasste zwölf Bürgermeistereien, die in der vorhergehenden Franzosenzeit zu den Kantonen Blankenheim, Reifferscheid (beide Département de la Sarre) und Kronenburg (Département Ourthe) gehört hatten:[1][2]

Die Bürgermeistereien Dahlem, Hellenthal, Hollerath, Kronenburg, Reifferscheid, Udenbreth und Wahlen besaßen eine Sonderstellung. Sie hatten in der Franzosenzeit zu den Kantonen Kronenburg, Reifferscheid und Schleiden gehört. Diese drei Kantone wurden in einem Geheimvertrag am 18. September 1816 von Preußen an das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz abgetreten, wurden jedoch weiterhin von Preußen verwaltet. 1819 kaufte Preußen diese Gebiete für 1 Million Taler zurück.[4]

Einziger Landrat des Kreises war Friedrich Joseph Freiherr von Coels von der Brügghen (* 25. Oktober 1784, † 24. September 1856). Er trat sein Amt am 1. Mai 1816 an. Sein Amtssitz, das Landratsamt, befand sich in der Klosterstraße zu Blankenheim.[5]

Der Kreis Blankenheim hatte nicht lange Bestand. Durch höchste Kabinettsordre wurde er am 16. März 1818 wieder aufgelöst und seine Bürgermeistereien mit Wirkung vom 15. Juni 1818 in den Kreis Gemünd eingegliedert.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Hagen: Die Rheinprovinz 1815–1915. 2 Bände, Bonn 1917.
  • Heinrich Neu: Chronik des Kreises Schleiden. Schleiden 1954.
  • Regierungspräsident Aachen (Hrsg.): 150 Jahre Regierung und Regierungsbezirk Aachen. Beiträge zu ihrer Geschichte. Aachen 1967.
  • Kreisarchiv Euskirchen (Hrsg.): Ein chronologischer Überblick über die wichtigsten Verwaltungsdaten und Ereignisse im Kreis Euskirchen seit 1816. Euskirchen 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt der Regierung zu Aachen. In: Hathi Trust Digital Library. 13. Juni 1817, S. 370 ff, abgerufen am 1. Januar 2015 (Digitalisat, Liste der Kreise und ihrer Bürgermeistereien im Regierungsbezirk Aachen).
  2. territorial.de: Kreis Blankenheim
  3. a b Alendorf und Waldorf gehörten erst ab dem 1. Januar 1817 zur Bürgermeisterei Dollendorf, zuvor zu Wiesbaum im Canton Lissendorf.
  4. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland: Landratsamt Schleiden
  5. Kreisarchiv Euskirchen (Hrsg.): Ein chronologischer Überblick über die wichtigsten Verwaltungsdaten und Ereignisse im Kreis Euskirchen seit 1816. Euskirchen 2002.